Dienstag, 3. November 2009

20 Jahre Design-Museum

Weil am Rhein.- Das Vitra Design Museum feiert im November sein 20-jähriges Bestehen. Gegründet als eines der ersten Designmuseen weltweit, hat das Haus viel dazu beigetragen, das Thema Design populär zu machen und den Blick unserer Epoche auf diese noch junge Disziplin mitgeprägt. Heute gilt das Museum als eine der führenden Institutionen für Ausstellungen über Design und Architektur. Zum Geburtstag lädt das Museum am 8.11.09 zum Tag der offenen Tür ein. Neben Führungen durch die sonst nicht öffentlich zugängliche Sammlung stehen weitere Angebote für die Familie auf dem Programm.

Das Vitra Design Museum eröffnete am 3.11.1989 im aufsehenerregenden Museumsbau des kalifornischen Architekten Frank Gehry – sein erstes realisiertes Projekt außerhalb der USA. Ursprünglich war vorgesehen, in diesem Haus die von Vitra- Chef Rolf Fehlbaum angelegte Sammlung von Möbelentwürfen der Moderne auszustellen.

Unter der Leitung des bis heute verantwortlichen Direktors, Alexander von Vegesack, entwickelte das Museum jedoch schnell vielfältige Aktivitäten. War die erste Ausstellung noch eine einfache Gegenüberstellung von europäischem und amerikanischem Möbeldesign, so folgte bald eine der ersten Werkschauen über den Designer Ron Arad. Seitdem arbeitet das Museum an einem Programm, das in der internationalen Designlandschaft einzigartig dasteht. Darunter waren Einzelschauen zu Isamu Noguchi, Frank Lloyd Wright oder Joe Colombo sowie komplexe Themenausstellungen über Mobile Möbel, Kindermöbel oder Design für die Luftfahrt. Auch Neuentdeckungen und Überraschungen waren unter den bisherigen Projekten, wie etwa die erste Ausstellung zu Issey Miyake in Deutschland oder ethnologische Exkurse über afrikanische Sitze und arabische Wohnkulturen. Zu den größten Erfolgen des Hauses zählte 2007/08 die Retrospektive über Le Corbusier. Als letzte Station einer mehrjährigen Tournee wurde die Ausstellung bis Anfang Oktober im Berliner Martin-Gropius-Bau präsentiert.

Mit dem immer anspruchsvoller werdenden Programm des Museums stiegen auch seine Besucherzahlen – von 23.000 im ersten Jahr auf 86.000 in 2008. Aus den erfolgreichen Ausstellungen entstand schon bald die Idee, Projekte nicht nur in Weil am Rhein zu präsentieren, sondern als Wanderausstellungen auf Reisen zu schicken. Seit 1989 wurden Ausstellungen des Vitra Design Museum in über 35 Ländern gezeigt. Weltweit sehen jährlich über 350.000 Besucher eine Ausstellung des Museums. Um Kooperationen und den Austausch über die Programmgestaltung zwischen internationalen Museen weiter zu intensivieren, initiierte Alexander von Vegesack mit dem Vitra Design Museum 1996 die europäische Museumskonferenz MUSCON, die mittlerweile auch in Asien und den USA eine Netzwerkplattform für Direktoren und Kuratoren führender Museen für Kunst, Design und Architektur bildet.

Doch die Besonderheit des Vitra Design Museum liegt nicht nur in seinem internationalen Ausstellungsprogramm, sondern auch in der Vielfalt seiner weiteren Aktivitäten. Viele der Ausstellungen basieren auf der museumseigenen Sammlung des industriellen Möbeldesigns, die zu den größten ihrer Art zählt. Sie umfasst unter anderem die Nachlässe von Designern wie Verner Panton, Charles Eames oder George Nelson, die das Museum seit 1989 ebenfalls in Form von Wanderausstellungen und Werkkatalogen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Begleitet werden die Ausstellungen von einem umfangreichen museumspädagogischen Programm. Die praktische Arbeit in Form von Workshops steht hier neben Talks, Führungen und Symposien im Mittelpunkt. Jährlich nehmen ca. 3.000 Kinder und Jugendliche an den Workshops zu Design und Architektur in Weil am Rhein teil.

