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Montag, 16. Juni 2014

Neubau für die Sammlung des Vitra Design Museums

Teile der Sammlung des Vitra Design Museums / parts of the Vitra Design Museum’s collection © Vitra Design Museum, photo: Jürgen Hans
Weil am Rhein.- Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein verfügt über eine der weltweit größten Sammlungen des Möbeldesigns. Sie umfasst mehr als 6000 Möbel, über 1000 Leuchten und mehrere Nachlässe bedeutender Designer, etwa von Charles und Ray Eames, Verner Panton und Alexander Girard. Bislang war die Sammlung nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Nun entsteht ein neues Gebäude, in dem ein Teil der Sammlung dauerhaft präsentiert werden kann. Der Neubau wurde von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfen, die Eröffnung ist für Ende 2015 geplant.

Die im neuen Sammlungsgebäude präsentierten Objekte werden, im Sinne einer "inszenierten  Sammlung", einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Möbeldesigns bieten. Auch kleinere Flächen für Wechselausstellungen zu sammlungsbezogenen Themen, ein Café und ein Shop sowie Einblicke in weitere Depotflächen des Museums werden im Zuge des Neubaus entstehen. In dem von Frank Gehry entworfenen Gebäude für das Vitra Design Museum werden weiterhin große Wechselausstellungen gezeigt.

Vitra Design Museum,
Charles-Eames-Straße 2,
D-79576 Weil am Rhein
T +49.7621.702.3200,
info@design-museum.de,
www.design-museum.de

Donnerstag, 20. März 2014

25 Jahre Vitra

Quelle: www.design-museum.de
Weil am Rhein.- Dieses Jahr wird das Vitra Design Museum www.design-museum.de in Weil am Rhein 25 Jahre alt. Seit seiner Gründung 1989 widmet sich das Museum der Vermittlung und Erforschung von Design. Durch seine Ausstellungen, Publikationen und internationale Kooperationen wurde es zu einem der führenden Designmuseen weltweit. In seinem Jubiläumsjahr bietet das Vitra Design Museum Blicke hinter die Kulissen und stellt die Zukunft in den Mittelpunkt seines Programms.

An einem Tag der offenen Tür am Sonntag, den 11. Mai 2014, lädt das Vitra Design Museum Besucher dazu ein, die Arbeit des Museums näher kennenzulernen. Das vielfältige Programm umfasst kostenlose Ausstellungsbesuche, Führungen, Workshops, Begegnungen mit Kuratoren, Restauratoren oder Direktoren und vieles mehr.

Im Oktober 2014 wird dann die jährlich vom Vitra Design Museum organisierte internationale Museumskonferenz MUSCON auf dem Vitra Campus stattfinden und damit führende Vertreter internationaler Museen nach Weil am Rhein bringen.


Sein 25-jähriges Jubiläum nutzt das Vitra Design Museum folgerichtig, um in die Zukunft zu schauen. So präsentiert die große Ausstellung »Konstantin Grcic – Panorama«, die am 22. März eröffnet, das Werk, aber vor allem auch die Zukunftsvisionen eines führenden Designers unserer Zeit. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung wird die Rolle von Design und Architektur in unserer zukünftigen Gesellschaft diskutiert, unter den Gästen sind Hans Ulrich Obrist, Richard Sennett, Liz Diller, KonstantinGrcic, Snøhetta und viele andere. Auch für die Weiterentwicklung gibt es viele Pläne, so Marc Zehntner: »Das Museum wird seine Aktivitäten ausbauen und damit der internationalen Designszene weiter Impulse geben.«

Vitra Design Museum,
Charles-Eames-Straße 2,
D-79576 Weil am Rhein
+49.7621.702.3200,
info@design-museum.de
www.design-museum.de

Donnerstag, 13. März 2014

25 Jahre Vitra-Museum

 
Dieses Jahr wird das Vitra Design Museum in Weil am Rhein 25 Jahre alt. Foto: Museum

Weil am Rhein.- Dieses Jahr wird das Vitra Design Museum in Weil am Rhein 25 Jahre alt. Seit seiner Gründung 1989 widmet sich das Museum der Vermittlung und Erforschung von Design. Durch seine Ausstellungen, Publikationen und internationale Kooperationen wurde es zu einem der führenden Designmuseen weltweit. In seinem Jubiläumsjahr bietet das Vitra Design Museum Blicke hinter die Kulissen und stellt die Zukunft in den Mittelpunkt seines Programms.

Das vielfältige Programm umfasst kostenlose Ausstellungsbesuche, Führungen, Workshops, Begegnungen mit Kuratoren, Restauratoren oder Direktoren und vieles mehr. Im Oktober 2014 wird dann die jährlich vom Vitra Design Museum organisierte internationale Museumskonferenz MUSCON auf dem Vitra Campus stattfinden und damit führende Vertreter internationaler Museen nach Weil am Rhein bringen.

»Während das Vitra Design Museum ursprünglich als kleines Sammlermuseum gedacht war, ist es heute eine international bekannte Institution mit jährlich über 100,000 Besuchern und wechselnden Ausstellungen, die in großen Museen auf der ganzen Welt gezeigt werden«, sagt Mateo Kries, der 2011 gemeinsam mit Marc Zehntner die Führung des Museums übernahm. Seitdem stehen aktuelle Themen noch stärker im Vordergrund, während umfangreiche Veranstaltungsprogramme die Ausstellungen mit gesellschaftlichen Debatten verknüpfen und Design immer wieder – auch kritisch – hinterfragen.

Sein 25-jähriges Jubiläum nutzt das Vitra Design Museum folgerichtig, um in die Zukunft zu schauen. So präsentiert die große Ausstellung »Konstantin Grcic – Panorama«, die am 22. März eröffnet, das Werk, aber vor allem auch die Zukunftsvisionen eines führenden Designers unserer Zeit. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung wird die Rolle von Design und Architektur in unserer zukünftigen Gesellschaft diskutiert, unter den Gästen sind Hans Ulrich Obrist, Richard Sennett, Liz Diller, Konstantin Grcic, Snøhetta und viele andere. Auch für die Weiterentwicklung gibt es viele Pläne, so Marc Zehntner: »Das Museum wird seine Aktivitäten ausbauen und damit der internationalen Designszene weiter Impulse geben.«

Vitra Design Museum,
Charles-Eames-Straße 2, D-79576
Weil am Rhein
T +49.7621.702.3200
info@design-museum.de,
www.design-museum.de

Mittwoch, 6. November 2013

Aus dem Bücherdschungel

Weil am Rhein.- Am Sonntag, 24. November 2013 wird Denis Scheck um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Weil am Rhein Buch-Neuerscheinungen vorstellen.

Allein in Deutschland erscheinen jedes Jahr 90.000 neue Bücher. Ganz schön schwer, hier den Überblick zu behalten. Denis Scheck hilft bei der Orientierung im Bücherdschungel und stellt Neuerscheinungen vor. Er lobt und lästert über die aktuellen Bestseller, spricht Empfehlungen aus, sagt aber auch, welche Bücher reine Zeitverschwendung sind. Belletristik, Krimis, Sachbücher, Biographien oder Kochbücher - nichts ist vor ihm sicher. Denis Schecks Berufung: "Literaturkritiker aus Leidenschaft".

Denis Scheck (Jahrgang 1964) kennt den Literaturbetrieb wie seine Westentasche. Seit seinem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft und Zeitgeschichte arbeitet er als literarischer Agent, Übersetzer, Herausgeber, Literaturredakteur und freier Kritiker. Er wurde mit dem Kritikerpreis des Deutschen Anglistentages ausgezeichnet und war Juror beim Klagenfurter Bachmann-Preis. Seine Sendung "Druckfrisch" ist eine Gemeinschaftsproduktion von BR, HR, NDR und WDR.

Für diese gemeinsame Veranstaltung von Buchhandlung Müller und Stadtbibliothek beträgt der Eintritt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro für Schüler und Studenten. Die Eintrittskarten können in der Buchhandlung Müller, Hauptstr. 292 - Öffnungszeiten: Montag - Freitag: 9 - 18.30 Uhr, Samstag: 9 - 16 Uhr -  gekauft oder telefonisch unter der Telefonnummer 7 40 90 reserviert werden.

Stadtbibliothek Weil am Rhein
Humboldtstr. 1
79576 Weil am Rhein
Tel 0 76 21 / 98 14 0
e.benz@weil-am-rhein.de
http://stadtbibliothek.weil-am-rhein.de

Öffnungszeiten: Di + Fr 13-18, Mi 10-16, Do 13-19,
jeden 1. + 3. Sa im Monat 10-12

Montag, 7. Oktober 2013

Zwischen Geist und Welt

 
Bowien, Dreiländereck 1968

Weil am Rhein.-  Der 1899 in Mülheim an der Ruhr geborene und in Berlin und Neuchatel aufgewachsene Maler Erwin Bowien hatte ein sehr bewegtes Leben. Ab 1950 machte Erwin Bowien Weil am Rhein, wo seine Eltern seit 1934 lebten, zu seinem zweiten Lebensmittelpunkt neben Solingen. Das Museum am Lindenplatz in Weil am Rhein widmet ihm ab 13. Oktober eine Ausstellung.

"Zwischen Geist und Welt" greift Bowiens spannende und bewegte Biografie auf. Sie ist der rote Faden durch die Ausstellung. Gemälde, die an den wichtigsten Stationen seines Lebens entstanden sind, und Werke, die Orte seines Wirkens zeigen, sind in dieser umfassenden Retrospektive ausgestellt. Dazu zählen Ansichten der Stadt Weil am Rhein, der Weiler Rheinhafen und weitläufige Aussichten vom Tüllinger in die Rheinebene, genauso wie holländische Dünenbilder, die raue skandinavische Natur, Münster- und Dombilder von Freiburg, Speyer und Worms und impressionistische Stadtansichten von Paris.

Neben der Malerei stehen auch die Person des Künstlers und seine Liebe zu Literatur im Blickpunkt. Bowien war nicht nur ein wissensdurstiger Leser, sondern auch Schriftsteller. Er hat mehrere Novellen und kleine Gedichte verfasst, er schrieb Tagebuch (Titel „Les heures perdues du matin“) und am Lebensende seine Autobiografie.

