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Montag, 28. März 2011

La Coupole, La Tour Vagabonde, oder: Die Welt spielt im Turm

La Tour Vagabonde, der vagabundierende Turm, entsteht im Zentrum von Saint-Louis anlässlich des 10. Geburtstages des Theaters La Coupole. Foto: La Coupole

Saint-Louis.-
Anlässlich der Feiern zum 10. Geburtstag organisiert das Theater La Coupole im elsässischen Saint-Louis eine Reise durch die ShakespearePeriode. Der Tour Vagabonde, ähnelt dem London’s Globe Theater (1598), wird auf dem Rathausplatz von Saint-Louis stehen.Schon alein der Aufbau verdeutlich den Auwand: Es waren vier Tage Arbeit für elf Personnen (475 Stunden) notwendig, bis der Turm stand. Dieser Holzturm ist ein artistisches und historisches Gebäude. Die Aufbauarbeiten haben bereits begonnen. Am Donnerstag, den 31. März können die Zuschauer dann Songe d’une nuit d’été vom Theatre de l’Ecrou (Fribourg – CH) entdecken. Bis zum 09. April werden im Tour Vagabonde mehrere Konzerte und Theatertermine stattfinden.

Le théâtre La Coupole propose à tous les amateurs d’aventures artistiques un voyage à l’époque de Shakespeare. La Tour Vagabonde, réinterprétation du Globe Theater de Londres (1598), est à la fois une oeuvre d’art et un centre artistique itinérant. Construite essentiellement en bois, elle entraîne les spectateurs à l’époque élisabéthaine. La configuration même de ce lieu favorise l’interactivité et la proximité du public fait partie intégrante du jeu des artistes. Le programme

Historische Aspekte
Als Elisabethanisches Theater bezeichnet man das Theater der englischen Renaissance unter Königin Elisabeth I. (reg. 1558–1603) und ihrem Nachfolger Jakob I. (reg. 1603–1625). Die kulturelle Blüte Englands unter diesen beiden Regenten führte im 16. Jahrhundert zur Entstehung eines Theaterwesens, das in seinen Ausmaßen wohl nur mit antiken Vorbildern zu vergleichen ist: Erstmals seit über tausend Jahren existierten wieder professionelle Schauspieltruppen.
Schlagartig wuchs damit die Produktion dramatischer Werke, es entstanden vielfältige (und neue) theatrale Formen. Auch William Shakespeares Schöpfungen gehören in diese Zeit. Und auch der Tour Vagabonde gehört dieser Geschichte, die mit Globe Theater (London 1598) und Shakespeare begonnen hat. Man erinnert sich an das Motto, das über dem Globe zu lesen war: Totus mundus agit histrionem. All the world is acting.

Und nun ein Kurzinterview mit Denis Beaugé, Leiter des Théâtre La Coupole.
Warum haben Sie diese Tour Vagabonde gewählt?
Unser Zehnten Geburtstag sollte auch symbolisch gefeiert sein.
Die ShakespearePeriode ist ein Höhepunkt des Theaters im Europa. Der berühmte GlobeTheater Turm von London im Zentrum von Saint-Louis zu bauen schien ein hohes Symbol für den 10. Jahr unseres italienischen Theaters zu sein. Ein Shakespeare Theaterstuck wird bei der Eröffnung gespielt. Musik und Theater Termine werden folgen.
Wo wird diese Turm stehen?
Das Zentrum von Saint-Louis war die einzige Möglichkeit: im kulturellen Herz der Stadt, zwischen dem Theater und dem Kino La Coupole, der Mediathek Le Parnasse und dem Kunstzentrum Espace d’art contemporain Fernet-Branca.
Es war auch wichtig, dass die kulturellen Mitglieder der Stadt, die an der kulturellen Entwicklung teilnehmen, involviert wurden.

Welches Publikum erwarten Sie?
Mit diesem Vorschlag möchten wir ein unerwartetes Event in Saint-Louis organisieren. Es wird Neugier erwecken! Ich hoffe, dass wir Personen, die normalerweise nicht zum Theater gehen empfangen werden.

Programm in deutscher und französischer Sprache auch auf www.lacoupole.fr

Vom Donnerstag, 31. März bis zum Sonntag, 3. April
Theater: Le Songe d'une nuit d'été, Shakespeare, Théâtre de l'Ecrou

Montag, den 4. April
Literarisches Konzert
La bibliothèque de Clarika, Spectacle programmiert mit Médiathèque Le Parnasse

Dienstag, den 5. April
Landstritte Konferenz, Pierre Cleitman
„La place du sourire en coin dans la formation de l'esprit de système“
Mittwoch, den 6. April
Diverse Programm mit den Ensembles der Musikhochschule von Saint-Louis

Donnerstag, den 7. April
Theater: Gueules d'Automne, Jean-Marie Meshaka, Théâtre Poche-Ruelle de Mulhouse
Freitag, den 8. April
Konzert, Reise durch die Welt der Operette mit der "Musikhochschule von Saint-Louis"

Samstag, den 9. April
Konzert: Kinshasa / Saint-Louis, afro-beat Jazz mit Bovick Shamar und Jean-Claude André
Billettekasse
Théâtre La Coupole
2, Croisée des Lys
F-68300 Saint-Louis
+33 (0)3 89 700 313
billetterie2011@lacoupole.fr

Montag bis Freitag 10 bis 12.30, 14 bis 18 Uhr. Samstag 10 bis 13 Uhr. Möglichkeit Abo une Einzel-Tickets auf unserer Webseite www.lacoupole.fr « achetez vos billets en ligne » zu kaufen. Preise: 9€

Mittwoch, 20. Januar 2010

Heckel, Itten und mehr


Aquarell von Johannes Itten - Galerie Schlichtenmaie

Bonndorf.- Schloss Bonndorf, das Kulturzentrum des Landkreises Waldshut, hat auch 2010 Interessantes zu bieten als da wäre: Erich Heckel, Johannes Itten und vieles mehr. Konkret: Vom 25. April bis zum 20. Juni 2010 ist die Präsentation „KünstlerReisen“ zu sehen. Am Beispiel von sechs Künstlern soll das Thema KünstlerReisen im 20. Jahrhundert aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden.

So wird etwa Erich Heckel als typischer Malreisender vorgestellt. Ebenso geht es um Johannes Itten, als Künstler des Bauhauses durch seine schulbildenden Farbtheorien weltweit bekannt geworden. Nur Insider hingegen kennen seine Reisebilder, die bei seinen jährlichen Fahrten in den Schwarzwald entstanden sind. Sowohl diese Schwarzwaldarbeiten als auch seine Landschaftsbilder der 1910er und 1920er Jahre belegten eindrucksvoll die Verknüpfung mit Ittens theoretischen Werk. Neben Werken von Itten und Heckel sollen auch Bilder von Alfred Lehmann, Manfred Henninger, Fritz Steisslinger und Alfred Wais gezeigt werden. Zur Ausstellung erscheint ein 45-minütiger Film zum Thema „KünstlerReisen“. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Galerie Schlichtenmaier organisiert.

Vom 4. Juli bis zum 19. September 2010 wird dann die Ausstellung „Positionen: Gegenständliche Kunst heute“ präsentiert. Sie woll anhand ausgewählter Beispiele einen Überblick über unterschiedliche Positionen der gegenständlichen Kunst heute bieten. Gezeigt werden u.a. Gemälde von Pavel Feinstein, Ralph Fleck, Johannes Grützke, Cordula Güdemann, Thomas Kitzinger, Volker Stelzmann und Jan Peter Tripp. Die Galerie KK (Essen), die Galerie Schlichtenmaier (Schloss Dätzingen und Stuttgart), die Galerie Baumgarten (Freiburg) und die Galerie Hugo Näger (Offenburg) unterstützen diese Präsentation.

Neben einer weiterer Ausstellung im Herbst 2010 werden in Schloss Bonndorf, meldet das Kulturamt des Kreises für das Jahr 2010 auch wieder hervorragende Konzerte, so unter anderem das Leipziger Streichquartett, das Quartetto di Cremona, das Basler Streichquartett, das Trio Wanderer und der Pianist Dejan Lasic in Bonndorf gastieren. Im Sedus Werk Dogern wird u.a. die große Jazz-Sängerin Viktoria Tolstoy mit ihrer Band auftreten. Darüber hinaus beteiligt sich Schloss Bonndorf am Literatursommer Baden-Württemberg 2010, der Johann Peter Hebel gewidmet ist. Hebels Geburtstag jährt sich am 10. Mai 2010 zum 250. Mal. Die Bonndorfer Lesung mit dem Schriftsteller Arnold Geiger und dem Schauspieler Frank Arnold ist eine Veranstaltung der Landesstiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Literatursommers 2010. Außerdem wird Professor Hartmut Rosa (Grafenhausen/Jena/New York) einen Vortrag halten, der dem Andenken von Lord Ralf Dahrendorf gewidmet ist, der im Jahr 2009 verstorben ist.

Weitere Informationen zum Bonndorfer Kulturprogramm sowie Abonnements und Einzelkarten für die Bonndorfer Schlosskonzerte sowie zu allen anderen Veranstaltungen sind über das Kulturamt des Landkreises Waldshut (Tel: 07751/86-7401, Fax: 07751/86-7499, Mail: kultur@landkreis-waldshut.de) erhältlich.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Carmen go home?

Freiburg.- "Carmen go home?": Mit einer Lesung – Improvisation – Musik am Theater Freiburg geht es in die nächste Runde im Kampf um das Bleiberecht von 400 Romaflüchlingen in der Stadt. Bereits in der letzten Spielzeit hatten Roma-Jugendliche und Mitglieder des Jugendclubs im Theaterprojekt "Carmen Now!" eine moderne "Carmen"-Geschichte erarbeitet, in der sich eine Deutsche und ein Roma-Mann liebten. Diesmal geht es um die Biographien der am Projekt beteiligten Roma, die nun auf der Bühne von ihren deutschen Freunden erzählt werden sollen.

"Carmen go home?" hat einen aktuellen Anlass: Die rund 400 in Freiburg lebenden Roma-Flüchtlinge haben die Chance, dauerhaft in Deutschland bleiben zu können, wenn sie bis Ende 2009 Arbeit finden. Schon seit Jahren haben sich in Freiburg mehrere Aktionsgemeinschaften für das Bleiberecht eingesetzt. Am 7. Februar gab es einen Roma-Aktionstag in Freiburg, damit die Roma-Flüchtlinge, die in der Stadt leben, auch bleiben dürfen. Am 5. Dezember eine Demo vor der Ausländerbehörde und der Johanneskirche, zu der das südbadische Aktionsbündnisses gegen Abschiebung (SAGA) aufgerufen hatte.

Amaro Drom, eine Internetplattform der jungen Sinti und Roma mit Sitz in Berlin, hat das Thema der Freiburger Flüchtlinge ebenfalls aufgegriffen. Zum Selbstverständis und Ziel der Organisation heißt es: "Wir sind der junge und von Jugendlichen selbstorganisierte Roma-Deutsche Verein ,Amaro Drom e.V.', welcher sich im Sommer 2006 gegründet hat... Als junge Europäer wollen wir einen aktiven Beitrag in der Gesellschaft leisten zu Toleranz und Respekt, Völkerverständigung und Inklusion."

Die Alternative zum Bleiben heißt zwangsweise Rückführung in das Kosovo, "ein Land, das seiner Roma-Bevölkerung keinen Schutz und keine Perspektive bieten kann. Über das Projekt sollen Chancen vermittelt werden, dass Roma in Arbeit kommen und einen Platz in unserer Gesellschaft erhalten", führt die Pressemitteilung des Theaters Freiburg aus.

