Samstag, 23. Februar 2008

Kreative Köpfe: Katharina Schamböck

3land.- Die Basler Musikerin Katharina Schamböck ist keine Frau der lauen Gefühle. Das gilt auf jeden Fall für ihre Musik. Dann zum Beispiel, wenn sie mit den Noten und ihrer Geige flirtet. Und dann, wenn sie mit kraftvollen Bogenstrichen die Leidenschaften beschwört. Es ist schon schwer genug, auf der Geige eine gute Technik zu entwickeln, dazu noch eine ganz persönliche. Doch da ist da noch jener Funke, jenes bestimmte Etwas, das aus einem Menschen, der Musik macht, eine Musikerin werden lässt. Bei ihr ist er spürbar. Deswegen haben wir sie eingeladen, die 15 Fragen für 3land.info zu beantworten.

Lebensmotto? Positives Denken, die Schwächeren (Tiere und Kinder) beschützen.

Sternzeichen? Wassermann, am gleichen Tag wie Mozart

Jahrgang? 1952

Wie würden Sie sich und Ihre Arbeit beschreiben, was wollen Sie für sich und die anderen damit erreichen?
Meine Arbeit besteht aus geistiger wie auch aus Muskel-Kraft. "In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist!" Ich maße mir nicht an, die Welt verändern zu wollen oder zu können. Wenn mein Weg für mich richtig ist, hat dieses "Zahnrädchen" vielleicht schon seine gute Wirkung getan.

Was verstehen Sie unter guter Musik und wie fing alles an?
Neuesten Forschungen zufolge, sind bei Musikern bestimmte Hirnregionen besser ausgebildet. Ich spreche extrem auf alle Hörereignisse an, (hauptsächlich E-Musik). Ich bin immer sehr neugierig auf alle Stilrichtungen, von ganz alter bis zur verrücktesten Avantgarde-Musik. Ich bin festes Mitglied bei der Sinfonietta und melde mich dort hauptsächlich bei den avantgardistischen Projekten. Gute Musik ist für mich immer noch, trotz Aus- oder (Ver?-)bildung, wenn es mein Gefühl anspricht.

Familie, erblich vorbelastet?
Ich bin die jüngste von 3 Kindern, meine Mutter wuchs in Basel auf und besuchte die Rudolf Steiner Schule. So hat sie viel mit uns gesungen und musiziert, kaum waren wir auf der Welt. Sie versuchte, meinen älteren Geschwister das Notenlesen mit der Blockflöte beizubringen.
Ich habe mich dann alleine damit amüsiert und konnte längst vor der Schule Noten lesen. Mit 7 Jahren wollte ich unbedingt Geige spielen. Wenn ich alleine zu hause war, habe ich zuerst geschaut, ob es irgendwo Schokolade gibt, dann nahm ich das Notenheft von meinem Bruder (er spielte Klavier) und brachte mir selber auch noch das Klavierspielen bei. An Weihnachten spielten wir bald "eine kleine Nachtmusik", das gefiel mir außerordentlich und Mozart wurde somit zu meinem persönlichen Komponisten.

Noch eine andere "Profession"?
Mit ca. 32 hatte ich ein berufliches "Loch". Ich fragte mich ganz bewusst, welche Leidenschaft habe ich noch ausser Geigen spielen. Das sind, freie Natur und Tiere. So fing ich wieder an, zu reiten. Mit 18 Jahren habe ich eine Bereiterlehre angefangen, ich durfte aber kaum reiten. Nachdem ich reklamierte, wurde ich gefeuert. Jahre später habe ich mich dann bei diesem Reitlehrer bedankt. (Wirklich...!)

Hobbys?
Keine, nur Leidenschaften

Lebensstationen?
Örtliche Stationen waren Biel, Tessin und Basel. Zu unserer Hochzeit (ich bin mit Andreas Pflüger Komponist verheiratet) hat mir mein Mann ein Violinkonzert mit großem Orchester geschenkt. So suchte ich ein Orchester, mit welchem ich es uraufführen konnte, das war in der Tonhalle Zürich. Später produzierten wir in Litauen mit dem Lithuanian Symphony Orchestra Vilnius eine CD, mit einem weiteren Violinkonzert von Andreas Pflüger, sowie einem Violinkonzert von meinem ehemaligen Musiktheorie-Lehrer Peter Wettstein. Daraufhin folgten weiter CD Einspielung in Kiew. Weitere wichtige Stationen sind die Tournees, als Solistin mit Orchester
in Litauen, mit Kammermusik in Amerika und Argentinien sowie Paraguay. Ich bin oft und gerne als Solistin oder Kammermusikerin tätig, ich habe auch ein festes Ensemble, mit diesen Leuten spielen wir verschiedene Konzerte in allen Silrichtungen. Dabei fühle ich mich gerne als Vermittlerin von modernen Werken, wir leben ja auch nicht mehr mit Öllampen und ohne Heizung wie zu Mozarts Zeiten.
In Basel habe ich 1996 meine eigene Violinschule "Scuola Vivaldi" gegründet. Es liegt mir sehr am Herzen, den Kindern die Musik auf eine möglichst einfache, spielerische und witzige Art zu vermitteln. Musik ist Seelenbalsam, fördert die geistige und die manuelle Fertigkeit (viele Kinder benutzen ihre Finger hauptsächlich um Fernseh- oder Computer-tasten zu drücken!).

Vorbilder?
???? Mich selber, wenn ich gut drauf bin.

Die größten Stärken?
Ich bin eine "Steh-auf-Frau".

Die größten Schwächen?
Ich lasse mich provozieren.

Ich mag?
....gerne Schokolade.

Ich mag nicht?
Ignoranz, Tierquäler und Vorurteile.

Ich wünsche mir?
Eine einsame Gegend mit intakter Flora, Faune und vielen Tieren zum Beobachten.

E-Mail: mailto:katharina.schamboeck@tiscali.ch

Fotos: Andreas Pflüger

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