Mittwoch, 1. Dezember 2010

Inszenierung eines Barocken

Johann Christian Wentzinger, Sopraporte mit Allegorien der Wissenschaften, um 1760, Quelle: Städtische Museen Freiburg

Freiburg.- Der dreihundertste Geburtstag von Johann Christian Wentzinger (1710 - 1797) ist Anlass für eine große Retrospektive im Augustinermuseum und im Museum für Stadtgeschichte. Unter dem Titel „Freiburg baroque. Johann Christian Wentzinger und seine Zeit“ ist sie vom 27. November bis zum 6. März zu sehen.

Der vielseitig begabte Freiburger Barockkünstler war als Bildhauer, Maler und Architekt tätig und gehört zu den bedeutenden deutschen Künstlern des 18. Jahrhunderts. In einer modernen, stimmungsvollen Inszenierung repräsentieren Objekte der Sammlung und zahlreiche prominente Leihgaben aus Deutschland, der Schweiz und Österreich Wentzingers Œuvre. Neben den Werken steht ihr Entstehungsprozess im Mittelpunkt der Ausstellung. Besonders bemerkenswerte Exponate sind zwei einzigartige historische Modelle: Ein Architekturmodell der Kuppel der Benediktiner-Stiftskirche in St. Gallen mit Entwurfszeichnungen des Deckengemäldes sowie ein Modell des Gerüsts, das für die Ausgestaltung der Kuppel erforderlich war. Zeichnungen und plastische Modelle veranschaulichen Wentzingers Arbeitsprozesse und planerische Präzision. Werke wichtiger Zeitgenossen werden zum Vergleich herangezogen und zeigen Wentzingers Einfluss auf andere Künstler.

Ein besonderes Exponat und zugleich zweiter Ausstellungsort ist das Wentzingerhaus. Am Münsterplatz baute der Künstler sein repräsentatives Wohnhaus, das heute das Museum für Stadtgeschichte beherbergt. Maskenköpfe zieren die Fassade und ein farbenprächtiges Deckengemälde empfängt die Besucher im herrschaftlichen Treppensaal. In den ehemaligen Wohnräumen werden Archivalien zu Leben und Werk des Künstlers präsentiert.

Auf besondere Weise ist Johann Christian Wentzinger mit dem Freiburger Münster verbunden. Als großherziger Stifter schon zu Lebzeiten geehrt, setzte er das städtische Armenspital als Universalerben seines beträchtlichen Vermögens ein. Das verstand er als Werk der christlichen Nächstenliebe und Vorsorge für sein Seelenheil. Auch zwei seiner Hauptwerke - das Rodtsche Grabmal und der Taufstein - befinden sich im Münster und werden im Rahmen der Ausstellung erläutert.

Leihgeber sind unter anderem die Erzdiözese Freiburg und zahlreiche Kirchengemeinden der Region, die Adelhausenstiftung und die Heiliggeistspitalstiftung (beide im Verbund der Stiftungsverwaltung Freiburg), die katholische Administration St. Gallen (Schweiz), das Frankfurter Liebieghaus, das Bayerische Nationalmuseum und die Staatlichen Museen zu Berlin. Erzbischof Robert Zollitsch ist Schirmherr der Ausstellung.

Zu „Freiburg baroque“ gibt es ein umfangreiches Vermittlungsangebot für Gruppen, Kindergärten und Schulklassen sowie öffentliche Veranstaltungen für Erwachsene und Familien. Eine Broschüre in deutscher, englischer und französischer Sprache führt durch die Ausstellung. Für Kinder wurde ein eigenes Begleitheft entwickelt, das eine spielerische Herangehensweise an das Thema ermöglicht. Dieses und ein Audioguide stehen in deutscher Sprache zur Verfügung. Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag und ist für 29,80 Euro erhältlich.

Dienstags bis sonntags ist die Ausstellung von 10 bis 17 Uhr geöffnet und kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro Eintritt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Führungen finden donnerstags um 15 Uhr und sonntags um 10.30 Uhr im Augustinermuseum, Augustinerplatz, sowie freitags um 12.30 Uhr und sonntags um 11 Uhr im Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz, statt. Die Teilnahme kostet 2 Euro plus Eintritt. Termine für Gruppenführungen kann man telefonisch unter der Nummer 0761/201-2501 vereinbaren. Weitere Begleitveranstaltungen werden im Programm der Städtischen Museen Freiburg angekündigt.

„Freiburg baroque. Johann Christian Wentzinger und seine Zeit“
Ausstellung im Augustinermuseum und im Museum für Stadtgeschichte
27. November bis 6. März
Freiburg
www.freiburg.de/museen.

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