Mittwoch, 7. Juli 2010

Barbara und Katharina Grosse

Freiburg.- Mit einer Ausstellung zu Barbara und Katharina Grosse ist die neue Ausstellungshalle der Städtischen Museen im Augustinermuseum eröffnet. Die vom Museum für Neue Kunst veranstaltete Doppelausstellung ist die erste gemeinsame Präsentation von Mutter und Tochter. Sie erzählt nicht nur eine besondere, persönliche Art von Familiengeschichte, sondern schlägt auch einen Bogen zwischen den Medien und den Generationen der Kunst.

Barbara Grosse, 1938 in Stuttgart geboren, studierte Ende der 50er Jahre an der Freiburger Kunstakademie und lebt heute in Bochum. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit zeichnerischen und graphischen Ausdrucksformen, die Spuren des Zufalls mit gezielten bildnerischen Eingriffen verbinden. Ihr aktuelles Werk ist ein wichtiger Beitrag zu den Möglichkeiten der Druckgraphik. In der für Freiburg entwickelten Installation lösen sich ihre großformatigen Radierungen von der Wand, scheinen mit fast unmerklicher Bewegung im Raum zu schweben.

Katharina Grosses Werk ist geprägt von einem anarchischen Impuls. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet die 1961 in Freiburg geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin an einer Bildform, die alle festgelegten Grenzen und Hierarchien außer Kraft setzt. Hinter dem Eindruck einer monumentalen, mit der Sprühpistole erzeugten Farbgestik, inmitten einer geradezu spektakulär erfahrbaren Raumwirkung erschließt sich eine zweite Wahrnehmungsebene: ein gleichsam performativer Vorstellungsraum, in dem das Malen, das Denken und Handeln, keine Wirklichkeit mehr kennt, die wirklicher ist als die Möglichkeit. In diesem offenen System des ästhetischen Geschehens zwischen Realität und Illusion laufen Architektur, Skulptur und Tafelbild in einem Objekt zusammen, verbinden sich zu einer alle Kategorien und gültigen Setzungen überschreitenden bildnerischen Erscheinung.

Bereits vor Ausstellungsbeginn hatte Katharina Grosse mit ihrer Arbeit in Freiburg begonnen. Denn sie liefert keine fertigen Werke, sondern schafft malerische Rauminstallationen, die vor Ort entstehen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag für moderne Kunst, Nürnberg. Er kostet 28 Euro.

Der Eintritt in die Ausstellung kostet 5, ermäßigt 3 Euro, im Rahmen einer Tageskarte für die Städtischen Museen Freiburg 7, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Inhaber/innen des Oberrheinischen Museumspasses zahlen keinen Eintritt. Öffentliche Führungen finden sonntags um 11.30 Uhr statt. Die Teilnahme kostet 2 Euro. Gruppenführungen können telefonisch unter der Nummer 0761/201-2501 vereinbart werden.


Museum für Neue Kunst
Sa. 26.06.2010 bis So. 17.10.2010
Barbara und Katharina Grosse
Installationen und Arbeiten auf Papier
Marienstraße 10
79098 Freiburg
0761 201-2581
mnk@stadt.freiburg.de
www.museen.freiburg.de

Öffnungszeiten:
Di-So 10-17 Uhr
Montag geschlossen,
außer feiertags

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