In einer Zusammenfassung des Südbadischen Aktionsbündnisses gegen Abschiebung (SAGA) zur Situation der Roma im Kosovo heißt es: "Das Kosovo wird seit Jahrhunderten bestimmt von ethnischen Auseinandersetzungen zwischen Serben und Kosovo-Albanern um die Vorherrschaft in der Region. Dieser Konflikt mündete seit den frühen 90er Jahren zunehmend in gewalttätige Auseinandersetzungen, von denen die Angehörigen der Minderheitengruppen – Roma, Aschkali, Ägypter (RAE) und andere – in besonderer Weise betroffen sind. Vor dem Kosovo-Krieg lebten rd. 150.000 Minderheitenangehörige der Roma (63.000) und Aschkali (87.000) im Kosovo. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bei 8 Prozent."

Die Gruppe der Roma ist demnach seit mehr als 700 Jahren im Kosovo ansässig. Sie sind Muslime, sprechen Romanes und Serbisch. Nur wenige beherrschen Albanisch. Roma waren im Kosovo weitgehend integriert und in der Lage, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu sichern. "Seit Beginn der 90er Jahre waren Minderheitenangehörige systematischer Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt und wurden elementarer Rechte beraubt", so das Papier.

Fotoquelle: Theater Freiburg

Info
Carmen go home? Roma-Biografien: Lesung – Improvisation – Musik am Theater Freiburg
Ein Abend zum Thema Bleiberecht von "Element 3 – Jugend, Kultur, Konzept" in Kooperation mit dem Theater Freiburg und dem Projektverbund Bleiberecht Freiburg

18., 19. und 20.12.2009, jeweils 18 Uhr

Leitung: Margarethe Mehring-Fuchs, Stephan Laur, Ro Kuijpers, Michael Kaiser

Mit: Lion Russell Baumann, Marie Behringer, Malin Lamparter, Marina Maier, Musiker: Naomi Fuchs, Simon Goldschagg, Mathias Herzog, Ro Kuijpers, Robersijan Murina, Jan-Christoph Metz, David Ramizi, Lydia Roknic

Theater Freiburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julia Kamperdick
Bertoldstraße 46
79098 Freiburg
www.theater.freiburg.de


Weiterführende Links und Adressen zum Thema

SAGA
Termine Beratungszeit:
Mittwoch 15.00 - 18.00 Uhr
Freitag 17.00 - 20:00 Uhr
Adlerstr. 12, 79098 Freiburg
Tel. 0761-2088408

Postanschrift:
c/o ADW, Postfach 5328
79020 Freiburg
Fax 0761-709866
E-mail: sagarasthaus-freiburg.org

Geschäftsstelle
Amaro Drom e.V.
Weichselplatz 2
12045 Berlin
mail@romayouth.com
www.amarodrom.de
Telefon 0173-45982
35

Freitag, 11. September 2009

Vieles ante portas

Freiburg.- Salome fordert den Kopf des Täufers, Hanib Ali ist ante portas, die Buddenbrooks auch. Orestes heiratet seine Mutter, es geht um die Aristik der Selbstaufblähung - und mehr. Jede Menge Premieren bietet das Theater Freiburg in der neuen Saison. Und das alles natürlich mit Bezügen. Beleuchten wir doch einmal einige.

Was treibt Salome, Jochanaan – ohnehin schon macht- und wehrlos in Gefangenschaft – in den Tod zu schicken? Er hat ihr seine Aufmerksamkeit verweigert, und das scheint in der hier dargestellten Welt die größte Demütigung für alle Figuren zu sein, die sich nur noch über einen extrovertierten Egoismus formulieren können. Wird der nicht bedient, folgt unweigerlich die Strafe durch den Tod. Oder durch Totschweigen. Was Richard Strauss 1905, die Vorlage Oscar Wildes aufnehmend, suggestiv in den Klangrausch des Fin de Siècle versetzt, lässt die biblische Vorlage um die Ereignisse Salomes und Johannes des Täufers am Hofe von Herodes zu einem beeindruckenden Sittengemälde des beginnenden 20. Jahrhunderts werden und öffnet den Blick auf eine bedrohliche Zukunft: Zeitenwenden, Umwälzungen auf religiöser, kultureller, politischer Ebene scheinen zu drohen und veranlassen die Menschen, monomanisch und machtlüstern zu solitären Einzelkämpfern zu werden. Trotzdem wird sie kommen, die neue Zeit. Unaufhaltsam.

Und was ist mit den Blähkünstlern? Es wimmelt nur so von Hochstaplern, Falschspielern, Spekulanten, Trickbetrügern: Die Produktion handelt von kleinen Unwahrheiten und großen Lebenslügen, von Fremdtäuschung und Selbstbetrug. Das Phänomen kennen wir von Geschehnissen aus Wirtschaft, Politik und Sport. Wenn innere Werte und äußere Anerkennung irgendwie falsch gekoppelt sind, wird Hochstapelei zum erfolgversprechenden Verhaltensmuster, der Einzelne getrieben von dem Bedürfnis, Bedeutung zu haben, die das Ich übersteigt. Spekulanten im Nullenrausch. Am Ende ist der Hochstapler bankrott, alle Strategie und Taktik dahin, alle Tarnungen aufgeflogen, er ist allein, lächerlich und bemitleidenswert wie ein Clown, nur ohne Publikum.

Theater kann also noch Hoffnung bringen.

Vielleicht auch für Hanib Ali. Und natürlich ist der Name Programm: Der Afrikaner Hannibal kam einst von Karthago nach Europa. Er überquert mehr als 200 Jahre vor Christus die Meerenge von Gibraltar und verbringt sechzehn Jahre in der Fremde: provisorisch in Lagern, mit Heer und Gefolge, immer unterwegs, von einer Schlacht zur nächsten. Getrieben von Neugier und Furchtlosigkeit gibt Hannibal in seinem Pioniergang eine geografische Richtung vor, für die sich heute unzählige Afrikaner entscheiden. Täglich erreichen ca. 1000 Menschen auf illegalem Weg unseren Kontinent. Wer tatsächlich ankommt, sieht sich mit einem Europa konfrontiert, das die Flüchtlinge so schnell wie möglich wieder loszuwerden versucht. Der Regisseur und Autor Bülent Kullukcu nimmt die historische und literarische Figur des Hannibal als Vorlage, um gemeinsam mit Freiburger Afrikanern und zwei Schauspielern des Ensembles über heutige Migrationsgeschichten nachzudenken.


Die Premieren


PREMIERE SA. 3.10.09, 19.30 Uhr, Großes Haus
MATINEE SO. 27.09.09, 11 Uhr, Großes Haus
SALOME
Oper von Richard Strauss
Regie: Marcus Lobbes / Bühne: Pia Maria Mackert / Kostüme: Victoria Behr / Dramaturgie: Dominica Volkert, Friedrich Sprondel / Mit: Anja Jung, Sang Hee Kim, Suhyon Kim/Yulianna Vaydner, Sigrun Schell; Kyung-min Cha/Juri Mannschott, Peteris Eglitis/Neal Schwantes, Matthias Flohr, Roberto Gionfriddo/Gunnar Gudbjörnsson, Tatsuya Hasebe/Sung-Man Cho, Ulrich Himmelsbach/Jörg Golombek, Gary Jankowski, Jin Seok Lee, Lorenz Minth, Peter Hans Parsch/Volker Stief, Christian Voigt, Christoph Waltle, Jung-Nam Yoo


PREMIERE SA. 10.10.09, 19.30 Uhr, Großes Haus – Hinterbühne
MATINEE SO. 27.09.09, 11 Uhr, Großes Haus
BUDDENBROOKS
Schauspiel nach dem Roman von Thomas Mann
"Buddenbrooks" ist die Genealogie einer Kaufmannsfamilie über vier Generationen, die vom strahlenden Erfolg bis in die Auflösung der Firma und zugleich der Familie erzählt wird. "Buddenbrooks" ist unsere eigene Geschichte: Die scheinbar unauflösbare Verbindung von Arbeit, Leistung und Gesellschaftsfähigkeit bzw. menschlicher Würde. Wer erfolgreich ist, verdient das Leben. Wer anders leben muss oder will, hat es schwer, auch bei den Buddenbrooks. Vitale Gier verbindet sämtliche Familienmitglieder, Ernten und Ehen werden nach demselben Prinzip "gekauft" – und wieder verkauft. Thomas Manns literarische Analyse ist von allerhöchster Aktualität und bereitet durch ihre subtile Ironie großes Vergnügen. Wir gehen in dieser Inszenierung jedoch noch einen Schritt weiter und blicken aus einer utopischen postkapitalistischen Gesellschaft auf unsere bürgerlichen Kampfschauplätze.
Regie & Dramaturgie: Jarg Pataki & Viola Hasselberg / Bühne: Anna Börnsen / Kostüme: Margret Burneleit / Musik: Thomas Seher / Video: Philipp Hochleichter / Mit: Lena Drieschner, Bettina Grahs, Rebecca Klingenberg, Jennifer Lorenz; André Benndorff, Gabriel von Berlepsch, Matthias Breitenbach, Hendrik Heutmann, Ben Daniel Jöhnk, Ullo von Peinen, Andreas Helgi Schmid, Thomas Seher


PREMIERE FR. 2.10.09, 20 Uhr, Kleines Haus
MATINEE SO. 27.09.09, 11 Uhr, Großes Haus
ORESTIE
Schauspiel nach Aischylos

Seit zehn Jahren herrscht Krieg gegen Troja. Das öffentliche Leben ist in Lethargie erstarrt. Alle warten. Mit der ersehnten Rückkehr Agamemnons wiederbelebt sich die Eigendynamik der Blutrache, die wie ein Fluch auf dem Haus liegt: Der König opferte seine Tochter Iphigenie für den Feldzug. Für den Kindsmord nimmt jetzt seine Frau Klytaimnestra Rache. Sie ermordet ihn und etabliert mit ihrem Geliebten eine Tyrannis. Bis Orest, der Sohn des Hauses, zurückkehrt. Unterstützt von seiner Schwester Elektra, mordet er seine Mutter. Getrieben von ihren Rachegeistern, wendet er sich hilfesuchend an die Göttin Athene. Athene beruft ein Gericht ein. Erstmals in der von Götterwillkür bestimmten Antike werden die Bürger an der Abstimmung über das Schicksal des Schuldigen beteiligt: ein Aufbruch Richtung Demokratie. In diese ziehen die Bürger so schleichend und fremdgelenkt ein, wie sie aus der heutigen ausziehen.

