Sonntag, 14. September 2008

Besuch beim Dino


von Petra Gabriel
Frick.- Als der viereinhalb Meter lange Dinosaurier vor rund 210 Millionen Jahren in der Gegend um das heutige Frick (Kanton Aargau) auf der Suche nach Schachelthalmen durch die trockene Tiefebene stapfte, über sanfte Hügel und durch flache Senken, konnte er sich einige Dinge noch nicht einmal vorstellen. Erstens, dass eine fast unvorstellbar lange Zeit später ein Mann namens Friedrich Engelhardt als erster ein Skelett eines seiner Artgenossen finden würde - worauf die Wissenschaft seine Gattung Plateosaurus (flache Echse) engelhardti nannte. Und, dass seine Knochen einmal unter Glas im Dinosauriermuseum von Frick zu bestaunen sein würden - weshalb dort der Plateosaurus natürlich Fricki heißt. Ein Mann namens Erich Wälchli hat das Dinosaurierfieber in Frick und Umgebung ausgelöst. 1961, als er Laborchef der Tonwerke Keller war, fand er einen versteinerten Knochen - und der Stein kam ins Rollen. Ein erklärter Dino-Fan ist zum Beispiel Monica Rümbeli. Seit Jahren - am 22. September 2005 übrigens zum 1000. Mal - führt sie mit Charme, Temperament und Fachwissen durch die Welt der Dinos und der Ammoniten, genauer, zurück durch die Zeit ins Erdmittelalter.

Ein Mann namens Erich Wälchli hat das Dinosaurierfieber in Frick und Umgebung ausgelöst. 1961, als er Laborchef der Tonwerke Keller war, fand er einen versteinerten Knochen - und der Stein kam ins Rollen. Ein erklärter Dino-Fan ist zum Beispiel Monica Rümbeli. Seit rund sieben Jahren - am 22. September übrigens zum 1000. Mal - führt sie mit Charme, Temperament und Fachwissen durch die Welt der Dinos und der Ammoniten, genauer, zurück durch die Zeit ins Erdmittelalter.

Die Besucher können aber auch allein spazieren, nämlich auf dem neuen Dino-Pfad (einfach den gelben Pfeilen nach). Acht Säulen erzählen vom Leben und der Zeit der Dinosaurier, eine - die am Grillplatz - auch von Ernst Wälchli. Was ein richtiger Forscher ist, der geht den Weg bis zu Ende, bis zur Tongrube, der großen "Schatzkammer" der Vergangenheit: Finden ist erlaubt, Fossilien von Meerestieren dürfen sogar mit heimgenommen werden. Denn auch uralte Versteinerungen von Meeresbewohnern, Ammoniten und Belemniten, sind dort gefunden worden. Manche der Ammoniten haben einen Durchmesser von fast einem Meter. Funde von Saurierknochen müssen jedoch gemeldet werden. Sie sind der Wissenschaft vorbehalten.

Frick ist eine Gemeinde, in der der Boden immer wieder Fenster in die Vergangenheit freigibt (derzeit werden dort auch die Reste einer Keltensiedlung erforscht). Zur Zeit des Trias (vor etwa 210/220 Millionen Jahren) breitete sich in der Region eine wüstenähnliche Landschaft aus. Der Ort, auf dem einmal die Gemeinde Frick entstehen sollte, lag auf einem riesigen, von den Wassern des Ur-Pazifik und des Tethys-Meeres umspülten Kontinent namens Pangaea und zwar an der Nordostgrenze des heutigen Nordamerika - nicht weit vom heutigen Afrika entfernt. Es gab nur eine einzige, große Landmasse. Dort fraßen Dinos andere Dinos (wenn es Raubsaurier waren) oder eben Schachtelhalme und Farne wie Fricki. Dann kam das Meer und überschwemmte immer wieder das Land, Sümpfe entstanden. In der Jurazeit, vor etwa 200 Millionen Jahren, lag Frick auf dem Grund eines flachen Ozeans, wie die Funde beweisen.

Doch zurück zu den Anfängen des Sauriermuseums. Zunächst folgten dem ersten Fund private Grabungen, später rückten die Geologen und Paläontologen an. Die Einwohner von Frick feierten ihren Dino-Fund mit einem großen Fest. Das legte den Grundstock für eine Begeisterung, die in der Gründung des Dinosaurier-Museums mündete. Der größte Schatz des Museums ist das komplette Skelett eines Plateosaurus von viereinhalb Metern Länge. Das Museum selbst wurde im "Im Schulhaus 1912" in der Schulstraße 22 eingerichtet. Der Weg dorthin ist ausgeschildert.

Am einfachsten ist die Anreise mit dem Zug - aussteigen und dann einfach den Dino-Fußstapfen auf dem Straßenbelag folgen. Die Tongrube "Gruhalde", von der vorhin die Rede war, liegt unmittelbar westlich des Bahnhofes Frick. Falls Sie dort etwas finden: Gemeinderschreiber Heinz Schmid kennt einen Trick, mit dem man erkennen kann, ob es sich um einen alten Knochen handelt: "Man muss daran lecken. Wenn die Zunge kleben bleibt, dann ist es ein versteinerter Knochen."

Das Sauriermuseum in Frick ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen gibt es nach Vereinbarung (Anmeldung: +0041/62 871 53 83).

Links:
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Fotos: Plateosaurus (flache Echse) engelhardti, alias Fricki, in Originalgröße zusammengesetzt aus den Knochenfunden mehrerer Dinosaurier.
Monica Rübleli bei ihrer 1000. Führung druch das Sauriermuseum Frick mit der Klasse 3 der Schule Weiach.
Gemeindeschreiber Heinz Schmid an der ersten Säule des Dino-Lehrpfades in Frick. Fotos: peg


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