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Freitag, 28. September 2012

Klassisch streng

Christiane Wilhelm hat sich der Entwicklung ästhetisch anspruchsvoller Gefäße verschrieben
Staufen.- Schlicht und einfach Gefäße ist der Titel der neuen Ausstellung, die am 12. Oktober im Keramikmuseum Staufen beginnt. Christiane Wilhelm hat sich der Entwicklung ästhetisch anspruchsvoller Gefäße verschrieben. Sie sind perfekt gedreht, klassisch streng in der Form und zeichnen sich durch eine subtile Oberflächengestaltung aus. Der funktionale Charakter drängt sich bei ihren Vasen und Schalen nicht auf. Vielmehr erhebt sie eine edle Materialwirkung gleichsam zu Luxusprodukten. Auf den ersten Blick mag man die meisten Arbeiten gar nicht für Keramiken halten. Eisenschwarze, bronzegrüne, goldene oder silberne Oberflächen lassen an Metallformen erinnern, zumal sie sehr dünnwandig sind und häufig kantig umbrechen. Einige Modelle weisen eine Affinität zu japanischen Lackarbeiten, Perlmut, Naturstein oder Beton auf.

Seit 25 Jahren führt Christiane Wilhelm ihre eigene Werkstatt in München und überrascht mit immer neuen Arbeiten von unverwechselbarem Stil. Unter großem Zeitaufwand strukturiert die Keramikerin die Oberflächen ihrer Gefäße, liniert oder schraffiert sie. Je nach Tiefe der Schnitte entsteht eine schattenreiche, plastische Wirkung. Polierte Gefäße zeigen einen samtenen, seidenmatten Glanz, durch den der Untergrund zuweilen durchschimmert. Hinzu kommt ein sensibles Gespür für Farben und Farbkontraste. Dominierten früher satte Farben, so sind es in letzter Zeit eher zarte Pastelltöne, mit Silber kombiniert.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 - 17 Uhr, Sonntag 11 - 13 Uhr und 14 - 17 Uhr

Christiane Wilhelm:
Gefäße
12.Oktober - 25.November 2012
Studio-Ausstellung
Eröffnung am Freitag, 12.Oktober 2012, um 19 Uhr

Keramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Str. 3
79219 Staufen i.Brsg.
Telefon: 0049 (0)7633 / 6721
keramikmuseum-staufen@t-online.de
www.keramikmuseum-staufen.de
www.christiane-wilhelm-keramik.de/

Montag, 26. September 2011

Alltagstauglich


Staufen.- Schwärme von Fischen, Seepferdchen, Heuschrecken, Schmetterlingen, Käfern, Eintagsfliegen, Schildkröten und Fröschen überziehen die Schalen von Margret Schwab aus Bern. In rhythmischer Bewegung vereinnahmen sie ein Gefäß und ergreifen Besitz von ihm, wobei die Tiere über die Augen in eigentümlicher Weise mit dem menschlichen Betrachter kommunizieren. Wer fühlt sich hier von wem beobachtet?

Die Zeichnungen von Margret Schwab sind spontan, frisch, pfiffig. Nach der Ausbildung an der Schule für Gestaltung in Bern hat sie sich ganz der Malerei auf Keramik in der Tradition der Berner Töpfer verschrieben, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Haben diese jedoch noch mit Rinderhorn und Federkiel auf einfache Irdenware gemalt, so benutzt Margret Schwab heute moderne Materialien und Techniken. Sie dreht ihre Gefäße ausschließlich aus Porzellan und dekoriert mit Pinsel und Gummiball mit extra feiner Tülle. Jedes Jahr entwickelt sie mindestens ein neues Tier. Einer Skizze auf dem Papier folgt rasch das Malen auf dem Rund des Gefäßes. Sobald das Motiv fast wie von selbst aus der Hand fließt und das Resultat fürs Auge stimmt, ist ein neues Dekor fertig. Inzwischen sind es 23 Dekors in vielen Farben auf unterschiedlichen Gefäßtypen, die auf nationalen und internationalen Ausstellungen Anerkennung fanden. Das neueste ist eine Spinne.

leicht. fröhlich. bunt.
Keramik für den Alltag von Margret Schwab
14. Oktober – 20. November 2011
Studio-Ausstellung im Keramikmuseum Staufen
Eröffnung am Freitag, 14. Oktober 2011, um 19 Uhr

Wettelbrunner Straße 3
79219 Staufen
Telefon 07633 6721
keramikmuseum-staufen@t-online.de

Mittwoch, 3. August 2011

Feine Unterschiede

Staufen.- Martin Goerg, für sein Werk vielfach ausgezeichnet, ist in mehr als einer Hinsicht Bewahrer und zugleich Erneuerer von Tradition. Heute gilt er international als einer der profiliertesten Keramiker Deutschlands, der sein geradezu minimalistisches Konzept des keramischen Gefäßes konsequent weiterführt. Unter dem Titel "Monumente der feinen Unterschiede" sind Gefäße von Martin Goerg vom 2. September bist 9. Oktober 2011 in einer Studio-Ausstellung im Keramikmuseum Staufen zu sehen.

