Montag, 22. November 2010

Der Aufsteiger

Christoph Murer; Geburt des Leonhard Thurneysser

Basel.- Das Kunstmuseum Basel beschäftigt sich in einer Ausstellung noch bis 13. Februar 2011 mit einem außergewöhnlichen Mann. Gelernter Goldschmied, Bergbauunternehmer, Arzt, Alchemist, Apotheker und Astrologe – die Fähigkeiten und Professionen des Baslers Leonhard Thurneysser zum Thurn (1531–1596) sind ebenso erstaunlich wie sein Itinerar und sein Aufstieg vom Schuldner zum Superreichen. Als der erfolgreiche Weltbürger 1579 in das heimatliche Basel zurückkehrt, lässt er sein Haus von Christoph Murer mit einem einzigartigen Zyklus von Glasmalereien ausstatten. Darin wird Thurneyssers Vita im höchsten künstlerischen Modus verherrlicht.

Erhalten haben sich teils ausgeführte Scheiben, teils die gezeichneten Vorlagen dafür. Die Basler des 16. Jahrhunderts reagierten auf dieses einmalige Kunstprojekt mit Misstrauen und Verstimmung. Heute liest sich Thurneyssers Biographie indes wie ein Leitfaden für dynamische Unternehmensgründer.

Mit 16 Jahren war Thurneysser auf Wanderschaft gegangen, er besuchte Russland, Straßburg, Tirol, England, Schottland, Spanien, Portugal, Ägypten, Kleinasien, Griechenland, Italien und Ungarn und wurde 1574 Leibarzt des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg (1525-98) und siedelte schließlich nach Berlin über.

In Wikipedia heißt es unter anderem weiter über ihn: Leonhard Thurneysser, wie er auch genannt wurde, war Goldschmied in zweitr Generation. Ab 1547 führte Leonhard Thurneysser ein Wanderleben, bis er 1555 in seiner Heimat Basel heiratete. Er wurde Mitglied der „Zunft der Hausgenossen“ (Geldwechsler und Goldschmiede). Jedoch ging Thurneysser 1558 wieder auf Wanderschaft.

Einen Wendepunkt in seinem Leben stellte eine Reise 1559 in seine Heimatstadt Basel dar. Hier heiratete er seine dritte Frau und holte einen großen Teil seiner Reichtümer nach Basel. Nach heftigen Streitigkeiten mit seiner Frau kehrte Leonhard Thurneysser 1580 nach Berlin zurück, verlor jedoch dabei seine Besitztümer in Basel, die beschlagnahmt und der Frau zugesprochen wurden. 1584 verließ er Berlin endgültig und ließ sich katholisch taufen. Kurze Zeit lebte er in Rom; 1595 starb er verarmt unter ungeklärten Umständen in einem Kloster nahe Köln. Am 8. Juli 1596 wurde er bei den Dominikanermönchen im Kölner Predigerkloster „ad latus Alberti Magni“ beerdigt.

Zu den beeindruckendsten Büchern aus seiner Werkstatt zählt gleichzeitig eines seiner Hauptwerke, seine Archidoxa, ein großformatiges Buch in Form eines Astrolabiums mit Planetentafeln, das es - den richtigen Gebrauch vorausgesetzt - dem Benutzer ermöglichen sollte, Vorhersagen zum persönlichen Schicksal oder zu Naturereignissen treffen. Die graphische Gestaltung übernahm der Radierer, Holzschnittmacher und Zeichner Jost Amman. Der vollständige Titel der zweiten Auflage in der damaligen Orthographie lautet:

Weiterhin verfasste er 1583 eine einer Enzyklopädie ähnelnde Schrift Magna Alchymia, die ein Wörterbuch von Begriffen enthielt, wie sie von Paracelsus verwendet wurden. Diese Schrift enthielt aber auch die Sammlung seiner mineralogischen Kenntnisse.

Öffnungszeiten: Di bis So 10 - 17 Uhr

mehr:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leonhard_Thurneysser
http://www.berliner-lindenblatt.de/content/view/223/239/

Thurneysser Superstar
Ein einzigartiger Glasmalereizyklus von 1579
13. November 2010 bis 13. Februar 2011
Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
4010 Basel
0041 (0)61 20662-62
http://www.kunstmuseumbasel.ch

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