Die Ausstellung „Erwin Bowien. Zwischen Geist und Welt“ ist die umfassendste, die je in Weil am Rhein über den Maler und Schriftsteller Erwin Bowien gezeigt wurde. Dank Leihgebern wie dem Freundeskreis Erwin Bowien, dem Kunstmuseum Solingen und vielen Privatpersonen können Werke präsentiert werden, die noch nie in Weil am Rhein gezeigt wurden. Um dem Schaffensdrang des Malers Bowien gerecht zu werden (sein Werkverzeichnis umfasst über 2800 Ölgemälde, Aquarelle, Pastellzeichnungen, usw.) werden neben den Originalen auch eine Vielzahl von seinen Werken mittels moderner Medien gezeigt.

In Zusammenarbeit mit dem Rijskmuseum Amsterdam und dem niederländischen Königshaus können wichtige Werke des Malers aus der Zeit von 1932-42 in digitaler Form präsentiert werden.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, den 13.Oktober um 11.15 Uhr statt. Herr Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und die Kuratorin Simone Kern werden die Besucher begrüßen. Dr. Haroun Ayech, Geschäftsführer des Freundeskreises Erwin Bowien e.V., wird die Einführung halten.

Am Samstag, den 12.Oktober findet um 18 Uhr für die Mitglieder des Freundeskreises Erwin Bowien, für die Leihgeber und für die Unterstützer der Ausstellung eine Preview statt. Herr Dr. Haroun Ayech wird durch die Ausstellung führen und einen Überblick über die Aktivitäten des Freundeskreises geben.

Öffnungszeiten: Das Museum hat samstags von 15-18 Uhr und sonntags von 14-18 Uhr geöffnet.

Termine für Sonntagsführungen durch die Ausstellung:
3. Nov, 8. Dez., Treffpunkt um 16 Uhr im Kassenraum
Führungen und Gruppenbesuche außerhalb der Öffnungszeiten auf Anfrage
www.museen-weil-am-rhein.de

Erwin Bowien - Zwischen Geist und Welt
13. Oktober 2013 - 27.Juli 2014
Vernissage: Sonntag, 13. Oktober 2013, 11.15 Uhr

Museum am Lindenplatz
Lindenplatz/Bläsiring
79576 Weil am Rhein
www.museen-weil-am-rhein.de

Montag, 30. September 2013

Festival der Erzähler

Weil am Rhein.- Vom 3. bis 6. Oktober treffen sich in Weil am Rhein rund 40 Mitglieder des Erzähler-Projektes "My Story is your Story", an dem Menschen und Einrichtungen aus Polen,  Portugal, Schweden, Spanien, Türkei, Belgien, England, Frankreich und Weil am Rhein teilnehmen. Das städtische Kulturamt hat das Treffen eingebettet in ein internationales Erzählerfestival, bei dem auch unterschiedliche Sprachen zu hören sein werden. Damit Besucher der Veranstaltungen auch Teilnehmer des europäischen Projektes treffen können, wurden die Veranstaltungszeiten an die Workshop-Zeiten des Treffens angepasst. Das Festival beginnt am Donnerstag, den 3. Oktober um 21 Uhr im Kesselhaus mit einem Griot (Erzähler) aus Gambia: Tormenta Jobarteh wird auf deutsch und englisch mit seinem Programm "Taling, Taling" humorvolle und lehrreiche Geschichten aus der Tradition der Mande-Griots in Gambia und Senegal erzählen und sich selber mit der afrikanischen Harfe, der Kora, begleiten.

Am Freitag, den 4. Oktober folgt um 21 Uhr im Alten Rathaus (Konzertsaal) eine Nacht der Erzähler mit dem Hang-Spieler und Erzähler Tilo Wachter und den Weiler Erzählern Ute Delatorre, Matthias Mross, Brigitte Wittkämper und Tonio Paßlick. Tagsüber werden die Teinlehmer zwischen ihren Workshops um 12 Uhr von Oberbürgermeister Wolfgang Dietz im Rathaus empfangen. Am Samstag, den 5. Oktober wird Ute Delatorre um 9 Uhr und um 12 Uhr in der Buchhandlung Lindow in Alt-Weil und um 10 und 11 Uhr in der Buchhandlung Müller Geschichten erzählen, die mit dem Lesen zu tun haben. Abends um 20 Uhr werden der deutsche Märchenerzähler Hansjörg Ostermayer und der einstige Nomade Charles Aceval auf deutsch und französisch (englisch moderiert) im Alten Rathaus unter dem Titel "Vom Nomadenzelt zur Raketenkaserne" Volkserzählungen und Lebensgeschichten wiedergeben. Gleichzeitig werden die "Nachtnomaden", die Musiker und Schauspieler Frank Klaffke und Sandra Jankowski im Kesselhaus um 20 Uhr zeigen, wie der neue deutsche Chanson authentische Erlebnisse in Musik zwischen Chanson und Pop, Rap, Blues und Ballade verpackt.

Am Sonntag, den 6. Oktober wird Anja Faller unter dem Titel "Prima Klima" beim badenova-Mitmachtheater um 13 und 15 Uhr in einem Zelt auf dem Sparkassenplatz als Clown zum Erzählen und Spielen bringen. Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags werden in einzelnen
Geschäften Geschichten erzählt. Tagsüber bieten Hansjörg Ostermayer und Charles Aceval einen Workshop im Alten Rathaus an, bei dem eigene Erlebnisse in Erzählformen gegossen werden. Und um 20 Uhr wird das Festival abgerundet mit dem sizilianischen Erzähler und Musiker Raffaele Sciortino, der an diesem Abend im Kesselhaus vom Duo "Zart besaitet" mit Andreas Wäldele und Thomas Bergmann begleitet wird.

Alle Informationen zum Festival sind auf der Website www.weiler-erzaehler.de zu finden, nähere Infos zum EU-Projekt unter www.mystoryisyourstory.eu. Es gibt Festivalpässe zu 30,- und 20,- beim
Kulturamt, ansonsten ist die Abendkasse jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung geöffnet.

Mittwoch, 25. September 2013

Markgräfler Musikherbst beginnt




Weil am Rhein.- Mit dem renommierten Bartholdy Streichquintett (Foto) mit fünf international renommierten Musikern um den Cellisten Gustav Rivinius wird der 14. Markgräfler Musikherbst am Sonntag, den 28. September um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche von Alt-Weil eröffnet. Auf dem Programm dieses vom Kulturamt veranstalteten Festivals der Kammermusik stehen Streichquintette von Alexander Zemlinsky, Wolfgang Amadeus Mozart und Anton Bruckner. Karten gibt es im Vorverkauf bei www.reservix.de, den Geschäftsstellen der Tageszeitungen, dem Burghof und der Tourist-Info Weil am Rhein.

Im Mendelssohn-Jahr 2009 entstand bei einem gemeinsamen Konzert der fünf prominenten Musiker Ulf Schneider und Anke Dill (Violinen), Volker Jacobson und Antje Westphal (Violen) und Gustav Rivinius der Wunsch, ein Streichquintett in fester Besetzung zu gründen. Die außergewöhnliche  Qualität des Quintetts wird beim Blick auf die Biografien der einzelnen Musiker deutlich: Ulf  Schneider war 1.Preisträger des Hochschulwettbewerbs in Berlin (1993) und wurde mit dem Kunstpreis der Stadt Kassel ausgezeichnet. 1991 gründete er das Trio Jean Paul, das bei den internationalen Kammermusikwettbewerben in Osaka (1993) und Melbourne (1995) sowie beim Deutschen Musikwettbewerb in Bonn (1995) jeweils mit ersten Preisen und zahlreichen Sonderpreisen ausgezeichnet wurde. Eine Vielzahl von Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentieren seine musikalischen Interessen und die künstlerische Vielseitigkeit. 2001 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Theater in Hannover berufen.

 Anke Dill, in Stuttgart geboren, studierte Violine bei Nora Chastain, Shmuel Ashkenasi, Yair Kless und Donald Weilerstein. Die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Geigerin konzertiert als Solistin und Kammermusikerin in verschiedensten Besetzungen in ganz Europa, Japan, China und Amerika. 2004 wurde sie auf eine Professur für Violine an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart berufen. Volker Jacobsen studierte an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Barbara Westphal. Schon früh beschäftigte er sich intensiv mit Kammermusik und gründete 1989 das Artemis Quartett, dem er bis 2007 angehörte. Nach ersten Preisen beim ARD-Wettbewerb und dem Premio Paolo Borciani entwickelte Volker Jacobsen als Quartettmitglied eine herausragende Karriere, die ihn auf alle großen internationalen Podien führte. Es entstanden CDs sowie zwei Filme des Regisseurs Bruno Monsaigeons. Durch zahlreiche Preise wurde diese Arbeit ausgezeichnet. Er war Professor für Kammermusik an der Universität der Künste Berlin sowie der Chapelle musicale Reine Elisabeth in Brüssel. Seit 2007 bekleidet er eine Professur für Viola an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Barbara Westphal studierte bei Itzhak Perlman und Michael Tree (Guarneri Quartett). Sie ist ARD-Preisträgerin für Solo-Bratsche sowie Busch Preisträgerin. Von 1978 bis 1985 war sie als Mitglied des Delos Quartetts (USA) erste Preisträgerin beim Internationalen Wettbewerb für Streichquartett in Colmar (Frankreich, 1981), mit dem sie nicht nur international konzertierte, sondern auch viele Radioaufnahmen und Schallplatten einspielte. Als Solistin und Kammermusikerin konzertiert sie weltweit. Barbara Westphals zahlreiche Soloaufnahmen dokumentieren ihr Können und ihre Vielseitigkeit. Sie ist Professorin an der Musikhochschule Lübeck.

