Montag, 14. November 2011

Fliegende Pilze mit Klang

Band of Floating Mushrooms, Fotograf/in: Kathrin Schulthess

Basel.- An der Oslo-Strasse 12 im Kunstfreilager Dreispitz Basel/Münchenstein ist am Wochenende die faszinierende Skulptur eines bekannten Basler Künstlerpaars eingeweiht worden. Die Christoph Merian Stiftung hat "A Band of Floating Mushrooms" von Monica Studer und Christoph van den Berg möglich gemacht.

Das Basler Künstlerduo Monica Studer/Christoph van den Berg hat für das Kunstfreilager eine grossformatige Installation realisiert: Eine überdimensionale Pilzgruppe wird auf das Vordach des früheren Gebäudes D im ehemaligen Zollfreilager an der Oslo-Strasse 12 montiert, wo es das anfangs Jahr frisch bezogene Oslo-Gebäude markiert als den Ort, wo zurzeit die Umgestaltungsprozesse des Dreispitz sichtbar sind.

Das Bild des Pilzes steht für die sichtbaren Teile eines riesigen weltumspannenden Netzwerkes. Würde man ein umfassendes Computernetzwerk als Organismus betrachten, liegt es nahe, diesen mit dem Myzel eines Pilzes zu vergleichen. Bei beiden ist das, was wir sehen, nur eine äussere Gestalt; der weitaus wichtigere Teil ist dagegen ein verborgenes Geflecht von Verbindungen: Beim Pilz in Form eines wurzelähnlichen Myzels, das sich im Boden über Quadratkilometer erstrecken kann.

Die, wie alle Werke von Monica Studer und Christoph van den Berg am Computer entstandene und entworfene Gruppe von Pilzen, die ineinander verflochten sind, ist rund 6,5 Meter hoch und besteht aus einer polygonalen Konstruktion aus weiss lackierten, CNC-geschnittenen und verschweissten Aluminiumblechen (Umsetzung: Kunstbetrieb, Münchenstein). Alle Pilze sind per Kabel mit einer zentralen Musikanlage verbunden. Für die Betrachter scheint somit jeder Pilz elektrisch verkabelt, wie Musikinstrumente einer Band; allerdings entsteht die Musik nicht in den Pilzen, sondern in einem separaten PC.

Die Pilznetzband macht Musik, die wie eine absurd verfremdete Polka klingt. Es ist eine Live-Komposition aus Stimmen-Samples, die der PC fortlaufend in Echtzeit zufällig neu zusammensetzt. Im Haus für elektronische Künste Basel ist eine Station eingerichtet mit dem PC und Kopfhörern, über die man die Musik hört. Auf der Website www.transit504.ch/bofm kann die Musik auch von zu Hause aus online gehört werden.

Monica Studer und Christoph van den Berg leben und arbeiten als Künstlerpaar in Basel. Ihr bisheriges Werk charakterisiert sich in erster Linie durch den Einsatz von Computertechnik. So entstehen ihre Bilder ausschliesslich am Bildschirm und zeigen zwar sehr realistisch wirkende, aber letztlich immer künstliche Landschaften.

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