Dienstag, 6. Januar 2009

Basel: Von der großen und der kleinen Welt (Januar)

Basel.- Mit Barbara Honigmann – „Das überirdische Licht. Rückkehr nach New York“ beginnt am Donnerstag, 8. Januar 2009, 19 Uhr, das Programm des Neuen Jahres im Literaturhaus Basel. Außerdem gibt es im Januar einen Abend über die grosse Walliser-Autorin S. Corinna Bille (1912-1979) und eine Begegnung mit dem indischen Autor Kiran Nagarkar, der mit seinem Buch „Gottes kleine Krieger“ in Europa für viel Aufmerksamkeit sorgte. Und Daniel Schwartz hat mit „Schnee in Samarkand. Ein Reisebericht aus dreitausend Jahren“ ebenfalls ein lesenswertes Buch abgeliefert. Der Januar klingt mit einer Buchvernissage aus: Dienstag, 27. Januar 2009, 19 Uhr wird Daniel Zahnos „Die Geliebte des Gelatiere“ präsentiert und außerdem stellt die argentinische Autorin María Cecilia Barbetta stellt ihren hinreissenden Debütroman „Änderungsschneiderei Los Milagros“ vor.
Unaufdringlich, persönlich und mit viel Witz berichtet Barbara Honigmann am 8. Januar in ihrem Buch von einem Aufenthalt in New York zwischen Campus, Boheme und jüdischen "connections". Unversehens wird daraus eine Reise in die Vergangenheit: durch die Begegnung mit alten Berliner Freundinnen oder im Gespräch mit Verwandten, die vom Holocaust verschont geblieben sind und die sie nun zum ersten Mal trifft - Lesung und Gespräch mit der Autorin über ihr Buch, das die Weltmetropole in einem ganz persönlichen Licht zeigt. Moderation: Sibylle Birrer, Literaturkritikerin.

Barbara Honigmann (*1949), geboren in Ost-Berlin. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1976 freischaffende Schriftstellerin und Malerin. 1984 Ausreise aus der DDR und Übersiedelung nach Strassburg, wo sie mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt. Für ihre Bücher wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kleist-Preis und dem Solothurner Literaturpreis. „Das überirdische Licht“ ist 2008 im Carl Hanser Verlag erschienen.

Dienstag, 13. Januar 2009, 19 Uhr folgt der Abend über die grosse Walliser-Autorin S. Corinna Bille (1912-1979). Regula Imboden liest aus ihrem Lesebuch «Das Vergnügen, eine eigene neue Welt in der Hand zu halten» und Charles Linsmayer stellt Billes reiche Biographie vor. S. Corinna Bille (1912-1979), die mit ihren Erzählungen und Gedichten unbestritten zu den grossen Namen der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts zählt, ist erstmals auch in deutscher Sprache in der ganzen Fülle ihres literarischen Schaffens zu entdecken.

Charles Linsmayer (*1945) lebt als Journalist und literarischer Herausgeber in Zürich. Er ist Gründungspräsident des Literaturhauses Basel und Ehrendoktor der Universität Basel. Regula Imboden (*1966) trat auf vielen Bühnen und in vielen Filmen auf und ist als Rezitatorin auf die Kultur ihres Heimatkantons Wallis spezialisiert. Sie lebt in Zürich. «Das Vergnügen, eine eigene neue Welt in der Hand zu halten», herausgegeben und mit einem biografischen Nachwort versehen von Charles Linsmayer, ist 2008 im Verlag Huber Frauenfeld erschienen.

Mittwoch, 14. Januar 2009, 19 Uhr, ist der indische Autor Kiran Nagarkar im Gespräch über sein Werk zu erleben, das von erschreckender Aktualität ist. Moderation: Gisela Treichler, Vorstandsmitglied der Schweizerisch-Indischen Gesellschaft und Buchhändlerin, Lesung: Herbert Schäfer. „Gottes kleine Krieger“ machte Nagarkar in Europa berühmt. Es ist „ein grandioser Roman (…), 700 hellsichtige, wunderbare Seiten über das Wesen des Fundamentalismus (Wolfgang Herles, zdf-Aspekte) und „der tiefsinnigste Roman über die spirituellen Wurzeln des Terrors“ (Sigrid Löffler, Literaturen). Schon Nagarkars erster Roman, „Sieben mal sechs ist dreiundvierzig“, den er in seiner Muttersprache Marathi schrieb, gilt als Meilenstein der indischen Literatur. Im Gespräch wird sein Werk, das sich durch Erzählfreude und Ironie ebenso auszeichnet wie durch die erschreckende Aktualität, vorgestellt.

Kiran Nagarkar (*1942) schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Romane. Er wurde u.a. mit dem H.N. Apte Award für den besten Debütroman und mit dem Sahitya Akademi Award, der höchsten Anerkennung der indischen Literaturakademie, ausgezeichnet. Er lebt in Mumbai. Zur Zeit ist er Gast des DAAD Berlin. „Gottes kleine Krieger“ ist 2006 im Verlag A1 erschienen.