Regie: Felicitas Brucker / Bühne: Frauke Löffel / Kostüme: Karen Simon / Musik: Errol Dizdar / Dramaturgie: Arved Schultze, Ruth Feindel / Mit: Anna Böger, Johanna Eiworth, Charlotte Müller; Martin Butzke, Mathias Lodd, Konrad Singer, Martin Weigel


PREMIERE SA. 17.10.09, 20 Uhr, Kleines Haus
MATINEE SO. 27.09.09, 11 Uhr, Großes Haus
HOCHSTAPLER & FALSCHSPIELER
Die Artistik der Selbstaufblähung – gespielt, getanzt, musiziert

Regie: Christoph Frick / Bühne & Kostüme: Clarissa Herbst / Musik: Martin Schütz, Tobias Schramm / Dramaturgie: Inga Schonlau, Patrick Wymann / Mit: Kate Harman, Uta Krause, Angelika Thiele; Nicola Fritzen, Philippe Nauer, Tobias Schramm, Martin Schütz, Dominique Rust, Michael Wolf

Eine Produktion von KLARA und Theater Freiburg/pvc Tanz Freiburg Heidelberg in Koproduktion mit Theaterspektakel Zürich, AUAWIRLEBEN Bern und Kaserne Basel.
Unterstützt durch: Fachausschuss Theater und Tanz BS/BL; Pro Helvetia; GGG Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel; Göhner Stiftung; Stanley Thomas Johnson Stiftung


PREMIERE FR. 9.10.09, 20 Uhr, Kammerbühne
HANIB ALI ANTE PORTAS GERMANY
Teil 1: Afrikanische Wege nach Freiburg
Ensembleprojekt in zwei Teilen von Bülent Kullukcu

Regie: Bülent Kullukcu / Ausstattung: Moritz Jüdes / Musik: Pape Dieye
Dramaturgie: Carolin Hochleichter, Ruth Feindel / Mit: Vida Ampomah, Johanna Eiworth, Yocelyn Lang; Pape Dieye, Charles Kemajou, Martin Weigel


PREMIERE FR. 16.10.09, 20 Uhr, Kammerbühne
BRUDER BRUDER
Tanzstück von und mit Clint Lutes & Tommy Noonan

Blutsbrüder, Seelenverwandte, religiöse Brüder, Fußballbrüder – ob blutige oder geistige, die Bruderschaft ist eine Verbindung von immenser psychologischer wie gesellschaftlicher Kraft. Sie steht am Grunde großer politischer und sozialer Umwälzungen, genialer Erfindungen, literarischer Jahrhundertwerke, psychologischer Extremerfahrungen, sie kann Kriege aushalten und auslösen. Die beiden amerikanischen Tänzer Clint Lutes und Tommy Noonan loten die extremen Weiten und Tiefen brüderlicher Verhältnisse aus und treffen dabei auf den Keim der Leidenschaft.

Von und mit Clint Lutes & Tommy Noonan / Bühne & Kostüme: Moritz Müller

THEATER FREIBURG
Bertoldstraße 46
Postfach 15 69
79098 Freiburg


Kartenverkauf Theaterkasse
Telefon: 0761 201 28 53
Fax: 0761 201 28 98
E-Mail: theaterkasse@theater.freiburg.de
http://www.theater.freiburg.de

Donnerstag, 30. Juli 2009

Klima-Mob mit Karotte

Basel.- Carrotmob - so heißt die neueste Waffe gegen den Klimawandel in der Hand der Verbraucher. Nach San Francisco, New York, Helsinki, Berlin hat die Bewegung nun auch Basel erreicht.Wie's funktioniert, ist auf der Website nachzulesen und per Video zu erleben, wie es anfing: "Störrischen Eseln hält man ein Rüebli vor die Nase damit sie sich in Bewegung setzten. Stimmt das Lockmittel kann man auch Menschen bewegen. Verknüpft man dieses Prinzip mit dem des “Flashmob”, einer abgesprochenen Menschenansammlung zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, wird daraus ein so genannter Carrotmob." Der Carrotmob Basel hat inzwischen auch seine Location gefunden. Er stürmt am Freitag 7. August den Alban Market an der Klybeckstrasse 101 in Kleinbasel.

Aus zehn Quartierläden in Basel wurde der ausgesucht, der ausgesucht, der den besten Erfolg versprach.Praktisch mobben Sie so: "Wir erledigen alle unsere zu erledigenden Einkäufe am selben Tag und im gleichen Laden. Einen mit dem Besitzer zuvor verhandelter Anteil des Umsatzes, der daurch in kurzer Zeit entsteht, wird von ihm in Rennovationsmassnahmen gesteckt, welche die Energieeffizienz steigern und somit die Umwelt schonen. Das Ziel des Mobs also: Einkäufe erledigen und damit den Laden CO2-neutral machen."

Eine Idee, die auch anderwo- am Hochrhein und im 3land - Schule machen könnte. Es müssen ja nicht immer nur Quartierläden sein, ganz normale andere tun es auch, oder? Also: Leben Sie noch oder mobben Sie schon? Oder sind Siesogar ein LOHA (Lifestyle of Health and Sustainability)? Das sind Leute, die gesundheitsbewusst und nachhaltig kaufen? In diese Richtung geht auch eine Initiative von Lörrachern unter der Überschrift Slow-Food.

Slowfood ist eine internationale Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität der Lebensmittel zu erhalten oder zu verbessern und mit dem Thema Ernährung bewusster umzugehen – dies im Gegensatz zum wachsenden Fastfood-Angebot. Dabei haben nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, Schutz von Mensch und Natur, Erhalt regionaler Traditionen und Biodiversität den gleichen Stellenwert wie kulinarische Erlebnisse in den Küchen und Kellern der Gastronomen und Winzer. In Lörrach hat sich eine Gruppe interessierter Bürger zusammengetan, die sich am Montag, 27. Juli, um 19.30 Uhr, im Glashaus am Chesterplatz zur Gründung eines so genannten " Slowfood-Conviviums" (was auch immer das nun wieder ist) getroffen hat.

Ja, ja, wenn wir umweltintensiv werben, dann richtig.
Petra Gabriel

Links
http://www.carrotmob-basel.ch
http://www.flickr.com/groups/carrotmobbasel/
und zum Thema LOHA: http://www.infosect.com/?title=Hauptseite
slowfood: http://www.slowfood.de/

Montag, 26. Januar 2009

Baselland: Diskrete Neigungen (bis 22. März)

Baselland.- Das Kunsthaus Baselland hat bis 22. März drei junge, aufregende Künstler in seinen Räumen versammelt: Raphael Danke (geb. 1972 in Aachen, lebt in Berlin) zeigt im Kunsthaus Baselland seine erste institutionelle Einzelausstellung. Omer Fast (geb. 1972 in Jerusalem, er lebt in Berlin) zählt zu den herausragendsten Film- und Videokünstlern der letzten Jahre. Und dann noch Kaspar Müller (geb. 1983 in Schaffhausen, lebt in Basel). Er zählt zu jenen jungen Künstlern, die bereits kurz nach Vollendung ihres Studiums mit einer regen Ausstellungstätigkeit auffallen.
Raphael Danke studierte an der Kunsthochschule in Berlin. Unter dem Titel „Filer à l’anglaise“ – dem französischen Ausdruck, welcher das diskrete Verabschieden meint, ein Verschwinden ohne sich zu bedanken und ohne den Abschied kundzutun (im Englischen „Take a french leave“ bezeichnet) – zeigt Raphael Danke eine Reihe von Collagen, Skulpturen und Installationen. Die Verbindung zum Verschwinden stellt Danke vor allem durch seine spezielle Collagentechnik her, für die der Künstler auf verschiedenste Modemagazine zurückgreift und aus den ausgewählten Vorlagen, mittels Ausschneiden, die Figuren wörtlich zum Verschwinden bringt.

Die Bildwerdung seiner eigenen Person hinterfragt Danke in der Couch-Installation „Dunkle Bereiche vergrössern“ (2006). Eine sogenannte Aurafotografie des Künstlers, Bild seiner eigenen Aura, diente als Vorlage für eine Überwurfsdecke, die wie im privaten Bereich üblich ein Sofa vor Abnutzung schützt. Die thematische Auseinandersetzung mit Fragen zu Raum und Figur, ihrem Verhältnis zueinander und das Thema des Verschwindens der Figur beschäftigt Danke auch in der Skulpturenreihe „Filer à l’anglaise“ (2008). Die bekannten russischen Holzpuppen, die im Innern ihrer grössten Form eine Vielzahl linear verkleinerter Kopien verbergen, sind per se räumliche Volumina, die ineinandergestülpte Figuren beherbergen bzw. sie verstecken. Analog zu seinen Collagen ist auch in diesen Skulpturen der Körper als Fragment bzw. in Spuren zitiert.

Omer Fast, der seit 2001 in Berlin lebt, ist unter anderem durch Ausstellungen im Carnegie Museum of Art in Pittsburgh, im Museum of Art in Indianapolis und im MUMOK (Museum für Moderne Kunst) in Wien bekannt geworden. Mit The Casting (2007), einer Mehrkanal-Videoarbeit, welche auch in der Ausstellung Unlimited der Art Basel zu sehen war, wurde er anlässlich der Whitney Biennale vom Whitney Museum of American Art mit einem der international renommiertesten Kunstpreise ausgezeichnet. Fast untersucht in seinen Einkanal- und Mehrfachprojektionen die Transformation von Erfahrungen in Erinnerungen und Erzählungen. Dabei unterläuft er die Logik der linearen Erzählung und lotet aus, wie Geschichten zu solchen werden und wie sie innerhalb ihrer Entstehung Veränderungsprozessen unterworfen sind.

Das Kunsthaus Baselland präsentiert Omer Fasts erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz und legt den Fokus bewusst auf seine aktuellsten Filmarbeiten der letzten zwei Jahre: De Grote Boodschap (2007), Looking Pretty for God (After GW) (2008) und Take a Deep Breath (2008). In Kooperation mit dem Kunstverein Hannover entsteht ein Katalog.

Kaspar Müller hat an der HGK Basel sein Diplom im Jahre 2006 abgeschlossen und war bisher unter anderem im Zusammenhang mit den Ausstellungen um den Off-Space Vrits in Basel tätig. Unter dem Titel „Bias“ zeigt Müller seine erste institutionelle Einzelausstellung. Die Bedeutung des englischen Wortes „Bias“ umschreibt eine relativ grosse Interpretationsbreite: Von „Vorliebe“ oder auch „Neigung“ bis hin zur mathematischen „Verzerrung“ bzw. „Abweichung“ reicht der inhaltliche Spielraum. Kaspar Müller stellt damit seine Ausstellung unter einen Titel, welcher die permanente Überprüfung des Gesehenen und Erlebten geradezu herausfordert.

Speziell für seine Ausstellung im Kunsthaus Baselland entstanden drei Figuren aus Stroh, eine Tuschezeichnung, Fotocollagen und weitere skulpturale Elemente wie ein geschliffener, mit Klarlack bearbeiteter Stock, mehrere Kegelformen aus Stoff und ein Glastisch mit unterschiedlichen Objekten. Die gesamte Ausstellung ist inszeniert mit Objekten, die als Installation für diese Präsentation entworfen und zusammengebracht wurden.
Abbildungen:
Kaspar Müller, Figuren 1-3, 2009
Raphael Danke, Ausstellungsansicht, 2009
Omer Fast, Looking pretty for God, 2008

Kunsthaus Baselland
St. Jakob-Strasse 170
CH-4132 Muttenz/Basel
+41 (0)61 312 83 88
+41 (0)61 312 83 89
office@kunsthausbaselland.ch
Öffnungszeiten
Di, Do – So 11 – 17 H
Mi 14 – 20 H

Samstag, 24. Januar 2009

UnerHÖRTe Klassik-Reihe

Rheinfelden.- Das Kulturamt Rheinfelden will die Klassikkonzerte wiederbeleben. Unter dem Titel "UnerHÖRT — Klassik in Rheinfelden" startet am 1. Februar eine Musikreihe, die einmal im Monat Konzerte an wechselnden Orten wie dem Haus Salmegg, Bürgersaal oder Pfarreizentrum St. Josef bringt. Mit im Boot sind Musikschulleiter Norbert Dietrich und Kantor Rainer Marbach. Den Anfang macht am 1. Februar, 18 Uhr, im Haus Salmegg ein Konzert mit dem Ensemble "Anprall", mit Kammermusik des 20. Jahrhunderts.
Im Mittelpunkt steht die zwölftönige Quintett-Komposition "14 Arten, den Regen zu beschreiben" des Schönberg-Schülers Hanns Eisler, die 1941 in den USA als Musik zur Filmstudie "Regen" entstand. Beim Konzert gibt es ein Wiederhören mit dem Pianisten Hans Fuhlbom. Er war bis 1992 Musikschullehrer für Klavier und unterrichtet seither an der Freiburger Musikhochschule.

