Montag, 7. November 2011

Fernand Léger, Le passage à niveau, (Der Bahnübergang),1912, Öl auf Leinwand, 94 x 81 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, © 2011, ProLitteris, Zürich

Riehen.- Mit Unterstützung der Fondation BNP Paribas Suisse restauriert die Fondation Beyeler ein zentrales Sammlungswerk, das Gemälde Le passage à niveau von Fernand Léger (1912). Ziel des Restaurierungsprojekts ist neben der wissenschaftlichen Erforschung die Stabilisierung der komplexen und fragilen Materialität.

Fernand Léger (1881-1955) ist mit zwölf Gemälden prominent in der Sammlung Beyeler vertreten, die die ganze Schaffensbreite umfassen. Schon früh gingen Werke von Fernand Léger durch die Hände des Galeristen Ernst Beyeler. Légers eigenständige Position unter den Hauptakteuren der Klassischen Moderne fasziniert ebenso wie seine Wirkung auf amerikanische Künstler wie Roy Lichtenstein oder Ellsworth Kelly, die ebenfalls in der Sammlung vertreten sind. Als frühes und seltenes Landschaftsbild Légers kommt Le passage à niveau (Der Bahnübergang,1912) nicht nur im Werk des Künstlers eine Scharnier-Funktion zu. Es vermittelt auf eindrückliche Weise zwischen den kubistischen Werken von Pablo Picasso und Georges Braque, Paul Cézanne und Henri Rousseau.

Le passage à niveau im kunstgeschichtlichen Kontext
Bereits in einer kleinen Gruppe früher Landschaftsbilder, zu der Le passage à niveau gehört, begegnet uns Fernand Léger als wichtige künstlerische Position im Schaffen seiner Epoche. Mit den Impressionisten teilt er das Interesse an der Natur, die nach und nach von der Zivilisation und Technik vereinnahmt wird. Aber ihre melodiöse Bildsprache hat er zu diesem Zeitpunkt bereits abgelegt, seine frühesten Werke zerstört. Näher standen ihm die Futuristen, die den pulsierenden Rhythmus des modernen Lebens malerisch in schnelle, bewegte Stakkatos von Linien übersetzten. Unter dem Eindruck von Cézanne und der kubistischen Werke von Picasso und Braque entwickelte er seine abstrakte Bildsprache. Im Umfeld der Pariser Avantgarde fällt er mit einer höchst eigenständigen Position auf, die sich auch für die Kunstgeschichte als wegweisend erweisen sollte.

Das Restaurierungsprojekt
Der Zustand von Fernand Légers Gemälde Le passage à niveau ist wegen seiner stark krakelierten Malschicht und komplexen Materialität als fragil einzustufen. Das Bild wurde seit der Eröffnung der Fondation Beyeler im Jahre 1997 nie ausgeliehen, um allfällige Schäden zu vermeiden. Am Anfang der Restaurierungsarbeiten steht die umfangreiche Untersuchung des Gemäldes. Sie soll als Bestandesaufnahme die vorrangigen Massnahmen, die zur Stabilisierung des Werkes führen, erörtern.

Im Rahmen des Projektes wird das Gemälde in verschiedenen Beleuchtungssituationen untersucht und dokumentiert, um nützliche Informationen zu erhalten, die teilweise für das menschliche Auge unsichtbar sind. Dazu gehören Streiflicht- (betonen die Oberflächenstruktur von Leinwand und Malschicht), Infrarot- (bringen Unterzeichnungen oder Veränderungen in der Komposition zum Vorschein), Ultraviolett- (enthüllen spätere Restaurierungen) und Röntgenaufnahmen (durchleuchten den Malschichtaufbau). Die mikroskopische Betrachtung sowie die Erfassung des Erhaltungszustands mittels einer digitalen Kartierung geben ebenfalls aufschlussreiche Informationen.

Nach der Grunduntersuchung wird ein geeignetes Restaurierungskonzept ermittelt, und konservatorische Massnahmen werden durchgeführt. Durch eine Offenlegung von Légers Maltechnik soll der Schaffensprozess des Künstlers verstanden und der fragile Zustand stabilisiert werden, um eine angemessene und anhaltende Präsentation innerhalb der Sammlung zu gewährleisten.

Das mit Unterstützung der Fondation BNP Paribas Suisse realisierte Restaurierungsprojekt des Werks Le passage à niveau läuft bis Sommer 2012. Die Restaurierung zweier weiterer Werke der Sammlung Beyeler ist vorgesehen.

Die Fondation BNP Paribas Suisse engagiert sie sich seit über 20 Jahren für die Restaurierung von Kunstwerken in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten mit dem Anliegen aktiv daran mitzuwirken, dass Museumsbestände erhalten bleiben und so an zukünftige Generationen weitergegeben werden können. In der Schweiz hat sie bereits über ein Dutzend Projekte gefördert, die dem Erhalt bedeutender Werke von Max Ernst, Mattia Preti, Auguste Rodin, Bram van Velde und Paolo Veronese galten, sowie aktuell Fernand Légers Passage à niveau aus der Sammlung Beyeler.

Webseite: www.fondationbeyeler.ch/sammlung/restaurierung/restaurierung-l-ger

Fondation Beyeler
Beyeler Museum AG
Baselstrasse 7
CH-4125 Riehen

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