Freitag, 29. April 2011

Blauer als sonst

Zürich.- Eva Rottmann, mehrfach ausgezeichnete Autorin, hat im Auftrag des Jungen Schauspielhauses, wo sie letzte Spielzeit als Theaterpädagogin tätig war, ein neues Stück geschrieben. „Blauer als sonst“ erzählt von der ersten und einer späten Liebe, die im Sturm der Ausseneinflüsse zu einem selbst gewähl- ten Tempo finden will. Die Uraufführung wird von Steffen Pietsch im Bühnen- bild von Anne Weiler inszeniert. Für die Musik zeichnet Nicolas Dauwalder verantwortlich. Neben Ensemblemitglied Fabian Müller spielen Anna-Katharina Diener (Absolventin der Zürcher Hochschule der Künste), Thomas Mathys (zu- letzt auf der Pfauenbühne in „Dornröschen oder Das Märchen vom Erwachen“) und Oriana Schrage, die neben ihrer Bühnentätigkeit bereits in mehreren preisge- krönten Filmen zu sehen war.

Zum Inhalt: Der 14jährige Finn ist neu in der Stadt, neu in der Schule und muss sich in seinem neuen Leben zurechtfinden. Als ihn eines Tages Jule anspricht, weiss er nicht, wie ihm geschieht. Gemeinsam erleben sie die ersten Schmetterlinge im Bauch und die Schwierigkeiten um den ersten Kuss. Und dabei ist sie genau- so unsicher wie er, obwohl doch alle immer dachten, sie wäre schon viel wei- ter. Alles ist neu, alles ist auf einmal anders. Die Welt gerät aus den Fu- gen. Erwartungen, Sehnsüchte und Ängste vermischen sich, denn alles geschieht zum 1. Mal. Und niemand ist da, den man fragen, dem man sich mitteilen kann. Jule und Finn entdecken neue Welten für sich. Wären da nur nicht der Vater, Adrian aus der Fussballmannschaft und all die anderen, die neugierig, nei- disch, erwartungsvoll, besorgt, enttäuscht das Geheimnis der beiden verfol- gen. Wenige Worte werden zum Verrat. Für Frank ist der Umzug auch ein Neube- ginn. Neue Begegnungen treten neben die väterlichen Pflichten und lassen ihn Energien entwickeln, die seinen Sohn Finn überraschen. Doch die eigene Jugend holt ihn auch ein.

Jutta Seidel hat die Enttäuschungen, Sehnsüchte, Ängste der eigenen Jugend- zeit aufbewahrt und bietet sie neben Eis, Kondomen, Schokolade und Schnaps an, was ihren Kiosk zu einer „Liebestankstelle“ werden lässt. Als der Verrä- ter ihrer Jugendliebe vor ihr steht, muss sie entscheiden.

Ohne sich von der hysterisch geführten Debatte über die „Sexualmoral“ der heutigen Jugend anstecken zu lassen, geht Eva Rottmann in ihrem neuen Stück Fragen nach, die Jugendliche und Erwachsene in diesem Zusammenhang beschäfti- gen. Wie findet man inmitten der stark erotisch aufgeladenen Bilderwelt der Gesellschaft zu einer individuellen sexuellen Identität und Reife? Welche Vor-Bilder haben Jugendliche im Kopf, wenn sie an Sex denken? Inwiefern prä- gen Musikvideos von 50 Cent, Rihanna und Co., aber auch das Verhalten der Er- wachsenen ihre Auffassung von Erotik und Körper? Sich entwickelnde Vorstel- lungen vom Zusammenleben, von Gemeinsamkeit stehen in einem engen Zusammen- hang mit der Entwicklung der eigenen Identität. Welche Rolle können, müssen Erwachsene im Umfeld dabei wahrnehmen?

Ein Stück über die erste und eine späte Liebe und über Gefühle, die wieder- kehren, egal, ob man 13, 17, 34, 47 oder 76 Jahre alt ist.

Eva Rottmann wurde 1983 in Würzburg geboren. Ihr erstes Theaterstück „Eidech- sen und Salamander“ entstand im Rahmen der von der astej ausgerichteten Werk- statt „Schreiben für die Bühne, 4. Jahrgang“ und wurde im Oktober 2008 mit dem „Kathrin-Türks-Preis“ des Landestheaters Burghofbühne Dinslaken und 2009 mit dem Jugenddramatikerpreis des Festivals „Kaas & Kappes“ ausgezeichnet. 2008/09 nahm sie am Stück Labor Basel teil und erhielt den Publikumspreis für ihr Stück „Skills“. 2001 – 2005 studierte sie an der heutigen Zürcher Hoch- schule der Künste Theaterpädagogik und war in der Spielzeit 2009/10 als Thea- terpädagogin am Schauspielhaus Zürich engagiert. Mit „Unter jedem Dach (ein ach)“ war sie zum Heidelberger Stückemarkt 2010 eingeladen, wo sie für diese Arbeit mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Die Uraufführung fand 2010 am Theater Heidelberg statt. Radio DRS strahlte es als Hörspiel im April 2011 aus. Ebenfalls im Mai findet die Uraufführung von „die mich jagen“ im Theater Baden-Baden statt.

Steffen Pietsch, geboren 1963 in Görlitz, absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" in Berlin. Danach begann er seine Laufbahn als Schauspieler am Berliner Carrousel-Theater. Dort folg- ten nach kurzer Zeit erste eigene Inszenierungen. Seit 1998 ist Steffen Pietsch als freier Regisseur tätig: Er inszenierte u.a. am Theater Aachen, Staatsschauspiel Dresden, Theater Junge Generation Dresden, den Landesbühnen Sachsen, am Theater Heilbronn sowie an den Theatern in Gera, Freiberg und Ru- dolstadt. Seine Regiearbeit zeichnet sich u.a. durch zahlreiche Ur- und Erst- aufführungen aus. 2009 wurde seine Inszenierung „Feuerherz - Die Neuesten Leiden des jungen W.“ an der Neuen Bühne Senftenberg für „Augenblick mal“, das 10. deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen nominiert. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelsohn Bar- tholdy“ in Leipzig erarbeitete Steffen Pietsch seine letzten Inszenierungen am Schleswig-Holsteinischen Landestheater (Eliam Kraiems „Sechzehn Verletz- te“, Michael Frayns „Der nackte Wahnsinn").

„Blauer als sonst“ entstand als Auftragswerk für das Junge Schauspielhaus Zü-
rich, im Rahmen des europäischen Theaternetzwerkes „platform 11+“.Zum Sück gibt es noch Einführungen und ein Rahmenprogramm wie einen Flirtkurs.

Junges Schauspielhaus Zürich
Premiere BLAUER ALS SONST
Regie Steffen Pietsch, Bühne und Kostüme Anne Weiler, Musik Nicolas Dauwal-
der, Dramaturgie Petra Fischer, Theaterpädagogik Fabian Gysling und Anesta
Mocker
Mit Anna-Katharina Diener, Fabian Müller, Thomas Mathys und Oriana Schrage
Ab 12 Jahren
Premiere: Mittwoch, 11. Mai, 19 Uhr, Schiffbau/Matchbox
Eintritt CHF 20,-, erm. CHF 10,-
Infos/Ticketreservation: 044 258 77 77
www.junges.schauspielhaus.ch

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