Noch immer denkt, wer „Salzbrand“ hört, an graue Westerwälder Henkeltöpfe mit kobaltblauer Bemalung. Daß zeitgenössische mit Salz gebrannte Steinzeugkeramik nichts mehr von überkommener Tradition hat, sondern das Gefäß als freies Thema einer künstlerischen Reflexion unterzieht, das zeigt Martin Goerg exemplarisch. Tatsächlich hat er in einem Traditionsbetrieb für salzglasiertes Steinzeug in Höhr-Grenzhausen gelernt, dann freilich ein sehr eigenes künstlerisches Konzept des Gefäßes entwickelt.
Seine aus der Grundform des Zylinders in unendlicher Variation entwickelten Doppelwandgefäße zelebrieren das Gefäß, ganz unabhängig vom tatsächlichen Format, als geradezu kultische Monumente, die den umgebenden Raum auf sich beziehen. Ihre grobe, mitunter rissige, weiße, graue oder braune Oberfläche steht in Kontrast zum sehr minimierten, oft nur zu einer kleinen Mulde reduzierten Innenraum, der, fein, samtmatt weiß ausglasiert, bereitet scheint, Wertvolles aufzunehmen. Wer vermöchte zu sagen, was das sei?

Öffnungszeiten: Mi-Sa 14-17 Uhr und So 11-13 und 14-17 Uhr

Monumente der feinen Unterschiede
Gefäße von Martin Goerg
Studio-Ausstellung
2. September – 9. Oktober 2011

Keramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Strasse 3,
79219 Staufen,
+49 (0) 7633/6721

Freitag, 22. Juli 2011

Expressiver Ton

Elke Sada, Hallstattgefäß, schamottierter roter Ton, Malerei mit Engoben und Glasur

Staufen.- "spontan + explosiv" ist die neue Studio-Ausstellung mit Keramik von Elke Sada im Staufener Keramikmuseum überschrieben. Elke Sada hat in den letzten Jahren zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, 2011 den Diessener Keramikpreis. Ihre Arbeiten sind stark, vital, unmittelbar, ein Feuerwerk expressiver Malerei.

Die Keramikerin aus Hamburg dreht ihre Gefäße nicht, sie fertigt zunächst ein Bild direkt auf der Tonplatte. Mit großer Geste holt sie aus, lässt den breiten Pinsel langsam oder schnell über die Fläche gleiten, setzt mit dünnen Linien rhythmische Akzente. Dann wählt sie Ausschnitte, schneidet sie schnittmusterartig aus, als ob es Papier oder Stoff wäre, und setzt sie neu zusammen. „Capriccios“ nennt Elke Sada diese bunten Gefäße, die stets zylindrisch sind.

In jüngerer Zeit sucht die Keramikerin diese Art der Malerei plastisch umzusetzen. Aus geschnittenen Bändern und Bögen entwickelt sie ihre „Nester“, filigrane Geflechte bewegter Linien. Umgekehrt geht sie bei der Gestaltung bauchiger Formen vor und fügt rohe, unregelmäßig gewölbte Plattenstücke aneinander. Anschließend mit Farbklecksen großblumig bemalt, behaupten sich diese Gefäße stolz und farbenfroh wie Paradiesvögel im Raum.

Öffnungszeiten: Mi-Sa 14-17 Uhr und So 11-13 und 14-17 Uhr

Keramik von Elke Sada
Studio-Ausstellung
15. Juli – 28. August 2011

Keramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Strasse 3,
79219 Staufen,
Tel +49 (0) 7633/6721
daniela.schwarzmeier@landesmuseum.de

Freitag, 17. Dezember 2010

Die Schönheit des Einfachen


Staufen.- Mit der Schönheit des Einfachen beschäftigt sich die Studioausstellung im Keramikmuseum Staufen, die im nächsten Jahr am 11. Februar beginnt.Die in Tokio ausgebildete Keramikerin Koko Uozumi, die seit fast 20 Jahren in Freiburg lebt, sieht es als besondere Herausforderung, mit möglichst wenigen technischen Mitteln gute Gefäße zu schaffen. Bewusst beschränkt sie sich auf wenige Tone, Formen und Glasuren und schöpft daraus einen enormen Variationsreichtum. Kein Stück gleicht dem anderen.

Die Keramikerin baut ihre Gefäße frei auf. Die Töpferscheibe empfindet sie als Einschränkung. Mit einem schwarz oder weiß brennenden Ton, den sie jeweils individuell aufbereitet, schafft sie runde, ovale und eckige Formen, deren Geometrie nach Augenmaß nie vollkommen sein kann. Schräge Horizontalen brechen Achsen, stören die Balance und bringen die Form dennoch nicht aus dem Gleichgewicht. Helle und verschattete Partien, Engoben und Glasuren gliedern sie. Nur im Innern einer Schale sind abstrakte „Malereien“ erlaubt, die durch das schwungvolle Aufgießen von Glasuren, das Schwenken in der Form und das Wiederausgießen entstehen.

Koko Uozumis Gefäße sind nicht nur ein optisches, sondern auch ein haptisches Erlebnis. Ihre rauen, grob verstrichenen Oberflächen verlangen danach, ertastet zu werden und Entstehungsprozesse zu erspüren. Ihr Ziel ist es, Stücke wie aus einem Guss zu schaffen, wobei der Geschwindigkeit beim Entstehungsprozess eine nicht unerhebliche Rolle zukommt.

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag 14 - 17 Uhr
Sonntag 11 - 13 Uhr und 14 - 17 Uhr
Winterpause vom 1.12. - 31.1.



Koko Uozumi –
Die Schönheit des Einfachen
Studio-Ausstellung
11.Februar – 27.März 2011
im Keramikmuseum Staufen
Eröffnung am Freitag, 11.Februar 2011, um 19 Uhr

Keramikmuseum Staufen
Wettelbrunner Str. 3
79219 Staufen i.Brsg.
Telefon: 07633 / 6721

Allerlei Zweifel in der Eifel

Wer noch immer glaubt, Liebe und Mordlust haben nichts miteinander zu tun, wird vom Leben manchmal eines Besseren belehrt. Und wenn dann auc...