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Montag, 23. Juni 2014

Theaterfestival Basel

http://www.theaterfestival.ch
Basel.- Vom 27. August bis 7. September 2014 sind in Basel 170 Bühnenschaffende aus Australien, Kanada, Frankreich, Belgien, Iran, Philippinen, Slowenien, Ungarn, Deutschland und Grossbritannien zu Gast. Das Theaterfestival Basel hat unter anderem so bekannte KünstlerInnen eingeladen wie Heiner Goebbels, Louise Lecavalier, Sebastian Nübling, Béla Pintér und das Back to Back Theatre, aber auch Neuentdeckungen wie Dana Michel, Miet Warlop, Eisa Jocson und viele mehr werden die Basler Bühnen und den Stadtraum bespielen. Einen Künstlerschwerpunkt wird es mit zwei Theaterstücken von Amir Reza Koohestani aus Iran geben, dessen Arbeiten durch einen iranischen Filmabend und eine Podiumsdiskussion ergänzt werden. Mit dabei sind Neubearbeitungen von Klassikern und Gegenwartsstücke ebenso wie verrücktes Bildertheater, poetisches Musiktheater, grosse Ikonen des Tanzes und neue Formen des Performancetheaters.

Eröffnet wird das Theaterfestival mit der wunderbar poetischen Musiktheater-Inszenierung „When the mountain changed its clothing“ von Heiner Goebbels und dem Vocal Theatre Carmina Slovenica, einem Chor bestehend aus 40 Mädchen zwischen 10 und 20 Jahren. „When the mountain changed its clothing“ feiert beim Theaterfestival Basel seine Schweiz-Premiere.

Vergangenheit und Gegenwart und alles dazwischen
Das Back to Back Theatre aus Australien, dessen Ensemble aus SchauspielerInnen mit einer Behinderung besteht, zeigt seine bilderreiche und bewegende Produktion „Ganesh Versus the Third Reich“.  Der ungarische Theatermacher Béla Pintér widmet sich mit dem Stück „Unsere Geheimnisse“ zwischenmenschlichen Abgründen in einer kaum aufgearbeiteten (sozialistischen) Vergangenheit. Hochaktuell ist das Dokumentartheater „FRONTex SECURITY“ von Hans-Werner Kroesinger, das die Sicherung der EU-Grenzen und den Schutz Europas vor Asylsuchenden seziert.

Künstlerschwerpunkt 
Der iranische Regisseur Amir Reza Koohestani ist mit zwei Stücken eingeladen. Während er in „Iwanow“ den Stillstand der iranischen Gesellschaft portraitiert, geht es in „Wo warst du am 8. Januar?“ um die Suche nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Ergänzt werden die beiden Inszenierungen durch ein Podium zum Thema künstlerische Produktion in Iran. KünstlerInnen und JournalistInnen werfen einen Blick auf Kultur, Gesellschaft und Politik in Iran. Ausserdem gibt es einen Filmabend mit zwei iranischen Filmen: „About Elly“ und „Modest Reception“. Bei letzterem war Amir Reza Koohestani Ko-Autor des Drehbuchs.

Frauen und Männer und alles dazwischen
Louise Lecavalier, kanadische Ausnahmetänzerin mit Kultstatus, verbindet in ihrer Choreografie „So Blue“ Erfahrung mit Können, Persönlichkeit mit Bewegungsenergie und ist ebenso wenig zu verpassen wie die Paraphrase auf den Volkstanz von Christian Rizzo aus Frankreich. In „D’après une histoire vraie“ steigern sich acht bärtige Tänzer, begleitet von furiosen Schlagzeugbeats, auf der Grossen Bühne des Theater Basel in absolute Ekstase. Das Künstlerduo Gintersdorfer / Klaßen inszeniert in „Logobi 05“ ein Tanzduell zwischen Franck Edmond Yao, Meister des Strassentanzes von
der Elfenbeinküste, und Richard Siegel, ehemaliger Tänzer der Forsythe Company, um dabei kulturelle Besonderheiten zu erkunden. Sebastian Nübling hat Sibylle Bergs „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen“ am Maxim Gorki Theater Berlin inszeniert: vier junge Schauspielerinnen stürmen wütend die Bühne, stampfen, tanzen, hämmern und rechnen mal alleine mal chorisch mit der Welt ab.
Im Zentrum vieler Produktionen steht ein lustvolles Spiel mit Identitäten: „Yellow Towel“ der kanadischen Performerin Dana Michel erkundet die Stereotypen der Black Culture und entwickelt unterschiedlichste Charaktere. „Macho Dancer“ der philippinischen Performerin Eisa Jocson benutzt Geschlechter-Stereotypen und hinterfragt damit Themen der Verführung und des Voyeurismus. Mit Hilfe ausgestorbener Tiere beschreibt Antonia Baehr in ihrem „Abecedarium Bestiarium“ freundschaftliche Beziehungen. Dabei wandelt die Berliner Choreografin und Performerin nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen Mensch und Tier. Eine verrückte Show präsentiert die junge belgische Künstlerin Miet Warlop, die in „Mystery Magnet“ die Bühne zu einem Schlachtfeld in allen Farben des Regenbogens und für tragikomische Halbwesen macht.

Vom ROXY Birsfelden zur Kaserne und alles dazwischen
Die drei französischen Stadtinterventionisten boijeot.renauld.turon laden mit „ReiseBüro“ zu einem urbanen Zügelparcours ein. Zuschauende und PassantInnen sind eingeladen, mit den Künstlern während zwölf Tagen vom ROXY über das Birsköpfli zum Kasernenareal durch die Stadt Basel zu ziehen und gemeinsam unvergessliche Momente und Begegnungen zu erleben. Die britische Gruppe Subject to_change bittet in der Turnhalle Klingental zum Bau eines utopischen Basels: „home sweet home“ macht jeden Immobilientraum möglich und lässt die Stadt mithilfe von jung und alt neu entstehen!

Allgemeine Informationen, Zahlen und Fakten
Der Vorverkauf startet mit einem speziellen Angebot: In der Zeit von 24. Juni bis 4. Juli 2014 gibt es ein Kontingent an Tickets für alle Veranstaltungen für CHF 25/15 (www.starticket.ch und an allen Postfilialen und Starticket-Vorverkaufsstellen).

Das Theaterfestival wird veranstaltet vom Verein Theaterfestival Basel:
Jordy Haderek (Präsidentin), Thomas Gelzer (Vize-Präsident), Florence Brenzikofer, Andi Steiner, Andreas Wenger und Roland Wetzel

Künstlerische Leiterin des Theaterfestival Basel  ist Carena Schlewitt, die Geschäfte führt Thomas Keller, für das Festivalzentrum ist Sven Heier verantwortlich. Das Theaterfestival Basel ist eine Kooperation von Kaserne Basel, ROXY Birsfelden, Theater Basel und junges theater basel.

International renommierte KünstlerInnen sind während des Theaterfestival Basel vor Ort und bieten für Schulklassen, Studierende und Lehrende begleitende Workshops, Einführungen und Nachbesprechungen an. Im Rahmen von watch&talk, dem Residenzprogramm des Migros-Kulturprozent, sind neun KuratorInnen, TheaterleiterInnen und DramaturgInnen aus Italien, Lettland, Polen, Portugal, der Slowakei und Ungarn zum Theaterfestival Basel eingeladen, um die eigene kuratorische Arbeit zu reflektieren.

Mehr: http://www.theaterfestival.ch

Dienstag, 5. November 2013

Journées Contemporaines

Basel.- Die Journées contemporaines vom 8. bis 10. November am Theater Basel setzen sich mit verschiedenen Erscheinungsformen und Wegen, die zeitgenössisches Musiktheater geht oder eröffnet, auseinander. Unterschiedliche Positionen sollen einander gegenüber gestellt werden und in spannungsvollen Austausch miteinander treten. Letztes Jahr wurde der Schwerpunkt auf den Vergleich von Musiktheaterformen in verschiedenen Ländern gestellt – Schweiz und Spanien/Katalonien. Dieses Jahr ist das Thema eher inhaltlich-formal zu sehen. Anknüpfend an das Thema des diesjährigen Lucerne Festival „Revolution“ weisen die  gezeigten Stücke verschiedene Arten von „Revolutionen“, von Grenzen sprengenden Wegen auf.

Pousseurs „Votre Faust“ war in den 60er Jahren als ein wirklich interaktives Theatererlebnis ein absolut revolutionäres Werk. Bis heute steht dieses Stück Musiktheater einzigartig da. „Anschlag“, für das Lucerne Festival  und für Basel 2013 geschrieben, will genauso revolutionieren, aufrütteln, Grenzen zwischen verschiedenen Gattungen und Genres auflösen und das Publikum sensibilisieren. Das Projekt im Gare du Nord, „Madrigali notturni“ weist wieder andere Aspekte auf. In den Madrigali geht es um die Erweiterung des rein theatralen Erlebnisses hin zu einer Erfahrung, die die Zuschauer zum Bestandteil eines Raum-Klang-Laboratorium werden lässt und dadurch neue Wahrnehmungen von Räumlichkeit erschliesst.

Flankierend zu den Aufführungen gibt es ein Rahmenprogramm, welches die Zuschauer an das Gezeigte heranführen soll: Werkeinführungen, ein Podiumsgespräch mit dem Librettisten zu „Votre Faust“, dem „Kultautor“ Michel Butor, sowie eine kleine Ausstellung über Pousseur, welche uns dankenswerterweise von der Paul Sacher Stiftung zusammen- und zur Verfügung gestellt wurde.

Das Programm der Journées contemporaines 2013:


Votre Faust
Variable Oper
Komposition von Henri Pousseur
Text von Michel Butor
Aufführung in deutscher Sprache
Musikalische Leitung
Gesamtleitung: Gerhardt Müller-Goldboom
Regie: Aliénor Dauchez
Klangregie: Eckehard Güther, Lutz Nerger
Bühne: Aliénor Dauchez, Michael E. Kleine
Theaterdramaturgie: Janine Ortiz
Gesang: Lydia Brotherton, Kerstin Stöcker, Kai-Uwe Fahnert, Martin Schubach (Vocalconsort Berlin)
Schauspiel: Julia Reznik, Meridian Winterberg, Franz Rogowski, Peter von Strombeck, Peter Sura; Orchester: work in progress - Berlin
Eine Koproduktion mit work in progress - Berlin
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Komponist Henri Pousseur geht einen Pakt mit einem diabolischen Theaterdirektor ein. Eine neue Oper soll entstehen, einzige Bedingung: Es muss ein Faust sein. Über den Fortgang von Musik und Handlung entscheidet das Publikum. Aber Vorsicht: Gespielt wird nach den Regeln des Teufels.
Der belgische Komponist Henri Pousseur und sein französischer Librettist Michel Butor reflektieren in ihrer 1969 uraufgeführten Faust-Version auf amüsante Weise das Genre Oper in seinem Beziehungsgeflecht zwischen künstlerischem Anspruch, ökonomischer Zwangslage und kapriziösem Publikumsgeschmack.