Donnerstag, 22. Januar 2009, 19 Uhr, ist Daniel Schwartz mit „Schnee in Samarkand. Ein Reisebericht aus dreitausend Jahren“. Einzigartige Reiseerfahrungen (Kashmir, China, Afghanistan, Pakistan) und die Erforschung von alten Texten zeichnen diesen ungewöhnlichen Reisebericht aus. Das Gespräch mit dem Autor führt Hugo Loetscher. Einführung: Dr. Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen. Als erster Ausländer folgte Schwartz 1987/ 88 der Grossen Mauer Chinas in ihrer ganzen Länge. Dann liess ihn das unendliche Grenzland nicht mehr los, in dem sich bedeutende Kulturen der Welt seit Jahrtausenden befruchten und bekriegen. Lange Reisen führten ihn entlang vergessener Routen der Seidenstrasse, nach Kashmir, China, Afghanistan, Pakistan. Immer im Gepäck hatte er Bücher von arabischen, chinesischen und europäischen Autoren. Durch die einzigartigen Reiseerfahrungen und die Befragung der alten Texte erschliessen sich Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und die unterschiedlichen Sichtweisen auf das jeweils Fremde werden erfahrbar.

Daniel Schwartz (*1955) ist ein international bekannter Fotograf. Er war langjähriger Mitarbeiter von Zeitschriften wie „Du“ und „lettre“. Bevor er „Schnee in Samarkand“ schrieb, hat er mehrere fotografische Bücher veröffentlicht. Er lebt in Zürich. Hugo Loetscher (*1929) ist Schriftsteller und lebt in Zürich. Er bereist seit 1965 regelmäßig die Welt, vor allem Lateinamerika, Südostasien und die USA. 1992 wurde er mit dem Grossen Schiller-Preis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet. „Schnee in Samarkand“ ist 2008 im Eichborn Verlag Berlin erschienen.

Dienstag, 27. Januar 2009, 19 Uhr, lädt das Literaturhaus Basel zur Buchvernissage. „Die Geliebte des Gelatiere“ von Daniel Zahno, der in Basel als freier Schriftsteller lebt. Moderation: Andreas Isenschmid, Literaturkritiker. Zahnos erster Roman erzählt eine Liebesgeschichte zwischen Venedig und den Niagarafällen. "Die Geliebte des Gelatiere" ist eine Hommage an die Serenissima und an das beste Eis der Stadt. Ein Roman über die Sehnsucht, das Träumen und darüber, dass jedes Leben einen besonderen Zauber hat. Daniel Zahno (*1963) lebt als freier Schriftsteller in Basel. Für seinen Erstling, "Doktor Turban" (1996), erhielt er u.a. den Tübinger Poetik-Preis und den Clemens-Brentano-Preis. 2006 publizierte er den poetischen Reigen "Im Hundumdrehen". "Die Geliebte des Gelatiere" erscheint im Januar 2009 bei weissbooks.

Donnerstag, 29. Januar 2009, 19 Uhr, stellt María Cecilia Barbetta ihren Debütroman „Änderungsschneiderei Los Milagros“ vor. Die argentinische Schriftstellerin, die auf Deutsch schreibt, wurde dafür mit dem Aspekte Literaturpreis ausgezeichnet. Moderation: Sandra Leis, Literaturkritikerin und Ressortleiterin Kultur beim „Bund“

Die junge argentinische Autorin Barbetta, die auf Deutsch schreibt, hat mit ihrem Debüt Kritik und Publikum überrascht und begeistert. In der Änderungsschneiderei Los Milagros in Buenos Aires arbeitet die junge Mariana Nalo bei ihrer Tante. Sie liebt die unzähligen bunten Garne in der Schneiderei und Gerardo, der bis auf drei Postkarten spurlos in die USA verschwunden ist. Eines Tages kommt die junge Analía Morán in die Änderungsschneiderei. Von diesem Augenblick an ist nichts mehr, wie es war.

María Cecilia Barbetta (*1972) studierte in Buenos Aires, Argentinien, wo sie geboren ist, Deutsch als Fremdsprache. Mit einem DAAD-Stipendium kam sie 1996 nach Berlin und blieb. Seit 2005 ist sie freie Autorin. Sie schreibt auf Deutsch. »Änderungsschneiderei Los Milagros« ist ihr erster Roman. Er wurde mit dem aspekte- Literaturpreis (2008) und dem Albert-von-Chamisso-Förderpreis (2009) ausgezeichnet. „Änderungsschneiderei Los Milagros“ ist 2008 im S. Fischer Verlag erschienen.
Bild: Der indische Autor Kiran Nagarkar. Foto: Volker Derlath; Quelle A-1 Verlag

LITERATURHAUS BASEL
Barfüssergasse 3;
Eintritt 15.- / 10.- SFr
Info/Reservation 061 261 29 50 oder www.literaturhaus-basel.ch

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