Vom Programm her sind die Organisatoren aber offen, es soll nicht nur Kammermusik geben, sondern auch Populäres wie am 5. April eine Opern-, Operetten- und Musicalgala mit Gunter Emmerlich und dem Rundfunk-Blasorchester Leipzig oder auch Sakrales wie Monteverdis "Marienvesper" mit der Kantorei Rheinfelden im Juli. "Man wird auch abwarten müssen, wie es in der neuen Stadtbibliothek wird" , sagt Beck. "Mein Anliegen ist, den Bürgersaal so zu verbessern, dass es Spaß macht, hier auch Klassik zu hören" . Bei der Gestaltung der Programme wirken Musikschulleiter Norbert Dietrich, Pianist Carl-Martin Buttgereit und Rainer Marbach mit.

Einen "Versuchsballon" hat das Kulturamt schon mit den Gastspielen der Orchestergesellschaft Weil am Rhein gewagt, die zweimal im Bürgersaal auftrat und wieder im November zu Gast sein wird. Die Klassikreihe "UnerHÖRT" soll nicht als festes Abo laufen, sondern "behutsam" auf den Weg gebracht werden. Dabei sind den Programmmachern vor allem auch regionale Bezüge wichtig. Das heißt, es spielen bevorzugt Musiker, die aus der Region stammen, hier leben, arbeiten oder persönliche Beziehungen zur Stadt haben.
Foto: Das Ensemble "Anprall" gastiert am 1. Februar mit Kammermusik des 20. Jahrhunderts im Haus Salmegg im badischen Rheinfelden.

Eintritt: Vorverkauf 10 Euro
Abendkasse: 12 Euro
Bis 18 Jahre: 5 Jahre
Vorverkauf im Bürgerbüro und in den Buchhandlungen Merkel und Schätzle.

Dienstag, 20. Januar 2009

"Wunderkammer oder Vernunftmaschine"

Basel.- Das Theater Basel präsentiert in Kooperation mit der Basler Zeitung ab dem 22. Januar 2009 die neue Gesprächsreihe "Wunderkammer oder Vernunftmaschine". In sieben Gesprächen mit Ökonomen und Psychologen, mit Gesellschaftswissenschaftlern und Journalisten, mit Kulturschaffenden und Historikern wird unter der Moderation von Peter-Jakob Kelting (Dramaturg) und der Basler Zeitung der Frage nachgegangen, ob und wie der "Kasino-Kapitalismus" zivilisiert werden kann.
Die Finanzkrise bringt es an den Tag: Die Marktwirtschaft ist nicht allein eine Form wirtschaftlichen Handelns. Der Markt basiert auf einer Kultur, die längst alle Lebensbereiche erfasst hat. Bildung und Kunst, Gesundheit und Umwelt: Alles muss "sich rechnen", wie es so schön heisst. Die Börse wurde zum Massstab aller Dinge. Die globalisierte Ökonomie, jahrzehntelang als Krönung menschlicher Ratio gefeiert, entpuppt sich in diesen Tagen als Hort extremster Gefühle. Es herrscht der psychische Ausnahmezustand. Misstrauen, Angst und Panik sind die Schlagworte, mit denen die aktuelle Lage beschrieben wird. Der "Staat", jahrzehntelang als Hemmschuh der ökonomischen Entwicklung gescholten und diffamiert, erlebt als Regulierungsinstanz eine nicht für möglich gehaltene Renaissance. Düstere Prophezeiungen über den Zusammenbruch nicht nur der Finanzmärkte und der Weltwirtschaft, sondern der Zivilisation, wie wir sie kennen, machen die Runde.

Ist die momentane Krise tatsächlich lediglich ein Pendelschlag in der Logik von Hausse und Baisse, wie uns die der Besonnenheit verpflichteten Ökonomen und Politiker erklären? Oder erleben wir doch einen dramatischen Wandel, der nicht allein in die Strukturen des Systems eingreift, sondern unser Verhältnis zur Kultur des Marktes nachhaltig verändern wird?
"Wunderkammer oder Vernunftmaschine" - Die Gespräche im Überblick:

(Un-) Vernunft des Marktes? – Die Psychologie der Krise
Mit Prof. Dr. Yvan Lengwiler, Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum Universität Basel,
und Prof. Dr. Theo Wehner, Zentrum für Arbeits- und Organisationspsychologie ETH Zürich
Donnerstag, 22. Januar 2009, 20.15 Uhr, Klosterberg 6

Moralische Neuorientierung oder "Business as usual"? – Die Ethik des Marktes
Mit Dr. Annemarie Pieper, Philosophin, und Dr. Klaus M. Leisinger, Präsident der Novartis Stiftung für nachhaltige Entwicklung
Dienstag, 3. Februar 2009, 20.15 Uhr, Nachtcafé

Brüderlichkeit im Kasino – Abschied von der Gerechtigkeit?
Mit Thomas Held, Geschäftsführer Avenir Suisse, und Prof. Dr. Ueli Mäder, Institut für Soziologie der Universität Basel
Montag, 9. März 2009, 20.15 Uhr, Klosterberg 6

"La Grande Illusion" – Kultur im Sturm des Realen
Mit Prof. Dr. Philipp Sarasin, Historisches Seminar Universität Zürich
und Prof. Dr. Sebastian Egenhofer, Kunsthistorisches Seminar Universität Basel
Montag, 23. März 2009, 20.15 Uhr, Klosterberg 6

Heimweh nach der Zukunft – Zeit und Markt
Mit Prof. Dr. Dirk Baecker, Institut für Kulturtheorie der Zeppelin Universität Friedrichshafen,
und Prof. Dr. Georg Pfleiderer, Theologische Fakultät der Universität Basel
Donnerstag, 2. April 2009, 20.15 Uhr, Klosterberg 6

Freie Fahrt ohne Leitplanken? – Der Markt zwischen Regulierung, Selbstkontrolle und Wertevermittlung
Mit Dr. Konrad Hummler, Teilhaber der Bank Wegelin, und Prof. Dr. Roland Reichenbach, Ordinarius für Pädagogik an der Universität Basel und der FHNW
Mittwoch, 22. April 2009, 20.15, Klosterberg 6

Wicked Messenger? – Die Rolle der Medien in der Finanzkrise
Mit Dr. Ludwig Hasler, Publizist und Dozent für Medientheorie, Alex Reichmuth, Rundfunkredaktor und Buchautor, sowie Prof. Dr. Valentin Groebner, Historiker Universität Luzern
Mittwoch, 6. Mai 2009, 20.15, Klosterberg 6

Projektleitung und Moderation: Peter-Jakob Kelting (Dramaturg)
Co-Moderation: Basler Zeitung

Basel: Der graphische Aspekt (bis 25. Mai)

Basel.- Pablo Picasso setzte sich ausgesprochen intensiv mit den spezifischen Möglichkeiten der druckgraphischen Techniken auseinander. Vom Holzschnitt und Kupferstich bis hin zur Lithographie und dem Linolschnitt wandte er sämtliche Druckverfahren mit stupender Leichtigkeit und grosser Meisterschaft an, er entwickelte komplexe Mischtechniken und experimentierte mit mehrfarbigen Drucken.Das Kunstmuseum Basel widmet sich vom 31. Januar bis 25. Mai den Druckgrafiken Picassos.
1904 schuf er mit Le Repas frugal seine erste Radierung. Das ambitionierte Blatt ist Auftakt eines immensen druckgraphischen Œuvres von mehr als 2000 Werken. Als Radierer steht Picasso in der Tradition von Dürer, Rembrandt und Goya. In jüngeren Techniken wie dem Linolschnitt setzte er völlig neue Maßstäbe.

Der rund 150 Blätter umfassende Bestand des Basler Kupferstichkabinetts ist weit mehr als eine Ergänzung des herausragenden Ensembles von Gemälden des Künstlers im Kunstmuseum, denn er ermöglicht in seiner Breite die vertiefte Beschäftigung mit dem graphischen Aspekt des mannigfaltigen Gesamtwerkes. Die Hälfte dieser Druckgraphik stammt aus der Sammlung des bedeutenden Schweizer Sammlers Georges Bloch (1900–1983), der mit Picasso befreundet war und ein vierbändiges Werkverzeichnis seiner Druckgraphik erstellte. 1972 und 1982 schenkte Bloch der Gottfried Keller-Stiftung insgesamt 512 Blätter, die heute auf mehrere Schweizer Museen verteilt sind.

Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von rund neunzig Blättern aus sämtlichen Werkphasen, von der Blauen Periode über den Kubismus bis hin zu den späten Druckgraphiken um 1970. Darunter befinden sich phantastische Werke wie der Farblinolschnitt L'Homme à la fraise und Radierungen aus der berühmten Suite Vollard. Die breite Palette der Themen reicht von den Saltimbanques und den Darstellungen des Künstlers mit seinem Modell bis zu den Porträts und bietet einen faszinierenden Einblick in das graphische Schaffen von Picasso.
Öffnungszeiten: Di bis So 10 - 17 Uhr Montag geschlossen

Pablo Picasso. Druckgraphik
31. Januar bis 24. Mai 2009
Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH - 4010 Basel
0041 (0)61 20662-62

L'Homme à la fraise, 1963. © 2008 Kunstmuseum Basel

Montag, 19. Januar 2009

Von Hartz 4 in die Krise


Freiburg.- Das Theater Freiburg geht mit der Zeit, also mit der Finanzkrise. Vielleicht sind wir ja alle Bettler in irgend einer Form. Am 23. Januar, 20 Uhr, hat im Kleinen Haus das Schauspielprojekt „Bettleroper“ in der Inszenierung von Christoph Frick Premiere. Und wenn Sie sich die Vorschau ansehen, werden Sie feststellen, dass auch hier das aktuelle Thema aufgegriffen wird.
Im Zentrum des Interesses der Inszenierung "stehen hierbei die aktuelle Situation zwischen arm und reich in Deutschland sowie Freiburger Obdachlose und Hartz-4-Empfänger". Christin Arnold, Falko Gottsberg-Jakobs, Uli Herrmann, Barbara Ibo, Georg Kaiser, Johanna und Sonja Krause, Hannes Moritz, Andreas Onnasch, Daniel Otero, Thomas Seifert und Wolfgang Steidel sind zum Teil ohne festen Wohnsitz, zum Teil Hartz-4-Empfänger, zum Teil Bauwagenbesitzer und zum Teil (ehemalige) Bettler oder Flaschensammler. Mit ihnen gemeinsam wird dieser Theaterabend gestaltet.

Die Musik zur Freiburger Bettleroper komponierte Bernadette la Hengst. Die bekannte deutsche Elektropop-Musikerin, die u.a. Projekte an den Münchner Kammerspielen und am Berliner Hebbel-Theater realisiert hat, war in Freiburg bereits im Rahmen der Orbit-Nacht (Live-Konzert im Großen Haus), in der Reihe Hörspielpark (Hörspiel „Der innere Innenminister“) und während der Seniorentheatertage (Lieder und Texte mit Freiburger Senioren) zu erleben (www.lahengst.com).

Mit seiner "Beggar’s Opera" schuf der Brite John Gay im Jahr 1728 eine Parodie auf das Großbürgertum des merry old Georgian England und zugleich eine der berühmtesten Parodien der Theatergeschichte überhaupt. In seinem Sittenbild stellt er – entgegen der damaligen Konvention – nicht die Reichen und Schönen ins Zentrum, sondern die Armen am Rande der Gesellschaft. Genau diesen Menschen und Zuständen gilt auch das Interesse unseres Bettleroper-Projekts. Die Textvorlage von John Gay ist dafür genauso Arbeitsgrundlage wie der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung oder die Theorien zum bedingungslosen Grundeinkommen.
Dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird, ist eine längst nicht mehr zu übersehende Tatsache unserer Lebensrealität, Bettler säumen heute genau wie vor 280 Jahren unsere Straßen und nach wie vor ist die Scheu vor Kontakten groß und der Vorgang des Bettelns selbst komplex: Kann man gut betteln? Besser betteln?

