Donnerstag, 16. Juni 2011

Mani Matter: Hommage an einen Liedermacher

Mani Matter im Worb-Bähnli in Bern 1972: Aufnahmen für den Umschlag der Schallplatte «Ir Ysebahn». Foto: Rodo Wyss.
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Zürich.- Mit seinem Witz und Einfallsreichtum, seiner Phantasie und Beobachtungsgabe sowie seiner sprachlichen und formalen Gewandtheit gehört Mani Matter zu den grossen Schweizer Liedermachern des 20. Jahrhunderts. Seit Jahrzehnten ist das vom Berner hinterlassene Liedgut ein Bestseller und bis heute werden davon Coverversionen produziert. Dieses Jahr wäre Mani Matter 75 Jahre alt geworden. Die Ausstellung im Landesmuseum Zürich zeigt noch bis 18. September sein Leben und Werk.

Die Ausstellung führt die Besucherinnen und Besucher entlang der wichtigsten Stationen und Themen des Lebens von Mani Matter. In Inszenierungen, die die Inhalte einiger seiner berühmtesten Lieder aufnehmen, werden seine Biografie, seine berufliche Tätigkeit als Jurist, seine Erfolge als Liedermacher, sein poetisches Werk und politisches Engagement sowie sein viel zu früher Tod thematisiert. Stellvertretend für viele unvergessene Lieder stehen beispielsweise ein Eisbär (Eskimo) neben einem Eisenbahnabteil (Ir Ysebahn) oder ein Coiffeurstuhl (Bim Coiffeur) hinter der Wand eines Büros (Är isch vom Amt ufbotte gsi). Ein Wüstenzelt (Arabisch), das im Zentrum des zweiten Raumes steht, schafft Bezüge zu seinen Inspirationsquellen.

Von einer Ferienreise in Tunesien angeregt, kreiert Mani Matter das Lied Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama, von dem heute zahlreiche Coverversionen existieren. Auch andere Lieder werden von bekannten Schweizer Künstlern adaptiert – einige davon sind in der Ausstellung zu hören. Den Abschluss dieses Raumes bildet ein besonderes filmisches Dokument: Speziell für die Ausstellung hat der deutsche Liedermacher Wolf Biermann seine Matter-Hommage «Der Mani Matter aus Bern» (1977) neu aufgenommen und er erzählt von der Entstehung des Liedes.

Vielen ist Mani Matter nicht nur bekannt als begabter Liedermacher, sondern auch als Lyriker, kritischer und unkonventioneller Denker sowie politisch engagierter Intellektueller. Ausgehend von seinen Chansons zeigt die Ausstellung seine unermüdliche Arbeit an den Texten, seine literarischen Entwürfe und sein politisches Verständnis.

Ausstellungsstücke sind Liedtexte, Fotografien, Briefe und Notenblätter – sie stammen aus seinem künstlerischen Nachlass, der heute im Schweizerischen Literaturarchiv untergebracht ist. Es ist dieser Institution und vor allem auch Joy Matter zu verdanken, dass die Ausstellung gezeigt werden kann. Der Gastkurator Wilfried Meichtry hat den Nachlass bearbeitet und Interviews mit wichtigen Personen aus dem Umfeld von Mani Matter geführt. Zudem spielen Ton- und filmische Dokumente eine wichtige Rolle in der Ausstellung. Diese können allesamt auf dem zum Ausstellungsbesuch angebotenen iPad angehört und betrachtet werden.

Erstmal setzt das Schweizerische Nationalmuseum das iPad in einer Ausstellung ein. Für den Ausstellungsrundgang bietet das Landesmuseum Zürich, anstelle eines klassischen Audioguides, iPads an. In vier verschiedenen Sprachen können alle Texte, Lieder und Filmausschnitte sowie Interviews angewählt, gelesen und gehört werden. Die iPads ermöglichen das Eintauchen in die Inhalte der Ausstellung und in die Lied- und Dichtkunst Matters nach eigenem Belieben. Für Kinder und Jugendliche bietet sich zudem die Möglichkeit, mit dem iPad die Ausstellung selbständig zu entdecken und erkunden: Dank der verfügbaren Kinderführung, die in Zusammenarbeit mit dem Kinderprogramm «Zambo» von Schweizer Radio und Fernsehen umgesetzt wurde. Das iPad ist Lese- Abspiel- und Filmvorführungsgerät zugleich – ideal für einen individuellen und unvergleichlichen Ausstellungsbesuch.


Publikation: «Mani Matter (1936–1972)», Hg. vom Zytglogge Verlag und dem Schweizerischen Nationalmuseum. Mit Beiträgen von Franz Hohler, Felicitas Hoppe, Wilfried Meichtry, Pascale Meyer, Martin Stingelin. Br., A5, 112 S., mit ca. 60 Fotos und einer CD, CHF 36.– / EUR 27.50, ISBN 978-3-905875-14-0

Öffnungszeiten: Di bis So 10.00 - 17.00 Uhr, Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr
Feiertags geöffnet

Mani Matter (1936–1972)
bis 18. September 2011
Schweizerisches Landesmuseum
Museumstrasse 2
CH - 8021 Zürich
T: 0041 (0)44 218 65 11
kanzlei@slm.admin.ch
www.landesmuseum.ch

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