Freitag, 5. August 2011

Eine Weltpremiere

Bild: Henri Matisse Portrait au manteau bleu, 1935 Öl auf Leinwand, 91,3 x 59,8 cm The Nahmad Collection © 2011 ProLitteris, Zürich

Zürich.- Zu sehen sein werden rund 125 Gemälde von Picasso, Matisse, Modigliani, Kandinsky, Monet u.v.a.m - eine Weltpremiere: Vom 21. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012 zeigt das Kunsthaus Zürich exklusiv und erstmals Meisterwerke aus der Privatsammlung der Familie Nahmad – The Nahmad Collection. In der zweiten Generation sammelt die in Monaco ansässige und über London und New York weit verzweigte Familie Nahmad grosse Kunst. Zielstrebig haben die aus Syrien stammenden Kunsthändler über Jahrzehnte mit Kennerblick Gemälde und Skulpturen erworben, aber auch verkauft, sodass sich neben dem florierenden internationalen Kunsthandel eine erstklassige Sammlung konsolidiert hat.

Noch nie waren die Meisterwerke dieser einzigartigen Privatsammlung zusammen zu sehen. Ein breites Publikum wurde auf die Qualität des privaten Schatzes aufmerksam, als grosszügige Leihgaben an die erfolgreiche, kürzlich zu Ende gegangene «Picasso»-Ausstellung im Kunsthaus geschickt wurden. Picasso ist mit einem fulminanten Konvolut durch alle Schaffensphasen einer der Hauptkünstler der Sammlung Nahmad; Matisse, Modigliani und Kandinsky sind gleich serienweise mit brillanten Hauptwerken präsent, und Claude Monet ist mit leuchtend farbigen Bildern von seinen Reisen in den Süden als Vorvater der Moderne vertreten.

Angesichts mehrerer tausend Werke, auf die die Familie zurückgreifen kann, ist eine stringente Auswahl nötig. Helly Nahmad (London), seitens der Familie mit der Vorbereitung betraut, und Christoph Becker (Direktor des Kunsthaus Zürich) haben erste, überraschende Entscheidungen getroffen. Hochkarätige Werke von Mark Rothko, Alberto Giacometti oder Salvador Dalí bleiben im Depot. Die Selektion setzt andere Schwerpunkte. Sie folgt dem kunstgeschichtlichen Kanon und trägt doch sehr individuelle Züge: Vom späten Impressionismus mit Renoir und Degas am Ende des 19. Jahrhunderts wird ein Bogen gespannt über den Kubismus und die Abstraktion bis zum Surrealismus. Magritte, Léger und Max Ernst gesellen sich zu der ausserordentlichen Gruppe von Joan Miró. Monets «Canotiers à Argenteuil» (1874), Kandinskys «Studie zu Improvisation 3» oder die bedeutende «Suprematistische Komposition» (1916) von Kazimir Malevich wurden für Zürich ausgewählt. Zusammen mit dem «Portrait au manteau bleu» von Matisse und Modiglianis Portrait des Kunsthändlers Paul Guillaume bilden sie einen wahrhaft staunenswerten Parcours durch die Höhepunkte der Moderne. Inzwischen hat sich die Anzahl der anfänglich auf rund 100 zur Ausstellung vorgeschlagenen Werke auf 125 erhöht.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Verlag DuMont) mit kunsthistorischen Beiträgen von Peter-Klaus Schuster, Robert Brown, William Paton und Faith Chisholm. Im Interview mit Helly Nahmad erfährt der Leser mehr über die Geschichte der Familie und wie ihre Sammlung entstanden ist. Das Team der Kunstvermittlung bereitet öffentliche Führungen vor, welche beinahe täglich stattfinden werden. Termine für private Führungen – nach Wunschdatum und auch in Fremdsprachen – sind ab sofort buchbar.

Öffungszeiten: Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr, montags geschlossen

The Nahmad Collection.
21. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012
Kunsthaus Zürich,
Heimplatz 1,
CH–8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 253 84 84
www.kunsthaus.ch

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