Was macht einen erfolgreichen Bettler aus? Können Bettler von Schauspielern lernen und umgekehrt? Und mit welcher Strategie bettelt Opel bei der Kanzlerin? Wieder andere Menschen entscheiden sich bewusst für ein Leben ohne Geld. Aber wie funktioniert ein Tauschring? Und was verbirgt sich hinter einem Gib-und-Nimm-Haus?
Infos in Kürze
Freiburger Bettleroper
Ein Schauspiel mit Musik von Bernadette La Hengst
Premiere: Freitag, 23. Januar 2009, 20.00 Uhr, Kleines Haus

Regie Christoph Frick, Bühne & Kostüme Clarissa Herbst, Musik Bernadette La Hengst, Dramaturgie Carolin Hochleichter.
Mit: Anna Böger, Bettina Grahs, Bernadette la Hengst, Melanie Lüninghöner; Frank Albrecht, André Benndorf, Nicola Fritzen
Bettlerchor: Christin Arnold, Falko Gottsberg-Jakobs, Uli Herrmann, Barbara
Ibo, Georg Kaiser, Johanna und Sonja Krause, Hannes Moritz, Andreas Onnasch, Daniel Otero, Thomas Seifert, Wolfgang Steidel
Einführungsmatinee: Sonntag. 18.1.09, 11 Uhr, Winterer-Foyer

Spieldaten
FREITAG, 23.01.09 - 20:00 Uhr
DIENSTAG, 03.02.09 - 20:00 Uhr
MITTWOCH, 04.02.09 - 20:00 Uhr
DONNERSTAG, 05.02.09 - 20:00 Uhr
SAMSTAG, 14.02.09 - 19:00 Uhr
SAMSTAG, 28.02.09 - 20:00 Uhr

VORSCHAU:
THEMENTAGE: DAS POTENTIAL DER KRISE
In der Reihe "Capitalism Now" stellen wir die Frage: Können wir uns eine Alternative zum Kapitalismus vorstellen? Die aktuelle Krise hat sie dringlicher und grundsätzlicher werden lassen und wir gehen ihr an diesem Wochenende genauer nach. Welches Menschenbild steht hinter der herrschenden Struktur der Marktwirtschaft? Ist es eine Finanz-, eine Wirtschafts- oder eine Gesellschaftskrise? Und können Umverteilungsstrategien wie z.B. das bedingungslose Grundeinkommen eine Alternative zum System darstellen?

Freitag, 13.2.09 - BLACK FRIDAY
18 Uhr, Vortrag Bernhard Neumärker, Freiburg: "Homo oeconomicus"
19 Uhr, "Das Kalte Herz" nach Wilhelm Hauff, anschl. Publikumsgespräch
21.30 Uhr,,"Walden oder Leben in den Wäldern" nach Henry Thoureau
23 Uhr., Konzert "Rauschgeschäft" von Bernadette La Hengst, danach Party

Samstag, 14.2.09 - GELD REGIERT DIE WELT
18 Uhr, Vortrag Max Otte, Worms/Cambridge: "Von faulen Krediten zum Finanz-
Tsunami: Eine Chronologie der Krise"
19 Uhr, "Bettleroper", anschl. Publikumsgespräch
22 Uhr, Konzert von Stimmgewitter Augustin, Wien
23 Uhr, Marathon-Lesung: "Fegefeuer der Eitelkeiten"

Sonntag, 15.2.09 - TALER, TALER DU MUSST WANDERN
11 Uhr, Vortrag Claus Schäfer: "Einkommen zum Auskommen"
12 Uhr, "Round Table" mit Claus Schäfer, Max Otte, Enno Schmidt, Daniel Häni u.a.

Theater Freiburg
Bertoldstr. 46
79098 Freiburg
0761 2012853

Sonntag, 18. Januar 2009

Zürich: Giacometti, der Ägypter (bis 24. Mai)

Zürich.- Büsten von Echnaton und Nofretete, den Würfelhocker des Senemut, den "Grünen Kopf"u.a.m. vom 27. Februar bis 24. Mai 2009 zeigt das Kunsthaus Zürich Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Berlin – zusammen mit Plastiken, Gemälden und Zeichnungen Alberto Giacomettis, dessen Schaffen zutiefst von der altägyptischen Kunst geprägt war. Die Analogien zwischen dem Werk des bedeutendsten Schweizer Künstlers des 20. Jahrhunderts, Alberto Giacometti (1901-1966), und der altägyptischen Kunst werden zum ersten Mal in einer Ausstellung zur Anschauung gebracht. Dafür wechseln wertvolle Leihgaben aus dem Ägyptischen Museum von Berlin ins Kunsthaus Zürich.
Für den Besucher wird überraschend nachvollziehbar, wie Giacometti sich am ägyptischen "Stil"orientiert: in der Konzentration auf das Menschenbild, im Verhältnis von Figur und Raum und der künstlerischen Intention, dem Individuum ewige Gegenwart zu verleihen.

Giacometti war noch Schüler, als Berliner Archäologen Anfang des 20. Jahrhunderts die Kunst des Echnaton in Amarna ausgruben. Von der Überlegenheit der ägyptischen Kultur über alle späteren war der angehende Künstler schon damals überzeugt. Die erste Begegnung mit den ägyptischen Originalen ereignete sich 1920 in Florenz. Dort fand Giacometti verwirklicht, was ihm als Ziel seiner Kunst vorschwebte: die Erfassung der Wirklichkeit, die lebendige Präsenz des Menschen in einer Stilform. Eine lebenslange Auseinandersetzung setzte ein.

Zurück aus Italien vollendete Alberto seine Ausbildung beim Vater Giovanni mit einem anspruchsvollen, ganzfigurigen Selbstbildnis, in welchem er seine Züge nach dem hager überlängten Gesicht des Echnaton stilisiert. Eine Büste des Pharaos und dieses Gemälde werden in der Ausstellung nebeneinander stehen. In Paris versuchte Giacometti als Schüler Bourdelles lebende Modelle zu erfassen. Er studierte im Louvre ägyptische Originale und kopierte Abbildungen aus Büchern. In den Überlegungen des Surrealisten-Kreises, in dem sich Giacometti damals bewegt, spielten ägyptische Ideen eine Rolle; und als der Vater 1933 stirbt, traten Vorstellungen über Tod und Jenseits in den Vordergrund. Der "Cube", auf den er ein Selbstbildnis eingravierte, kann als Giacomettis Antwort auf die ägyptischen Würfelfiguren gesehen werden, die ihn schon in Florenz faszinierten und die in der Ausstellung mit dem bedeutendsten Exemplar, der Figur des Architekten Senenmut, vertreten sein werden.

Die intensivste Phase der Auseinandersetzung mit altägyptischer Kunst beginnt 1934, als sich Alberto Giacometti als "Schreiber" zeichnet. In einem Dialog von Selbstbildnis-Zeichnungen und kristallinen Kopien ägyptischer Meisterwerke, wie dem "Grünen Kopf", der in Zürich zu sehen sein wird, entwickelt sich sein sogenannter "phänomenologischer Realismus", der Versuch die erscheinende Wirklichkeit im Vorgang des Sehens zu erfassen. Um 1942 zeichnete er zahlreiche Kopien nach dem Fresko des Gartens des Ipy, mehr als von irgendeinem anderen Kunstwerk. Blickt man auf seine davon offensichtlich inspirierten Gemälde in der Ausstellung, begreift man, dass ihn die rhythmischen Schwingungen der Bäume und Büsche faszinierten, das vibrierende Netz gespannter Linienstrukturen, in dem sich das bewegte Leben, die Wirkkräfte der Natur erfassen liessen.

Giacometti wurde bewusst: der Inbegriff des Lebens ist die Bewegung. Diese Möglichkeit der Bewegung gestaltet die ägyptische Kunst geradezu paradigmatisch in der Stand-Schreit-Figur: sie wird zum Ausgangspunkt für die schreitenden Männer Giacomettis. Die uralte Typologie bietet das Essentielle, das der modernen subjektiven Nervosität der Wahrnehmung Halt gibt. Die Latenz der Bewegung manifestiert sich in den Sockeln und der durch die übergrossen Füsse evozierten Spannung der Figur zu dem hier vorgegebenen Raum. Beruht die Belebtheit der ägyptischen Skulptur auf dem ihr innewohnenden Ka der Seele, so baut sie sich bei Giacometti in dem rastlosen Blick des Wahrnehmenden, zunächst des Künstlers selbst, dann des Betrachters auf.

Die Orientierung an der Typologie der ägyptischen Werke wird wegweisend für die Arbeiten der Nachkriegszeit. In den Büsten der 1950er und 60er Jahre erhöht Giacometti den Kontrast zwischen dem Chaos der unteren Partien und dem sich im Blick manifestierenden Leben dramatisch. Der Rückgriff auf ägyptische Kniefiguren ermöglicht die letzte Steigerung im "Diego assis"und im "Lotar III". Darin bleibt erlebbar, was viele Zeugen der Arbeitsweise Albertos belegen: das immer wieder neue Ansetzen des schöpferischen Prozesses, in dem er sich der Lebendigkeit versicherte und das der Betrachter in der parallelen Bewegung der Wahrnehmung nachvollzieht. Man erinnert sich der ägyptischen Vorstellung, dass der Sonnengott jeden Morgen die Kosmogenie im Aufstieg aus dem Urwasser neu vollzieht und so den Fortgang des Lebens sichert.

Noch bis 15. Februar 2009 sind im Ägyptischen Museum in Berlin die altägyptischen Werke zusammen mit 12 Plastiken Giacomettis zu sehen. Im Kunsthaus werden hingegen 18 ägyptische Skulpturen in präziser Gegenüberstellung mit den zu vergleichenden Werken Albertos und bis zu 80 weiteren Arbeiten des Schweizer Künstlers präsentiert: eine beträchtliche Anzahl meisterhafter Zeichnungen nach ägyptischen Vorlagen, Gemälde und die beiden Bücher, in denen Giacometti die meisten Randzeichnungen anbrachte, Fechheimers "Die Plastik der Ägypter"und Ludwig Curtius’ Band über Ägypten im Handbuch der Kunstwissenschaft. Christian Klemm, Konservator der Alberto Giacometti-Stiftung und der Sammlung am Kunsthaus Zürich, hat die Ausstellung kuratiert. Vertieft wird das Thema in einer Publikation mit Beiträgen von Christian Klemm und dem Kurator in Berlin, Dietrich Wildung. Sie ist im Museumsshop für CHF 28.- und im Buchhandel erhältlich.
Abbildung: Alberto Giacometti, Echnaton, um 1921. Bleistift, 29,9 x 38,4 cm. Fondation Alberto et Annette Giacometti, Paris. © 2009 ProLitteris, Zürich

Infos in Kürze:

Giacometti, der Ägypter
27. Februar bis 24. Mai
Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH - 8001 Zürich
0041 (0)44 25384-84
info@kunsthaus.ch

Öffnungszeiten:
Sa/So/Di 10 – 18 Uhr, Mi bis Fr 10 – 20 Uhr, Montag geschlossen

Samstag, 17. Januar 2009

Bestellter Tod

von Ingrid Jennert

Lörrach.- „Die Erlöser AG“ von Björn Kern ist beim Literaturwettbewerb um den Ingeborg Bachmannpreis 2007 in Klagenfurt spektakulär durchgefallen. Dafür bekam er den Brüder Grimm Preis 2007. Beim Publikum hat der Roman einen tiefen Eindruck hinterlassen. Nur wenige Stimmen fehlten später zum Publikumspreis, für den auch die Voten der Fernsehzuschauer zählen. Der damals 29-jährige Autor hatte sich nach der Diktion der Juroren „angemaßt“, in seinem Roman zu schildern, wie eine sterbende, an Alzheimer erkrankte alte Frau ihre letzten Minuten erlebt. Es geht um ein schon lange heiß diskutiertes Thema: Sterbehilfe. Am Donnerstag, 22. Januar 2009, liest Björn Kern um 20 Uhr in der Stadtbibliothek in Lörrach aus seinem Buch „Die Erlöser AG“ und noch unveröffentlichten Texten.
Björn Kern wurde 1978 im badischen Lörrach geboren. Er studierte in Tübingen, Passau und und Aix-en-Provence sowie ein Semester am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Derzeit lebt er in Südbaden.