Gustav Rivinius schließlich wurde 1990 als bisher einziger deutscher Musiker mit dem 1. Preis und der Goldmedaille des Internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs in Moskau ausgezeichnet. Seither
konzertiert er mit zahlreichen renommierten Orchestern im In- und Ausland. Neben seinen Soloauftritten widmet sich Gustav Rivinius leidenschaftlich der Kammermusik. Er gründete das Trio Gasparo da Salò, das Bartholdy Streichquintett und das Tammuz Piano Quartet. Neben der Interpretation des Standardrepertoires widmet sich der Künstler intensiv der zeitgenössischen Musik. Gustav Rivinius hat eine Professur an der Hochschule für Musik Saar inne. Weitere Informationen bei www.markgraefler-musikherbst.de

Dienstag, 17. September 2013

Erzähler-Festival


Charles Aceval; Quelle:Kulturamt Weil am Rhein
Weil am Rhein.- Ein Erzähler-Festival veranstaltet das Weiler Kulturamt Anfang Oktober rund um den Besuch von acht europäischen Partnerstädten eines EU-Projektes, bei dem das Erzählen von Geschichten, Anekdoten oder Erlebnissen im Mittelpunkt steht. Vom 3. bis 6. Oktober treffen sich in  rund 50 Mitglieder des Erzähler-Projektes "My Story is your Story", an dem Menschen und Einrichtungen aus Polen, Portugal, Schweden, Spanien, Türkei, Belgien, England, Frankreich und Weil am Rhein teilnehmen. Das Treffen ist eingebettet in das Festival „Erzählen" des Weiler Kulturamtes vom 3. bis 6. Oktober. Premium-Sponsor ist badenova.

Im Rahmen des Festivals bieten die professionellen Märchenerzähler Hansjörg Ostermayer aus Tübingen und der Franzose Charles Aceval am Sonntag, den 6. Oktober von 9 bis 18 Uhr im Alten Rathaus von Weil am Rhein einen Erzählworkshop für Menschen an, die im Gehörten oft Splitter des eigenen Lebens finden. "Da ging mir's wie im Märchen" lautet der Titel entsprechend. Anmeldungen nimmt das Kulturamt Weil am Rhein unter der Telefon-Nummer +7621 704 412 oder kultur@weil-am-rhein.de entgegen. Die Gebühr für das eintägige Seminar beläuft sich auf € 15,- oder € 10,- für Jugendliche.

Märchen sind dazu da, gelesen und erzählt zu werden. Häufig aber berühren sie eigene Lebenserfahrungen und wecken das Bedürfnis, dieselbe mitzuteilen. So gibt eines das andere: Ein Märchen fördert Autobiographisches zutage, und dieses wiederum steckt die Gemeinschaft zu Erzählrunden an. In dem Seminar wird genauso vorgegangen: Hansjörg Ostermayer und Charles Aceval bringen Kurzmärchen ein. Anschließend erzählt jeder, der Lust hat, aus dem eigenen Leben. An ausgewählten Stellen wird es auch darum gehen, die eigene Erzähltechnik zu verfeinern. Die beiden Profis geben Tipps und Hilfen. Zu den beiden Erzählern und Seminarleitern:

Hansjörg Ostermayer ist einer der wenigen hauptberuflichen Märchenerzähler Deutschlands. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Tübingen nutzte er sein Lehramtsreferendariat für erste Erfahrungen im freien Erzählen. Impulsgebend waren auch zahlreiche Reisen in die inselkeltischen Länder, der Kulturaustausch mit Mitbürgern aus Asien, Afrika und Amerika sowie die Mitarbeit in der Friedens- und Menschenrechtsbewegung. Erfahrungsbereichen wie diesen verdankt er sein breites Erzählrepertoire.

Charles Aceval wurde in den algerischen Hochebenen geboren, an der Schnittstelle des Nordens und Südens, wo die Nomadenstämme im Frühjahr ihre Zelte aufschlagen und sich die städtische Kultur der Sesshaften mit den Traditionen der Beduinen vermischt. Seine Mutter heiratete einen baskisch-stämmigen Siedler, so wuchs er auf in den Traditionen und Überlieferungen der maghrebinischen Nomaden und in der organisierten Welt der französischen Kolonialisten. Eine Kindheit in der Welt der Märchen und der Magie. Seine Schwester Nora Aceval ist seit vielen Jahren in Frankreich eine erfolgreiche Märchenerzählerin und Autorin zahlreicher Bücher.

Bei der vhs Weil am Rhein läuft seit Beginn des Jahres ein Englisch-Sprachkurs zum gleichen Thema. Teilnehmer aus Weil am Rhein haben bislang Treffen bei Danzig, Antwerpen, Porto und Haparanda besucht. Am Freitag und Samstag werden bei Workshops Erzählstoffe ausgetauscht, nachmittags Besichtigungen und Exkursionen organisiert. Die Veranstaltungen sind ein Angebot an die Teilnehmer der Treffen und die Öffentlichkeit in der Region.

Mehr zum Programm




Freitag, 6. September 2013

Foto: Vitra Design Museum
Weil am Rhein.- Wie kaum ein anderes Medium hat das elektrische Licht im letzten Jahrhundert unseren Lebensraum revolutioniert. Es veränderte unsere Städte, schuf neue Lebens- und Arbeitsformen und wurde zum Motor des Fortschritts für Industrie, Medizin und Kommunikation. Ausgelöst durch neue Lichttechnologien, zeichnet sich in der Welt des künstlichen Lichts heute ein tiefgreifender Wandel ab. Dieser Entwicklung wid-met das Vitra Design Museum nun die Ausstellung »Lightopia«. Es ist die erste Aus-stellung, die das Thema Lichtdesign umfassend präsentiert – mit Beispielen aus Kunst, Design, Architektur und vielen anderen Disziplinen.

»Lightopia« umfasst etwa 300 Werke, darunter zahlreiche Ikonen aus der bislang noch nie öffentlich gezeigten Leuchtensammlung des Vitra Design Museums, etwa von Wilhelm Wagenfeld, Achille Castiglioni, Gino Sarfatti und Ingo Maurer. Andere Exponate veranschaulichen die performative Kraft des Lichts, etwa der berühmte »Licht-Raum-Modulator« von László Moholy-Nagy oder die spektakuläre Rekonstruktion einer Diskothek von 1968, die ganz aus transluzentem Plexiglas gefertigt ist. Im Zentrum stehen jedoch Entwürfe heutiger Designer und Künstler wie Olafur Eliasson, Troika, Chris Fraser, Front Design, Joris Laarman, realities:united und mischer’traxler, die neue Möglichkeiten der Gestaltung mit Licht veranschaulichen. Unter den Exponaten sind zahlreiche interaktive und begehbare Installationen, in denen der Besucher die archaische Kraft des Lichts selbst erleben kann.

Aus dem Dialog der ausgestellten Werke entsteht in der Ausstellung »Lightopia« ein Panorama des Lichtdesigns – von den Anfängen der Industriegesellschaft bis hin zu Visionen, die unsere Zukunft be-stimmen werden. Der Blick auf die Geschichte des Lichtdesigns schärft dabei nicht zuletzt den Blick auf die heutigen Umbrüche. Waren in den letzten 100 Jahren etwa neue Kunststoffe, farbiges Licht oder Halogen-Leuchten Triebfedern für neue Entwürfe, so sind es heute die Digitalisierung oder die OLED-Technologie. Sie haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich Licht immer stärker vom klassi-schen Objekt der Leuchte löst, dass es in der Textilien oder Fassaden integriert werden kann und dass es eine völlig neue Bedeutung als raumbildende Kraft erhält. Ausgehend von diesen Veränderungen, betrachtet die Ausstellung aber auch die Fragen, die heute in den Fokus rücken: Wie können Designer, Künstler und Architekten Licht so einsetzen, dass es unsere Ressourcen schont? Wie kann mit dem Probem einer Überflutung mit Licht (light pollution) umgegangen werden?

Mit ihrem interdisziplinären Ansatz zeigt die Ausstellung »Lightopia«, wie Lichtdesign die Lebensräume der Moderne geprägt hat, untersucht den gegenwärtigen Paradigmenwechsel und stellt sie ihn einen größeren kulturgeschichtlichen Zusammenhang. Kuratorin Jolanthe Kugler sagt dazu: »›Lightopia‹ ist die erste Ausstellung, die die Gestaltung von Licht nicht nur in Teilaspekten – wie etwa Lichtkunst der Leuchtendesign – aufgreift, sondern die verschiedenen Facetten des Lichtdesigns zusammenbringt und mit aktuellen Debatten verknüpft«.

»Lightopia« wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Vorträgen,  Diskussionen, Symposien und Workshops mit namhaften Künstlern, Designern und Wissenschaftlern. Unter den Gästen sind Michele De Lucchi, Ben van Berkel, Winy Maas/MVRDV, Rogier van der Heide, Troika, mi-scher‘traxler und viele andere. Zur Ausstellung erscheint ein ca. 300-seitiger Katalog in drei Bänden mit über 300 Abbildungen. Zu den Autoren zählen internationale Design und Lichtexperten wie Peter Wei-bel, Sidney Perkowitz, Hartmut Böhme und Bart Loomtsma.

Im Anschluss an die Präsentation im Vitra Design Museum wird die Ausstellung in weiteren Museen weltweit gezeigt.

Öffnungszeiten: Täglich: 10 – 18 Uhr (24. Dezember 2013 bis 14 Uhr)

Lightopia
28.09.2013 – 16.03.2014

Vitra Design Museum,
Charles-Eames-Straße 2,
D-79576 Weil am Rhein
T +49.7621.702.3200,
info@design-museum.de,
www.design-museum.de

Montag, 29. Juli 2013

Spätromantik am Oberrhein

August Bauer, 1905, Weil, Öl auf Leinwand

Weil am Rhein.- Das derzeitige Ausstellungsprojekt in der städtischen Galerie Stapflehus in Weil am Rhein, das als Kooperation zwischen den Geschwistern Christina Blome und Dr. Karl Schweizer und dem Weiler Kulturamt sowie der Weiler Trachtensammlerin Paula Röttele bietet die öffentliche Vorstellung von bislang noch nie öffentlich gezeigten 90 Kunstwerken des in Weil am Rhein aufgewachsenen Künstlers August Bauer.

