Montag, 23. September 2013

Start mit Rush



 Zürich.- Das neunte Züricher Film Festival  vom 26. September bis 6. Oktober bietet Galapremieren «großer Filme» aber auch vier vier Wettbewerbe für Newcomer. Eröffnet wird das Zurich Festival, bei dem  insgesamt 122 Filme aus 27 Ländern zu sehen sind,  mit Ron Howards «Rush», in dessen Mittelpunkt der Zweikampf zwischen Niki Lauda und James Hunt um die Formel 1-Weltmeisterschaft 1976 steht.

Howards Rennfahrerfilm ist nicht der einzige große Kinofilm, der kurz vor dem Filmstart und nach den Weltpremieren bei den Festivals in Venedig oder Toronto beim ZFF, das seit diesem Jahr mit dem Festival von San Sebastian kooperiert, seine Schweizer Uraufführung erlebt. Alfonso Cuárons Science-Fiction-Film «Gravity», der das Festival von Venedig eröffnete, steht ebenso auf dem Programm wie David Gordon Greens «Joe», Atom Egoyans «The Devil´s Knot» oder Robert Redfords dialoglose One-Man-Show in J.C. Chandors Schiffbrüchigendrama «All Is Lost».

Stars lockt man wiederum mit Preisen an. Hugh Jackman wird heuer den Golden Icon Award erhalten. Aus diesem Anlass wird mit Denis Villeneuves in Toronto begeistert aufgenommenem Thriller «Prisoners» auch Jackmans neuer Film gezeigt. Einen Tribute mit fünf Filmen widmet man Michael Haneke und der Career Achievement Award geht an Tim Bevan und Eric Fellner von der britischen Produktionsfirma Working Title, die mit einer ausführlichen Retrospektive vorgestellt wird. Die Reihe «Neue Welt Sicht» blickt auf das Filmland Brasilien, in das mit neun aktuellen Filmen Einblick geboten wird.

Herz des Festivals sind aber die vier Wettbewerbe, die ersten bis dritten Regiearbeiten vorbehalten sind und somit die Chance für aufregende Entdeckungen bieten. Im internationalen Spielfilmwettbewerb läuft beispielsweise Ryan Cooglers Sundance- und Cannes-Erfolg «Fruitvale Station» sowie aus dem Wettbewerb von Venedig Peter Landesmans «Parkland», der allerdings am Lido nicht gerade Begeistrung auslöste. Dazu kommen Filme aus Norwegen, Mexiko, Frankreich, Italien, Belgien, Polen, Großbritannien und der Schweiz.

Im internationalen Dokumentarfilmwettbewerb konkurrieren zehn Filme um den mit 20.000 Schweizer Franken und einer Verleihförderung dotierten Preis. Der Bogen spannt sich dabei von der Schilderung des Lebens im Gehöft Le Courtil, in dem in ihrem psychischen und sozialen Verhalten beeinträchtigte Kinder untergebracht sind («A ciel ouvert» von Mariana Otero), bis zum Porträt eines kroatischen Kupplers in Nebojša Slijepčevićs «Gangster te voli». Nicholas Wrathall spürt in «Gore Vidal: The United States of Amnesia» dem politischen Denken des amerikanischen Schriftstellers nach und Kaspar Astrup Schroeder begleitet in «Lej en familie A/S» einen Japaner, der zusammen mit seinen Mitarbeitern in jede Rolle schlüpft, die ihre Kunden in ein besseres Licht zu rücken vermögen – sei es an einer Hochzeit, einem Meeting oder einer Beerdigung.

In der Kategorie «Deutschsprachiger Spielfilmwettbewerb» konkurrieren acht Produktionen. Frauke Finsterwalder legt laut Pressemitteilung mit «Finsterworld» eine boshaft-ironische Antithese zum Heimatfilm vor. Bastian Günther blickt in «Houston» anhand der Geschichte eines Headhunters in die Welt der Großkonzerne. Vom harten Kampf gegen vielfältige Widerstände erzählt dagegen Marc Rensing, denn in «Die Frau, die sich traut» beschließt eine an Krebs erkrankte ehemalige Weltklasseschwimmern als letztes großes Ziel den Ärmelkanal zu durchschwimmen.

Fiktion und Realität fließen sowohl in Isabelle Subas «Manner zeigen Filme & Frauen ihre Brüste» als auch in Lola Randls «Die Erfindung der Liebe» ineinander. Suba erzählt von einer jungen Regisseurin, die zum Filmfestival nach Cannes eingeladen wird, Randl von einer Praktikantin, die mitten während der Dreharbeiten die Hauptdarstellerin ersetzen muss.

Schon in Cannes Aufsehen erregte Katrin Gebbe mit ihrem Debüt «Tore tanzt», in dem sie von einem jungen Christen erzählt, der auf der Suche nach Zugehörigkeit an einen Sadisten gerät. Um familiäre Beziehungen geht es in Katharina Mücksteins «Talea» und Florian Eichingers «Nordstrand». Während Eichinger von der versuchten Aussöhnung zwischen zwei Brüdern erzählt, steht im Mittelpunkt von Mücksteins Debüt die Beziehung einer 14-Jährigen zu ihrer Mutter, die nach langjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen wird.

Sechs Weltpremieren stehen schließlich im deutschsprachigen Dokumentarfilmwettbewerb auf dem Programm. Benedikt Kuby porträtiert in «Der Bauer bist du» einen 82-jährigen Bergbauern und Christian Heynen spürt in «Wer ist Thomas Müller?» der Frage nach, wer hinter dem häufigsten Namen Deutschlands steckt. Anna Thommen begleitet in «Neuland» MigrantInnen durch ein Schuljahr in einer Integrationsklasse in Basel, während Sabine Lidl in «Nana Goldin – I Remember Your Face» das Porträt der New Yorker Fotografin zeichnet.

Eric Bergkraut wiederum richtet in «Service inbegriffen» den Blick auf Schweizer Gasthäuser, auf Wirte, Stammgäste und Passanten. In die Ferne schweiften dagegen Noel Dernesch und Moritz Springer, die in «Journey to Jah» zwei europäische Reggae-Musiker auf ihrer Reise nach Jamaika begleiten. Die israelische Siedlungspolitik nimmt dagegen Clara Trischler in «Das erste Meer» unter die Lupe, während sich Stefan Weinert in «Die Familie» den Angehörigen von Menschen, die an der deutsch-deutschen Grenze den Tod fanden, Gesicht und Stimme gibt.

Zurich Film Festival
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CH-8002 Zürich
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