Mittwoch, 9. März 2011

Fall eines Opportunisten

Zürich.- Stendhals 1830 veröffentlichter Roman ROT UND SCHWARZ erzählt nüchtern und illusionslos vom Aufstieg und dramatischen Fall des jungen Opportunisten Sorel sowie von seiner komplizierten Beziehung zu zwei sehr unterschiedlichen Frauen. Der Weg der Liebe wird ihm angeboten, doch er betritt ihn als Machtsuchender. Das Schauspielhaus Zürich zeigt Stendhals Stück als Erstaufführung im Pfauen/Kammer unter der Regie von Hannes Weiler. Premiere: Freitag, 18.3.2011, 20.30 Uhr. Hannes Weiler, 2009 als Regieassistent ans Schauspielhaus Zürich gekommen, hat den Roman nun zusammen mit der Dramaturgin Meike Sasse für die Bühne bearbeitet. Das Ergebnis ist Weilers erste Zürcher Regiearbeit.

Es ist seine niedere Herkunft, der Julien Sorel zu entrinnen sucht. In der französischen Gesellschaft der nachnapoleonischen Restaurations- zeit hat der Sohn eines Zimmermanns ohne Schulbildung denkbar schlech- te Karten im Kampf um Anerkennung und soziale Position. Doch sein wa- cher Verstand, sein unbändiger Ehrgeiz und der Zorn eines Gedemütigten helfen dem jungen Mann, der Provinz zu entkommen. Rot und Schwarz – das sind die Farben der Republik bzw. der Geistlichkeit. Beide An- schauungen bringt Sorel, solange es der Karriere dient, unter einen Hut; schon früh lernt er die Kunst der Verstellung.

Auch die Liebe dient zunächst nur dem sozialen Aufstieg. So kann Sorel die Zuneigung und Leidenschaft der sanften Frau des Bürgermeisters Mme de Rênal trotz ihrer moralischen und religiösen Skrupel gewinnen. Später, in Paris, erlangt er das Vertrauen der Tochter des Marquis de la Mole – Mathilde, adelsstolz und geistreich, sieht in ihm einen neuen Danton. Fast am Ziel seiner ehrgeizigen Wünsche wird die Jagd nach dem Glück sein Verhängnis …

Hannes Weiler wurde 1981 in Stuttgart geboren. Während seines Studiums der Literaturwissenschaften und Philosophie an der Freien Universität in Berlin entwickelte er Projekte im öffentlichen Raum, darunter die Aktionen „Hören soll stören“ und „Hartz IV im deutschen Wald“ in Ber- lin und „Berlin = überall“ im Museum Abteiberg Mönchengladbach. Er war Regieassistent am Deutschen Theater Berlin (u.a. bei Barbara Frey, Barrie Kosky und Karin Henkel) und inszenierte dort 2009 seine Fassung von Michail Bulgakows Groteske „Teufelei“.

ROT UND SCHWARZ
nach dem Roman von Stendhal
Regie Hannes Weiler, Bühne Georg Keller, Kostüme Nina Sophie Wechsler, Video Florian Dietrich, Licht Adrian Fry, Dramaturgie Meike Sasse,

Mit: Sarah Hostettler, Klara Manzel, Sean McDonagh, Jirka Zett,
Weitere Vorstellungen im Pfauen/Kammer:
18./ 21./ 31. März, jeweils 20.30 Uhr
3./ 4./ 7./ 8./ 28./ 29./ 30. April, jeweils 20.30 Uhr
weitere Vorstellungen sind in Planung

An der Theaterkasse im Pfauen-Foyer können Sie Karten für alle Veranstaltungen des Schauspielhauses erwerben, für den Pfauen wie für den Schiffbau. Hier bedienen Sie unsere freundlichen MitarbeiterInnen persönlich oder telefonisch und beraten Sie gerne bei der Planung Ihres nächsten Theaterbesuchs oder bei der Wahl eines Abonnements.

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