Mittwoch, 15. September 2010

Kunst im Kino

Zürich.- Cameron Jamie, 1969 geborener, amerikanischer Künstler mit Wohnsitz in Paris, geht in seinem medial vielseitigen Werk, das Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Filme umfasst, den subkulturellen Schattenseiten und extremen gruppenrituellen Ausformungen innerhalb der Gesellschaft auf die Spur. Für die Kunsthalle Zürich hat Cameron Jamie nun eine Gruppe von Kurzfilmen für eines seiner seltenen Kinofilmscreenings zusammengestellt. Alle Filme dieses besonderen Abends kreisen um private und häusliche Rituale: Als eigentliche Filmtrilogie, immer mit der Musik der Melvins begleitet, kann man die Filme BB (1998 - 2000), Spook House (2002 - 2003) und Kranky Klaus (2002 - 2003) verstehen. Zu sehen sind sie am Samstag, 25. Septemer 23 Uhr, im Arthouse Kino Movie 2 in Zürich.

In seinen Filmen porträtiert der Künstler als präziser Chronist die Verhaltensweisen, die in trostlosen Mittelklassevorstädten und in den Randzonen der Gesellschaft entstehen, dies sowohl in amerikanischen wie europäischen Zusammenhängen – was uns ermöglicht, Prozesse des Aufscheinens und Verschwindens, Auf- und Absinkens von kulturellen Erscheinungen in übergreifenden Zusammenhängen zu erfahren.
Die immer unkommentierten Filme von Cameron Jamie und ihre oft rohen Bilder treten im Dialog mit der extremen Musik der Melvins, den schrillen Tönen des japanischen Soundkünstlers Keiji Haino oder Sonic Youth auf – der Künstler zieht es meist sogar vor, seine Filme an Live-Konzerten der Musiker als im Kino zu zeigen.

BB ist die Dokumentation des so genannten "Backyard Wrestling", ein Phänomen der Untergrundkultur kalifornischer Mega-Vorstädte, wie zum Beispiel das San Fernando Valley, in dem auch Cameron Jamie aufgewachsen ist; Spook House zeigt unheimliche theatralische Inszenierungen, die US-Amerikaner für Halloween entwickeln und von einer seltsamen Faszination für Tod, Angst und Gewalt zeugen; in Kranky Klaus begleitet Jamie den im Salzburgischen Gasteintal typischen, sehr beunruhigenden Krampusabend,
ein Brauch, mit dem ritualisierte Gewalt in Häuser und Ortschaften einbricht.

Für Massage the History (2009) filmte der Künstler eine Gruppe junger Afroamerikaner, die sich in erotischen Tänzen mit den Gegenständen und Möbeln in typischen Mittelklassehäusern von Alabama in vodooartige Trance versetzen. Die Tänze existieren sonst nur als Clips auf Internetseiten und zirkulieren zwischen den Gruppenmitgliedern. Cameron hat sie über 2 Jahre dokumentiert und dieses private Theater des Unvorstellbaren mit Musik von Sonic Youth hinterlegt.
Filme:
Massage the History, 2009 (10min, 35mm Farbfilm übertragen in Dolby Digital Stereo, Soundtrack: Sonic Youth)
BB, 1998 - 2000 (18:20min, Schwarz/Weiss Super 8 Film auf 35mm übertragen, Soundtrack: The Melvins)
Spook House, 2002 - 2003 (20:49min, Farb- und Schwarz/Weiss Super 8 Film mit Farbvideo, Soundtrack: The Melvins)
Kranky Klaus, 2002 - 2003 (26min, Farbvideo, Soundtrack: The Melvins)

Arthouse Kino Movie 2 & Kunsthalle Zürich
Nägelihof 4
8001 Zürich
Eintritt frei
www.kunsthallezuerich.ch

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