Zum Inhalt: Elsa Lindström lebt im Berlin des Jahres 2050. Sterbehilfe ist unter engen Voraussetzungen straffrei. Als das Gesetz verkündet wird, fühlen sich der Leiter der Charité Hendrik Miller, und der weniger erfolgreiche Journalist Paul Kungebein berufen, eine Dienstleistungsagentur zu gründen, die das neue Gesetz umsetzt. Elsa Lindström ist die erste Kundin der Agentur Miller und Kungebein, die Tötung auf Verlangen anbietet.

In einer unsentimentalen und ausdrucksstarken Sprache schildert der junge Autor in einem Kapitel den Leidensweg der 97-jährigen, an Alzheimer erkrankten Frau, der sie von ihrer Einzimmerwohnung in das Berliner Altenheim führt, in dem der Professor ihr die Spritze setzt, beschreibt das Chaos ihrer Gedanken und Gefühle, das in ihren letzten lebenden Augenblicken in ihr tobt.

Gegenwärtig dreht sich die öffentliche Diskussion um eine begrenzte Freigabe der Sterbehilfe im Kreis. Für jede der kontroversen Meinungen gibt es gewichtige Gründe. Kern beteiligt sich nicht an dieser Diskussion, sondern geht in seinem Roman einen Schritt weiter. Er überwindet die bestehenden Tabus und schildert fiktiv, was eintreten würde, wenn. Der Leser erfährt etwas über die Charaktere der handelnden Akteure, über ihre inner- und außerfamiliären Konflikte und ob „Erlöser AGs“ zur Boombranche werden.

Kerns Buch ist spannend zu lesen und literarisch ein Genuss. Die übliche Pflegeproblematik samt Kostenfragen bleibt außen vor. Seine Sprache ist drastisch und trotz des Themas erfrischend. Dem Leser ist durchgängig im Bewusstsein: Hier schreibt ein junger Autor. Er hat Distanz zum Geschehen und wird nicht von eigenen Ängsten geplagt. Kerns Schilderungen sind dennoch kompetent und voller Empathie.

Die Klagenfurter Juroren hatten mit Kerns drastischen Schilderungen offenscitlich Probleme. Dabei hätten sie wissen können, dass Kern existenzielle Erfahrungen besitzt, die ihn sehr wohl zu einer Bearbeitung des schwierigen Themas befähigen. Die Bilder aus seiner Zivildienstzeit in einem psychiatrischen Altenheim in Südfrankreich seien heute noch in ihm präsent, sagte er einmal in einem Interview. Sie bestimmten bisher die Themen seiner Bücher.
Foto: Björn Kern;

Im März 2009 soll die "Erlöser AG" als Hörbuch erscheinen, vom Autor selbst gelesen.

"Die Erlöser AG
", Roman, 272 Seiten, C.H. Beck, Herbst 2007, 17,90 Euro
Im gleichen Verlag erschienen: Björn Kern „Einmal noch Marseille“, Roman, 128 Seiten,
3. Auflage 2009,12,90 Euro. Bei dtv erschien sein Erstlingswerk : Kipppunkt, 126 Seiten, Herbst 2001, 7,00 Euro

Freitag, 16. Januar 2009

Zürich: Letzte und andere Dinge

Zürich.- Das erste Master-Studienjahr am Theater der Künste hatte letztes Jahr kaum begonnen, da präsentierten bereits elf Schauspiel-Studierende erste Resultate. Sie setzen sich unter der Anleitung von Gastregisseur Andreas Kriegenburg mit der Frage auseinander, wie sie als junge Erwachsene die Perspektive von Jugendlichen auf die Gesellschaft einnehmen, reflektieren und – als SchauspielerInnen – wiedergeben und darstellen können. Jetzt ist die Zusammenarbeit mit Theresia Walser angesagt. Das Ergebnis präsentiert sich als die "Liste der Letzten Dinge", am 20. Januar, 20 Uhr, ist Premiere.
Schluss mit dem Warten auf den richtigen Zeitpunkt, auf das richtige Leben und auf die richtige Torte. Deshalb treffen sich Pia und Helen, um ihren eigenen Scheiterhaufen zu errichten. Von überall soll man das Feuer sehen, bis nach Bielefeld sollen die Rauchschwaden ziehen und noch in Halle sollen sie husten und Atemnot bekommen in ihrer zwanghaften Sucht nach Authentizität.

Die Figuren plappern sich wortmächtig und todesmutig ihrem Ende entgegen. Sie entledigen sich aller Dinge, mit denen sie sich bislang abgefunden haben. Da spielt es keine Rolle mehr, ob man den Herd angelassen oder alle Rechnungen bezahlt hat. Doch in der Fatalität des Endspiels öffnen sich Abgründe der Unsicherheit und des Zweifels. Dem vermeintlich sicheren Schlusspunkt kommt immer etwas dazwischen, nicht zuletzt das "Nachmachmonster" Giorgina.

Im Stück von Theresia Walser geht es um das Wesentliche: um die Banalität des Lebens, das Scheitern am eigenen Anspruch, die Auflösung des Ichs. Und das ganz ohne philosophische Schwere. Eine existenzialistische Komödie mit Witz und Tiefsinn, an deren Ende fest steht: Das Leben ist eine ziemliche Überfrachtung.

Am 22. geht es gleich weiter: Kasabasia ist ein Soloabend durch die Topografie eines möglichen Lebens, eine Papierlandschaft aus Erinnerungen, aus Alltäglichkeiten, aus Zufälligkeiten, aus Glück, unerwartet, kurz aufscheinend. Daneben die grosse Leere, das nörgelnde Fragen nach dem Sinn, die ewige Verunsicherung. So ist die "Kasabasia", ein spanisch verballhorntes "casa vacía" (leeres Haus), die Bühne für diesen Theaterabend, der als Collage eine abstrakte Odyssee durch das Leben eines Menschen unternimmt. Eines Menschen, der schlicht und einfach versucht, zu überleben.

Im Februar folgt "Kopf ab": Eine Welt, in der Sätze Geld Kosten: ein Büro, ein Wohnzimmer, Wege dazwischen. In diesem Szenario spielt "Kopf ab", eine erfrischend surreale Eigenkreation am Theater der Künste voller Realitäten, von Börsencrash bis Globalisierungsopfer. Nummerierte Sätze werden verkauft, aus denen man seine Gespräche zusammenstellt und dadurch das Leben gestaltet.

Das Master-Studium im Theaterbereich bereitet die Absolventinnen und Absolventen für einen hoch kompetitiven internationalen Markt vor. Damit künstlerische Inhalte vor ökonomischen Notwendigkeiten behauptet werden können, ist die Balance zwischen kreativem Eigensinn und institutionellen Gegebenheiten gefragt.

Foto: Szenenfoto von den Proben. Quelle: Theater der Künste
Infos in Kürze:

Die Liste der letzten Dinge
Von Theresia Walser
Werkstattinszenierung im Rahmen des Masterstudiengangs Theater.

Masterproduktion Regie (Elisabeth Ramm)

Ort: Bühne A, Gessnerallee 9
Premiere: 20. Januar, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 21., 23., 24., 25., 29., 30., 31. Januar 2009, 20 Uhr

Mit: Petra Nadolny, Peter Recker, Elisabeth Ramm, Ginger Nicole Wagner
Regie: Elisabeth Ramm
Bühne: Mirja Fiorentino
Dramaturgie: Sophie Therese Krempl
Licht: Arnd Frank
Ton: Carlo Raselli
Video: Michel Weber
Regieassistenz: Katja Trachsel
Bühnenbildassistenz: Iziar Tesan

Vorschau:
Kasabasia
Masterproduktion Schauspiel (Marcel Rodriguez Silvero)
Ort: Zeughaus 3 im Zeughaushof
Premiere: 22. Januar 2009, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 23., 24., 28., 29., 30., 31. Januar 2009, 20 Uhr

Kopf ab
Masterproduktion Schauspiel (Vicky Krieps)
Ort: Zeughaus 3 im Zeughaushof
Premiere: 12. Februar 2009, 20.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 13., 14., 17., 18., 20., 21. Februar 2009

Reservationen: Tel +41 (0)43 446 53 66
Vorverkauf: BIZZ (Tel +41 (0)44 221 22 83), Bahnhofstrasse 9, Migros City, Jelmoli City, Musik Hug am Limmatquai, Jecklin am Pfauen

Theater der Künste
Zürcher Hochschule der Künste
Departement Darstellende Künste und Film
Gessnerallee 11, 8001 Zürich
Tel +41 (0)43 446 53 60

Rheinfelden: Biechles Objekte (bis 1. März)

Rheinfelden.- Der Kunstverein Salmegg, der 2009 sein zwanzigjähriges Bestehen feiert, lädt zu seiner ersten Ausstellung des Jahres ein. Zu Gast wird der vom Hochrhein stammende Künstler Josef Briechle sein und zwar mit Holzobjekten und Reliefs. Vernissage ist am 18. Januar. Der Künstler lebt und arbeitet freischaffend in Waldshut-Tiengen.
Briechle, 1939 in Tiengen geboren, absolvierte eine Stukkateurlehre mit anschließender Meisterprüfung und besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich. Seine Bilder und Skulpturen sind vorzugsweise aus dem Werkstoff Holz, welches er mit der Kettensäge und dem Stechbeitel bearbeitet und daraus filigrane Schnitte und Strukturen formt. Unabhängig von der Art der Bearbeitung und Pigmentierung, bleibt das Holz und seine gewachsene Struktur erkennbar.

Neben seinen künstlerischen Arbeiten organisiert Josef Briechle Bildhauer-Symposien („Barocke Sichten“) in seiner Heimatstadt und übernimmt die künstlerische Leitung des ersten grenzüberschreitenden Skulpturenweges („übers Wasser, übers Land“) sowie der Symposien WandArt und LuftArt in Tiengen.
Infos in Kürze

Dauer der Ausstellung: 18. Januar 2009 – 1. März 2009
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 12 – 17 Uhr
Die Vernissage findet am Sonntag, den 18. Januar 2009 um 11.15 Uhr in den Räumen des Hauses Salmegg statt. Der Künstler wird anwesend sein. Zur Einführung spricht Dr. Reinhard Valenta.