Gottlieb August Bauer (1828 – 1913) gilt als einer der bedeutendsten Künstler aus Weil am Rhein. Am 21. Februar 1828 erblickte er das Licht der Welt. Sein Vater Lorenz Bauer war Gemeinderechner und Metzgermeister. Über die Mutter, Anna Maria Bauer (geborene Röschard), sind die Geschwister Dr. Karl Schweizer und Christina Blome sowie ihr Cousin Hansjörg Wöhrle mit dem Künstler verwandt. Zum 100. Todestag von August Bauer stellen die Nachfahren nun ausgewählte Ölgemälde, Zeichnungen und Schriften aus dem Nachlass des Künstlers aus. Schon in frühester Kindheit wurde den Geschwistern und ihrem Cousin immer wieder eingeschärft, dass sie beim Spielen auf die Bauer-Bilder achtgeben sollen. Der Nachlass des Künstlers ging über Bauers Patentochter, Elisabeth-Charlotte von Förster, in den Besitz Schweizer-Wöhrle. Die Nachkommen machen somit die Werke quasi als Hommage an ihre Mütter einer breiteren Öffentlichkeit in Weil am Rhein zugänglich. Die meisten Exponate waren noch nie öffentlich zu sehen.

Das Kulturamt der Stadt Weil am Rhein war sofort von der Idee einer Ausstellung zum hundertsten Todestag von August Bauer (16. Februar 1913) begeistert. Es schlug dann auch eine Kombination der auf vielen Porträts dargestellten Markgräfler Trachten mit historischen Originalen vor und bat Paula Röttele darum, einige Beispiele an Trachten aus der Sammlung der rührigen Markgräfler Trachtengruppe auszustellen. Die Landschaften und Porträts aus dem großen Schaffen des Künstlers treffen nun in einem Gebäude auf die Trachten, das selber für die Geschichte des einstigen Dorfes Weil steht. Sabine Theil hat im Auftrag des Kulturamtes die Koordination der Ausstellung vor Ort übernommen. Die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung und des begleitenden Katalogs wurden von Christine Cuennet und Diana Blome realisiert. Der Katalog enthält Beiträge über Leben und Werk von August Bauer von Diana Blome, Prof. Dr. Peter Blome, Christine Cuennet und Dr. Karl Schweizer.

„In August Bauers Werken finden wir eine einzige schöne, liebliche Welt, voll Sonne und Reben, glitzerndem Rhein und Poesie. Aber auch besinnliche und nachdenklich machende Himmelsstimmungen vermochte er gekonnt auf Leinwand zu bannen. Zu Lebzeiten von August Bauer war die Gesellschaft auf dem Dorf noch geprägt von einer strengen Erziehung; Sitte und Gehorsam waren angesagt“. Dies sind die Worte der Geschwister Blome-Schweizer, welche im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung einladen und meinen, das Eintauchen in Bauers Werke tue der Seele gut. Nachdem Bauer 1850 in die Schweiz emigriert war, um sich dem Kriegsdienst in der großherzoglich-badischen Armee zu entziehen, studierte er von 1853 – 1864 im Münchner Kunstverein. Nach seiner Rückkehr aus München lebte August Bauer bis zu seinem Tod in seinem Heimatort Weil.

Bauer malte in erster Linie Porträts und Landschaften. Er liess sich von der damals führenden Münchner Schule inspirieren. Die klassischen Landschaftsbilder von August Bauer sind klar in Vorder-, Mittel- und Hintergrund aufgeteilt. Figuren werden oft nur als Staffage eingesetzt. Weil am Rhein und Umgebung werden dann idyllisch und idealisiert dargestellt. Die friedlichen Stimmungen erinnern an Landschaftsmaler aus dem 17. Jahrhundert wie Claude Lorrain oder Nicolas Poussin. Die Ausstellung ist aber keineswegs auf idealisierte Landschaftsbilder beschränkt. Man nannte August Bauer schließlich auch „Gewitterbauer“. Wolken, Wind und Wetter sind immer wiederkehrende Sujets im Werk Bauers. Bauers Interesse an Himmel, Luft und Wolken zeigt sich oft in tiefliegenden Horizonten und erinnert an die holländische Landschaftsmalerei aus dem 17. Jahrhundert. Auch der Einfluss der Romantik ist in mehreren Werken Bauers deutlich sichtbar. So z.B. in einem Ölgemälde, welches eine mit Sträuchern und Gras bedeckte Ruine in der Abendröte zeigt. Schließlich lassen Bauers Landschaften auch eine Hinwendung zum Naturalismus erkennen. Die damals neue Landschaftsmalerei in München, später bekannt unter dem Namen intime Landschaft oder paysage intime, implizierte ein neues Verhältnis zwischen dem Künstler und der Natur. Im Gegensatz zur Landschaft der Romantik, in der die Natur die Gemütsstimmung des Malers widerspiegelte, kehrte die intime Landschaft dieses Verhältnis um. Eine möglichst natürliche Wiedergabe der Landschaft wurde angestrebt.

Auch in seiner Porträtmalerei lässt sich August Bauer von verschiedenen Tendenzen und Strömungen beeinflussen. Am Anfang seiner Künstlerkarriere verpflichtete er sich noch der klassizistischen Porträtmalerei, welche in Deutschland bis Mitte des 19. Jahrhunderts populär war. Nach dem romantischen Vorbild kombinierte Bauer später Porträts mit der Gattung der Landschaftsmalerei. Das helle Inkarnat der Gesichter hebt sich deutlich von den hügeligen Landschaften ab, welche in dunklem Kolorit gehalten sind. Auch die im Biedermeier großgeschriebenen weiblichen Tugenden „Unschuld“, „Sanftmut“ und „Frömmigkeit“ dominieren manche seiner Frauenbildnisse. Mit dem Studium im Münchner Kunstverein begann Bauers Hinwendung zum Realismus. Schönheit war nicht mehr die wichtigste Eigenschaft des Porträts, sondern man wollte die Wirklichkeit zeigen. Es ging um das Abbild einer Persönlichkeit. Bauer hat mit verschiedenen Malrichtungen experimentiert und fand schließlich seinen eigenen Porträtstil.

Die breite künstlerische Palette der Werke von Bauer mag mit der Vielfältigkeit der deutschen Malerei im 19. Jahrhundert zusammenhängen. Das 19. Jahrhundert repräsentiert, im Gegensatz zu früheren Epochen, keine stilistisch einheitliche Periode mehr. Die Loslösung vom Ancien régime war ein Umbruch und bedeutete nicht nur eine soziale Umstrukturierung, sondern forderte auch eine totale Neuordnung des Kunstschaffens. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Künstlers unter dem deutlich erkennbaren Einfluss der Münchner Schule. Landschaften, welche Weil und Umgebung zeigen sowie die vielen Damen in der Markgräfler Tracht, machen Bauers Kunst für die Region zum wichtigen kulturellen Erbe und Andenken an frühere Zeiten und lokales Kunstschaffen.

Der Katalog zur Ausstellung ist während der Öffnungszeiten im Stapflehus und im Museum am Lindenplatz erhältlich.

Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 8. September, jeweils samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Spätromantik am Oberrhein
Werke von August Bauer
bis 8. September

Galerie am Stapflehus
Bläsiring 10,
79576 Weil am Rhein
Telefon: 07621 79656
www.stapflehus.de/home/h.htm

Freitag, 26. Juli 2013

Inspiration Vernacular


Kassena Plot, Burkina Faso. Foto: Deidi van Schaewen
Weil am Rhein.- Lehmhütten, Holzbauten, Steinhäuser – weltweit haben sich Architekturen entwickelt, die perfekt an ihre Umgebung, das Klima und die verfügbaren Materialien angepasst sind. Mit zunehmendem Bewusstsein für nachhaltiges Bauen und regionale Traditionen werden diese Bauformen als Inspirationsquelle wiederentdeckt. Diesem Phänomen widmet sich die Ausstellung «Learning from Vernacular» im Vitra Design Museum Weil am Rhein ab 10. August

. Sie zeigt ausgewählte Beispiele traditioneller Architektur und stellt zeitgenössische Architekten vor, die daraus neue, faszinierende Bauformen ableiten.

Die Beispiele traditioneller Architektur in der Ausstellung stammen unter anderem aus Südafrika, Ägypten, China, Malaysia oder Kamerun. Ihre Bauweisen reichen von Lehmarchitektur über spektakuläre Holzbauten und Hofhäuser bis zu tunnelartigen Konstruktionen aus Palmgras. Die gezeigten Projekte aktuellen Datums greifen lokale Baustoffe auf oder befassen sich mit sozialen und architektonischen Herausforderungen verschiedener Regionen.

Beispiele hierfür sind die Wohnprojekte des Rural Studio der Auburn University in Alabama, die Kollaborationen zwischen Handwerkern und Architekten des indischen Studio Mumbai, die Arbeit der Architektin Carin Smuts in südafrikanischen «Townships» oder die Bambusstrukturen des kolumbianischen Architekten Simón Vélez. Filme, Fotografien und Pläne verdeutlichen die jeweilige Gebäudekonstruktion und lassen den Alltag ihrer Bewohner lebendig werden.

Mit insgesamt 40 Modellen, die durch ihre Detailtreue bestechen, vermittelt die Ausstellung gleichsam ein Panorama der Weltarchitektur. Dabei wird deutlich, dass es jenseits der hierzulande bekannten Baumaterialien eine Vielfalt anderer Werkstoffe und Konstruktionsformen gibt. Sie existieren abseits des kommerziellen Weltmarkts und werden zuweilen von Generation zu Generation weitergegeben. Oft sind dabei die sozialen Funktionen der Architektur genauso wichtig wie Ästhetik oder Ökonomie. Dank der vielen Beispiele an nachwachsenden Rohstoffen und energieneutralen Lösungen bietet «Learning from Vernacular» nicht zuletzt zahlreiche Anregungen für nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen.

«Learning from Vernacular» entstand auf der Basis einer umfassenden Sammlung der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Sie enthält über 700 Modelle im Maßstab 1:20 sowie zahlreiche Dokumente. Die Sammlung ist wiederum Teil des «Archiv des Modernen Bauens», dessen Leiter Pierre Frey auch Kurator von «Learning from Vernacular» ist. Zum Titel der Ausstellung, der sich auf Robert Venturis berühmten Wahlspruch der postmodernen Architektur – «Learning from Las Vegas» – bezieht, sagt Frey: «Das Wort »vernacular« kommt aus dem römischen Recht. Alles was innerhalb eines Haushalts für den eigenen Verzehr oder Verbrauch produziert wurde und weder zum Verkauf noch zum Tausch gedacht war, wurde als »vernacular« beschrieben.»

