Mittwoch, 10. Februar 2010

Dank Wanderlust in die Türkei


Bildquelle: Theater Freiburg

Freiburg.-
Das Theater Freiburg geht eine einjährige Theaterpartnerschaft ein mit dem türkischen Theater garajistanbul, einem politisch unabhängigen und renommierten interdisziplinären Spielort in der Türkei.Dank der Förderung aus dem Fonds "Wanderlust" der Kulturstiftung des Bundes können sich Theatermacher aus Freiburg und Istanbul langfristig kennenlernen, austauschen und im Herbst eine gemeinsame Inszenierung auf die Beine stellen.Schon am 12. und 13. Februar 2010 zeigt garajistanbul eine Kostprobe türkischen Theaters im deutschen Haus. Memet Ali Alabora, der in seiner Heimat berühmt ist als Schauspieler, Ex-Journalist und Antimilitarist, spielt "REPORTER" - eine Doku-Performance, in der er die komplexe Geschichte der Türkei klug und verständlich reflektiert. Außerdem auf dem Programm des Türkei-Wochenendes: "EKLEKTIK BERLINISTAN" mit DJ Ipek und Bernadette LaHengst in der Jackson Pollock Bar (12.2.) sowie die Diskussion "TÜRKEI HEUTE" mit Experten am 13. Februar.

Die kulturelle Vielfalt der Türkei zeigt die Ernennung Istanbuls zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010. Doch was wissen wir in Deutschland sonst noch über die dieses Land, das sich mit großen Gesten Europa zuwendet und einen Weg aus der Zerrissenheit zwischen Moderne und Tradition sucht?

Das Theater Freiburg lässt sich auf einen künstlerischen Dialog mit diesem Land extremer gesellschaftlicher Umbrüche ein. Mit einem Türkei-Wochenende am 12. und 13. Februar im Theater Freiburg beginnt die einjährige Theaterpartnerschaft zwischen Freiburg und Istanbul, die ihren Höhepunkt in einer gemeinsamen Produktion im Oktober in Theater Freiburg findet. »Reporter« heißt die Produktion der garajistanbul, die am 12. und 13. Februar im Kleinen Haus des Theater Freiburg ein Stück türkische Gegenwart nach Deutschland bringt. Auf der Bühne steht einzig der berühmte Ex-Journalist, Antimilitarist und Schauspieler Memet Ali Alabora. Ihm gelingt es, sein Leben verbunden mit der komplexen Geschichte seines Landes klug und verständlich zu reflektieren.

»1995 hatte ich sechs Monate Pause, bevor die Schauspielschule anfing. Und weil ich nicht rumsitzen wollte, ging ich mit siebzehneinhalb zu einem Privatsender und wurde da Reporter. Die haben mich überall hingeschickt, es hieß »doing the news«, zu Polizeieinsätzen, in den Gazastreifen oder aber nach Cannes. Natürlich war ich total überfordert, ich war ja jedes mal völlig unvorbereitet auf das, was mich da erwartete. Aber was da eigentlich mit mir passiert ist, erzähle ich in meinem Stück »Reporter«, das ist meine Geschichte.« Memet Ali Alabora Regie führen Mustafa und Övül Avkiran, die Gründer der multidisziplinären und politisch unabhängigen Spielstätte garaijistanbul. Gerade die Reflektion der eigenen Geschichte, die in der Türkei noch immer fast tabuisiert ist, nehmen die Künstler der garajistanbul immer wieder zum Anlass, die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Situation mit neuen künstlerischen Formen nachzuvollziehen.

Über die »Türkei Heute« diskutieren der Turkologe Professor Christoph Neumann (München), Fatma Sagir, Islamwissenschaftlerin und Journalistin (Freiburg) und Ibrahim Sarialtin, erster Gemeinderat türkischer Herkunft in Freiburg. Sarialtin ist zudem Mitglied des türkischen Kulturvereins TürkHOG und setzt sich für Migration- und Integrationsprojekte mit Jugendlichen ein. Zur Debatte stehen Fragen nach der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage des Landes und dem Bild, das wir Deutsche von außen auf die Türkei haben: Wie sieht es in der Türkei heute aus? Gibt es eine politische Öffnung? Welche Kräfte polarisieren? Wie fern ist die Türkei für uns Deutsche? Wie fern ist die Situation der Türkei für die türkischen Migranten in Deutschland?

Nach dem ersten Gastspiel-Abend legt DJ Ipek in der Jackson Pollock Bar auf. Mit dabei ist die Musikerin Bernadette LaHengst, die bereits an der Freiburger Inszenierung der »Bettleroper« mitgewirkt hat. Die Süddeutsche Zeitung schreibt über DJ Ipek: »Identität ist für DJ Ipek keine Einbahnstraße: Türkin, Lesbe, Politikaktivistin, Berliner Lokalpatriotin, Djane, Musikproduzentin, Muslimin. Ihr Leben ist kein Mashup, sondern eine Folge von Grenzüberschreitungen. Das lebt sie durchaus auch in ihrer Musik. Warum nicht ein kurdisches auf ein türkisches Stück folgen lassen? Ein israelisches auf ein arabisches? Folklore auf Techno? DJ Ipeks Clubnächte mögen zwar dank ihrer Mixtur aus Türken-Pop, Rai, Bollywood und Balkan-Disco die Tanzfläche füllen. Doch die Deutsch- Türkin sucht dabei immer einen Mehrwert. Sie missioniert am Plattenteller, mischt Berliner Elektronik mit der Musik der Migranten: Eklektik Berlinistan«

Karten für »Reporter« (16.- / 12.- / erm. 7 Euro) können Sie an der Theaterkasse telefonisch unter (0761) 201 2853, per E-Mail an theaterkasse@theater.freiburg.de oder online unter www.theater.freiburg.de reservieren. Karten für »DJ Ipek – Eklektik Berlinistan« (5 Euro) und die Diskussion »Türkei Heute« (5.- / erm. 3.50 Euro) gibt es an der Abendkasse.
www.theater.freiburg.de

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