Dienstag, 20. November 2012

Wegbereiter der Romantik

Philippe-Jacques de Loutherbourg, Stürme und Schimären
Straßburg.- Aus Anlass des 200. Todestages von Philippe-Jacques de Loutherbourg widmet das Straßburger Museum für bildende Kunst dem aus Straßburg stammenden „französisch-britischen“ Maler derzeit die erste Retrospektive in Frankreich und die erste Ausstellung seit der 1973 in London gezeigten Schau.

Rund 100 Gemälde und grafische Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten vermitteln eine Vorstellung vom Facettenreichtum dieses Künstlers, der schon in seinen Pariser Jugendjahren ab 1763 allgemeine Anerkennung genoss, u. a. zählte Diderot zu seinen Bewunderern. 1771 ließ sich Loutherbourg in London nieder und integrierte sich dort gänzlich in die englische Gesellschaft. Er war Mitglied der Royal Academy, porträtierte Gainsborough und galt seinen Malerkollegen ebenso wie dem Publikum als einer der bedeutendsten Maler seiner Zeit.


Philippe-Jacques de Loutherbourg wurde im Elsass geboren, hatte aber als Künstler europäisches Format. Er war eine schillernde Persönlichkeit und verkörperte das Zeitalter der Aufklärung ebenso wie er in vielerlei Hinsicht die Romantik vorwegnahm.

Loutherbourgs Privatleben kannte viele Höhen und Tiefen: In Paris arbeitete er mit dem Maler Casanova (dem Bruder des bekannten Abenteurers) zusammen, überwarf sich aber schnell mit ihm. Nur kurze Zeit nach einer missglückten Heirat ließ er alles hinter sich und ging nach London. Dort malte er zunächst nicht, sondern versuchte sich als Wunderheiler im Handauflegen. Bei diesen Erfahrungen standen Zeitgenossen wie sein vorübergehender Freund Cagliostro und Mesmer Pate.

In London pflegte Loutherbourg engen Kontakt zum Theatermilieu, das ihn zu einigen faszinierenden Werken inspirierte. Bekannt sind vor allem seine Pastoral- und Landschaftsbilder, von denen manche die Gefahren der Natur in überhöhten Schilderungen darstellen. Doch er malte auch Historienbilder von überraschender Originalität (seine Motive entnahm er der Bibel und der modernen Geschichte). Bemerkenswert sind vor allem die Vielseitigkeit dieses Künstlers und die Leichtigkeit der Ausführung, von der seine Bilder zeugen.

Die Ausstellung ist chronologisch gegliedert und setzt innerhalb dieser Unterteilung thematische Akzente. Zu den Entdeckungen der Ausstellung zählt auch Loutherbourgs grafisches Schaffen, das mit Zeichnungen und Stichen vertreten ist (darunter ein bedeutendes Werkensemble aus dem Straßburger Kupferstichkabinett).

Kuratoren der Austellung: Dominique Jacquot, Leiter des Museums für bildende Kunst, und Olivier Lefeuvre, Kunsthistoriker; Assistenz: Céline Marcle (Museum für bildende Kunst).

Öffnungszeiten: von 10 bis 18 Uhr.

Loutherbourg (Straßburg 1740 – London 1812)
17. November bis 18. Februar 2013

Museum für bildende Kunst
Palais Rohan
2, place du Château
Strasbourg
Tel. +33/(0)3 88 88 50 68
http://www.musees.strasbourg.eu/index.php?page=Musee-des-Beaux-Arts-de

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