Aufgrund von Umbauarbeiten im Hauptgebäude des Vitra Design Museums wird die siebenwöchige Ausstellung im Dome auf dem Vitra Campus gezeigt. Dieser Bau wurde von Buckminster Fuller und T.C. Howard entworfen und zeigt, dass sich auch die Architektur der letzten Jahrzehnte immer wieder durch traditionelle Bauformen inspirieren ließ. Er basiert auf einer Zeltkuppel, deren Prinzip Buckminster Fuller nach der Konstruktionsweise sogenannter «geodätischer Strukturen» optimierte. In der Nachkriegszeit wurden Fullers «geodesic domes» weltweit bekannt. Der Dome auf dem Vitra Campus stammt von 1975 und wurde im Jahr 2000 unweit des Vitra Design Museums aufgestellt.

Eine Ausstellung der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), der Association pour un Centre Architecture Anthropologie Territoire (ACAAT) und der Domaine de Boisbuchet, Centre International de Recherche et d’Education Culturelle et Agricole (C.I.R.E.C.A).


Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr

Learning from Vernacular
10. August bis 29. September 2013

Vitra Design Museum
Charles Eames-Strasse 1
D-79576 Weil am Rhein
T: 0049 (0)7621 7023-200
info-weil@design-museum.de
www.design-museum.de

Mittwoch, 17. Juli 2013

Als eines der Highlights gastiert am zweiten Abend vor dem Film "Life of Pi" die
international gefragte Gruppe von Raffaele Sciortino im Kieswerk Weil am Rhein
Weil am Rhein.- Auf zwei Bühnen spielen beim Kino-Ereignis Kieswerk Open Air in Weil am Rhein vom 25. Juli-4. August an allen Abenden Live-Bands, manchmal zwei hintereinander, oft als erste Performance eines neuen Programms oder als einmaliges Gastspiel in der Region. Immer wieder werden Überraschungen
präsentiert, wenn Musiker um die Kieswerk Combo mit Gerd Maier, Rainer Müller, Bernd Argast, George Ricci, Werner Stoll, Dieter Steininger oder in anderenZusammensetzungen miteinander jazzen oder neue junge Formationen vorgestellt werden.

Seit zwei Jahren ist die Gruppe Jazzlong mit Günter Berger am Saxophon, Bernd Herzog an der Gitarre, Ingo Fräulin am Schlagzeug und der Sängerin Jutta Kaltenbach beim Festival zu hören. Zum zweiten Mal tritt - und das gleich beim Eröffnungsabend - das Trio "Zwieton" mit der Sängerin Lea Kasper auf. Die Freiburger Jazzhaus Bigband um den bekannten Trompeter Gary Barone oder Steve Husting mit seinem Trio, die "Bänd" mit Wolfgang Fischer an der Gitarre, Ludwig Vieser am Bass, Andreas Adler am Schlagzeug, Rainer Krebs am Klavier und Sängerin Karin Baumhauer und Lukas Spannbauer mit seiner jungen Band, Kerstin Schneider und andere Sänger, Songwriter und Bands treten genauso auf einer der beiden Bühnen auf wie Henry Uebel, der in diesem Jahr einen Song-Workshop initiiert.

Als eines der Highlights gastiert am zweiten Abend vor dem Film "Life of Pi" die international gefragte Gruppe von Raffaele Sciortino: „Pate, Pasta, Tarantella“ steht für ein musikalisches Bühnenprogramm der Extrasorte: „Sinnlich weich, humorvoll verträumt realistisch und zugleich frech charmant“, schreibt die Presse über ihn. Das sind Worte, die nur annähernd die Vielseitigkeit des Mannes beschreiben, der  sich auf eine humoresk musikalischen Reise begibt, um der „Dolce vita“ als Lebensmotto zu folgen. Mit witzigen Anekdoten und erzählerischem Schauspiel besteht das Programm des aus Corleone stammenden
Italo-Schweizers nicht nur aus bekannten italienischen, sizilianischen, calabresischen und eigenen Liedern rund um das Thema „la famiglia“, es sind seine kleinen amüsanten Geschichten (über das Familienleben in Corleone oder seine Erlebnisse als Sizilianer in der schönen Schweiz und im großen Deutschland) die das Programm zu einem herzhaften Erlebnis werden lassen.

Wie eine Speisekarte der besten Trattorias Siziliens lesen sich die Namen der Musiker des "Trio Korrupti", mit denen Raffaele jedes Konzert auch zu einem musikalischen Großereignis werden lässt:Jan Baruschke (ehem. Erster Geiger aus dem Andre Rieu Orchester) spielt Geige;  Prof. Hans Georg Spiegel am Akkordeon (Akkordeonspieler und Professor an der Musikhochschule Hamburg); Frank Naruga an
der Gitarre. Weitere Überraschungen sind geplant…Keine Überraschung ist dagegen das Mitwirken von Trompeter Skotty, der auch beim Bläserfestival das Publikum mit seinem trockenen Ruhrpott-Humor und seiner virtuosen Musik unterhalten hat.

Kieswerk Open Air 2013 im Dreiländergarten Weil am Rhein
Filme, Kunst, Live- Musik: 25. Juli-4. August
 Einzeleintritt € 8,- |  Festivalpass € 40,-
http://www.kieswerk-open-air.de/


Dienstag, 25. Juni 2013

Dreimal open air auf zwei Bühnen

GlasBlasSing-Quintett ist einer der Höhepunkte des Festivals in Weil am Rhein
Weil am Rhein.- Bläserfestival zum ersten mal an drei Abenden open air: nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre hat das Kulturamt der Stadt Weil am Rhein Konsequenzen gezogen. Das internationale Bläserfestival wird künftig von Donnerstag, 27. Juni, bis Samstag an drei Abenden ab 18 Uhr auf zwei Bühnen und auf der abends für den Durchgangsverkehr gesperrten Hauptstraße Programm anbieten, aber nicht mehr nachmittags und nicht mehr am Sonntag. In diesem Jahr sind vor allem temperamentvolle Bands von Ska bis Polka angesagt und einige internationale Blues-Gruppen. Am Sparkassenplatz und auf dem Rathausplatz entstehen bei den beiden Bühnen Fest-Dörfer mit zahlreichen Speise- und Getränkeangeboten. Auf dem Sparkassenplatz kann deshalb ab Mittwoch-Vormittag bis Sonntagnacht nicht geparkt werden, dafür stellt das Kulturamt die Tiefgarage in diesem Zeitraum kostenfrei zur Verfügung. Der Wochenmarkt wird am Samstag auf die Schillerstraße verlegt. Ansonsten bleiben die Schillerstraße und die Hauptstraße bis 17 Uhr für den Verkehr frei.

Mit mehreren Highlights wird das Bläserfestival in der Weiler Innenstadt bereits am Donnerstag, den 27. Juni um 19 Uhr auf der Sparkassen-Bühne von Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und Ulrich Feuerstein, dem Vorstandsvorsitzenden des präsentierenden Sponsors Sparkasse Markgräflerland eröffnet: Auf der Sparkassen-Bühne spielen nach der Stadtmusik Weil am Rhein die "Busters", die wohl bekannteste Ska-Gruppe Deutschlands. Auf der Weindorf-Bühne wird während des Konzertes der Bigband House of Music um 190:30 Uhr das Weindorf mit der badischen Weinkönigin eröffnet. Die fernsehbekannte Musik-Comedy mit dem GlasBlasSing-Quintett ist einer der Höhepunkte des Festivals. Das heißt "Best Of Flaschenmusik" oder "Das Fetzigste vom Liedgut auf Leergut". Eine vielseitige, aber vor allem unterhaltsame und zum Teil fetzige Mischung internationaler Bläsermusik. Als Marching-Bands sind am Donnerstag das Sextett "Crazy Men" und Skotty, der Trompete spielende Eisverkäufer zu sehen und zu hören.

Die Jazznight am Freitag präsentiert gleich mehrere Highlights mit der französischen Band "Malted Milk" aus Nantes und der Tommy Schneller-Band aus Osnabrück. Zuerst stehen aber ab 18 Uhr auf der Weindorfbühne die Gruppe "Groove'njoy" unter Leitung von Christian Leitherer, das Trio "Hot Threesome Stompers" und auf der Sparkassebühne "Chicago Notes" auf. Auf der Straße unterhalten die 18köpfige Funky Marching Band, Skotty, die Suuri Mögge und die Castelgroove Festival Brass Band.

Am Samstag sind die "Polkaholix" aus Berlin, Frank Löseke's Blues Gang mit den Löseke Horns aus Hannover  und "Jeremy's Blues Attack die Highlights. Eröffnet wird das Bühnengeschehen jeweils um 18 Uhr mit der Bond's Bigband der Musikschule und der Band Wacky Flash auf der Sparkassenbühne und die Stadtmusik Hüningen auf der Weindorf-Bühne.  Sie und Skotty und die Marchingband Suuri Mögge verwandeln die Weiler Innenstadt mit dem Weindorf auf dem Rathausplatz bei freiem Eintritt in das Mekka der Bläsermusik.

Viele weitere Informationen stehen auf der Website www.blaeserfestival.de

Sonntag, 10. März 2013

String-Time

Weil am Rhein.- Mit Joe Louis Walker und Jean-Jaques Milteau gastieren zwei der innovativsten und außergewöhnlichsten Musiker der aktuellen Bluesszene am Freitag, den 15. März um 20 Uhr in Weil am Rhein. Unterstützt werden sie bei ihrem Auftritt im Haus der Volksbildung vom Gitarristen Manu Galvin, der schon viele Jahre in der Band von Jean-Jacques Milteau ist und der in der Vergangenheit für Stars wie Jane Birkin oder Maxime Le Forestier gearbeitet hat. Als Support-Band spielen Mr Blue & The Tight Groove aus der Schweiz. Das Konzert wird veranstaltet vom Städtischen Kulturamt und der Gruppe exbluesive und ist gleichzeitig das Auftaktkonzert für das Festival "String Time".

