Montag, 1. Dezember 2008

Die Buchbesprechung: Schule der Basilisken

Basel.- Kennen Sie die Bedeutung des Wortes Littering? Wissen Sie, was Basilisken sind (nein, dieses Mal ist nicht der arabische Name des Sternes Thuban gemeint). Das erste ist Neudeutsch und heißt übersetzt: achtloses Wegwefen von Müll jeglicher Art. Im zweiten Fall greift in etwa die Wikipedia-Erklärung „eine Gattung der Leguane aus Lateinamerika (siehe Basilisken )“ Wenn Sie dann noch „zwölf“ Freunde, allesamt Primarschüler aus Kleinbasel mit beziehungsreichen Nachnamen wie Scherbenschreck oder Smog hinzufügen, die zudem jede Menge Fabulierkunst an den Tag legen – tja, dann haben sie ein Buch. Es heißt „Zwölf Freunde auf Basiliskenjagd“, schildert in Bildern und Texten „unheimliche Ereignisse“, die alle etwas mit Littering zu tun haben.

Herausgegeben wurde das 64 Seiten starke Werk vom Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Baselstadt, genauer, dem Amt für Umwelt und Energie. Manchmal müssen für ein Buch viele Dinge zusammenkommen. Da ist einmal der ziemliche Unmut vieler Basler und damit auch der zuständigen Ämter und Behörden über Müll in den Straßen. Es gab deshalb schon so manche Aktion. Außerdem wären da eben jene zwölf Kinder (ist die Anspielung auf die berühmten 12-Freunde-Bücher eigentlich urheberrechtlich in Ordnung?), die am Förderunterricht der Primarschule Kleinbasel teilgenommen und sich auf auf diese Weise einmal pro Woche mit einem bestimmten Thema beschäftigt haben. Bei diesem speziellen Dutzend war es das Thema Drachen. Und in Basel, wo selbst die Drachen anders sind als anderswo, werden sie eben Basilisken genannt.

Diese hat sich der Basiliskenunkundige so vorzustellen (geschrieben im Vorwort von Martin Hicklin): Basilisken sind „eine Art Drachen“, den Kopf haben sie „von einem Hahn“. Manchmal werden sie „mit acht Füßen abgebildet“. In diesem Buch sind sie die Übeltäter, denn sie bringen alles in Unordnung und sind verantwortlich fürs Littering.

Da kommen dann unsere 12 Mülldetektive in Spiel – die natürlich den Basilisken ihre üblen Sitten abgewöhnen und zwar in zwölf Geschichten. Bei ihrer Bekehrungsaktion scheuen sie sogar vor außergewöhnlichen Methoden wie der Verwendung von Liebespfeilen nicht zurück. Am Ende benehmen sich alle ordentlich, nicht nur jene Basilisken, die seit dem 15. Jahrhundert mit sauber aufgeringeltem Schlangenschwanz „das Basler Wappen mit dem schönen schwarzen Baselstab“ halten. Und die Basler Welt ist wieder in Ordnung. Wie jedes anständige Märchen haben nämlich auch diese Geschichten ein gutes Ende. Wie dazu kommt, das können sich die geneigten jungen und älteren Leser sich auch anhand der Bilder von Christian Lichtenberg und zahlreichen Zeichnungen anschauen.

Fazit: Nettes Buch, pfiffige Bildmotive, viele liebevoll gestaltete Details und Ideen, einfache, kindgerechte Sprache, zwölf talentierte kleine Dichter – nur manchmal etwas zu viel des erhobenen Zeigefingers. Aber dafür können die Kinder nichts: Ein Buch, wie es wohlmeinende Erwachsene manchmal für ihre Kinder kaufen. Herausgekommen ist das Werk im Simowa-Verlag.

Info: 12 Freunde auf Basiliskenjagd“ mit einem Vorwort von Martin Hicklin und Fotografien von Christian Lichtenberg, 64 Seiten, gebunden, durchgehend farbig illustriert, CHF 28 oder 17,70 Euro, ISBN 978-3-908152-30-9. Zu bestellen unter order@buchstaempfli.com, Stämpfli Verlag, Wölfinstrasse 1, Postfach 8326, CH-3001 Bern.

P.S. Es gibt in Basel noch eine andere Form der Basiliskenjagd: Diese Schatzsuche – entwickelt vom VISIT BASEL Historiker-Team – eignet sich, um Basels schöne Facetten kennenzulernen. Auf dieser Basiliskenjagd quer durch Basel sammeln Gruppen (in der Größe von maximal je 11 Personen) Punkte – möglichst viele selbstverständlich. Denn die Gruppe mit den meisten Punkten gewinnt den Basilisken! Teamgeist, Kreativität und Orientierungssinn sind bei dieser kniffligen Jagd durch Basel gefragt.

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