Premiere am 08. November 2013, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Weitere Vorstellung: 09. November 2013, 19.30 Uhr, Schauspielhaus


Autour de «Votre Faust»
Eine kleine Foyerausstellung über Henri Pousseur und sein aussergewöhnliches Stück Musiktheater. Eine Dokumentation aus der Sammlung Henri Pousseur der Paul Sacher Stiftung, Basel.
08.und 09. November 2013, ab 18.30 Uhr, Foyer Schauspielhaus


Podiumsgespräch
Dr. Robert Piencikowski im Gespräch mit dem Librettisten Michel Butor
In französischer Sprache
Das Auftreten von Michel Butor, auf Initiative der Alliance française de Bâle, in Koproduktion mit der Société d’Etudes françaises de Bâle, wurde durch grosszügige Unterstützung der französischen Botschaft in Bern ermöglicht.
09. November 2013, 18.30 Uhr, Foyer Schauspielhaus


Anschlag (2012/13)
Michael Wertmüller (*1966)
Text von Lukas Bärfuss Koproduktion von Lucerne Festival mit dem Theater Basel
Musikalische Leitung: Titus Engel
Elektronik: Gerd Rieche
Szenische Realisierung: Marie-Thérèse Jossen, Georges Delnon
Sprecher: Karl-Heinz Brandt
Gesang: Clara Meloni, Anne-May Krüger, Ruth Rosenfeld
Steamboat Switzerland: Dominik Blum (Hammond-Orgel), Marino Pliakas (E-Bass), Lukas Niggli (Schlagzeug); Violine: Wojtek Grabowski, Eckehard Windrich; Bratsche: Jennifer Anschel; Violoncello: Elena Cheah; Perkussion: Brian Archinal; Marschtrommel: Louisa Marxen, Julien Mégroz, Daniel Stalder
In ihrer ersten Zusammenarbeit loten der Komponist und Schlagzeuger Michael Wertmüller und der Schriftsteller Lukas Bärfuss revolutionäre Fragen aus und verschmelzen dabei Gesprochenes und Gesungenes mit den extremen Klangwelten des «Hammond-Avantcore-Trios» Steamboat Switzerland.

Premiere am 10. November 2013, 19.00 Uhr, Kleine Bühne, 18.15 Uhr Einführung


Madrigali Notturni
Katharina Rosenberger
Für 4 Stimmen, Licht und klingende architektonische Struktur
Konzept und Komposition: Katharina Rosenberger
Lichtgestaltung: Christa Wenger
Choreographie und Kostüm: Ric Schachtebeck
Beratung: Ludger Engels
Produktionsleitung: stranger in company
Vokalsolisten-Ensemble Voc_4: Svea Schildknecht (Hoher Sopran), Agnieszka Kowalczyk (Hoher Sopran), Sylvia Nopper (Sopran), Leslie Leon (Mezzosopran)
Eine Veranstaltung der IGNM Basel im Gare du Nord
Gefördert durch Pro Helvetia, Musikkommission der Stadt Zürich, Fondation Nestlé pour l›Art, Artephila Stiftung, SUISA, Ernst Göhner Stiftung

Madrigale der Renaissance treten in spannungsvollen Dialog mit einer intermedialen Komposition Katharina Rosenbergers. Kein Konzert  bietet sich dem Besucher,  sondern ein ortsbezogenes  Klang-und-Raum-Laboratorium.

09. November 2013, 20.00 Uhr, Gare du Nord


Informationen an der Billettkasse unter 061/295 11 33 und unter www.theater-basel.ch

Montag, 4. November 2013

Theater in Freiburg

Freiburg.- Zum Verdi-Jahr hat das Theater Freiburg die Oper „Die sizilianische Vesper“ in der Regie von Michael Sturm herausgebracht, der bei zuletzt so erfolgreich „Nabucco“ inszenierte. Für Dance Trip, einem Projekt von Triptic- Kulturaustausch am Oberrhein, kam „Ghost Exercise“ von Yasmeen Godder und Itzik Giuli auf die Bühne. Das Tanzgastspiel von Constanza Macras „Open for everything“ hat am 30. November Premiere: Ein mitreißender Abend mit herausragenden Tänzern und Live-Musikern, der mit viel Humor erzählt, was es heißt im heutigen Europa als Roma zu leben. Außerdem setzt das Theater Freiburg im November seine Filmkonzertreihe mit dem Klassiker „The Circus“ von Charlie Chaplin fort (am 15. Und 16. November). Und dann beginnt auch schon die Vorweihnachtszeit: am Sonntag, 17. November hat das diesjährige Weihnachtstück Premiere „Eine Woche voller Samstage“, von Kinderbuchautor Paul Maar.

Weiterer Monatsspielplan November

PREMIERE  FR. 22.11.13, 19 Uhr, Werkraum
FALK MACHT KEIN ABI
Schauspiel von Tina Müller
Der Tag der ersten schriftlichen Abiturprüfungen. Mathematik. Isa, Sonntag und Henri der Breite sitzen in ihren Bänken. Isa hat drei Nächte nicht geschlafen, Sonntag hat Bauchkrämpfe und Henri schlechte Laune. Und Falk? Alle drei starren Falk an. Während der Lehrer die Prüfungsunterlagen austeilt, denken die drei an zwölf turbulente Schuljahre mit dem vielleicht genialen, aber stets schräg beäugten Querkopf Falk zurück. Wird Falk gleich aufstehen und gehen? Henri ist sich sicher: Er glaubt, dass Falk sein Abi, ganz bewusst und lange geplant, verweigern wird. Die Berliner Theaterautorin Tina Müller, von der im Werkraum bereits »8 Väter« zu sehen war, hat ihr aktuelles Stück als Werkauftrag für das Theater Freiburg geschrieben. Dafür hat sie zusammen mit Freiburger Abiturientinnen und Abiturienten gesprochen, die mit und ohne Schule ihr Abi machen. Entstanden ist ein kontroverses Stück über Leistungsdruck, Anpassung, die große Bildungsfrage und den Mut, Systeme, in denen man steckt, zu hinterfragen.
Regie: Sylvia Sobottka / Ausstattung: Jens Dreske / Dramaturgie: Katharina Parpart
Mit: Charlotte Müller; Mathias Lodd, Daniel Wahl

PREMIERE  SA. 23.11.13, 20 Uhr, Kleines Haus
ELTERNABEND
Musical von Thomas Zaufke und Peter Lund
Wo sonst wird so geliebt, gekämpft und gelitten wie auf einem Elternabend? Sechs Elternteile und ein schwuler Erzieher behandeln umfassend all die Themen, die uns seit Pisa auf den Nägeln brennen: Darf man im Kindergarten rauchen? Sollte man auf Ritalin tanzen? Aber das sind noch die harmloseren Fragen. Spätestens wenn sich die sieben Darsteller kollektiv in ihre Sprösslinge verwandeln, wird es richtig gruselig. Ein Abend für Erziehungsberechtigte, die tapfer genug sind, sich selbst bei der Arbeit zuzuschauen.
Regie: Annette Pullen / Bühne & Kostüme: Iris Kraft / Musik: JaKönigJa / Dramaturgie: Tilman Neuffer / Mit: Johanna Eiworth, Nicole Reitzenstein, Stephanie Schönfeld; André Benndorff,
Heiner Bomhard, Victor Calero; Live-Musiker: Edda Durstewitz/Jakobus Durstewitz


KONZERTE

MO. 4.11.13, 20 Uhr, Konzerthaus
SCHWARZWALD – KLANGFARBEN UND LICHTBLICKE
Ein Schwarzwald-Film von Rainer Mülbert live begleitet vom Philharmonischen Orchester Freiburg
Wegen der großen Nachfrage ein weiteres Mal im Programm – diesmal im Konzerthaus: der bilderstarke und atmosphärisch dichte Schwarzwald-Film von Rainer Mülbert. Der Freiburger Gastronom und Filmemacher hat 2008 mit seinem Film über die Ski-Legende Georg Thoma von sich reden gemacht. Im Januar 2013 legte er einen neuen Film vor, eine Hommage an den Schwarzwald als suggestive audiovisuelle Reise durch die Region mit live-gespielter großer Sinfonik und live-gesprochenen literarischen Texten. Das Philharmonische Orchester Freiburg spielt unter der Leitung von Günter A. Buchwald, Christian Brückner ist »die Stimme«.


FR. 15.11.13, 19.30 Uhr, SA. 16.11.13, 18 Uhr, Großes Haus
THE CIRCUS
Stummfilm von Charlie Chaplin live begleitet vom Philharmonischen Orchester Freiburg
In Kooperation mit dem Kommunalen Kino Freiburg
»The Circus« brachte Charlie Chaplin 1929 einen Academy Award und begeisterte Publikumsreaktionen ein. Trotzdem wollte er lange nichts mehr von diesem Film wissen, von zu vielen Katastrophen war der Dreh begleitet gewesen. Erst in den Sechzigerjahren nahm er ihn sich noch einmal vor und komponierte eine neue Filmmusik samt einem Titelsong, den er zur Wiederaufführung selbst sang, mit knapp 80 Jahren. Erleben Sie die Abenteuer des Tramps im Getriebe des Zirkus – zur Musik von Charlie Chaplin, live gespielt vom Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Günter A. Buchwald.


SO. 17.11.13, 11 Uhr, Winterer-Foyer
2. KAMMERKONZERT
Beethoven: Streichquartett c-Moll op. 18,4
Borodin: Streichquartett Nr. 2 D-Dur
Alexander Borodin war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten der russischen Romantik – Naturwissenschaftler und Komponist von gleichermaßen hohen Graden und trotz seiner Nähe zu Mili Balakirews »mächtigem Häuflein« ein unabhängiger Kopf. Mochten seine Kollegen auch Kammermusik für altbacken halten: Er hinterließ ein reifes Œuvre, von dem sein letztes großes kammermusikalisches Werk zeugt, das Streichquartett Nr. 2 von 1881. Das Streichquartett als klassische Königsdisziplin hatte Beethoven 1801 auf neue, ungeahnte Höhe gebracht mit seinen sechs Quartetten op. 18, unter denen das c-Moll-Quartett mit ernster, teils auch schroffer Stimme spricht.
Manary-Quartett: Nozomi Takahashi, Reinhild Müller (Violine), Karlheinz Mayer (Viola), Hristo Kouzmanov (Violoncello)

DI. 26.11.13, 20 Uhr, Konzerthaus
Einführung: 19 Uhr, Runder Saal
2. SINFONIEKONZERT
Copland: Klarinettenkonzert
Blacher: Paganini-Variationen
Dvorák: Sinfonie Nr. 8
Antonín Dvorák schrieb 1889 eine 8. Sinfonie, die ganz volkstümlich daherkommt und doch voller Doppelbödigkeiten steckt – teils verschmitzt, teils tiefernst und immer überraschend. Voller Überraschungen sind auch Boris Blachers Paganini-Variationen von 1947: Blacher verpasst dem berühmten Thema die grellsten Masken, lässt es swingen, flüstern, explodieren. Aaron Copland komponierte zur selben Zeit für den Jazz-Klarinettisten Benny Goodman sein Klarinettenkonzert, das auf einen Mahlerisch-verträumten Beginn eine kecke Kadenz und ein gleichfalls mit Jazz-Anspielungen durchsetztes Rondo folgen lässt. Als Solist wird Giovanni Punzi zu hören sein, der sich 2012 den Orchesterpreis des Internationalen Freiburger Klarinettenwettbewerbs erspielte. Am Pult wird Leopold Hager stehen, Freiburger Generalmusikdirektor von 1965 bis 1969.
Solist: Giovanni Punzi (Klarinette) / Dirigent: Leopold Hager

TANZ

SO. 28.11. / 20 Uhr / Kammerbühne / Premiere
VISIONEN Dennis Deter und Anja Müller arbeiten im Spannungsfeld von Tanz, Performance und Musik. Sie suchen stets das Abgründige im Alltäglichen. Fasziniert von der Kraft visionärer Erscheinungen suchen sie in ihrem Stück nach Mitteln, diese eigentlich unsichtbaren Bilder im Hier und Jetzt sichtbar zu machen.
Konzept & Performance: Dennis Deter & Anja Müller / Dramaturgie: Lea Martini