Joe Louis Walker ist Jahrgang 1949 und mit dem Blues eines T-Bone Walkers oder B.B. Kings aufgewachsen. Unter diesem Einfluss begann er als 14-jähriger, Gitarre zu spielen. Später freundete er sich mit Mike Bloomfield an, der ihn in den 60ern in die Bluesszene der Bay-Arena einführte. Hier eröffnete er für Stars wie Earl Hooker, Freddy King, Mississippi Fred McDowell oder Lowell Fulson, die auch wiederum Vorbild für Joe's Gitarrenspiel wurden. Anerkennung fand sein Werk nicht zuletzt beim Blues-music award (dem ehemaligen Handy-Award), den er mehrfach gewann und der als die bedeutendste Auszeichnung im Blues gilt. Als Gitarrist wurde ihm zudem für das Album "James Cotton - Deep down in the blues" ein Grammy verliehen.

Jean-Jacques Milteau entdeckte die Mundharmonika 1960 über Künstler aus der Folk- und Rockbewegung wie Bob Dylan oder die Rolling Stones. Der virtuose Musiker probierte verschiedene Stilrichtungen aus: von Blues über die Musette und andere Formen der französischen populären Unterhaltungsmusik bis hin zum Jazz. Außerdem coverte er Francis Cabrel, Claude Nougaro oder Michel Jonasz. Auch die „Enfoirés“ haben ihn bereits im Rahmen ihres jährlich im Fernsehen übertragenen Benefizkonzerts für die „Restaurants du Coeur“ mit seinem abwechslungsreichen Repertoire auf die Bühne geholt. Für sein 2001 erschienenes Album „Memphis“ wurde er mit dem französischen Musikpreis „Victoire de la Musique“ für das beste Bluesalbum ausgezeichnet.

Karten gibt es im Vorverkauf bei www.reservix.de und den entsprechenden Vorverkaufsstellen wie den Lokalzeitungen oder der Tourist-Info. Weitere Informationen unter www.exbluesive.de, www.weiler-bluesnacht.de oder www.festival-string-time.de

Dienstag, 12. Februar 2013

Architekt des Archaischen

Parlamentsgebäude in Dhaka, Bangladesch. Louis Kahn, 1962–83; © Raymond Meier
Weil am Rhein.- Der amerikanische Architekt Louis Kahn (1901-1974) gilt als einer der großen Baumeister des 20. Jahrhunderts. Mit komplexen Raumkompositionen und einer meisterhaften Licht-Choreographie schuf Kahn Bauten von archaischer Schönheit und universaler Symbolkraft. Zu seinen wichtigsten Werken gehören das Salk Institute im kalifornischen La Jolla (1959-65), das Kimbell Art Museum im texanischen Fort Worth (1966-72), das Indian Institute of Management in Ahmedabad (1962-74) und das Parlament von Bangladesch in Dhaka (1962-83). Ab 23. Februar zeigt das Vitra Design Museum in Weil am Rhein eine Ausstellung zu seinen Arbeiten.

Die erste Kahn-Retrospektive seit zwei Jahrzehnten umfasst eine noch nie präsentierte Vielfalt an Architekturmodellen, Originalzeichnungen und Reiseskizzen, Fotos und Filmen. Dabei werden alle wichtigen Projekte Kahns ausführlich dokumentiert – von seinen frühen Stadtplanungen und Einfamilienhäusern bis zu monumentalen Spätwerken wie dem Roosevelt Memorial (1973-74), das im Oktober 2012 posthum fertiggestellt wurde.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören ein vier Meter hohes Modell des spektakulären City Tower für Philadelphia (1952-57) sowie nie gezeigte Filmaufnahmen von Nathaniel Kahn, dem Regisseur des Films «My Architect». Bereichert wird der Blick auf Kahns architektonisches Schaffen durch eine Auswahl von Reisezeichnungen, die einen neuen Blick auf Kahns künstlerische Tätigkeit werfen. Interviews mit Architekten wie Frank Gehry, Renzo Piano, Peter Zumthor oder Sou Fujimoto unterstreichen die heutige Bedeutung von Kahns Werk, das mit dieser Ausstellung wieder entdeckt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird.

Begleitend zu «Louis Kahn – The Power of Architecture» organisiert das Vitra Design Museum ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Gästen wie Nathaniel Kahn, Charlie Koolhaas, Doshi Levien, Studio Mumbai und vielen mehr. In der Vitra Design Museum Gallery wird vom 1. Februar bis zum 26. Mai 2013 eine Ausstellung des deutschen Fotografen Thomas Florschuetz gezeigt. Sie präsentiert großformatige Aufnahmen von Bauten Louis Kahns, von Oscar Niemeyers Brasilia sowie vom Neuen Museum und dem Palast der Republik in Berlin.

Zur Ausstellung ist ein 350-seitiger Katalog mit über 500 Abbildungen und Beiträgen namhafter Kunst- und Architekturhistoriker wie Stanislaus von Moos, William J. R. Curtis, Eeva-Liisa Pelkonen oder Neil Levine erschienen. Die Ausstellung ist eine Kooperation des Vitra Design Museums mit den Architectural Archives der University of Pennsylvania, Philadelphia und dem Netherlands Architecture Institute, Rotterdam.


Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr

Louis Kahn – The Power of Architecture
23. Februar bis 11. August 2013

Vitra Design Museum
Charles Eames-Strasse 1
D - 79576 Weil am Rhein
0049 (0)7621 7023-200
info-weil@design-museum.de
www.design-museum.de


Dienstag, 29. Januar 2013

Eine Kiste voller Muster

Ein Ausschnitt aus dem Lebenswerk von Jakob Kaufmann, das mehrere hundert Dessins umfasst.

Weil am Rhein.- Das Museum ist klein, aber fein, die Exponate für die derzeitige Sonderausstellung stammen aus einer alten Holzkiste, die durch Zufall an das Museum Weiler Textilgeschichte gelangte. Außer ein par weniger Anhaltspunkte lieferte die geheimnisvolle Kiste keine Informationen über die Person, die so bezaubernde Stoffdessins geschaffen hat. Mit viel Spürsinn und Geduld wurde die Biografie des Musterzeichners rekonstruiert. Am Sonntag, den 3. Februar 2013 hat das Museum Weiler Textilgeschichte offen. Von 14-17 Uhr ist die ehemaligen Schreinerei und Schlosserei der Seidenstoffweberei Robert Schwarzenbach für die Besucher geöffnet. Zahlreiche, interessante Objekte, Bilder und Modelle erzählen von der Geschichte der Textilindustrie in Weil am Rhein, die 1880 mit der Gründung eines ersten Färbereibetriebs ihren Anfang nahm.

Die Sonderausstellung "Eine Kiste voller (Stoff-) Träume - Jakob Kaufmann, Dessinateur (1845-1929)" zeigt eine kleine Auswahl aus dem Lebenswerk des Musterzeichners Jakob Kaufmann. Stoffmusterzeichnungen aus der Zeit von 1865-1912 sind zu sehen, zudem einige Skizzen, Vorzeichnungen mit Bleistift und sogar gedruckte Stoffproben.

Jakob Kaufmann lebte und arbeitete in Lörrach. Seine Schaffenszeit fiel in in eine Epoche, in der Ideenreichtum der Musterentwerfer nicht nur unmittelbar in unserer Nachbarschaft - in der Lörracher Manufaktur Koechlin, Baumgartner & Cie (KBC), sondern besonders in der Stoffdruck-Hochburg Mulhouse gefragt war.

Die Ausstellung zeigt zum einen die persönliche Seite des Musterzeichners Jakob Kaufmann, aber auch den historischen Kontext eines interessanten Berufszweiges.

Die Ausstellung wird bis zum 7. Juli 2013 verlängert. Öffnungszeiten: Jeden 1. Sonntag im Monat       14.00-17.00 Uhr, und bei Wochenendveranstaltungen

Eine Kiste voller (Stoff-) Träume
Jakob Kaufmann, Dessinateur (1845-1929)

Museum Weiler Textilgeschichte
Am Kesselhaus 23
79576 Weil am Rhein
+49 (0)7621 792219
www.museen-weil-am-rhein.de/textilmuseum.html

Dienstag, 4. Dezember 2012

Eine enge Verbindung

Ray und Charles Eames, Quelle: Vitra Desgin Museum
Weil am Rhein.- Die Designerin Ray Eames hat zusammen mit ihrem Mann Charles ein breit gefächertes Werk geschaffen, dessen Bedeutung in der Designgeschichte einmalig ist. Am 15. Dezember 2012 würde Ray Eames 100 Jahre alt.

Anlässlich der Feierlichkeiten um den runden Geburtstag der Designerin treffen sich Eames Demetrios und Rolf Fehlbaum am 14. Dezember 2012 zu einem Gespräch über das Werk von Ray Eames und ihre Beziehung zu Vitra im Design Museum in Weil am Rhein. Beleuchtet wird neben der engen Zusammenarbeit auch die tiefe Freundschaft, welche die Familien Eames und Fehlbaum verbindet.

Anknüpfend an die Denktradition von Charles & Ray Eames, die die Haltung der Firma Vitra in vielerlei Hinsicht geprägt haben, steht die Langlebigkeit der Produkte im Zentrum des Beitrags von Vitra zu einer nachhaltigen Entwicklung, kurzlebiges Styling wird vermieden. Am deutlichsten wird das an den Klassikern, die über Jahrzehnte aktuell und in Gebrauch bleiben, mehrmals den Besitzer wechseln und sogar in einer Sammlung landen können. "Mit der Nachhaltigkeit ist es wie mit der Moral: Man soll sie leben, aber wenig darüber reden. Unsere Wurzeln im Design der Moderne machen den ersten Schritt einfach: Produkte, die alles Überflüssige weglassen und lange leben." Das sagte Rolf Fehlbaum, Chairman Vitra, einmal

Nach dem Gespräch ehrt Vitra die Designerin mit der feierlichen Einweihung der Ray-Eames-Strasse, die künftig das VitraHaus mit der Charles-Eames-Strasse verbinden wird. Zusätzlich zeigt das Vitra Design Museum die neu erworbene Plywood-Skulptur von Ray und Charles Eames, die im September 1942 das Cover des Magazins „Arts and Architecture“ zierte und die Sammlung des Museums um ein bedeutendes Werk erweitert.

