Montag, 18. April 2011

50 Jahre WWF: Auf den Spuren des Pandas

WWF Krawatte von Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. Leihgabe Buckingham Palace

Zürich.- Der Panda hält Einzug im schweizerischen Landesmuseum – im wörtlichen Sinn. Die Ausstellung "WWF. Eine Biografie", die anlässlich des 50. Jahrestags der Gründung der Umweltschutzorganisation gezeigt wird, iat sowohl im Kunstgewerbeschulflügel des Landesmuseums untergrbracht als auch im Innenhof. Hier entsteht ein sogenannter "Footprint"-Garten, der sich mit dem stetig zunehmenden Ressourcenverbrauch der Menschheit auseinandersetzt.

Darin können Besucherinnen und Besucher unter anderem einen inszenierten Schrebergarten mit essbaren, einheimischen Wildpflanzen entdecken oder sehen, wie viel mehr Platz die Herstellung von Fleisch im Gegensatz zum Gemüseanbau benötigt. Es ist möglich, im Garten am Computer den persönlichen "Footprint" zu berechnen. Im Ausstellungsraum des Kunstgewerbeschulflügels wird die Geschichte des WWF erzählt.

Kaum jemand weiss, dass die weltbekannte Umweltschutzorganisation 1961 in Zürich gegründet würden ist. Und bis heute befindet sich der Hauptsitz des WWF in der Schweiz, in Gland am Genfersee. Damals schon mit dem unverwechselbaren Panda-Logo ausgestattet, trat der WWF von der Schweiz aus seinen Siegeszug um die Welt an. Die Vorlage zu diesem Logo, eine bis vor kurzem verschollene erste Skizze, gehört zu den Highlights der Ausstellung. Die Idee für den WWF ebenso wie seine wichtigsten Gründerväter stammen übrigens aus Grossbritannien. Nicht nur in einem "very British" Gründerzimmer wird dies erzählt, sondern auch dank Leihgaben, die Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, als President Emeritus des WWF dem Landesmuseum zur Verfügung gestellt hat.

Die Ausstellung hat einen chronologischen Aufbau: Nach dem Gründerzimmer thematisiert sie unter anderem das erste Grossprojekt des WWF – die Errichtung des Coto-Doñana-Nationalparks in Spanien 1965. Wichtige Kampagnen der 1970er Jahre sind die Operation Tiger in Indien und die Bemühungen um den Erhalt des Flamingosees Nakuru in Kenia. Der wegweisenden Aufklärungsarbeit des WWF im Bereich Umwelt, wobei die Schweizer Sektion eine Vorreiterrolle spielte, ist ein ganzes Schulzimmer gewidmet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt beim Grossen Panda. Er stand Pate für das WWF-Logo, aus welchem eine überwältigende Vielfalt von Merchandising-Artikeln hervorgegangen ist.

Gezeigt werden diese in Kombination mit dem Präparat des ersten Pandas. Den Abschluss macht ein Zimmer, in welchem die Harmonie zwischen Mensch und Natur, seit 1989 explizites Ziel des WWF, auf verblüffende Art und Weise inszeniert wird. Das Beeindruckende an der Geschichte des WWF ist, wie aus der Idee einiger britischer Naturliebhaber innerhalb von fünf Jahrzehnten ein Umweltschutznetzwerk hervorgehen konnte – mit über fünf Millionen regelmässigen Unterstützern und Projekten in mehr als hundert Ländern.

Auf grund detaillierter Recherchen in den bisher nicht zugänglichen Archiven des WWF sowie zahlreicher Interviews mit WWF-VIPs in der Schweiz, England, Holland und den USA kann gezeigt werden, dass dieser Erfolg keineswegs vorprogrammiert war. Mehr als einmal stand der WWF aufgrund interner Macht- und Richtungskämpfe am Abgrund. Dass der WWF dennoch überlebte, führt der Kurator der Ausstellung, Alexis Schwarzenbach, unter anderem auf die Emotionen zurück, die das WWFProjekt bei einer grossen Vielzahl unterschiedlicher Menschen her vorrufen konnte: "Mit dem Panda ist es wie mit der Schweizerfahne: Jeder kann sich damit identifi zieren, aber für jeden bedeutet er doch wieder eine etwas andere Form des Umweltschutzes."

Publikation zur Ausstellung: Alexis Schwarzenbach - "WWF. Die Biografie." 352 Seiten, ca. 450 Abbildungen. Hochwertiger, vierfarbiger Kunstdruck, ISBN 978-3-905875-15-7; CHF 42.–

Öffnungszeiten: Di bis So 10.00 - 17.00 Uhr, Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr. Feiertags
geöffnet

WWF. Eine Biografie
20. April bis 18. September 2011
Schweizerisches Landesmuseum
Museumstrasse 2
CH - 8021 Zürich
0041 (0)44 218 65 11
kanzlei@slm.admin.ch
www.landesmuseum.ch

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