LEARNING BY MOVING
Tanzworkshop für Lehrerinnen und Lehrer
Choreograf Graham Smith gibt in zwei praxisorientierten Tagesworkshops Lehrerinnen und Lehrern Einblicke in seine tänzerische Arbeitsweise mit Kindern, die er im Rahmen des Tanzfonds Partner-Projekts »Learning by Moving« entwickelt hat.
SA. 23.11. & SO. 24.11.13,  11 – 17 Uhr, Teilnahmegebühr: 12.- EUR
Infos & Anmeldung bis 10.11.13: johanna.colmsee@theater.freiburg.de


JUNGES THEATER FREIBURG

SO. 17.11.13, 16 Uhr, Großes Haus
EINE WOCHE VOLLER SAMSTAGE  5+
Kinderstück von Paul Maar
Was hat eine Rüsselnase und blaue Punkte im Gesicht, verspeist Stuhlbeine oder Krawatten und reimt wie ein Weltmeister? Es kommt nur dann, wenn die Woche hält, was sie verspricht: Wenn am Sonntag die Sonne scheint, montags Herr Mon zu Besuch kommt, Dienstag Dienst ist und Mittwoch Mitte der Woche, wenn es donnerstags donnert und der Freitag wirklich frei ist. Und es erklärt nur den zu seinem »Papa«, der logisch denken kann: »Du bist bestimmt ein Sams!« kombiniert Herr Taschenbier – und gibt damit den Startschuss für eine außerordentliche Woche, in der das Wünschen plötzlich hilft und die Welt der Erwachsenen mit ihren merkwürdigen Zwängen und heimlichen Ängsten in ein ermutigendes Durcheinander versamst.
Regie: Inda Buschmann / Bühne: Thomas Rump / Kostüme: Nina Hofmann / Komposition & Musik: Sebastian Flaig / Dramaturgie: Jutta Wangemann  / Mit: Marie Bonnet, Iris Melamed; Hendrik Heutmann, Boz?idar Kocevski, Holger Kunkel, Konrad Singer, Martin Weigel; Live-Musiker: Sebastian Flaig

SA. 30.11.13, 18 Uhr, Werkraum
HILFE, DIE HERDMANNS KOMMEN   8+
Musiktheater für Kinder
Zwei Dinge gibt es immer wieder: Das Krippenspiel zu Weihnachten und eine Familie wie die Herdmanns. Wer die Herdmanns noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass er Glück gehabt hat, denn die fünf Kinder lügen, stehlen, rauchen Zigarren und verprügeln jeden, der ihnen querkommt. Und nun haben sich die schlimmsten Kinder aller Zeiten in den Kopf gesetzt, ausgerechnet im alljährlichen Krippenspiel mitzuwirken. Aber wenn Krippenspiel und Herdmanns aufeinanderstoßen, dann passiert etwas, an das man nicht einmal im Traum gedacht hat …
Musikalische Leitung: Mihai Grigoriu / Regie: Frank Schulz / Ausstattung: Jan Kocman  / Musik: Constantin Dorsch und andere / Dramaturgie: Thalia Kellmeyer / Mit: Annette Bieker, Maja Koberidze; Roger Bonjour, Wolfgang Kölmel, Werner Kolbinger, Antal Papp, Tomohisa Yano

SA. 30.11. & SA. 7.12.13, 16 Uhr, Winterer-Foyer, SA. 14.12.13, 14 & 16 Uhr, Winterer-Foyer, SA. 21.12.13, 15 Uhr, Großes Haus
ADVENTSSINGEN    4+
Einstimmen auf die Weihnachtszeit
Weihnachten steht vor der Tür und das ist Anlass genug, die Stimmbänder zu ölen und gemeinsam die schönsten Weihnachtslieder zu singen. Heimelig wird es im Winterer-Foyer mit besinnlichen Adventsgeschichten und bekannten Liedern, begleitet von Musikern des Philharmonischen Orchesters. Am vierten Adventssamstag feiern wir zusammen mit Gästen, dem Kinderorchester und dem Philharmonischen Orchester ein stimmungsvolles Fest für die ganze Familie im Großen Haus.

GASTSPIELE & EXTRAS

DO. 28.11.13, 10.30 & 12 Uhr, Kleines Haus
ANDREAS STEINHÖFEL
liest aus »Rico, Oskar und der Diebstahlstein«
Bei Rico ist ziemlich alles bestens. Sein Freund Oskar wohnt jetzt im selben Haus. Sein Hund Porsche ist immer bei ihm. Mama und er haben die coolste Wohnung in Berlin. Und der Bühl wird wohlmöglich bald sein neuer Papa. Aber dann finden Rico und Oskar einen Toten im Treppenhaus. Mann, Mann, Mann! Es ist der Beginn eines neuen Abenteuers, das die beiden Freunde bis an die Ostsee führt – brodelndes Adrenalinzeugs, Para-Neujahr und klackernde Bingokugeln inklusive. Doch weder das Essen noch die Gemütlichkeit kommen zu kurz: Dafür sorgen jede Menge Müffelchen, neun verschiedene Kaminfeuer auf DVD und nicht zuletzt Oskars peruanische Bommelmütze.


SA. 30.11.13, 19.30 Uhr, Großes Haus
OPEN FOR EVERYTHING
Tanzgastspiel von Constanza Macras/DorkyPark
»Offen für alles« ist nicht nur der Titel des international gefeierten Tanzstücks von Constanza Macras sondern auch ein Arbeitsmotto der argentinischen Choreografin. Ihre Kompanie DorkyPark vereint Tänzer und Themen aus der ganzen Welt: Von Südafrika bis Brasilien reicht ihr Aktionsfeld, urbane Identität, Migration und der Clash der Kulturen sind ihre Sujets. Zwei Jahre lang recherchierte Macras in Ungarn, Tschechien und der Slowakei Lebensweisen, Tanzstile und Musik der Roma. Entstanden ist ein fulminanter Abend,  bei dem die Tänzer von DorkyPark gemeinsam mit Roma-Musikern und -Performern und Amateuren unterschiedlichen Alters auf der Bühne stehen. Mit viel Humor erzählen die sehr unterschiedlichen Menschen von ihren Leben, Träumen und Leidenschaften. Sie nehmen uns auf eine musikalische und tänzerische Reise zum Innenrand Europas und zur Frage, was es heißt im heutigen Europa Roma zu sein.
Regie & Choreografie: Constanza Macras / Dramaturgie: Carmen Mehnert / Bühnenbild: Tal Shacham Kostüme: Gilvan Coêlho de Oliveira / Licht: Sergio de Carvalho Pessanha / Ton: Mattef Kuhlmey & Stephan Wöhrmann
Eine Produktion von Constanza Macras/DorkyPark und dem Goethe-Institut. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Sentaskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten Berlin.GASTSPIELE & EXTRAS

Theater Freiburg
Bertoldstr. 46
79098 Freiburg
www.theater.freiburg.de

Dienstag, 29. Oktober 2013

Das Sparschwein

Basel.- Die Helmut Förnbacher Theater Company im Badischen Bahnhof Basel hat nach der Erfolgs-Inszenierung von „Die Affaire Rue de Lourcine“ seit Mitte Oktober eine weitere Begegnung mit dem genialen Komödien-Schreiber Eugène Labiche auf dem Spielplan: "Das Sparschwein" (La Cagnotte). Eine intelligente, turbulente, witzige, schwarze Komödie - in einer eigenen Basler Dialektfassung von Helmut Förnbacher. Es spielen: Caroline Felber, Dieter Mainka, Robin Nidecker, Gisèle Rastberger, Philipp Steiner, Livia Studer, Stefan Uehlinger, Percy von Tomëi, David Wohnlich. Musik: David Wohnlich / Regie: Helmut Förnbacher

Zum Inhalt: Sechs Schönenbucher Bürger treffen sich da jeden Mittwoch zur gemeinsamen abendlichen Poker-Runde. Der Mittelpunkt um den sich alles dreht, ist das Sparschwein, in das zwar ungern, aber notgedrungen eingezahlt wird. Jetzt ist es voll und muss geschlachtet werden. Der finanzielle Inhalt soll für ein gemeinsam bestimmtes, epochales Wunschziel eingesetzt werden. Nur verbindet damit jeder Mitspieler vor allem seine eigenen, ganz persönlichen Wünsche und Interessen. - Nach einer heftigen, erregt geführten Debatte stimmt die Mehrheit schlussendlich demokratisch für eine gemeinsame Reise nach Paris.

Und dort erleben unsere Protagonisten dann ihr blaues Wunder. Sie geraten in einen Strudel unglaublicher Zwischenfälle. Die unvorhergesehenen Ereignisse überschlagen sich. - Die Lage wird zusehends delikater, chaotischer und brisanter. Haben sie eben noch einen Diebstahl aus nächster Nähe erlebt, ist nun gleich darauf ihre eigene, prall mit dem Inhalt des Sparschweins gefüllte Brieftasche in Gefahr.

Ein opulentes Mittagessen in einem Nobel-Restaurant bringt sie an den Rand des Ruins. Sie werden verhaftet und abgeführt. Auf abenteuerliche Weise gelingt ihnen die Flucht und sie geraten in die Fänge eines zwielichtigen Heiratsvermittlers. Alles läuft schief! - Kurz: sie werden Opfer zahlreicher Pannen, Irrtümer und Betrügereien. - Und als es schliesslich Nacht wird in Paris, sitzen sie auf der Strasse - ohne Bleibe, ohne Geld, ohne Uhren - ohne alles…!

Labiches Komödie geht weit über den harmlosen Spott hinaus. Was als harmlose Vergnügungsreise geplant war, wird zum Albtraum. Aus Witz wird Aberwitz. - Mit treffender Ironie verspottet Labiche die bourgeoise Gesellschaft, blickt hinter deren Kulissen und entlarvt mit viel Humor deren trivialen Sehnsüchte und ihre heuchlerische Borniertheit.

Die Uraufführung von "La Cagnotte" fand 1864 in Paris im Théâtre du Palais-Royal statt.

Die Helmut Förnbacher Theater Company
im Badischen Bahnhof Basel.
Tel. + Fax: 0041 (0)61 361 90 33
www.foernbacher.ch
info@foernbacher.ch

Montag, 21. Oktober 2013

Andreas Beck neuer Intendant des Theater Basel

Andreas Beck. Quelle: Theater Basel, Foto: Alexi Pelekanos
Basel.- Andreas Beck (48) wird ab Spielzeit 2015/16 neuer Intendant des Theater Basel. Nach einem profunden einjährigen Findungsprozess ist der neue Direktor des Theater Basel einstimmig gewählt worden: Andreas Beck, seit 2007 Direktor und Geschäftsführer des Schauspielhauses Wien und davor an grossen Theatern als Dramaturg tätig, wird ab Spielzeit 2015/16 Nachfolger von Georges Delnon. Das Teilt das Theater in einer Pressemitteilung mit.

Der Verwaltungsrat und seine Findungskommission Rudolf Grüninger (Vorsitz), Samuel T. Holzach, Catherine Alioth, die Kulturbeauftragten Philippe Bischof (BS) und Niggi Ullrich (BL) sowie die Experten Serge Dorny (Dirécteur général Oper Lyon und designierter Intendant der Semper Oper Dresden), Ute Hafenburg (Direktorin Theater Chur), Joachim Lux (Intendant Thalia Theater Hamburg) wie auch der Regierungsrat Basel-Stadt sind der festen Überzeugung, dass Andreas Beck sämtliche Voraussetzungen mitbringt, um als neuer Intendant ab 2015/16 das Theater Basel erfolgreich zu leiten.