Das Vitra Design Museum zählt zu den führenden Designmuseen weltweit. Es erforscht und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Designs und setzt diese in Beziehung zu Architektur, Kunst und Alltagskultur. Im Hauptgebäude von Frank Gehry präsentiert das Museum jährlich zwei große Wechselausstellungen. Parallel dazu werden in der Vitra Design Museum Gallery, dem Ausstellungsraum nebenan, kleinere Ausstellungen gezeigt. Grundlage der Arbeit des Vitra Design Museums ist eine Sammlung, die neben Schlüsselstücken der Designgeschichte auch mehrere bedeutende Nachlässe umfasst (u.a. von Charles & Ray Eames, George Nelson, Verner Panton und Alexander Girard). Die Museumsbibliothek und das Dokumentenarchiv stehen Forschern auf Anfrage zur Verfügung. Die Ausstellungen des Museums sind als Wanderausstellungen konzipiert und werden weltweit gezeigt. Auf dem Vitra Campus werden sie um ein vielfältiges Begleitprogramm aus Events, Führungen und Workshops ergänzt.

Vor kurzem ist zudem der „Design Circle - Freunde des Vitra Design Museums e. V.“ gegründet worden. Er bietet Freunden und Förderern die Möglichkeit, an der Arbeit des Museums teilzuhaben, sich mit Gleichgesinnten über Design und Architektur auszutauschen sowie die kulturelle Arbeit des Museums ideell und finanziell zu unterstützen. Anmeldung und Informationen

Mehr zu Ray Eames

Öffnungszeiten: Täglich: 10 - 18 Uhr

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Str. 2
D-79576 Weil am Rhein
T +49.7621.702.3200
info@design-museum.de
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Freitag, 5. Oktober 2012

Dialog von Design und Kunst

Tom Wesselmann: Smoker Banner, 1971. Privatsammlung / Siegen; © VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Weil am Rhein.- Ein zentrales Merkmal der Pop-Art war der Dialog von Design und Kunst. Und diesem Thema widmet das Vitra Design Museum Weil am Rhein mit der Ausstellung «Pop Art Design» ab 13. Oktober erstmals eine umfassende Ausstellung. Die Pop-Art gilt als bedeutendste künstlerische Strömung seit 1945. Sie nahm den von Starkult, Warenfetisch und medialer Reproduktion durchdrungenen Alltag der Nachkriegszeit in den Blick und prägt das kulturelle Selbstverständnis unserer Gesellschaft bis heute.

Dabei werden Werke von Künstlern wie Andy Warhol, Claes Oldenburg, Roy Lichtenstein oder Judy Chicago Designobjekten von Charles Eames, George Nelson, Achille Castiglioni oder Ettore Sottsass gegenübergestellt. Ergänzt wird die Ausstellung um eine Vielzahl weiterer Exponate wie Plattencover, Magazine, Filme und Aufnahmen zeitgenössischer Interieurs. Fünfzig Jahre nach der offiziellen Deklaration der Pop-Art in einer Konferenz des New Yorker Museum of Modern Art zeichnet die Ausstellung «Pop Art Design» ein neues Bild der Pop-Art – eines, in dem das Design erstmals eine zentrale Rolle spielt.

Die Ausstellung beginnt mit einem Prolog, der verdeutlicht, wie sich viele Gestaltungselemente der Pop-Art schon lange zuvor herausbildeten. So vertraten Designer wie Raymond Loewy in den USA bereits seit den 1930er Jahren eine neue, kommerziellere Auffassung von Design, die Werbung und Bildhaftigkeit zentrale Bedeutung einräumte. Zugleich entwickelte das Design als neue Disziplin eine Autonomie und Freiheit, die es zum Katalysator neuer künstlerischer Ideen machte. Dies zeigte sich in den USA an den Möbeln von Charles und Ray Eames oder George Nelson, die zunehmend wie Skulpturen konzipiert waren, oder an der Arbeit Alexander Girards, der sich für Textilentwürfe und Interieurs an Populärkulturen orientierte. In Europa wiederum warb die Firma Olivetti schon zu Beginn der 1950er Jahre mit Plakaten im Stile der Pop-Ära, während der italienische Designer Achille Castiglioni, seinerseits inspiriert von Marcel Duchamp, Möbel aus industriellen Ready-Mades entwickelte. Umgekehrt waren in der Bildenden Kunst die Vorläufer der Pop-Art eng mit dem Design verflochten.

So begannen in den 1950er Jahren viele spätere Pop-Art Künstler ihre Laufbahn im Design, etwa Andy Warhol als Modeillustrator und Robert Rauschenberg als Schaufensterdekorateur. In Großbritannien entstanden Bewegungen wie die der Situationisten, die nach neuen Verbindungen zwischen Kunst, Architektur und Design suchten und diese Disziplinen in radikalen Ausstellungen wie «This is Tomorrow» (1956) auf völlig neue Weise miteinander verschmolzen. Zu den zentralen Figuren dieser Bewegung zählten Eduardo Paolozzi und Richard Hamilton, dessen Collage «Just what is it that makes today’s home so different, so appealing» (1956) als Schlüsselwerk für die Entstehung der Pop-Art angesehen wird – es vereint auf programmatische Weise eine Reihe von Alltagsobjekten in einem Wohnungsinterieur mit einer neuen, plakativen Bildsprache.

Aus diesem Nährboden entstand Ende der 1950er Jahre jene künstlerische Bewegung, die von dem prominenten Kritiker Lawrence Alloway zu Beginn der 1960er Jahre «Pop-Art» getauft wurde. Die bisher eher losen Wechselwirkungen beider Disziplinen gewann nun eine Intensität, die bis heute ohne Beispiel ist. Diesem Phänomen ist der Hauptteil der Ausstellung gewidmet. Er besteht aus einer Folge von Werkgruppen, in denen die gemeinsamen Motive und Strategien von Kunst und Design verfolgt werden können: Designer arbeiten mit künstlerischen Strategien wie Zitat, Collage und Ironie, Künstler bedienen sich anonymer, industrieller Herstellungsverfahren, Gebrauchsgegenstände werden zu Kunstmotiven, aber auch neue Materialien wie Kunststoffe oder Latex ermöglichen eine Ikonik, die der Alltags- und Populärkultur entnommen ist.

Hier macht die Ausstellung deutlich, dass die Pop-Art alles andere als ein homogenes Phänomen war, sondern dass sie eine Vielzahl unterschiedlicher Positionen zusammenfasste. So entdeckten Künstler wie Jasper Johns und Ed Ruscha eine neue Wirklichkeit vor allem in der Flut von Künstlichkeit und Oberflächlichkeit der medialen Klischees, der Franzose Raymond Hains oder der Amerikaner Claes Oldenburg arbeiteten mit dem Vertauschen von Proportionen und Dimensionen – Methoden, die in Entwürfen von Gaetano Pesce oder Studio 65 später weiter verfolgt wurden. Die Künstler Robert Indiana oder Judy Chicago wiederum suchten nach Anregungen in der Volkskunst, ähnlich wie zuvor die Designer Alexander Girard und Ettore Sottsass. Andere Tendenzen bewegten sich in der Nähe der Hard-Edge-Malerei, etwa die Werke von Alan d’Arcangelo oder Richard Artschwager, die eine erstaunliche Nähe zu Objekten wie Sottsass‘ Superbox-Schränken (1965-69) offenbaren.

Doch nicht nur die Motive, auch die Strategien der Präsentation und Vermarktung von Künstlern und Designern näherten sich einander an. Drängten Designer mit ihren Werken zunehmend in Museen, so provozierten Künstler durch Ausstellungen in Warenhäusern, etwa Claes Oldenburg und Andy Warhol in New York oder der junge Gerhard Richter in Düsseldorf. Um die Alltagsnähe der neuen ObjekVitrate und Kunstwerke zu erproben, wurden die Interieurs von Pop begeisterten Sammlern und Gestaltern zu Laboren des zukünftigen Wohnens, wie in der Ausstellung Fotografien des Apartments von Gunther Sachs sowie von amerikanischen Sammlern belegen.

Zugleich fanden sich nun fast alle Themen, die die Massen bewegten, in Kunst und Design wieder: Die sexualisierte Stimmung der Zeit spiegelte sich in Ikonen wie Andy Warhols «Marilyn» (1967) und im Sofa «Bocca» von Studio 65 (1970), die politischen Konflikte in deren Sofa «Leonardo» (1969) und Warhols «Mao»-Serie (1972), die Begeisterung für Plastikwelten und «Space Age» zeigte sich von der Tupperware-Dose über die aeronautisch geformte Telefonzellen bis hin zu den aufgeblähten Environments von Quasar in Paris.

Mit ihrer pointierten Gegenüberstellung von Exponaten aus Kunst und Design bietet die Ausstellung nicht nur ein faszinierendes Panorama einer Epoche, sondern auch neue Erkenntnisse für beide Disziplinen. So zeigt sie, dass das Design für die Pop-Art ein ebenbürtiger Dialogpartner, teilweise sogar Impulsgeber war. Zugleich macht sie deutlich, dass viele Alltagsobjekte und das Radical Design der 1960er Jahre ernstzunehmende Facetten der Pop-Bewegung waren. Statt lediglich den Zeitgeist einer Epoche zu feiern, geht es der Ausstellung um einen detaillierteren Blick auf das Phänomen Pop: um die Migration von Motiven zwischen Kunst und Design, um das Verhältnis von Alltagsobjekt und Abbild, und nicht zuletzt darum, wie die Eroberung unseres Alltags durch die bis heute dominierende Popkultur begonnen hat.

Dieser Blick ist deshalb zeitgemäß, weil er nicht zuletzt nach dem Verhältnis der Pop-Art zu unserem eigenen Alltag und einer bis heute präsenten Konsumkultur fragt. Auch wenn viele Vertreter der Pop-Art ihre Haltung hierzu bewusst im Unklaren ließen, so gehört es zu ihren historischen Verdiensten, dass sie diese Fragen stets aufs Neue ins Bewusstsein rufen.

Für die Entfaltung dieses Ausstellungskonzepts kann die Ausstellung auf Exponate zurückgreifen, die in dieser Qualität und Dichte bislang selten zu sehen waren. Insgesamt vereint sie ca. 140 Werke, zur Hälfte Kunstwerke und zur Hälfte Designobjekte, ergänzt um zahlreiche Fotografien, Dokumente, Filme und Texte. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören ein früher, von Warhol gestalteter Paravent (1958), ein «Target Painting» von Jasper Johns (1957), das seit seiner Entstehung so gut wie nie ausgestellte Sofa «Leonardo», Roy Lichtensteins großer «Yellow Brushstroke» (1965), James Rosenquists «I Love You with My Ford» (1961), die monumentale Leuchte «Moloch» von Gaetano Pesce (1970-71) oder Allen Jones‘ Sessel «Chair» (1969).

