Dienstag, 11. März 2008

Kreative Köpfe: Thomas Dix


3land.- 1959 in Füssen geboren, 1979 Abitur, danach zehnmonatiger Sprachaufenthalt in Paris - es folgte ein Studium der Anglistik und Romanistik an der Universität Basel, dann noch eines für visuelle Kommunikation/Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund: Das ist, in Kurzform, die Vita von Thomas Dix, einem Mann, der auf vielfältige Weise kommuniziert. Insbesondere natürlich mit seinen Fotografien: sensible, berührende, eindrückliche Bilder von dieser und fremden Welten. Er lebt und arbeitet freiberuflich als Foto-Designer in Grenzach-Wyhlen bei Basel. Seit 1991 veröffentlichte er über seine zumeist mehrmonatigen Reisen nach Nordindien u.a. für verschiedene Buch- und Kalenderprojekte. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Zeitschriften, Magazinen, Büchern und Kalendern publiziert worden. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, arbeitet er für Architekten, Innenarchitekten, Lichtdesigner und -planer, Banken, Firmen, Wohnbaugesellschaften, Werbeagenturen und Museen - oder er beantwortet die 15 Fragen für 3land.info.

Lebensmotto: Leben und leben lassen

Sternzeichen: Skorpion

Jahrgang: 1959

Wie würden Sie sich und Ihre künstlerische Arbeit beschreiben (Ihre Antriebsfedern, die Themen; was wollen Sie für sich und die anderen damit erreichen?)
Im digitalen Zeitalter komme ich mir manchmal wie ein Fossil, wie eine vom Aussterben bedrohte Rasse vor, da ich noch überwiegend analog mit einer sperrigen Plattenkamera und schwarzem Tuch arbeite, wo ich die Welt stets auf dem Kopf stehend betrachte, da diese Art von Kamera nach dem einfachen Prinzip der camera obscura funktioniert. Um dem ständigen Ruf nach digitalen Daten gerecht zu werden, digitalisiere ich meine Aufnahmen anschließend.

Bei meiner Arbeit besinne ich mich meistens auf die ursprüngliche, etymologische Bedeutung von Photographie: mit Licht zu malen, zu schreiben. Egal, ob es sich um die Aufnahme eines Gebäudes, eines Raumes, einer Landschaft oder eines Gegenstandes im Fotostudio handelt – jedes zu fotografierende Objekt hat sein eigenes, ganz spezielles „richtiges“ Licht. Aus diesem Grunde würde ich mich eher als Lichtbildner ganz im klassischen Sinne des Wortes sehen – beschreibt es doch sehr anschaulich das ureigene Wesen der Fotografie. Darüber hinaus kommt die große Glasmattscheibe der Plattenkamera meinem Hang nach exaktem Bildausschnitt und guter Bildgestaltung sehr entgegen.

Bei meinen Architekturaufnahmen versuche ich, das Wesen eines Gebäudes, seine charakteristischen Eigenschaften herauszuarbeiten und in entsprechende Bilder umzusetzen. Dabei hat sich für mich immer wieder gezeigt, dass dies mit prägnanten, unverwechselbaren Detailansichten in der Regel besser gelingt als mit Gesamtansichten, die aber trotzdem für das Gesamtverständnis eines Gebäudes von Bedeutung sind.

Was verstehen Sie unter guter Fotografie und wie fing alles an?
Meine erste Spiegelreflexkamera habe ich mir 1976 durch das Verteilen von Supermarkt-Werbung für 3 Pfennig pro Stück zusammengespart. Zu dieser Zeit war ich auch Mitglied in unserem damaligen örtlichen Fotoclub. Die Liebe zur Fotografie wurde jedoch erst richtig während eines Sprachaufenthaltes in Paris entfacht, was dann letztendlich zum Foto-Design Studium an der FH Dortmund geführt hat. Seitdem bin ich freiberuflich in Grenzach-Wyhlen als Foto-Designer tätig, mit den Schwerpunkten Architektur und Interieur, dokumentiere aber auch schon seit einigen Jahren die Ausstellungen des Vitra Design Museums in Weil am Rhein. Darüber hinaus sind inzwischen etliche Bildbände, Kalender und Postkarten, sowie auf sieben längeren Reisen nach Indien auch ein umfangreiches Archiv entstanden.

Ob man nun digital oder analog fotografiert: das richtige Licht, ein exakter Bildausschnitt und eine gute Bildgestaltung sind meiner Meinung nach Grundvoraussetzungen für eine gelungene, gute Fotografie. Aber die conditio sine qua non und der Schlüssel für dies alles ist das fotografische Auge, das fotografische Sehen: denn was nützt das schönste Licht, das schönste Motiv, wenn man es nicht sieht und es nicht in ein adäquates Bild umsetzen kann?

Familie, erblich vorbelastet: Otto Dix???

Noch eine andere Profession: nein, manchmal Überlebenskünstler

Hobbys: Musik der unterschiedlichsten Stilrichtungen, viele Gewürzkombinationen beim Kochen auszuprobieren.

Lebensstationen: Paris, Basel, Dortmund, Grenzach-Wyhlen und Indien

Vorbilder: eigentlich keine im Speziellen, wobei ich prägende Einflüsse des einen oder anderen Fotografen sicherlich nicht ganz ausschließen kann

Die größten Stärken: Schlagfertigkeit, Geduld & Perfektionismus

Die größten Schwächen: Perfektionismus, workoholic

Ich mag: gutes Essen, Jacques Tati, Indien, extreme Lichtsituationen, Lord Ganesha, das Meer und seine Früchte, auf Partys abtanzen, Bildbände unterschiedlichster Natur anschauen, Fritz Lang, Grappa, Spontaneität, interessante Menschen, Schnäppchenjagd bei Ebay, RadioX hören

Ich mag nicht: Sellerie, langweilige Menschen, total verrauchte Kneipen, bügeln, notorische Besserwisser, samstags im Supermarkt einzukaufen, schlechte Musik, ohne Gewürze zu kochen

Ich wünsche mir:
anhaltende Kreativität und Schaffenskraft, sowie einen Repräsentanten, egal ob Männlein oder Weiblein

Homepage: www.dix-fotodesign.de
www.archenova.de
www.institut-fuer-bildnerisches-denken.de
E-Mail: thomas@dix-fotodesign.de

….und eine Anmerkung, falls gewünscht:
Diese Fragen, so einfach sie auch im ersten Moment erscheinen mögen, haben mich veranlasst, doch wieder einmal eine persönliche Standortbestimmung über das eigen Tun durchzuführen.

Abbildungen:
Foto von Thomas Dix: Dilip Surana
Aufnahme der Berner Michaelskirche von Thomas Dix

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