Zentrale Themen bei der Suche der neuen Künstlerischen Direktion waren laut Mitteilung für den Verwaltungsrat und seine Findungskommission die folgenden:

  • Künstlerischer Aufbruch für das Theater Basel in allen drei Sparten
  • Höchster künstlerischer Anspruch und internationale Bedeutung in allen drei Sparten
  • Überzeugende Führungspersönlichkeit nach innen wie nach aussen.

Die Bergründung für die Wahl: "Der 48-jährige Andreas Beck, langjähriger Dramaturg an grossen Theatern und wichtiger Förderer zahlreicher zeitgenössischer Theaterautoren, denkt auf erfrischende Weise in spartenverbindenden und zukunftsweisenden Strukturen, ohne dabei den Respekt vor den einzelnen Sparten vermissen zu lassen. Neben seinen hochqualifizierten Kenntnissen im Schauspielbereich ist Beck auch ein ausgewiesener Kenner der Opernlandschaft und des zeitgenössischen Tanzes. Der studierte Theaterwissenschaftler überzeugte die Findungskommission durch inhaltlich faszinierende, zugleich realistische Modellvorstellungen für das Theater Basel als wichtigstes Dreispartenhaus Europas. Wie er am Schauspielhaus Wien seit Jahren unter Beweis stellt, kann er künstlerische Vision und betriebliche Führung in erfolgreicher Weise verbinden.

Andreas Beck verfügt über ein internationales künstlerisches Netzwerk, auf das er nach langjährigen Zusammenarbeiten zurückgreifen kann. Das Schauspiel ist seine Kernsparte,  aber ebenso ist ihm ein grosses Kulturspektrum eigen, das die Oper und auch den Tanz vollumfänglich mit einschliesst. Seine faszinierend klaren inhaltlichen Vorstellungen, der souveräne kommunikative Auftritt, die gedankliche Genauigkeit und ein geistvoller Charme charakterisieren Andreas Beck. Das Schauspielhaus Wien leitet Beck seit 2007 mit grossem Erfolg und er erfreut sich bei seiner Belegschaft und den Zuschauern grösster Beliebtheit. Beck ist eine künstlerisch denkende Person ohne eigene inszenatorische Ambitionen. Als Intendant wird Andreas Beck zu 100 Prozent für das Theater Basel engagiert sein. Er will das Theater zusammen mit seinem Team und den Mitarbeitenden des Hauses als einen gemeinsamen Ort für alle drei Sparten denken und leiten."

Donnerstag, 8. August 2013

dies & das und Vormerker

3land.- Zum Vormerken jetzt schon, denn das ist ein Muss: Vom 4. Oktober 2013 bis 12. Januar 2014 zeigt das Kunsthaus Zürich rund 150 Meisterwerke des norwegischen Expressionisten Edvard Munch. Die grossformatigen, zur Hälfte farbigen Arbeiten auf Papier umfassen all seine bekanntesten Motive: «Der Schrei», «Angst», «Melancholie», aber auch «Vampir», «Madonna», das «Mädchen auf der Brücke» und Selbstporträts. Von Munchs erstem Kaltnadelstich bis zu seiner letzten Lithografie ist diese private Sammlung erstmals vollständig in der Öffentlichkeit zu sehen. http://www.kunsthaus.ch/


Ausstellungen

Zur Eröffnung der Ausstellung »Learning from Vernacular« des Vitra Design Museums, die vom 10.08. – 29.09.2013 im Dome auf dem Vitra Campus zu sehen ist, spricht Pierre Frey, Kurator und Professor an der EPFL Lausanne mit Simón Vélez, dem prominentesten Vertreter einer Bambusarchitektur, die auf verschiedenen Erdteilen seit einigen Jahren neu entdeckt wird. Sie diskutieren, wie lokale Rohstoffe durch innovative Techniken neu genutzt werden – und wie dies das Bauen der Zukunft verändern könnte. Anlässlich ihrer Eröffnung bleibt die Ausstellung »Learning from Vernacular« an diesem Tag bis 21 Uhr geöffnet. Eintritt frei, ohne Anmeldung. http://www.design-museum.de


Musik

Einmal im Jahr gastiert die “Sweet Soul Music Revue” live im historischen Innenhof von Schloss Reinach in Freiburg–Munzingen. Der legendäre Sound der Motown- und Stax-Ära wird stilecht und mit namhaften Musikern neu belebt, bis zu 1.200 Fans erleben eine wunderbare Soul-Party live und hautnah: 6. Sept. 2013, 20.00 Uhr. Vorverkauf in Schloss Reinach (Info: 07664 4070), im Tourismusbüro in Breisach am Marktplatz, bei „Filou“ in der Hauptstr. 32 in Staufen und im Internet bei www.reservix.de . Mehr http://www.schlossreinach.de/kultur-aktuelles/jahresprogramm-2013


Theater

Die neuen Produktionen der Förnbacher Theater Company im Bad. Bahnhof Basel für die nächste Spielzeit:
„WIR LIEBEN UND WISSEN NICHTS“
Komödie von Moritz Rinke.
Von der Sehnsucht nach Hingabe und Leidenschaft in unserem modernen Leben.  Zwei Paare, ein per Internet verabredeter Wohnungstausch - und jede Menge Komik!   Die meistgespielte Komödie dieser Spielzeit!

„DAS SPARSCHWEIN“ (La Cagnotte)
Eine weitere französische Komödie nach Eugène Labiche – in einer Basler Dialektfassung von Helmut Förnbacher - mit dem grossen, begeisternden „Herbstzeitlosen“- Ensemble der Company.

EINE ODYSSEE / HARAM“
Zwei Stücke von Ad de Bont
verwoben in einen Theater-Abend. - Ein klassisches Thema entstaubt, berührend und überaus komisch - ein Genuss auch für Menschen, die mit griechischer Mythologie (noch) nichts am Hut haben...

„DAS VERHÖR“ Schweizer Erstaufführung!
Nach dem Kriminalroman Brainwash von John Wainwright. „Das Verhör“ ist ein raffiniertes, packendes Kammerspiel, das sich durch geschliffene, messerscharfe Dialoge auszeichnet und den Protagonisten Gelegenheit bietet, sich in einem atemberaubenden Psychoduell zu messen. - Das Dienstzimmer eines Chief Inspectors als Bühne und Kampfarena für zwei Protagonisten, die sich in einem fulminanten, verbalen Schlagabtausch einen Kampf bis aufs Messer liefern.“
(Zwei Mal erfolgreich verfilmt - mit Lino Ventura und Gene Hackman...!)

„S’RIDICULE 2014  - E Nase voll Fasnacht...!
Die wunderscheeni Vorfasnachstveraastaltig - mit de heerlige Rahmestiggli, mit de sauglatte Balkonszeene, mit de groossartige Tambouren und Pfyffer -  und mit zwei stargge Bängg – em Schunggebegräbnis und em Glettyse.... ! - E Gnuss...!.

„OFFENE ZWEIERBEZIEHUNG“
Die unsterbliche Komödie von Nobelpreisträger Dario Fo und von Franca Rame - als „Frühlings-Highlight“. Mehr: www.foernbacher.ch


Zum Vormerken

Die 18. Straßburger Kunstmesse findet vom 22. bis 25. November 2013 statt. Rund 90 Galerien werden zu Frankreichs zweitältester Kunstmesse auf dem Messegelände in Straßburg Wacken erwartet. www.st-art.com


Letzte Links

Alle Informationen zu den kommenden Veranstaltungen im Jazzhaus Freiburg können Sie über die Homepage www.jazzhaus.de herunterladen. Es sind bereits viele Konzerte für das Herbst/Winter 2013/2014 bestätigt

Dienstag, 6. August 2013

Sturm am Dom

 
Fotos: Gerd Umber
St. Blasien.- Wir schreiben den 7. Februar 1874, der Dom zu St. Blasien brennt! Allen stockt der Atem. Die Fabrik am Dom ist niedergebrannt. Der Dom selbst liegt in Schutt und Asche. So beginnt das Freilichspiel von Wolfgang Endres, das vom 14. bis 18. August aufgeführt wird und spannende Stunden verspricht. Das Finale bildet die festliche Domweihe am 1. Juni 1913 – begleitet jedoch von einem ahnungsvollen Donnergrollen als Vorboten des 1914, dem Ausbruch des 1. Weltkrieges.

In der Zeit dazwischen spielt sich eine wechselvolle Geschichte ab – voller sozialer, kultureller und religiöser Spannungen. Arbeiterfamilien empfinden die Fabrik als Segen. Sie verdienen hier ihren Lebensunterhalt. Einige Arbeiter aber verfluchen sie als Stätte der Ausbeutung. Sie lehnen sich gegen „die hohen Herren“ auf.

Die St. Blasier Bürger wollen mit den Fabrikarbeitern nichts zu tun haben, ihre Kinder sollen nicht mit „Schmuddelkindern“ spielen. Eine Liebesbeziehung zwischen einem jungen Mann aus der Fabrik und einer Bürgerstochter führt zu einer familiären Katastrophe. Duckmäusertum im Bürgertum und Zivilcourage in der Arbeiterbewegung prallen aufeinander. Die Auseinandersetzung zwischen Katholiken und Protestanten tut schließlich ein Übriges: Sturm am Dom!

Das Freilichtspiel schlägt auf diese Weise einen zeitlichen Bogen von 1874 bis 1913 in neun Bildern. In jedem Bild wird ein ganz bestimmter Tag wie durch ein Zeitfenster betrachtet. Die Ereignisse in St. Blasien, dem kleinen Land am Dom, stehen damit auch für die „große“ deutsche Geschichte jener Zeit. Industrialisierung, Kulturkampf unter Bismarck, Höhen und Tiefen des Deutschen Kaiserreiches unter Wilhelm II.: Der „Sturm am Dom“ bietet ein dramatisches Kaleidoskop jener Epoche.

Aufführungsdauer: ca. 2,5 Stunden inklusive Pause
Sturm am Dom
14. bis 18. August
Text: Wolfgang Endres
Künstlerische Leitung / Regie: Christian Seiler
Intendanz: Bürgermeister Rainer Fritz
Produktionsleitung: Johann Meier
Technische Leitung: Hanskarl Link
Lichtdesign: Petra Waldinsperger
Dokumentation: Gerd Umber

Mehr über das Freilichtspiel und Tickets: www.domfestspiele-stblasien.de

Dienstag, 18. Juni 2013

Jubiäumssaison mit Schweiz-Schwerpunkt

Das Programm der nächsten Spielzeit des Zürcher Schauspielhauses ist online
Zürich.- Barbara Frey, Intendantin des Schauspielhauses Zürich, Chefdramaturgin Andrea Schwieter sowie Petra Fischer, die Leiterin des Jungen Schauspielhauses, haben für die nächste Saison ein spanndes Programm vorgestellt. Vor 75 Jahren, im Sommer 1938, wurde das Schauspielhaus Zürich in seiner heutigen Organisationsform gegründet. Erstmals übernahm die Stadtgemeinde selbst Verantwortung für das davor privat geführte grösste Sprechtheater der Schweiz. Dieser formale Akt war der vorläufige Schlusspunkt eines Kulturkampfes, bei dem das heute vielgerühmte, damals jedoch als „jüdisch-bolschewistisch“ verschriene Emigrantenensemble auf dem Spiel stand. Mit Vorträgen, einer Soirée und einer Podiumsdiskussion begeht das Schauspielhaus am 29. September das 75. Jubiläum der Neuen Schauspiel AG im Pfauen.