Ein Großteil der Designobjekte in der Ausstellung stammt aus den Sammlungen des Vitra Design Museums, dessen Kurator Mathias Schwartz-Clauss die Ausstellung konzipiert hat. Viele der Kunstwerke kommen aus den Sammlungen des Louisiana Museum of Modern Art in Dänemark und des Moderna Museet in Schweden. Beide Museen sind Koproduktionspartner der Ausstellung und werden «Pop Art Design» im Anschluss an die Erstpräsentation im Vitra Design Museum auch bei sich zeigen. Beide Häuser wurden 1958 gegründet und sind eng mit der Geschichte der Pop-Art verflochten, entstanden sie doch in einer Zeit, in der die Popularisierung von Kunst auch den Museumssektor maßgeblich zu prägen begann. Der legendäre Gründer des Moderna Museet, Pontus Hultén, widmete bereits 1962 vier amerikanischen Vertretern der Pop-Art eine große Ausstellung und organisierte 1968 die erste große Retrospektive über Andy Warhol in Europa.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog: «Pop Art Design», 272-seitig, mit über 325 Abbildungen und Beiträgen namhafter Autoren, darunter Thomas Kellein, Marco Livingstone, Steven Heller, Diedrich Diederichsen, Brigitte Felderer und Mathias Schwartz-Clauss. Deutsche Ausgabe: ISBN 978-3-931936-95-2, Art.-Nr. 200 808 01; Englische Ausgabe: ISBN 978-3-931936-96-9, Art.-Nr. 200 808 02. Preis EUR 69,90


Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr 

Pop Art Design
13. Oktober 2012 bis 03. Februar 2013
Eröffnung: Fr 12. Oktober 2012, 19 Uhr

Vitra Design Museum
Charles Eames-Strasse 1
79576 Weil am Rhein
0049 (0)7621 7023-200
info-weil@design-museum.de
http://www.design-museum.de

Dienstag, 18. September 2012

Doppelbödige Objekte

Weil am Rhein.- Der Österreicher Erwin Wurm ist ein bedeutender Vertreter der Gegenwartskunst. Sein Überzeichnen von Alltagsobjekten wie Autos, Mode und Möbel provoziert unsere Aufmerksamkeit mit einem Witz, der erst auf den zweiten Blick die zutiefst emotionale und kulturelle Bedeutung dieser Dinge offenbart, heißt es auf der Homepage des Vitra Design Museums Weil am Rhein zur neuen Ausstellung. Die Manipulation von Bildern, wie sie in elektronischen Medien allgegenwärtig ist, steht mit Wurms doppelbödigen Objekten plötzlich im realen Raum. Das Vergnügen an der Persiflage schlägt unvermittelt um in ein Bewusstsein von der Zwangsläufigkeit, mit der wir uns und andere über das symbolisch aufgeladene  Eigentum definieren.

Für diese Sonderausstellung des Vitra Design Museums hat Erwin Wurm gemeinsam mit dem Kurator der Ausstellung „Pop Art Design“ eine Auswahl exemplarischer Werke getroffen, die Haus und Heim als Repräsentanten persönlicher Geschichte, Verfassung und Identifikation zeigen. Zugleich fragen sie nach der Autonomie des Gebäudes als Artefakt. Ähnlichkeiten mit den Bauten von Frank Gehry, Zaha Hadid oder Herzog & de Meuron erweisen sich dabei als nicht bloß zufällig, sondern durchaus als Ausdruck jenes Stellenwerts, den Architektur heute im Zeitalter der Ikonen als Kunst für den Alltag einnimmt.
Mit „Drowsy“, einem Beispiel aus Wurms jüngster Werkserie, in der Modelle von Häusern mit physischer Gewalt deformiert wurden, verknüpft der Künstler surrealistische Verfahren mit Aktionismus und Happening. Eine eigens für diese Ausstellung entworfene Tapete zeigt Heim und Heimat als Psychogramm und stellt Wurms aktuelle Position zum Thema in einen größeren Kontext.

Der Dialog von musealer und angewandter Kunst, den die Ausstellung „Pop Art Design“ betrachtet, wird mit diesen Arbeiten bis in die Gegenwart verfolgt. Typische Pop-Themen wie der Verlust von Hierarchien, das Verzerren der Dimensionen und das Durchdringen von Kunst und Alltag kehren hier als Symptome einer höchst aktuellen und normal gewordenen Befindlichkeit wieder. Der Ton, den Erwin Wurm anschlägt, klingt dabei so frisch und scharf wie seinerzeit bei Claes Oldenburgs monumentalisierten Konsumgütern auf dem Gipfel der Pop-Art.

Öffnungszeiten: Täglich: 10 - 18 Uhr

Erwin Wurm
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14. September bis 20. Januar 2013

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Str. 2
D-79576 Weil am Rhein
T +49.7621.702.3200
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Freitag, 6. Juli 2012

Ziemlich bestes Kino

Weil am Rhein.- Im zauberhaften Ambiente zwischen dem Kieswerk und dem Hadid-Pavillon LF One im Dreiländergarten von Weil am Rhein zeigt das städtische Kulturamt Weil am Rhein vom 19. bis 29. Juli in diesem Sommer wieder elf Kinofilme aus den Jahren 2011 und 2012, darunter mit "The Artist" einen Film, der als Kino-Klassiker verstanden werden könnte, aber in diesem Jahr der große Abräumer bei der Oscar-Verleihung war. Schwerpunkt bei der Filmauswahl war der deutsch-französische Akzent im Jahr des 50. Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Hüningen und Weil am Rhein. 

Allein fünf Filme sind aktuelle französische Produktionen, unter anderem die Komödie am ersten Abend "Die Kunst zu lieben", der Hit des Jahres "Ziemlich beste Freunde" (Intouchable), "Und wenn wir alle zusammen ziehen" mit Jane Fonda, Pierre Richard und Daniel Brühl, "Der Gott des Gemetzels" (Carnage) mit Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz (Regie Roman Polanski). Die Komödie "Midnight in Paris" ist hingegen eine spanische-amerikanische Produktion in der Regie von Woody Allen. Für ein jüngeres Publikum ist "The Lucky one - für immer der Deine" nach dem romantischen Drama von Nicholas Sparks gedacht, während sich die Komödie "Best Exotic Marigold Hotel" mit Dame Judy Dench und Billy Nighy mit einem exotischen Alterssitz beschäftigt. Nie dagewesene und atemberaubend schöne Bilder aus dem Tierreich werden im BBC-Film "Unser Leben" gezeigt. Nach einigen Komödien wird das Festival mit dem Bundesfilmpreis 2012 abgerundet: "Halt auf freier Strecke".

Vielfältige Speisen- und Getränkeangebote sind schon von 19 Uhr an auf dem Filmgelände zu haben, dazu gehört auch das Live-Musikprogramm und das Künstlersymposium.

In diesem Jahr zeigt die Kunstausstellung im Kieswerk Malerei, Skulpturen, Photos, Design, Objekte und Istallationen von Andreas Benzing, Hakan Mandalinci, Heike Makes, Ralf Pytlik, Nicholas Winter, Volker Scheurer und Ania Dziezewska. Das Kulturamt hat die Schweizer Künstlerin Claire Ochsner eingeladen, einige ihrer farbigen Skulpturen im Festivalgelände aufzustellen. Pascal Suter und Christiane Bult sind die beiden "artists in residence", deren künstlerische Arbeit während des Festivals beobachtet werden kann.  Sie wohnen in Basel und haben ihr Atelier im Elsass. Grenzgänger „auf der Suche nach Spuren von Geschichte" bei der sie immer wieder Neues  "er-finden" und dennoch um das Alte  kreisen. Die Nicht-Farbe weiß spielt in unseren Arbeiten immer wieder eine zentrale Rolle und hebt sich von den verwendeten Erdfarben wie Rostbraun oder Aschgrau ab.” Suter & Bult stellen seit 1997 gemeinsam Werke an verschiedenen Orten in der Schweiz, Deutschland und Frankreich aus, haben Kunstwerke für die öffentliche Hand realisiert, erhielten 2011 einen Preis und publizierten darüber hinaus zahlreiche Bücher und Artikel. Heute fokussieren ihre Skulpturen auf historisch geschichtete, archetypische Formen, die – weit mehr als bloße Objekte – auch eine übertragene Bedeutung vermitteln.


Viele Kunstwerke für die Ausstellung sind in den letzten Jahren bei Festival-Kunstsymposien entstanden. Die Künstlerin "ha mag es" (Heike Mages) hat im letzten Jahr ihr LandArt-Projekt "déjà-vu" vollendet. Ihr gestrandeter Planet liegt jetzt in einer Kunstlandschaft zwischen den Stelen von Volker Scheurer, der Schwemmholzkugel von Urs Twellmann, der Bodenplastik "Haut-Hülle-nah" von Reini Bombsch, der begehbaren Zeituhr von Minka Strickstrock und Erika Seifert-Weissmann, dem Gläserband von Tim Upham aus Colorado, den Stahlobjekten von Yuzo Chiba aus Japan und der Plastik "ora et labora" von Alfonso Caravetta aus Kalabrien.

Zwischen 6000 und 9000 Besucher hat das Kulturamt Weil am Rhein an diesen elf Tagen bisher angelockt, Ausstellungen im Kunstraum Kieswerk und Live-Musik der Kieswerk-Combo sowie anderer Jazzgruppen, die bei der Weinbar im Kieswerk auf einer Bühne jammen sowie den vielen Begegnungsmöglichkeiten an ungewöhnlich gestalteten Orten im Festivalgelände führen dazu, dass viele Besucher schon um 19 Uhr in den Dreiländergarten kommen. Mit € 8,- für ein Gesamtpaket aus Kino, Kunst und Musik ist der Eintritt moderat. Außerdem besteht die Möglichkeit, für € 40,- einen Festivalpass für alle elf Abende zu erwerben.

Eintritt nur € 8,- für Live-Musik, Filme und Ambiente…….
Einlass: 19 Uhr, Filmbeginn gegen 21:45 Uhr)
www.kieswerk-open-air.de

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