Montag, 8. Juni 2009

Daniele Gatti neuer Chefdirigent am Opernhaus Zürich

Zürich.- Der italienische Dirigent Daniele Gatti wird neuer Chefdirigent am Opernhaus Zürich. Der 1961 geborene Musiker, der als einer der profiliertesten Dirigenten seiner Generation gilt, wurde von Opernintendant Alexander Pereira der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Vertrag gilt für die drei kommenden Spielzeiten. Der Präsident des Orchestervorstands, Urs Dengler, hält Gatti „für einen der interessantesten Dirigenten“ und versichert, dass dieser „nach nur einem Konzert mit überwältigender Mehrheit von Orchester und Chor der Oper Zürich befürwortet“ worden sei. Ein solch einstimmiges Votum sei äusserst selten.

In seiner ersten Spielzeit gibt Daniele Gatti mit einem Philharmonischen Konzert und der Neueinstudierung von Richard Strauss´ "Elektra" (Premiere am 23. Januar 2010) in Zürich seinen Einstand als Chefdirigent. Er dirigiert an ca. 10 Abenden. In der zweiten Spielzeit folgen “Falstaff“ (Verdi) und “Parsifal“ (Wagner), und Gatti wird zwei Philharmonische Konzerte dirigieren. Insgesamt übernimmt er an ca. 20 Abenden die musikalische Leitung.

In der dritten Spielzeit dirigiert Daniele Gatti in Zürich dann drei große Neuproduktionen: “Die Meistersinger von Nürnberg“ (Wagner), “Otello“ (Verdi) und ein drittes Werk, das laut Opernintendant Alexander Pereira „ein Werk sein wird, das in Zürich seine Uraufführung erlebte – mehr wurde bei der Pressekonferenz nicht verraten.“ Gatti dirigiert außerdem drei Philharmonische Konzerte. Mit dann insgesamt ca. 30 Abenden am Pult des Orchesters der Oper Zürich wird die Präsenz von Gatti in Zürich ihren Höhepunkt erreichen.

Intendant Alexander Pereira betonte in der Pressekonferenz, dass es „sein großer Wunsch“ gewesen sei, Daniele Gatti, mit dem er seit 2007 in Verhandlungen gestanden habe, ans Haus zu verpflichten, und dass dies nun „ein glücklicher Moment“ für ihn sei. Zu einer möglichen Planung über die Spielzeit 2011/2012 hinaus wollte sich Pereira nicht äussern, „das stünde nicht mehr in meiner Zuständigkeit“.

Gatti selbst schätzt an Orchester und Chor des Opernhauses Zürich, das er im vergangenen Jahr bei einer Aufführung von Verdis “Requiem“ kennenlernte, die „fantastische Atmosphäre und den musikalischen Geist“. Das Theater verfüge ausserdem über „die besten Sänger der Welt.“ Für ihn sei die vor allem die Zusammenarbeit mit Alexander Pereira und die auf drei Jahre angelegte Position des Chefdirigenten, verbunden mit der Verpflichtung zu sechs Neuproduktionen und sechs Konzerten, ideal. Hier könne er „flexibel arbeiten und das Repertoire dirigieren, das ihm am Herzen liegt“.

Foto: Daniele Gatti; Quelle: Opernhaus Zürich.


Biografie Daniele Gatti
Daniele Gatti ist seit September 2008 als Nachfolger von Kurt Masur Chefdirigent des Orchestre National de France. Seit 1996 ist er überdies Chefdirigent des Royal Philharmonic Orchestra, dem er ab September als Conductor Laureate verbunden bleiben wird. Von 1992 bis 1997 war er Chefdirigent des Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, von 1994 bis 1997 Erster Gastdirigent am Royal Opera House Covent Garden und von 1997 bis 2007 Direktor des Teatro Comunale di Bologna. Daniele Gatti ist Accademico der Accademia Nazionale di Santa Cecilia. 2005 wurde ihm von der Vereinigung der italienischen Musikkritiker der Premio Abbiati verliehen.

Als Gastdirigent leitete Daniele Gatti einige der angesehensten Orchester der Welt. Regelmäßig dirigiert er die Wiener Philharmoniker, das Koninklijk Concertgebouworkest, die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchner Philharmoniker, das Orchestra Filarmonica della Scala, das New York Philharmonic, das Boston Symphony Orchestra und das Chicago Symphony Orchestra. Eine besonders enge Beziehung verbindet ihn mit der Wiener Staatsoper und dem Mailänder Teatro alla Scala. An der Wiener Staatsoper leitete er einige Neuproduktionen: 2002 Verdis «Simon Boccanegra», 2006 Schönbergs «Moses und Aron» und Verdis «Otello», 2007 Mussorgskis «Boris Godunow». 2009 wird er an diesem Haus eine Neuproduktion von Verdis «Macbeth» dirigieren. Am Teatro alla Scala dirigierte er 2007 Wagners «Lohengrin» und 2008 Bergs «Wozzeck». Mit dem Orchester und dem Chor der Oper Zürich führte er 2008 mit grossem Erfolg Verdis «Requiem» auf. 2008 dirigierte er zum Auftakt der Bayreuther Festspiele eine gefeierte Neuproduktion von Wagners «Parsifal».

Einer der Höhepunkte der aktuellen Saison war für Daniele Gatti sein erstes Konzert als Chefdirigent des Orchestre National de France im Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Während der gesamten Saison gab und gibt er mit diesem Orchester eine ganze Reihe von Konzerten in Paris und in ganz Europe. Als Gastdirigent eröffnete er die Konzertsaison am Teatro alla Scala in Mailand, gefolgt von einer Europa-Tour mit dem Orchestra Filarmonica della Scala, die ihn u. a. in den Wiener Musikverein führte. Außerdem kehrt er zum Koninklijk Concertgebouworkest, zu den Wiener Philharmonikern, den Münchner Philharmonikern und zum Chicago Symphony Orchestra zurück und dirigiert Konzerte des Royal Philharmonic Orchestra.

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