Das Ensemble umfasst in der Spielzeit 2013/14 32 Schauspielerinnen und Schauspieler. Ab der kommenden Saison nicht mehr im Ensemble sind Patrick Güldenberg, Sarah Hostettler, Yvon Jansen, Franziska Machens und Sean McDonagh. Dafür werden Hilke Altefrohne, Henrike Johanna Jörissen, Nils Kahnwald, Claudius Körber, Dagna Litzenberger Vinet, Thomas Loibl, Lena Schwarz, Johannes Sima und Marie Rosa Tietjen neu ans Schauspielhaus kommen. Im Rahmen des Schauspielstudios erhalten zudem die beiden Schauspielstudierenden Lisa-Katrina Mayer und Dimitri Stapfer in Zusammenarbeit mit der ZHdK für eine Spielzeit die Möglichkeit, praktische Bühnenerfahrung zu sammeln.

Am 12. September eröffnet Intendantin Barbara Frey die neue Spielzeit im Pfauen mit DER PROZESS nach Franz Kafka. Für Barbara Frey stellt dies die erste Auseinandersetzung als Regisseurin mit dem Werk von Franz Kafka dar.

Stefan Puchers Inszenierung von Büchners WOYZECK wird ab dem 13. September in der Schiffbauhalle zu erleben sein. Pucher kehrt damit in die Spielstätte zurück, in der er 2010 seinen umjubelten „Tod eines Handlungsreisenden“ auf die Bühne brachte, der 2011 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde.

Den Auftakt in der Box macht am 20. September Antú Romero Nunes mit seiner PEER GYNT-Bearbeitung. Die Inszenierung ist eine Übernahme vom Schauspiel Frankfurt, wo sie 2010 Premiere hatte. Am 27. September beschliesst Regisseurin Karin Henkel, die in dieser Spielzeit die gefeierte „Elektra“ in der Schiffbauhalle inszenierte, den Eröffnungsreigen im Pfauen MIT AMPHITRYON UND SEIN DOPPELGÄNGER nach Heinrich von Kleist.

Schwerpunkt Schweiz
In der neuen Saison werden nicht wenige Figuren die Bühnen des Schauspielhauses Zürich beleben, die aus der Feder von Schweizer Schriftstellern stammen. Zum Auftakt bringt Herbert Fritsch ab dem 19. Oktober im Pfauen Friedrich Dürrenmatts Klassiker DIE PHYSIKER nach mehr als zwanzig Jahren wieder auf die Bühne des Schauspielhauses. Der tschechische Regisseur Dušan David Parízek setzt nach „Wilhelm Tell“ mit Max Frischs MEIN NAME SEI GANTENBEIN seine Beschäftigung mit der schweizerischen Identität fort – die Premiere wird am 16. Januar 2014 im Pfauen stattfinden. Ebenfalls im Pfauen begibt sich Ruedi Häusermann ab März 2014 in ROBERT WALSER auf musikalisch-literarische Spurensuche nach der feinen und hintersinnigen Subversivität im Walser’schen Kosmos. Die junge Regisseurin Daniela Löffner inszeniert ab April 2014 in der Box mit Peter Stamms preisgekröntem Roman AGNES einen zeitgenössischen Text, der seinerseits beinahe schon Klassiker geworden ist. Zum Abschluss des Schweiz-Schwerpunktes im Mai 2013 bringt Sebastian Nübling mit Friedrich Glausers MATTO REGIERT einen Roman auf die Pfauenbühne, in dem Wachtmeister Studer nicht nur in einem Kriminalfall, sondern auch in den Untiefen der menschlichen Seele ermittelt.

Weitere Premieren
Aki Kaurismäkis Film DAS LEBEN DER BOHÈME dient als Vorlage für die Inszenierung von Corinna von Rad. Die Premiere findet am 2. November im Schiffbau/Box statt. Nachdem von Regisseur Antú Romero Nunes ab September bereits die Übernahme von „Peer Gynt“ zu sehen ist, gibt es von ihm in der kommenden Spielzeit auch eine Neuinszenierung: ALICE IM WUNDERLAND nach Lewis Carroll wird am 8. November im Pfauen Premiere feiern. Auch René Pollesch bleibt dem Schauspielhaus weiter verbunden: Die Uraufführung seines Stückes mit dem Arbeitstitel HEREIN! HEREIN! ICH ATME EUCH EIN! wird im Januar 2014 in der Schiffbauhalle stattfinden. Regisseur Werner Düggelin beschäftigt sich in der kommenden Spielzeit mit Molière und inszeniert dessen Stück DER BÜRGER ALS EDELMANN. Seine vierte Arbeit während der Intendanz von Barbara Frey wird ab Februar 2014 im Pfauen zu sehen sein.

Tina Lanik, die sich 2011/12 mit „Der ideale Mann“ von Oscar Wilde/Elfriede Jelinek dem Zürcher Publikum vorstellte, inszeniert in der Box Elfriede Jelineks ÜBER TIERE. Jelinek hat ihr Stück aus dem Jahr 2007 für das Schauspielhaus um einen Zusatztext ergänzt, der im Februar 2014 zur Uraufführung kommen wird. In ihrer zweiten Inszenierung in der kommenden Spielzeit nimmt sich Intendantin Barbara Frey Carlo Goldonis DER DIENER ZWEIER HERREN an. Die berühmte Commedia dell’arte wird ab April 2014 im Pfauen zu erleben sein.

Mit Michail Lermontows EIN HELD UNSERER ZEIT wird Kateryna Sokolova, Regieassistentin am Schauspielhaus, ab Mai 2014 in der Kammer des Pfauen ihre erste eigene Inszenierung in Zürich zeigen. Zum Abschluss der Spielzeit 2013/14 entwickelt Rimini Protokoll unter dem Titel SITUATION ROOMS ein Multiplayer-Video-Stück. Darin versammeln sich 20 Menschen aus mehreren Kontinenten, deren Biographien von Waffen mitgeschrieben wurden. Die Zuschauer sitzen diesem Parcours aus unerwarteten Nachbarschaften nicht gegenüber, sondern begeben sich in Form eines „re-enactment“ in ihn hinein.

Familienstücke im Pfauen

Die ODYSSEE, das Epos der Irrfahrt und glücklichen Heimkehr des Odysseus gilt nach der „Ilias“ von Homer als das zweitälteste erhaltene Werk der Weltliteratur. In einer Bearbeitung für Kinder wird es - inszeniert von Meret Matter - ab dem 30. November im Pfauen zu erleben sein. Für die Bühnenbearbeitung am Schauspielhaus Zürich schreibt die Band „Schtärneföifi“ neue Lieder und begleitet die Aufführung live mit ihren schrägen Songtexten. TRANSIT ZÜRICH – diesem Thema stellt sich das Schauspielhaus im Frühjahr 2014 gemeinsam mit sechs jungen Regisseuren aus Europa. Die eigene Erfahrung und ihre individuellen Fragestellungen im Gepäck suchen sie gemeinsam mit dem Ensemble ihre ganz persönlichen Routen durch das Thema und die Stadt. Neben den internationalen Regiepositionen wird das Thema der Transit-Gesellschaft in Podiums- diskussionen, Produktionsgesprächen und Porträts der Regisseure vertieft.

Das junge Schauspielhaus

Jörg Menke-Peitzmeyer hat für das Junge Schauspielhaus ein Stück unter dem Motto THEATER IM KLASSENZIMMER geschrieben, das in Kooperation mit dem Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich in verschiedenen Schulklassen gezeigt werden wird. Im Juni 2014 wird in der Matchbox unter dem Arbeitstitel SEHNSUCHT ein neues Stück von Theo Fransz zur Uraufführung gelangen, das der niederländische Autor selbst inszenieren wird. Für zwei weitere Neuinszenierungen im Theater der Künste sowie der Matchbox zeigen sich die Regisseure Daniel Kuschewski und Enrico Beeler verantwortlich – Details hierzu veröffentlichen wir Anfang der kommenden Spielzeit.

Kuratiert von Enrico Beeler öffnet im Dezember auch wieder der WEIHNACHTSSALON IN DER MATCHBOX seine Türen und zeigt täglich eine Überraschung für Gross und Klein. Zudem wird auch das MEHR ALS ZUSCHAUEN-Angebot in den bekannten Gefässen in der kommenden Spielzeit weitergeführt. Diverse Gastspiele und Wiederaufnahmen (u.a. NORDOST von Torsten Buchsteiner, TITUS von Jan Sobrie, DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER von Johann Wolfgang Goethe, DU, DU & ICH von Theo Fransz, NICHTS. WAS IM LEBEN WICHTIG IST von Janne Teller und FRATELLI nach Carmelo Samonà) komplettieren das vielfältige Programm des Jungen Schauspielhauses.

Die Reihen
Die neue Reihe ZWEIFELS ZWIEGESPRÄCHE ist eine lockere Folge von Gesprächen über Kunst, Literatur und Philosophie, die der Zürcher Publizist und Übersetzer Stefan Zweifel ab Herbst 2013 am Schauspielhaus leiten wird.

Nach der „Nachtmahr-Abtei“, der „Série noire“ der „Erotischen Kammer“ und den „Fantastischen Fahrten“ bricht Werner Morlang mit seiner neuen Leserreihe LITERARISCHES KAFFEEHAUS in der Kammer des Pfauen zu einer Exkursion in abgelegene literarische Gefilde auf.

Die Kammer wird 2013/14 zum CLUB DISKRET: Bettina Meyer entwirft einen Clubraum, der Bar und Bühne in einem ist. Jede Woche donnerstags öffnen wir in der Kammer die neue Bar und die Pforten des neuen Clubs. In sechs Formaten wird über den Winter – von Oktober bis April – der neue Clubraum von Ensemble, Experten und Entertainern mit Lesungen, Hörspielen, performten Reportagen, Doku-Fictions, Stadt-Geschichten und Koch-Shows in Drehung versetzt.

Nach der erfolgreichen Serie „Heidis Alptraum. Ein assoziatives Alpenexperiment Vol. I – V“, die in der aktuellen Spielzeit in fünf wöchentlich erscheinenden Folgen und einem Schluss-Marathon gezeigt wurde, wird das Serien-Format in der Kammer des Pfauen in der neuen Spielzeit fortgeführt: Im CLUB DISKRET SPEZIAL gehen im November und März zwei neuen Serien und zwei Regieteams an den Start, die im neuen Clubraum der Kammer fünf Wochen lang immer freitags eine neue Folge ihrer Serie zur Premiere bringen.

Ursprünglich war das Gastspiel von Andres Veiels viel diskutiertem Stück DAS HIMBEERREICH für diese Spielzeit vorgesehen. Neu wird es nun jedoch in der kommenden Spielzeit am 5. und 6. Dezember im Pfauen aufgeführt werden.

DIE ABOS 2013/14 sind ab sofort an der Theaterkasse erhältlich.
Theaterkasse
Rämistrasse 34
8001 Zürich
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 11 – 19 Uhr
Telefon +41 (0)44 258 77 77
www.schauspielhaus.ch

Freitag, 10. Mai 2013

Wildwuchs

Basel.- Das internationale Kulturfestival «Wildwuchs» in Basel präsentiert vom Wildwuchs, 24. Mai - 2. Juni 2013 unter anderem in der Kaserne Basel und im Theater Roxy Birsfelden unter dem Motto «Wir stören!» Theater, Musik, Tanz, Malerei, Fotografie, Film und Literatur. Wildwuchs widmet sich Themen und Personen, die verschiedenste Formen sozialer Ausgrenzung erleben. Das Festival möchte die Stadt mit Projekten im Stadtraum und in den Quartieren «wild durchwachsen».Seit zwölf Jahren präsentiert Wildwuchs internationale Kunst und Kultur in Basel. In Kooperation mit der Kaserne Basel und dem Theater Roxy Birsfelden geht das Festival vom 24. Mai bis 2. Juni 2013 in die 6. Runde.