Im Rahmen der Sommerworkshops, die auf der südfranzösischen Domaine de Boisbuchet stattfinden, hat fast jeder wichtige Designer der Gegenwart schon einmal einen Kurs geleitet. Eine weitere Besonderheit des Vitra Design Museum sind seine anspruchsvollen Produkte, die zur Finanzierung der inhaltlichen Arbeit beitragen. Unter ihnen sind die berühmten Miniaturen von Möbelklassikern, mittlerweile begehrte Sammlerstücke, sowie 1:1-Reeditionen.

Es ist gerade die Verbindung aus Aktivitäten in den unterschiedlichsten Bereichen, die das Vitra Design Museum zu einem Modellfall einer privat initiierten Institution mit unabhängiger Kulturarbeit gemacht hat. Ein solches Programm lässt sich heute nur erfolgreich fortführen, wenn die immer schneller werdenden Trends im Design stets aufs Neue hinterfragt werden und daraus ein fundiertes Verständnis des Begriffs Design abgeleitet wird.

Ein Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte zeigt, wie viel sich auch hier geändert hat. 1989 galt es noch, weite Bevölkerungskreise über Design zunächst grundlegend zu informieren. Heute ist diese Disziplin weitaus bekannter, sodass andere Aspekte bei der Programmgestaltung in den Fokus rücken – wie etwa die zunehmende Annäherung von Kunst und Design, die Möglichkeiten neuer Technologien oder die Herausforderungen der Nachhaltigkeit.

Dass all diese Facetten des aktuellen Designs auch weiterhin zu einem anspruchsvollen Programm des Vitra Design Museum beitragen, zeigt die Planung 2009-2010. So steht die Ausstellung „Antikörper. Arbeiten von Fernando & Humberto Campana 1989-2009“ paradigmatisch für die Annäherung von Design und Kunst der letzten Jahre. Für März 2010 bereitet das Museum die Ausstellung „Die Essenz der Dinge – Design und die Kunst der Reduktion“ vor. Darin werden Zusammenhänge von wirtschaftlichen Entwicklungen und reduzierter Gestaltung nicht nur mit Blick auf die Designgeschichte ausgelotet, sondern auch in Verbindung mit der aktuellen Wirtschaftskrise und der Zukunft des Designs gesetzt.

Aktuelle Ausstellung
“Antikörper. Arbeiten von Fernando & Humberto Campana 1989 - 2009”,
Vitra Design Museum, Weil am Rhein, 16. Mai 2009 – 28. Februar 2010
Programm am Tag der offenen Tür, 8.11.2009
im Vitra Design Museum, Weil am Rhein
Öffnungszeiten von 10-18 Uhr

Programm am Tag der offenen Tür, 8.11.2009
im Vitra Design Museum, Weil am Rhein, Der Eintritt in die Ausstellung sowie die Teilnahme an den Führungen und dem Kinderprogramm ist an diesem Tag kostenfrei.
Öffnungszeiten von 10-18 Uhr
freier Eintritt
10-18 Uhr Ganztägiges Kinderprogramm mit dem Gestalten von Eames-Elefanten und Schmuck aus Recyclingmaterialien
11h00
Kinderführung durch die Ausstellung
11h00/ 13h00/ 15h00
Führung durch die Ausstellung
11h00/ 12h00/ 13h00/ 14h00/ 15h00/ 16h00
Architekturführung
11h00/ 12h00/ 13h00/ 14h00/ 15h00/ 16h00
Führung durch die Sammlung
Für die Führungen stehen nur begrenzt Plätze zur Verfügung.
Um rechtzeitiges Erscheinen wird gebeten.

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Strasse 1, D-79576 Weil am Rhein
Telefon +49 (0) 7621 / 702 3200
www.design-museum.de

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