Montag, 20. Dezember 2010

Bilder einer Getriebenen

Nelly Sachs mit Blumengrüssen zum Nobelpreis, 1966. © DLA Marbach

Zürich.- Eine Ausstellung im Zürcher Strauhof beschäftigt sich bis 27. Februar mit der Dichterin Nelly Sachs und ihrem Leben. Im Mai 1940 floh Nelly Sachs mit einem der letzten Flugzeuge aus Berlin nach Stockholm. Hinter ihr lag mehr als die Hälfte eines Lebens, das nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Bedrohung geraten war; vor ihr lagen dreissig Jahre Exil, in denen ein lyrisches Werk entstand, das 1966 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt wurde.

Zum ersten Mal würdigt eine grosse Wanderausstellung Nelly Sachs' Leben und Werk. Anhand einer Fülle von bisher unbekannten Fotos, Texten und Zeugnissen werden die wachsende Radikalität und der kulturgeschichtliche Kontext ihrer Dichtung herausgearbeitet.

Wer war der unbekannte Geliebte der Berliner Jahre, der später als «der tote Bräutigam» Eingang in ihr Werk fand? Was geschah in der vier Quadratmeter grossen «Kajüte», in der die Dichterin den Urpunkt ihres poetischen Universums sah? Was passierte während des Stockholm-Besuchs ihres Freundes Paul Celan, als er sie im Herbst 1960 nach dem Ausbruch der psychischen Krankheit, von der die letzten Jahre ihres Lebens geprägt sein sollten, unterstützen wollte?

Eine für Zürich neu konzipierte Station erinnert an die wenigen, aber intensiven Beziehungen der Dichterin zu Zürich. Hier begegnete sie Ende Mai 1960 Paul Celan. Aus diesem Zusammentreffen entstand Celans Gedicht «Zürich, Zum Storchen». Wichtig für Nelly Sachs war sodann die Freundschaft mit Werner Weber, dem Literaturkritiker der Neuen Zürcher Zeitung, die in einem kleinen, aber bedeutenden Briefwechsel ihren Niederschlag gefunden hat.

«Flucht und Verwandlung» zeigt, wie sich das Werk der Nelly Sachs entfalten konnte: im Gedenken an eine bekannte, aber verloren gegangene Welt, im Kontakt mit einer neuen, aber fremden Kultur – kurz, in Krise und Umbruch. Mit Hilfe vieler bisher unbekannter Dokumente können zum ersten Mal die Koordinaten ihres «unsichtbaren Universums» bestimmt werden. Sowohl das reichhaltige Material als auch Einblick in wichtige Freundschaften mit Paul Celan und Hans Magnus Enzensberger, Margaretha Holmqvist und Rosi Wosk zeichnen das Porträt einer der wichtigsten Dichterinnen des zwanzigsten Jahrhunderts.

Öffnungszeiten: Di bis Fr 12 - 18 Uhr, Sa und So 10 - 18 Uhr, Montag geschlossen
Flucht und Verwandlung
15. Dezember 2010 bis 27. Februar 2011

Museum Strauhof
Augustinergasse 9
CH 8001 Zürich
http://tinyurl.com/36kodct

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