Auskünfte und Vereinbarungen unter 07623 / 95-237 und www.haus-salmegg.de

Haus Salmegg, Verein für Kunst und Geschichte Rheinfelden e.V.
An der Rheinbrücke in Rheinfelden (Baden)
Postanschrift:
Geschäftsführung: c/o Musikschule
Maurice-Sadorge-Str. 6
D-79618 Rheinfelden
Tel.: 07623 - 98 74 · Fax: 07623 - 6 39 33
e-mail: info@haus-salmegg.de

Donnerstag, 15. Januar 2009

Basel: How Do You Love Dzzzzt by Mammy? (bis 3. Mai)

Basel.- In den Skulpturen, Gouachen, Stickereien, Fotografien und Installationen von Enrico David (*1966 in Ancona, lebt und arbeitet in London) findet sich ein breites Spektrum an kulturellen Referenzen und Bezugssystemen. Es umfasst unter anderem Arte Povera, Assemblage, Bühnenbilder und Designmotive aus den 1920er- und 30er-Jahren, so wie zahlreiche literarische Quellen und Elemente aus der Tradition des Handwerks. Das Kunstmuseum Basel zeigt vom 16. Januar bis Anfang Mai Werke vn David. Die Arbeiten sind gekennzeichnet von rätselhaften Darstellungen des Körpers, die verzerrt oder in Fragmente zerlegt, Ausdruck der Unmöglichkeit einer körperlichen Einheit sind. Verschiedene Elemente fügen sich zu einem Rest zusammen, einem Kopf, Gliedmaß oder einer unbestimmbaren Schwulst.
Die aktuelle Ausstellung kreist nun um wenige Elemente, an deren Anfang- und Endpunkt zwei Fotografien stehen, die, als zwei Hälften betrachtet, sich nur schwer zusammenbringen lassen. Die eine zeigt zwei kleine, mit einem Klavier beschäftigte Jungen. Der Gesichtsausdruck des einen wirkt missmutig, seine Geste aufgezwungen. Es handelt sich um den Künstler selbst, der im Alter von drei Jahren für Werbeaufnahmen von Spielzeuginstrumenten Model stand. Die zweite Fotografie, die das seltsam anbiedernde Porträt eines Mannes zeigt, steht in hartem Kontrast zu den lieblichen Kinderaufnahmen. Die fratzenhafte Zurschaustellung von Männ­lichkeit, mit der eindeutigen Funktion der Verführung, wiederholt sich mit leicht veränderten Gesichtszügen in einer weiteren Fotografie. Sie stammen aus einem Versandkatalog für Sexartikel und stehen für einen bestimmten, künstlich überzeichneten Rollentyp, der nahezu beliebig austauschbar ist.

Diese beiden Abbilder liefern den Überzug für zwei übermannshohe Wippfiguren aus Holz, Draht und Papier, deren Gestalt einem Spielzeugentwurf von Koloman Moser für die Wiener Werkstätte aus den 1910er-Jahren entlehnt ist. Die knolligen Eiergebilde – Rumpf, Kopf und Arme darin zu einer Form vereint – stehen auf zwei eingeknickten dünnen Holzbeinen und Kufen. Sie bilden das Zentrum der Ausstellung, umgeben von frei im Raum stehenden Stell­wänden, auf denen die Gesichter des Mannes wiederholt als großformatig aufgezogene Bilder auftauchen; ebenso sämtliche Motive der ausstellungsbegleitenden Publikation, so dass die Seiten des Buches parallel zur dreidimensionalen Installation im Raum zu lesen sind. Der unbestimmbare Ausstellungstitel «How Do You Love Dzzzzt by Mammy?» deutet auf das Unaussprechliche hin, auf eine Unklarheit und Unsicherheit, der man zeit seines Lebens begegnet. Wenn Enrico David nach der Bedeutung des Titels gefragt wird, lautet seine Antwort, dass gerade die Frage nach der Bedeutung bereits das ist, was er aussagt. «Stück um Stück, beraubt Dich das Leben der Gewissheit. Es wird nie einen festgelegten Weg geben.» (E. David)

Eine zweite Installation präsentiert sich in der Art eines Dioramas, einer Schaubühne, die den Effekt des Trompe-l’oeil ausnützt. Der Besucher wird Zuschauer einer Szene, die auf der surrealistischen Foto-Collage «vielle femme et enfant» (um 1935) von Dora Maar beruht. Das ursprüngliche Bild zeigt einen getäfelten Raum, der Fußboden von Schlamm bedeckt, und einen Jungen, der sich an einer Frau reibt. David baut diesen Raum in seinen Grundzügen nach, verschränkt diesen jedoch mit sehr persönlichen Materialien, die seinem Schlafzimmer nachempfunden sind, das sein Vater für ihn in den 1970er-Jahren entwarf. Die Figuren im Hintergrund sind ausgetauscht mit Abbildungen von einer Holzpuppe und dem Künstler selbst.

Enrico David ist in den späten 1980er Jahren nach London gezogen, wo er an der St. Martin’s School of Art studierte. Im letzten Jahr wurde im ICA London eine umfassende Einzelausstellung präsentiert.

Abbildung: 'Bulbous Marauder', 2008. Courtesy Galerie Daniel Buchholz, Köln/Berlin und Cabinet Gallery, London

Zur Ausstellung «How Do You Love Dzzzzt by Mammy?» erscheint eine Museumsbroschüre mit Texten von Manfred Hermes und Darian Leader (Deutsch / Englisch).
Infos in Kürze

How Do You Love Dzzzzt by Mammy?
16. Januar 2009 bis 3. Mai 2009

Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH - 4010 Basel
T: 0041 (0)61 20662-62
Öffnungszeiten: Di bis So 10 - 17 Uhr, Montag geschlossen

Mittwoch, 14. Januar 2009

Zürich: "Immanuel Kant" von Thomas Bernhard

Zürich.- Immanuel Kant reist nach Amerika, mit Frau, Bruder, Papagei. Wie immer bei Thomas Bernhard lauert Tragik hinter der Komödie. Matthias Hartmann inszeniert das Stück mit grossem Ensemble im Pfauen. Premiere ist am Samstag, 17. Januar 2009, 20 Uhr, Pfauen. Weitere Vorstellungen: 22./24./29./31. Januar.
Professor Immanuel Kant ist in Begleitung seiner Frau, seines Bruders Ernst Ludwig und Friedrichs, seines Papageis, auf einem Luxusdampfer unterwegs nach Amerika. Er soll den Ehrendoktortitel der Columbia University empfangen und sich einer Augenoperation wegen eines Glaukoms unterziehen. Mit ihm auf dem Schiff sind der Kunstsammler Sonnenschein, ein Kardinal, ein alter Admiral und eine Millionärin, die die Hebung der Titanic betreibt. Unentwegt werden alle Mitreisenden von diesem genialen wissenschaftlichen Kauz belehrt, zurechtgewiesen und tyrannisiert. Merkwürdig ist nur, dass der grosse Philosoph und Aufklärer Immanuel Kant in einem ganz anderen Jahrhundert gelebt hat und, wie man weiss, aus Königsberg nie herausgekommen ist. So entpuppt sich dieser Komödienkant als einer jener unheimlichen und zugleich lächerlichen Thomas-Bernhardschen Geistesköpfe, die auf tragische und komische Weise, lamentierend, schwadronierend gegen die Daseinsverfinsterung des Lebens ankämpfen. Wenn Kant in der letzten Szene von Bord geht, wird er nicht von einer Abordnung der Columbia University empfangen, sondern von einer ganz anderen Delegation…

Der Österreicher Thomas Bernhard (1931-89) gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Sein Stück "Immanuel Kant" wurde 1978 in Stuttgart uraufgeführt (Regie: Claus Peymann). Erst dreissig Jahre später folgt nun die Schweizer Erstaufführung. Bernhard starb übrigens an einem 12. Februar – wie Immanuel Kant.

Matthias Hartmann inszeniert das Stück auf einem schwankenden Deck (Bühne: Volker Hintermeier) mit grossem Ensemble: Michael Maertens spielt Immanuel Kant, Sunnyi Melles die Millionärin, und der grosse Bernhard-Schauspieler Traugott Buhre ist als Admiral zu sehen. Hans-Michael Rehberg verkörpert den Kardinal, Wolfgang Michael den Steward und Fritz Schediwy den Kunstsammler Sonnenschein. Aus dem Schauspielhaus-Ensemble sind ausserdem dabei: Karin Pfammatter, Marcus Burkhard, Marcus Kiepe, Michael Ransburg und Siggi Schwientek.

Bild: Szenenfoto. Quelle: Schauspielhaus
Infos in Kürze

Schweizer Erstaufführung
"Immanuel Kant"
von Thomas Bernhard
Regie Matthias Hartmann – Bühne Volker Hintermeier – Kostüme Su Bühler – Licht Peter Bandl –
Dramaturgie Klaus Missbach
Mit: Michael Maertens (Kant), Karin Pfammatter (Kants Frau), Siggi Schwientek (Ernst Ludwig, Kants Bruder), Michael Ransburg (Friedrich, ein Papagei), Sunnyi Melles (Millionärin), Marcus Kiepe (Kapitän), Traugott Buhre (Admiral), Hans-Michael Rehberg (Kardinal), Fritz Schediwy (Kunstsammler), Wolfgang Michael (Steward), Marcus Burkhard (Koch), u.a.
Premiere am 17. Januar 2009, 20 Uhr, Pfauen.

Info/Vorverkauf: +41 (0) 44 258 77 77 – www.schauspielhaus.ch

Pfauen
Adresse:
Schauspielhaus Pfauen
Rämistrasse 34
8001 Zürich

Dienstag, 13. Januar 2009

Freiburg: Belebte Bilder (bis 21. 2.)


Freiburg.- Ihre Bilder scheinen zu schweben. Nebelfetzen, ein anderes Licht: Vom 25. Januar bis zum 21 Februar 2009 sind im Morat-Institut Arbeiten der in Freiburg lebenden argentinischen Künstlerin Gabriela Stellino zu sehen. Der Titel der Ausstellung: "Belebte Bilder". Zunächst nur bei der Vernissage am 25. Januar um 11.00 Uhr wird eine Filmprojektion präsentiert, welche die Künstlerin eigens für diese Ausstellungseröffnung aus einigen Serien ihrer zartfarbigen, meist eher unbunten Landschaftsaquarellen zusammengestellt hat, und die ihr Landsmann, der in Lahr lebende Pianist Fernando Viani, am Klavier mit einer eigenen Komposition begleiten wird.
Der schwebende, fast meditative Charakter der Bilder, deren Dynamik sich auf minimale Geschehnisse wie Veränderungen des Lichts oder das Aufkommen von Nebel beschränkt, wird bei dieser Synthese von Malerei und Musik besonders deutlich.

Gabriela Stellino und Fernando Viani studierten beide in Argentinien und kamen in den 1990er Jahren unabhängig voneinander nach Deutschland.Viani konzertiert international und war in den vergangenen Jahren an mehreren großen Aufnahmeprojekten beteiligt. In Lahr unterrichtet er an der von ihm mitbegründeten Melvin-Akademie für begabte Kinder und Jugendliche.

Gabriela Stellino ist Mitglied des BBK und des Basler Kunstvereins. In den vergangenen Jahren hatte sie zahlreichen Ausstellungen besonders in der Regio und der Schweiz. Sie unterrichtet an der Kunstschule Hofgut Hohenstein in Rottweil, an der Kunstschule Offenburg und an der Akademie für Kommunikation in Freiburg.

Ein 3land-Interview mit Gabriela Stellino
Bilder: Gabriela Stellino; Foto: Telemach Wiesinger

Infos:

Gabriela Stellino, Belebte Bilder, Malerei und Projektion.
25.1. – 21.2.2009
Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft,
Lörracher Str. 31,
79115 Freiburg,
Telefon 0761/476 59 16,
www.morat-institut.de,
geöffnet samstags 11-18 Uhr und nach Vereinbarung. Eröffnung mit Musik und Projektion am 25. Januar um 11 Uhr.