Neues Team und neues Thema

Unter der neuen künstlerischen Co - Leitung von Gunda Zeeb und Sibylle Ott findet das Festival erstmals unter einem thematischen Dach statt . Unter dem Titel « Wir stören! » erweitert sich auch die programmatische Ausrichtung – internationale Gastspiele und lokale Projekte forschen nach Geschichten und Menschen rund um die Frage der Würde des Menschen und der sozialen Ausgrenzung. Mit einem dichten Programm aus Theater - und Tanzproduktionen, bildender Kunst, Literatur, Musik, Kino, Essen & Trinken und Publikumsgespräch en verbreitet sich das Festival wildwüchsig in ganz Basel.

Störmobile
Eine Vielzahl von Aktionen erweitern das Festival über den Theaterraum hinaus in den Stadtraum. In s echs sogenannte Störmobilen werden KünstlerInnen im Vorfeld des Festivals in verschiedene Quartiere ausgesandt um zwischen Ham merplätzli, Osthafen und Spalentor mit den BaslerInnen ein künstlerisches Projekt zu entwickeln. Im Vordergrund steht dabei die aktive Teilnahme der jeweiligen QuartierbewohnerInnen. Auch das Aufgreifen der vor Ort aktuellen Themen ist ein wichtiger Aspekt des Projeks. Zu Festivalbeginn kehren die Störmobile auf den Kasernenplatz zurück und präsentieren ihre Arbeits - und Forschungsergebnisse. Auf verschiedenen Stadtspaziergängen erhalten die BaslerInnen zudem die Möglichkeit, ihre Stadt von einer ganz ne uen Seite zu erleben.

Das Festivalzentrum auf dem Kasernenplatz ist Standort des ersten Basler Motels. Entworfen von Michael Meier und Christoph Franz dient es als Bühnenkulisse, Bar, Festivalkasse und Treffpunkt für Publikum, Kunstschaffende und PassantInnen. Neben Theater - , Tanz - und Musikproduktionen in der Kaserne Basel und dem Theater Roxy Birsfelden kooperiert wildwuchs mit zahlreichen Basler Institutionen – darunter das Bürgerspital Basel, die Kunstwerkstatt artSoph, das Neue Kino Basel, das junge theater basel, Bellevue – Ort für Fotografie, die Universitäre Psychiatrische Klinik (UPK) u.v.a. Der Vorverkauf startet ab sofort.

Für die Produktionen ATLAS BASEL, SUL CONCETTO DI VOLTO DEL FIGLIO DI DIO und die Stadtaktion BECKETT IN HIS PLACE werden aktiv Mitwirkende aus Basel und Umgebung gesucht: 100 Priester, Rapper, Ärztinnen, Anwälte, Feuerwehrmänner, Hausfrauen, Obdachlose und weitere Berufsgruppen, 50 Frauen über 50 Jahre und 10 Kinder um die 10 Jahre erhalten die Möglichkeit im Rahmen des Festivals unter professioneller Leitung Theater zu spielen und auf der Bühne zu stehen. Anmeldung und weitere Informationen: info@wildwuchs.ch oder +41 (0)61 321 51 21.

WILDWUCHS FESTIVAL
WIR STÖREN!
24. MAI BIS 2. JUNI 2013
www.wildwuchs.ch


Montag, 15. April 2013

Betrachtungen zu einer Schere

Zürich.- Die Schere ist in vielen Köpfen. Nämlich diejenige, die zwischen arm und reich immer weiter aufgeht. Das Schauspielhaus Zürich greift das Thema auf, geboten wird ein Monat neue Dramatik, Gastspiele, Vorträge und Diskussionen und zwar vom Samstag, 4.5., bis Mittwoch, 5.6.2013 im Schiffbau.

Man müsse, so der französische Philosoph Jacques Rancière, von der Gleichheit ausgehen und nicht versuchen, zu ihr zu gelangen. Solange sie nämlich ein Ideal bleibe und nicht als Tatsache anerkannt werde, solange würden die Unterschiede nicht beseitigt, sondern bloss verwaltet. Tatsächlich wachsen die Unterschiede in der Verteilung des Wohlstands ungebremst – sei es global oder innerhalb Europas, sei es im Zuge von Wirtschaftskrisen oder des Kampfes um Rohstoffe. Auch die Schweiz ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen, im Gegenteil: Zwar leben wir in einem der reichsten Länder der Welt – aber ungleicher verteilt als hierzulande ist der Besitz nur noch in Singapur und Namibia.

Das Schauspielhaus Zürich zeigt im Monat Mai eine Auswahl zeitgenössischer Perspektiven auf die Fragen, die sich um die Ungleichheit drehen und wirft so Schlaglichter auf dieses vielschichtige und brisante Thema: mit drei neuen Stücken der Autoren Lukas Bärfuss, Händl Klaus und Michail Schischkin – zu sehen an einem Abend und in einem Raum, inszeniert von Barbara Frey, Bastian Kraft und Sebastian Nübling; mit Gastspielen – zu sehen sind Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie „Die Kontrakte des Kaufmanns“ in der gefeierten Inszenierung von Nicolas Stemann, die ungarische Produktion „Hard to Be a God“ von Kornél Mundruczó, der mit seiner schonungslosen Beleuchtung des Phänomens des Menschenhandels für Aufsehen sorgte, und „Money – It Came From Outer Space“ von Chris Kondek und Christiane Kühl. Nicht zuletzt denken Ökonomen und Soziologen in Vorträgen und Diskussionen über die Ungleichheit nach: Zwei Vorträge von Colin Crouch und Tomás Sedlácek sowie eine Podiumsdiskussion über den Menschenhandel runden das Programm ab.

Zum Programm:

ARM UND REICH – DREI NEUE STÜCKE
von Lukas Bärfuss, Händl Klaus, Michail Schischkin
Uraufführung
Regie: Barbara Frey, Sebastian Nübling, Bastian Kraft
vom 4.5. bis 5.6.2013, Schiffbau/Box
MENSCHENHANDEL
Podiumsdiskussion mit Maritza Le Breton und Hans Fässler
am 5.5.2013, 19.15 Uhr, Schiffbau/Box; Eintritt frei
TOMÁS SEDLÁCEK
Vortrag in englischer Sprache
am 14.5.2013, 20.15 Uhr, Schiffbau/Box
DIE KONTRAKTE DES KAUFMANNS
von Elfriede Jelinek
Regie: Nicolas Stemann
Gastspiel am 15. & 16.5.2013, jeweils 19 Uhr, Schiffbau/Halle
HARD TO BE A GOD
von Kornél Mundruczó
Regie: Kornél Mundruczó
Gastspiel am 23. & 24.5.2013, jeweils 20 Uhr, Schiffbau/Halle
MONEY – IT CAME FROM OUTER SPACE
von Chris Kondek und Christiane Kühl
Regie: Chris Kondek
Gastspiel am 27. & 28.5.2013, jeweils 20 Uhr, Schiffbau/Halle
COLIN CROUCH
Vortrag in deutscher Sprache
am 30.5.2013, 20.15 Uhr, Schiffbau/Box

ARM UND REICH. SCHLAGLICHTER AUF DIE UNGLEICHHEIT
Ein Monat neue Dramatik, Gastspiele, Vorträge und Diskussionen
Samstag, 4.5., bis Mittwoch, 5.6.2013, Schiffbau

Vorverkauf für alle Veranstaltungen an der Theaterkasse, Rämistr. 34, Tel. +41 (0)44 258 77 77, oder unter www.schauspielhaus.ch

Montag, 4. März 2013

Neues aus dem Stück Labor Basel

Basel.- Das vom Theater Basel initiierte Förderprogramm „Stück Labor Basel. Neue Schweizer Dramatik“ eröffnet den Reigen der drei diesjährigen Uraufführungen. Im Stück Labor arbeiten jedes Jahr drei aussergewöhnliche Schweizer Autorenpersönlichkeiten eine Saison lang als Hausautorinnen oder –autoren an je einem renommierten Theater der deutschsprachigen Schweiz. Dort entwickeln sie unter erweiterten Produktionsbedingungen und in enger Anbindung an die Häuser je einen neuen Theatertext. Erprobt werden können sowohl klassische Formen dramatischen Schreibens als auch ungewohnte Zugänge oder neue Wege der Textproduktion. Stück Labor Basel koordiniert dabei die Anliegen der Projektpartner, sorgt für Vernetzung und Informationsaustausch aller Beteiligten, und bietet den Schreibenden Unterstützung un1d Coaching. Gemeinsames Ziel ist es, am Ende der Saison in allen drei Städten eine Uraufführung zu präsentieren. Im März 2013 macht nun das Luzerner Theater den Anfang:

BRIEFE.
Ein Theaterprojekt von Ivna Zic. Ab dem 8. März 2013 am Luzerner Theater
Während der vergangenen Wochen und Monate hat die Luzerner Hausautorin Ivna Žic unermüdlich gesucht, gesammelt und mit Hilfe des Luzerner Publikums ein ganzes Archiv von Briefen zusammengestellt. Das Besondere daran: diese Briefe sind nie abgeschickt worden. Ein Archiv voller Geschichten und Ereignissen, die nur fast passiert sind. Die nur gewollt, nur gedacht, aber eben nie Realität geworden sind. Ein Archiv der nicht stattgefundenen Dialoge, der verpassten Chancen – und der ungeahnten theatralischen Möglichkeiten. Am Luzerner Theater hat die in Zagreb geborene und in Basel und Zürich aufgewachsene Autorin und Regisseurin Ivna Žic diese nie ausgesprochenen Worte nun zu einem Theatertext verknüpft. Schwarz auf weiss. Zu hören und sehen ab 8. März im Luzerner Theater, UG.

DER PARK.
Von Gabriel Vetter. Ab dem 19. April 2013 am Theater Basel
Im April folgt das Theater Basel. Seit dem Sommer arbeitet hier der scharfzüngige Schaffhauser Slam Poet und Schriftsteller Gabriel Vetter an seinem ersten Theaterstück „Der Park“. Darin geht es um nichts weniger als die Zukunft der Schweiz, die sich in Vetters dystopischer Vision in eine Art historisches Disneyland verwandelt hat. Hierher kommen die reichen Touristen aus Asien, um ihre Sehnsucht nach dem Unbekannten zu stillen, um das Echte, das Wahre zu finden. Ob die pittoresken Kulissenwälder wohl standhalten werden? Das neue Stück ist so gut wie fertig, in Kürze beginnen die Proben, am 19. April wird es in der Regie von Simon Solberg auf der kleinen Bühne ihre Uraufführung erleben.

JE VEUX MOURIR SUR SCÈNE (AT).
Eine Textentwicklung von Marcel Schwald. Ab dem 12. Juni 2013 am Konzert Theater Bern
Noch etwas länger hin ist es bis zur dritten und letzten Stück Labor Uraufführung: Am 12. Juni wird Marcel Schwald mit „Je veux mourir sur scene“ (AT) in den Vidmarhallen des Konzert Theater Bern Premiere feiern. Ähnlich wie Ivna Žic in Luzern lotet auch der Basler Performer und Kommunikationsspezialist mit seiner Arbeit die Möglichkeiten und Grenzen einer praxisnahen Textproduktion aus. In seiner Veranstaltungsreihe «Host Club» generiert er zusammen mit Schauspielern und Zuschauern Sprachmaterial, das er transkribiert, nachbearbeitet und zu einem Theatertext verdichtet. In dessen Zentrum stehen unterschiedliche Formen der Ausbeutung, insbesondere die scheinbar selbstverständliche Bereitschaft zur freiwilligen Selbstausbeutung in einer hyperflexiblen Arbeits- und Leistungsgesellschaft.

