Freitag, 12. Februar 2010

Zwischen festem Gefüge und Fluss


Hans Arp; Configuration, 1953. Gips, 49 x 40 x 9 cm, Aargauer Kunsthaus Aarau / Schenkung Marguerite Arp-Hagenbach. Foto: Jörg Müller, Aarau; © ProLitteris, Zürich

Aarau.- Das Aargauer Kunsthaus verfügt über eine grosse Sammlung der ungegenständlichen Kunst von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. In Abstraktionen II, dem zweiten Teil der Ausstellungsreihe, steht bis August die Frage nach der bildnerischen Form zwischen festem Gefüge und freiem Fluss im Zentrum.

Das Aargauer Kunsthaus hat in den vergangenen Jahrzehnten das Spektrum der konstruktiven, konkreten und radikalen Kunst in verschiedene Richtungen ausgelotet. Parallel dazu konnte auch die Sammlung durch Ankäufe und grosszügige Schenkungen ausgebaut werden. Der reiche Fundus erlaubt es, die Werke in immer neue Dialoge zu setzen.

Im Zentrum der neuen Präsentation steht die Frage nach der bildnerischen Form zwischen festem Gefüge und freiem Fluss, zwischen strenger Ordnung und zufälligen Momenten, zwischen Ruhe und Bewegung. Ausgangspunkt bilden Werke der klassischen Moderne von Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp und Hans Richter. Konstruktive Gesetzmässigkeiten geraten in Schwingung, Rhythmus bewegt die Komposition und organische Linien verleihen Masse und Volumen tänzerische Leichtigkeit. Auch aus dem Umfeld der konkreten Kunst werden Werke gezeigt - von Richard Paul Lohse, Verena Loewensberg bis Friedrich Glarner -, in denen klare Bildordnungen durch freiere Bildkompositionen oder einen besonderen Einsatz der Farbe überstrahlt werden.

Die informelle Malerei in der Ausstellung stellt der geometrischen Form die Geste, der Konstruktion die Bewegung und dem kontrollierten Farbauftrag den Farbfluss gegenüber. Darüber hinaus sind Werke zu sehen - von Walter Linck bis Jean Tinguely -, in denen die Bewegung real wird und als treibender Motor in die Kunst einfliesst. Von hier aus spannt sich der Bogen bis in die Gegenwart, in der das Feld der Möglichkeiten, gegebene bildnerische Ordnungen ausser Kraft zu setzen, grenzenlos scheint. Zur Ausstellung gehört auch das «Zimmer» von Beat Zoderer, das als Geschenk der Kulturwegstiftung Baden-Wettingen-Neuenhof zum Jubiläum des Aargauer Kunsthauses nach Aarau transportiert wird und im Rathausgarten temporär aufgestellt wird.

Abstraktionen II
Ungegenständliche Tendenzen aus der Sammlung
30. Januar bis 1. August 2010
Vernissage: Fr 29. Januar 10, 18 Uhr
Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
5001 Aarau
0041 (0)62 83523-30
http://www.ag.ch/kunsthaus

Öffnungszeiten:
Di bis So 10 - 17 Uhr
Donnerstag 10 - 20 Uhr
Montag geschlossen

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