Montag, 12. Januar 2009

Zürich: Klassik und Chance für Neues (Januar)

Zürich.- Mit "Simon Boccanegra" zeigt das Opernhaus Zürich eines der grossen Meisterwerke von Giuseppe Verdi in einer Neuinszenierung. Carlo Rizzi dirigiert. Am 25. Februar kommt es zum Finale der 2. Runde des Kompositionswettbewerbes "Teatro minimo". Mit "Sleep", "The Present" und "Hinter Masken" werden Kurzopern von drei jungen ausgewählten KomponistInnen – Erin Gee, Elena Langer und Anno Schreier –, inszeniert von Claudia Blersch, Aglaja Nicolet und Timo Schlüssel, aufgeführt - und die Jury wird danach einen der Kandidaten mit einem weiterführenden Opernauftrag betrauen. Die musikalische Leitung hat Zsolt Hamar. Außerdem ist im Januar Klassik angesagt und zwar mit Wagner, Strauss, Händel und Donizetti.
Ingo Metzmacher dirigiert Richard Wagners "Tristan und Isolde" in der Neuinszenierung von Claus Guth und Christian Schmidt. An der Seite von Nina Stemme und Ian Storey in den Titelpartien sind Michelle Breedt als Brangäne, Alfred Muff als König Marke und Martin Gantner als Kurwenal zu hören.

"Die Fledermaus" von Johann Strauss vereint unter der musikalischen Leitung von Ralf Weikert ein hochkarätiges Ensemble mit Emily Magee als Rosalinde, Eva Liebau als Adele, Michelle Breedt als Orlofsky, Christoph Strehl als Alfred, Oliver Widmer als Eisenstein und Karl Markovics als Frosch.

Georg Friedrich Händels "Semele" ist für sechs Aufführungen in den Spielplan zurückgekehrt. Robert Carsen hat das mythologische Gesche­hen in seiner witzig-intelligenten Inszenierung ins englische Königshaus verlegt. Cecilia Bartoli brilliert in der hochvirtuosen Titelpartie, Charles Workman singt den Jupiter. Ferner sind Birgit Remmert als Juno, Liliana Nikiteanu als Ino, Christiane Kohl als Iris, Anton Scha­ringer als Cadmus/Somnus und Thomas Michael Allen als Athamas zu hören. William Christie steht am Pult des Orchestra "La Scintilla" der Oper Zürich.

Die spannende Auseinandersetzung zwischen zwei Königinnen behandelt Gaetano Donizettis "Maria Stuarda". Unter der musikalischen Leitung von Ralf Weikert sind Elena Mosuc in der Titelpartie, Stefania Kaluza als Elisabetta, Celso Albelo als Leicester, Cheyne Davidson als Lord Cecil und László Polgár als Talbot zu erleben.
Abbildung: teatro minimo; Quelle: Opernhaus Zürich
Infos in Kürze

Simon Boccanegra
Giuseppe Verdi
Premiere am 11. Januar
Vorstellungen am 13., 16., 21., 23. und 25. Januar sowie am 7. Februar

Tristan und Isolde
Richard Wagner
Vorstellungen am 14. und 18. Januar 2009

Semele
Georg Friedrich Händel
Vorstellungen am 15., 17., 20., 22. und 24. Januar

Teatro minimo Sleep, The Present und Hinter Masken
Erin Gee, Elena Langer und Anno Schreier
Premiere am 25. Januar
Vorstellungen am 26. und 31. Januar

Die Fledermaus
Johann Strauss
Vorstellung am 27. Januar

Maria Stuarda
Gaetano Donizetti
Vorstellungen am 28. und 30. Januar sowie am 1. und 4. Februar

Kartenbestellungen
Opernhaus Zürich AG, Billettkasse,
Falkenstrasse 1, 8008 Zürich
Tel. +41 44 268 66 66, Fax +41 44 268 65 55
www.opernhaus.ch

Basel: Der Code der Stadt (24./25. Januar)


Basel.- Nach dem grossen Erfolg mit „[mu:vi]“ wird die basel sinfonietta auch in dieser Saison wieder ein Education-Projekt auf die Beine stellen. Am 25. Januar geht der Vorhang auf für Arcana – Der Code der Stadt. Zur Musik von Edgard Varèse und Sergej Prokofjew entwickeln die SchülerInnen der Klassen 2x und 2y der WBS de Wette unter Anleitung von dem Theaterpädagogen Martin Frank und der Choreographin Béatrice Goetz ein neues Stück, das sich mit der Stadt als Lebensraum auseinandersetzt.
Doch es gibt am 24. Januar noch mehr zu Varèse. Als lärmender Grossstadtneurotiker, kühner Klangstürmer und Vater der elektronischen Musik ist er in die Musikgeschichte eingegangen. Von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Igor Strawinsky, Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Frank Zappa bewundert, ist das Oeuvre, welches Edgard Varèse hinterliess, ebenso schmal wie nachhaltig in seiner Wirkung. Streng genommen veröffentlichte er nur zwei Orchesterwerke im eigentlichen Sinn.

„Arcana“ („Geheimnis“), das die basel sinfonietta im Januar Konzert unter Stefan Asbury präsentiert, ist eine hochexplosive, kraftvolle Klangballung, ein exaltiertes Orchesterfeuerwerk, das sich gängigen Formvorstellungen entzieht, packend von der ersten bis zur letzten Minute. Ähnlich exzentrisch gibt sich auch Prokofjews dritte Sinfonie, in welcher der Komponist musikalisches Material seiner Okkultismus-Oper „Der feurige Engel“ verarbeitete. Ergänzt wird das Programm durch eine Uraufführung des jungen Komponisten Martin Jaggi, der dem sinfonietta-Publikum kein Unbekannter ist: Seit vielen Jahren ist der Musiker dem Orchester als Solocellist verbunden.

Weitere Infos zu den Aufführungen:
Arcana: Geheimnis
Leitung: Stefan Asbury
Edgard Varèse (1883-1965): Arcana (1925-27)
Martin Jaggi (*1978): Moloch, Uraufführung, Auftragswerk der basel sinfonietta
Sergej Prokofjew (1891-1953): Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 44 (1928)

Basel, Stadtcasino: Arcana: Geheimnis
Samstag, 24. Januar 2009, 19.30 Uhr; 18.45 Uhr Konzerteinführung

Education-Projekt: Arcana – Der Code der Stadt
Sonntag, 25. Januar 2009, 11 Uhr & 19 Uhr, Dreispitzhalle, Helsinkistrasse 5, 4142 Münchenstein

Karten für beide Veranstaltungen in Basel gibt es bei Musik Wyler (061 261 90 25, www.musikwyler.ch) oder auf unserer Homepage (www.baselsinfonietta.ch)

Sonntag, 11. Januar 2009

Basel: Wenn die Nacht zum Tag wird (16. 1.)


Basel.- Wenn die Nacht zum Tag wird, lautet das Motto: Anlässlich der 9. museumsnacht basel am Freitag, 16. Januar 2009, bieten 32 Museen und acht Gastinstitutionen ein Programm mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen: Ausstellung, Kurzführung, Lesung, Konzert, Workshop, Film, Spiel und Tanz entführen Jung und Alt in verschiedene Kulturen und Epochen. Über 150 Angebote ermöglichen ungewohnte Einblicke und neue Erkenntnisse. Eintauchen in mehr als 30 Erlebniswelten.Konkret: Vom Hosenlupf mit alt Schwingerkönig Noldi Furrer im Spielzeugmuseum Riehen bis zum Grimassen-Contest im Tinguely-Museum, von der orientalischen Nacht mit arabischem Basar im Pharmazie-Historischen Museum bis zur gerichtsmedizinischen Tatort-Untersuchung mit Volker Dittmann im Anatomischen Museum reicht das Spektrum.
Das Historische Museum Basel lädt in der Barfüsserkirche mit Familie Feuerstein und Mammutjägern auf eine Reise in die Steinzeit ein, während in der Skulpturhalle Basel die Musen tanzen. Im Karikatur & Cartoon Museum bringen Jean-Jacques Sempé und Nicolas Mahler ihre Gäste zum Schmunzeln und das Pharmazie-Historische Museum lockt mit einer orientalischen Nacht mit arabischem Bazar, Teestube und Bauchtanz. Auch die Gastinstitutionen bieten Überraschendes: Das EBM Elektrizitätsmuseum setzt alles unter Hochspannung und im Münster lässt das Sinfonieorchester Basel die Räume erklingen.

After Hours in vier Clubs
Nach der Museumsnacht geht für alle Tanzfreudigen das Vergnügen weiter: ‚Allegra-Club’,‚Nordstern’, ‚Das Schiff’ und ‚Die Kuppel’ laden ab zwei Uhr zur After Hours Party ein.

Zusätzliche Vorteile mit Museumsnacht-Ticket
Von Museum zu Museum gelangen Museumsnachtbesucherinnen und -besucher nicht nur zu Fuss: Shuttle-Busse, Rhein-Schiffe und das Oldtimertram führen durch die Nacht. Das Museumsnacht-Ticket ermöglicht wiederum freie Fahrt auf dem gesamten TNW-Streckennetz ab 17 Uhr. Neu bringt die Deutsche Bahn Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, welche mit dem Baden-Württemberg-Ticket reisen, mit einem Sonderzug ab Basel Badischer Bahnhof von der Museumsnacht sicher nach Hause. Genauere Informationen zum Baden-Württemberg-Ticket und zu den Abfahrtszeiten unter: ww.bahn.de/regional.

Unveränderte Preise
Für junge Leute bis 25 ist der Eintritt zur museumsnacht basel gratis. Ansonsten kostet das Ticket unverändert CHF 20.–/EUR 13,– respektive CHF 10.–/EUR 6,50 mit dem Oberrheinischen Museums-Pass.

Museumsnacht wird zum Museumsjahr
Gegen Vorweisen des Tickets ist der Oberrheinische Museums-Pass vom 16. Januar bis zum 28. Februar 2009 in allen beteiligten Museen CHF 20.– günstiger erhältlich. Er berechtigt ein Jahr lang zum freien Zutritt in 180 Museen in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich.

Foto: Innenhhof des kmb
Infos in Kürze:

Datum und Uhrzeit
Freitag, 16. Januar 2009, 18 bis 2 Uhr

Tickets
• Kinder und junge Erwachsene bis 25 (Ausweis mitbringen!): gratis
• Erwachsene: CHF 20.–/EUR 13,–
• mit Oberrheinischem Museums-Pass CHF 10.–/EUR 6,50
Eintritt in alle Museen, Gastinstitutionen und Sponsoren-Lounges inkl. Gratisbenützung aller Shuttle-Verbindungen (Busse, Oldtimertram, Schiffe, IVB-Fahrzeuge) sowie ab 17 Uhr bis Betriebsschluss auch des ganzen TNW-Netzes.

Vorverkauf
• in allen beteiligten Museen
• Ticket-Vorverkauf baz am Aeschenplatz
• Basel Tourismus im Stadtcasino am Barfüsserplatz und im Bahnhof SBB
• BZ-Kartenservice in Freiburg, Bertoldstrasse 7, T 0180 555 66 56
• BVB-Kundenzentrum am Barfüsserplatz
• Basler Personenschifffahrt, an der Schifflände
• Infothek Riehen, Baselstr. 43
• Office de Tourisme de Mulhouse et sa région, Place de la Réunion, Mulhouse,
T +33 (0)389 66 93 13

Alle Details sind ab sofort auf der neu gestalteten und erweiterten Webseite
www.museumsnacht.ch abrufbar.
www.museenbasel.ch

Allerlei Zweifel in der Eifel

Wer noch immer glaubt, Liebe und Mordlust haben nichts miteinander zu tun, wird vom Leben manchmal eines Besseren belehrt. Und wenn dann auc...