Freitag, 14. Dezember 2012

Krippenlandschaften

Krippe aus Peru, Krippe aus 'KrippenWelt' Stein am Rhein. © Schweizerisches Nationalmuseum.
Zürich.- Wenn die Tage kürzer werden und Weihnachten vor der Tür steht, lädt das Landesmuseum Zürich in eine phantasievolle Winterlandschaft ein. Zu entdecken sind seit 6. Dezember bis 6. Januar 2013 Krippenfiguren aus dem 18. Jahrhundert aus der Schweiz von beeindruckender Grösse zwischen 50 und 78 cm. Zudem erzählen Krippen aus fernen Ländern wie Peru, Korea, Spanien, Polen und Kirgistan die Weihnachtsgeschichte und zeugen von weihnächtlichen Traditionen rund um die Welt.

Im Zentrum der Weihnachtslandschaft steht eine museumseigene Krippe aus dem 18. Jahrhundert. Sie stammt aus dem Frauenkloster St. Anna in Luzern. Die beeindruckende Grösse der Figuren von 50 und 78 cm weist darauf hin, dass sie einst in einer Kirche gezeigt wurde, was in der christlichen Kultur seit dem 14. Jahrhundert üblich ist.

Gezeigt werden die Heilige Familie, das in Bänder gewickelte Jesuskind, die drei Könige, ein Engel, ein Hirte und zwei Bauern. Prunkstücke dieser Krippe sind die Heiligen drei Könige mit Mänteln aus kostbaren Stoffen, die bereits Ende des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Zwei Lakaien, gekleidet in der Mode des späten 18. Jahrhunderts, gesellten sich wohl damals zu den Königen. Der etwas steif wirkende Engel mit seinen vergoldeten Flügeln und dem bunt bestickten Rock entstand erst im frühen 19. Jahrhundert. Die Zusammensetzung legt nahe, dass die Krippe während längerer Zeit gezeigt und mehrmals ergänzt und erneuert worden ist.

Aus dem Kloster St. Katharinental im Kanton Thurgau stammt der erstmals ausgestellte Schrein mit Jesuskind. Das vergoldete und mit Rokoko-Ornamenten verzierte Kästchen aus dem 18. Jahrhundert zeigt das Jesuskind in Bänder gewickelt. Sogar die Windel des Kindes ist mit Spitzen besetzt.
Fünf weitere Krippen aus dem 20. Jahrhundert sind Teil der im Landesmuseum präsentierten Weihnachtslandschaft. Es sind Leihgaben aus der privaten Sammlung «KrippenWelt Stein am Rhein». Aus Peru, Korea, Barcelona, Polen und Kirgistan stammend, zeigen sie die Weihnachtsgeschichte in ländertypischer Szenerie und lokalen Trachten. So liegt das Jesus Kind aus Kirgistan – nach mongolischer Tradition – in einer Jurte und nicht in einem Stall.

Aussergewöhnlich ist beispielsweise die sogenannte «Shopka» Krippe aus Südpolen. Eine als Tragekrippe aus Buntpapier und Staniol gebaute Kirche, in der der Sensemann (Tod) und die Hexe König Herodes umkreisen und ihn verhöhnend die Zunge rausstrecken, während unten in der Krypta die drei Könige bereits dem wahren Herrscher huldigen.


Weihnachten und Krippen
Weihnachtslandschaft mit Krippen im Landesmuseum Zürich
6. Dezember 2012 bis 6. Januar 2013

Schweizerisches Landesmuseum
Museumstrasse 2
CH - 8021 Zürich
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