Den ganzen Herbst und Winter über haben Ivna Žic, Gabriel Vetter und Marcel Schwald im Stück Labor intensiv recherchiert, konzipiert, diskutiert, formuliert und redigiert. Für die Schreibenden wie auch für die Theaterschaffenden eine überaus spannende und produktive Zeit im Zeichen neuer Schweizer Dramatik. Wir freuen uns, die Ergebnisse bei den kommenden Uraufführungen nun auch der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Stück Labor Basel 2012/13. Neue Schweizer Dramatik.
Eine Kooperation von Theater Basel, Luzerner Theater und Konzert Theater Bern.
Mit der freundlichen Unterstützung von Pro Helvetia, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Landis und Gyr Stiftung, AdS Autorinnen und Autoren der Schweiz und dem Theater Basel.
Weitere Informationen unter
www.stuecklaborbasel.ch
www.theater-basel.ch

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Die Rächerin

Zürich.- Neben Ödipus und Medea ist sie die wohl bekannteste Dramenfigur der Antike: die verstossene ELEKTRA, die am Grab ihres Vaters an nichts denkt als an Rache. Die Mutter Klytaimnestra soll den Gattenmord büssen, den sie gemeinsam mit ihrem Liebhaber Aigisth (dem nunmehrigen König) an Agamemnon verübte – gleich nach dessen siegreicher Heimkehr aus Troja. Nicht nur die drei grossen griechischen Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides nahmen sich des Stoffes an, er inspirierte auch Dichter wie Gerhart Hauptmann und Hugo von Hoffmansthal, dessen Version sicher eine der bedeutendsten ist.

In Karin Henkels Inszenierung, die am 11. Januar Premiere feiert, ist das in die Zürcher Schiffbau-Halle eingebaute Atriden-Haus aus zweierlei Blickwinkeln zu erleben. Während die eine Hälfte der Zuschauer vorerst im Hausinneren Platz nimmt, wo sich die kleine Elektra von den Geis- tern der Vergangenheit umringt sieht, sitzt die andere Zuschauerhälfte vor dem Tor bei der ausgesperrten klagenden Elektra (gespielt von Carolin Conrad). Nach der Pause wird gewechselt, das Spiel beginnt von vorn, alle sehen (fast) alles, auch den letzten von Elektra herbeige- sehnten Mord.

Ein berühmtes Haus, ein berüchtigtes Haus, ein brüchiges Haus. Im Königshaus der Atriden im griechischen Mykene lautet das Gesetz „Schuld um Schuld, Blut um Blut, Mord um Mord, Recht um Recht“ – und mittendrin steckt Elektra, die „Waffe ohne Geschoss“ (Einar Schleef). Bevor Elektra zu einer Frau wurde, die Tag und Nacht ihren toten Vater Agamemnon beweint, Hasstiraden gegen ihre Mutter Klytaimnestra und ih- ren Stiefvater Aigisth ausstösst und auf ihren Bruder Orest wartet, damit dieser den Mord am Vater durch Mord an der Mutter räche, vor diesem Dauerzustand war Elektra Kind. Als Kind hat sie miterlebt – von den Dichtern nur am Rande erwähnt –, wie der Vater ihre Schwester Iphigenie zugunsten seines Kriegszuges nach Troja opferte und wie zehn Jahre später die Mutter den heimkehrenden Vater mit der Axt im Bad erschlug. Alle drei griechischen Tragiker, allen voran Sophokles, haben den Elektra-Mythos behandelt, die Vorgeschichte erzählen Aischylos in „Agamemnon“ und Euripides in seiner „Iphigenie in Aulis“, für das 20. Jahrhundert hat Hugo von Hofmannsthal den Stoff psycholo- gisiert.

Karin Henkel, geboren 1970 in Köln, begann zu Beginn der 1990er-Jahre als Regieassistentin am Staatstheater Wiesbaden und an der Wiener Burg. Am Burgtheater begann auch ihre Regiekarriere – als jüngste jemals dort tätige Regisseurin. Es folgten Inszenierungen am Thalia Theater Hamburg, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspiel Leipzig, am Schauspielhaus Zürich („Woyzeck“ 1999, „Das weite Land“ 2004), am Deutschen Theater Berlin sowie am Schauspielhaus Düsseldorf. Zuletzt arbeitete sie am Deutschen Schauspielhaus Hamburg („Glaube Liebe Hoffnung“), am Schauspiel Frankfurt („Drei Schwestern“, „Die Wildente“), an den Münchner Kammerspielen („Macbeth“) und am Schauspiel Köln („Der Kirschgarten“, „Der Idiot“). Ihre Kölner Inszenierung „Der Kirschgarten“ wurde 2011 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am Schauspielhaus Zürich waren in ihrer Regie zuletzt „Viel Lärm um nichts“ von William Shakespeare und „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth zu sehen.

ELEKTRA
nach den Tragödien von Sophokles, Hugo von Hofmannsthal,
Aischylos und Euripides
Regie: Karin Henkel
Premiere: Freitag, 11.1.2013, 19.30 Uhr, Schiffbau/Halle

Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Halle
Öffentliche Voraufführung am 10. Januar, 19.30 Uhr
13./ 20. Januar, jeweils 18 Uhr
14./ 17./ 18./ 19./ 21. Januar, jeweils 19.30 Uhr
4./ 5. Februar, jeweils 19.30 Uhr
Weitere Vorstellungen im Februar sind in Planung.
http://www.schauspielhaus.ch

Montag, 5. November 2012

Irving und mehr

Zürich.- Einer der ganz Großen der Literatur kommt nach Zürich: Am 11. November liest John Irving im Pfauen aus seinem neuen Roman „In einer Person“. Darin lernt William auf der Laienbühne seines Grossvaters, dass gewisse Rollen sehr gefährlich sind. Und dass Menschen, die er liebt, manchmal ganz andere Rollen spielen, als er glaubt: so wie die geheimnisvolle Bibliothekarin Miss Frost. Denn wer sich nicht in Gefahr begibt, wird niemals erfahren, wer er ist.

Die verdichtete halbe Stunde zum eidgenössischen Beatlesgedenktag mit Ruedi Häusermann und dem legendären „Originalohnemeinensohnspielichkeinenton-Orchestra“ gibt es am 16. und 17. November, 20 Uhr & 21 Uhr in der Halle des Schiffbaus zu erleben. Kurz, aber bündig!! Ein Muss für alle Liebhaber dieser international bekannten englischen Gesangsgruppe.

Die nächste Ausgabe von Lukas Bärfuss Redenreihe „Weisse Flecken“ wird am 22. November, 20.15 Uhr im Foyer des Pfauen zu erleben sein. Als Gast wird der frisch gekürte Träger des Berliner Literaturpreises 2013 die Historikerin Aline Steinbrecher begrüssen dürfen. Sie erforscht an der Universität Zürich das Verhältnis von Mensch und Hund und gilt als Pionierin im Bereich der „Animal History“. Die Redenreihe „Weisse Flecken“ findet neu als Lunchveranstaltung statt. Drogenhunde, Lawinenhunde, neuerdings auch Therapiehunde: Seit 40’000 Jahren setzt der Mensch auf die Dienste seines treusten Freundes. Oder ist es vielleicht umgekehrt – und der Hund hält sich seinen Menschen? Jedenfalls scheut der Zweibeiner kaum einen Aufwand, wenn es um sein Lieblingstier geht: Über 100 Millionen Franken geben die Schweizer jährlich für Pflege und Futter aus. Man opfert Zeit, Freiheit und in den Städten oft genug das gute Verhältnis zu Velofahrern, Joggern und besorgten Eltern. Aber wie ist eigentlich der Mensch auf den Hund gekommen?

Nach einer langen kreativen Pause kehrt der Poetry-Slam am 23. November in den Schiffbau zurück. Wie bei der ersten Ausgabe des Schiffbau-Slams im Mai 2004 treten zehn Poetinnen und Poeten aus Deutschland und der Schweiz mit ihren Texten an, um das Publikum zu begeistern. Erleben Sie die grössten Sprachkünstler der Szene, entdecken Sie neue Slam-Poetry-Stimmen und entscheiden Sie bei diesem rauschenden Fest des gesprochenen Wortes, welchem Poeten der Sieger-Whisky gebührt.

Unter der Leitung des NZZ-Feuilletonchefs Martin Meyer diskutieren die Schriftsteller Cees Nooteboom, Michael Krüger und Kathrin Röggla am 29. November im Pfauen über die Zukunft des Buches. Seit der Erfindung der Druckerpresse im 15. Jahrhundert ist das Buch ein unübertroffener Informationsspeicher geblieben. Bücher haben die Welt verändert, sie haben Ideen und Ideale über die Kontinente getragen, sie haben Menschen zueinander gebracht und zu sich selbst finden lassen. Sterben die Bücher aus? Die elektronischen Darbietungsformen von Informationen lassen die Texte gegenüber den Bildern verblassen. Was verlieren wir, wenn wir das Buch verlieren?

Vorverkauf für alle Veranstaltungen an der Theaterkasse, Rämistr. 34, Tel. +41 (0)44 258 77 77, oder unter www.schauspielhaus.ch.

DIE SONDERVERANSTALTUNGEN IM NOVEMBER

DAS LEGENDÄRE ORIGINALOHNEMEINENSOHNSPIELICHKEINENTON-ORCHESTRA
zum Eidg. Beatlesgedenktag
von Ruedi Häusermann
Freitag, 16.11. & Samstag, 17.11.2012, jeweils 19, 20 & 21 Uhr, Schiffbau/Halle

WEISSE FLECKEN
präsentiert von Lukas Bärfuss zum Thema „Auf den Hund gekommen?“
Donnerstag, 22.11.2012, 12.15 Uhr, Pfauen/Foyer
jetzt neu mittags, inklusive Hiltl-Lunchpaket

POETRY SLAM
Moderation Ko Bylanzky und Rayl Patzak
Freitag, 23.11.2012, 20.30 Uhr, Schiffbau/Halle

NZZ PODIUM
Die Zukunft des Buches
Podiumsdiskussion mit Martin Meyer, Cees Nooteboom, Michael Krüger und Kathrin Röggla
Donnerstag, 29.11.2012, 18.30 Uhr, Pfauen

Montag, 29. Oktober 2012

Klassiker für Kinder

Freiburg.- Weihnachten naht (dochdoch), das Theater Freiburg kündigt ein vielfältiges Programm für Kinder und Familien an. Das diesjährige Weihnachtsstück ist einKlassiker: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und das Theater nimmt auch „Pünktchen und Anton“ und „Die kleine Zauberflöte“ wieder auf. Und natürlich finden auch in diesem Jahr an allen 4 Adventssamstagen das Adventssingen und das Weihnachtsfest wieder statt.

Im Rahmen des Spielzeitschwerpunktes „Glaube und Politik“ findet am Donnerstag, 6. Dezember, die Premiere von „Die Jungfrau von Orleans“ in der Regie von Felicitas Brucker statt. Am Vortag, Mittwoch 5.12., 18 Uhr,  hält Prof. Dr. Matthias Jestaedt in der Reihe „Der demokratische Staat und die Freiheit der Religion“ den Vortrag „Kruzifix, Schleier, Beschneidung – Die pluralistische Überforderung des Staatskirchenrechts“.

Und dann gibt es noch ein interessantes Gastspiel: Die bekannte Schauspielerin Sophie Rois, liest am Nikolaustag am 6.12.2012 im Großen Haus aus dem Roman von Somerset Maugham „Theater“.

Auf dem Blog www.theater.freiburg.de/blog finden Sie übrigens viele Hintergrundberichte zu den Produktionen.

Monatsspielplan Dezember am Theater Freiburg -->

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Saisonstart beim Burghof

Saisoneröffnung am Burghof Lörrach mit Konferenz der Vögel. Quelle: www.burghof.com
Lörrach.- Saisonauftakt im Burghof Lörrach am kommenden Freitag und Samstag, 5. und 6. Oktober. Mit „Die Konferenz der Vögel“ (5. Bis 8. Oktober), der Vernissage der neuen Fotoausstellung „STIMMEN sehen – neue Fotos von Juri Junkov“ am 5. Oktober ab 18.30 Uhr im Burghof-Foyer sowie dem Tag der offenen Tür am 6. Oktober von 10 bis 16 Uhr, startet der Burghof gleich mit mehreren Veranstaltungen in die Saison 2012/2013.

Wie funktioniert ein Konzerthaus? Wer arbeitet hinter den Kulissen? Welche Konzerte und Veranstaltungen erwartet das Publikum in der Saison 2012/13? Viele Fragen, auf die das Team des Burghofs am Samstag, 6. Oktober biem Tag der offenen Tür Antworten geben wird. Zwischen 10 und 16 Uhr öffnet der Burghof Lörrach seine Tore und stellt im Rahmen des Tags der offenen Tür sein Programm und seine Arbeit der Öffentlichkeit vor. An verschiedenen Programmstationen gibt der Burghof einen Überblick über das vielschichtige Programm der neuen Saison und führt mit Bühnen- und Technikvorführungen hinter die Kulissen des Hauses.

Bereits am 5. Oktober präsentieren der Burghof Lörrach GmbH, das Theater Tempus Fugit und die Comédie de l `Est, Colmar zur Saisoneröffnung die Konferenz der Vögel. Zum Inhalt: Die Vögel tagen! Das Thema der Konferenz ist alles andere als gesellig. Einige von ihnen haben es gründlich
satt. Ständig Zwist, Kampf, Streit, Mord und Krieg. Jeder neidet dem anderen, was er hat. Wie können sie dem ewigen Zwist entkommen, der Missgunst, dem Neid? Das Versepos von Farid-du-Din Attar kann heute gelesen werden wie ein buntes, kaleidoskopartiges Buch, episodenhaft, dennoch einer Idee folgend. Was bringt die Vögel dazu aufzubrechen, das Zuhause, Speise und Trank zu verlassen. Eine gefährliche Reise anzutreten, bei der körperliche Entbehrungen, Leiden und Tod Wegbegleiter sein können. Die Not, die Armut, der Hunger werden zum Thema gemacht und münden in die Botschaft, dass Solidarität, dass die Liebe zur Natur, zum Leben, auch das eigene Dasein bereichern können. Eindrückliche Musik, getragen von einem Persischen Musiker und der Französin Christine Kotschi, wird die Reisenden auf und vor der Bühne begleiten.
Premiere: Fr 5. Oktober 2012 | 20 Uhr | € 23.-/9.- erm. für Jugendl.
Weitere Aufführungen: Sa 6., So 7. & Mo 8. Oktober 2012 | jeweils 20 Uhr | € 23.-/9.- erm. für Jugendl.; Schulvorstellung: Mo 8. Oktober 2012 | 11 Uhr | € 15.-/9.- erm. für Jugendl.


Tag der offenen Tür, das Programm
DAS PROGRAMM
10 Uhr: Auftakt mit Eröffnung der Fotoausstellung „STIMMEN sehen“ im Burghof-Foyer
15 Uhr: Afternoon-Tea mit Markus Muffler
10 bis 16 Uhr: Rundgang durch den Burghof, Fotoausstellung „STIMMEN sehen“ (Fotos von Juri Junkov) im Foyer, Programmstationen an ungewöhnlichen Orten, Technikstationen, Hörlounges, Ticket-Verlosung und vieles mehr.

„STIMMEN sehen“
Das Foyer des Burghofs erhält neue Gesichter. Juri Junkov, Fotograf des STIMMEN-Festivals seit vielen Jahren, stellt die eindrücklichsten und schönsten Fotos aus den letzten Jahren der Öffentlichkeit vor.

Kartenhaus Burghof/Touristinformation Montag bis Freitag 10 - 18 Uhr, Samstag 9 - 14 Uhr
Herrenstr. 5,
D-79539 Lörrach
Tel. +49 (0)7621 940 89-11
oder +49 (0)7621 940 89-12
ticket@burghof.com
www.burghof.com

Montag, 24. September 2012

Jubiläum am Freiburger Theater

Freiburg.- Das Philharmonische Orchester Freiburg wird 125 Jahre alt und so beginnt die Spielzeit am 30. September mit einem großen Jubiläumskonzert im Konzerthaus. Das Schauspiel startet mit drei Premieren in die neue Saison: „Warten auf Godot“ am 5. Oktober in der Regie von Walter Meierjohann, der vergangene Saison den „Werther“ inszeniert hat, eine Produktion, die wir in die kommende Spielzeit übernehmen. Es folgen am 7. Oktober „Elementarteilchen“ von Michel Houellebecq in der Regie von Christoph Frick und am 13. Oktober eine Inszenierung von „Fanny und Alexander“ nach dem Drehbuch von Ingmar Bergman.

Die Oper eröffnet am 6. Oktober die Saison mit „Nabucco“ in der Regie von Michael Sturm mit Juan Orozco in der Rolle des babylonischen Königs Nebukadnezar. Alles auf Los heißt es auch für den Tanz am Theater Freiburg: Anna Wagner, bisher Kuratorin für Tanz am Hebbel am Ufer in Berlin, kommt als neue Leiterin der Tanzsparte an die Dreisam und startet Mitte Oktober mit zwei Premieren und einem Gastspiel.Am Sonntag, den 30. September, findet um 11 Uhr im Großen Haus eine Eröffnungsmatinee statt, bei der die Theaterleitung in die ersten Produktionen der Spielzeit einführt!

Doch gleich zu Anfang der Spielzeit, geben acht junge Schauspieler in Vorher/Nachher, einem Stück von Roland Schimmelpfennig ihr Debüt (29.9.12, 20 Uhr, Kleines Haus). Das Gegensatzpaar Vorher/Nachher wird vor allem dann verwendet, wenn man den Prozess einer Verbesserung oder einer Verschönerung illustrieren will. Das Vorher und Nachher kann jedoch auch einen dramatischen Moment beschreiben, ohne ihn selbst zu zeigen. Womit er selbst nicht sichtbar, aber in seinen verschiedenen Möglichkeiten denkbar erscheint.
Roland Schimmelpfennig, der erfolgreichste Gegenwartsdramatiker, spielt mit dieser Denk-Figur in einem Stück, das aus 51 kurzen Szenen besteht: Short Cuts, die sich im Zusammenspiel unterschiedlicher Paarkonstellationen zu einem Gesellschaftspanorama zusammensetzen. Acht junge Schauspieler der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart erarbeiten am Theater Freiburg dieses virtuose Stück unter der Regie des katalanischen Regisseurs Josep Galindo, der zum ersten Mal in Freiburg inszeniert.
Regie: Josep Galindo / Bühne: Wolf Gutjahr / Kostüme: Irmela Schwengler / Musik: Sven Hofmann Dramaturgie: Josef Mackert / Mit: Stephanie Biesolt, Shari Asha Crosson, Henrike Hahn, Nora Quest; Yasin El Harrouk, Jonathan Hutter, Benjamin Janssen, Maik Rogge

Premiere von "Warten auf Godot" von Samuel Becketist am 5. Oktober, 20 Uhr. Der protestantische Ire Beckett stand dem christlichen Glauben zutiefst misstrauisch gegenüber, da jener das Leid zu rechtfertigen versuchte. Dabei ging dem Autor, der sich im zweiten Weltkrieg im Widerstand engagierte und auch später für Verfolgte und Unterdrückte einsetze, Mitgefühl über alles. Wladimir und Estragon warten an der Landstrasse: Zwei Menschen im Endstadium einer Zivilisation, – keine Helden, sondern durchschnittliche Aussortierte der Spezies »Mensch», versuchen den Tag mit Sinn zu füllen. Obwohl die Kategorie »Sinn« längst durch »Gewalt« ersetzt worden ist. Die Erlösung von den tödlichen Spielen des Menschen kommt nicht, Mister Godot lässt grüßen. Aber Wladimir und Estragon führen uns auf komischste Weise vor, was uns bleibt, wenn wir zumindest beieinander bleiben.
Regie: Walter Meierjohann / Bühne: Wolf Gutjahr / Kostüme: Maren Geers / Dramaturgie: Viola Hasselberg. Mit: André Benndorff, Victor Calero, Samson Fischer/Andreas Hauser, Orhan Müstak, Martin Weigel.

Die Oper startet in Freiburg im Großen Haus am 6, Oktober 19.30 Uhr mit großer Chorbesetzung in die neue Saison: Michael Sturm inszeniert „Nabucco“ von Giuseppe Verdi. alle Ingredienzien der hoch emotionalen, tragisch verwickelten Handlungs-Strukturen, die alle Verdi-Opern in der Folge auszeichnen, sind in seinem »Nabucco« angelegt und ausformuliert. Politische Konflikte werden dargestellt an deformierten Familien-Verhältnissen – Öffentliches und Privates bildet sich in seinen Defiziten gegenseitig ab – die Sehnsucht nach Harmonie, Geborgenheit und Liebe erweist sich jeweils als pure Utopie, zerbricht an der harten Realität. Zeichenhaft stehen dafür die von den Babyloniern geknechteten Hebräer, zeichenhaft stehen aber ebenso die ungeklärten, auf Intrige und Verlogenheit basierenden Familienverhältnisse rund um den babylonischen König Nabucco.
Musikalische Leitung: Fabrice Bollon (6., 14., 21.10.) / Johannes Knapp (24. & 28.10.) Regie: Michael Sturm  / Bühne & Kostüme: Stefan Rieckhoff  / Chor: Bernhard Moncado.
Dramaturgie: Dominica Volkert  / Mit: Kyoung Eun Lee, Chariklia Mavropoulou, Elena Nebera; Adriano Graziani, Jin Seok Lee, Shinsuke Nishioka, Juan Orozco, Taiyu Uchiyama.

Theater Freiburg
79098 Freiburg
0761 201-2807

Kartenverkauf Theaterkasse
Telefon: 0761 201 28 53
theaterkasse@theater.freiburg.de
www.theater.freiburg.de

Freitag, 31. August 2012

Genesis

Zürich.- Kein anderer Text hat eine grössere Wirkung entfaltet als das erste Buch Mose. Drei Weltreligionen bekennen sich zu ihm: Judentum, Islam und die Christenheit. Die GENESIS, die Schöpfungsgeschichte, ist Theater im ursprünglichen Sinn. Ein Volk erkundet die Beziehung zu seinem Schöpfer, zum Regisseur des grossen Welttheaters. Noch ist vieles offen, undefiniert, Versuch und Irrtum bestimmen das Geschick … Regie bei der GENESIS, mit der am 14. September die Spielzeit im Zürcher Schiffbau eröffnet wird, führt der in Zürich geborene Stefan Bachmann, der am Schauspielhaus zuletzt „Martin Salander“ und das Singspiel „Geri“ inszenierte. Es spielen u.a. Michael Neuenschwander, Klaus Brömmelmeier Fritz Fenne und Susanne-Marie Wrage. Für die Musik zeichnet Max Küng verantwortlich.

Die Geschichte eines kleinen, unbedeutenden Stammes, in einem verlassenen Landstrich irgendwo zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien ansässig, vor ungefähr 4000 Jahren in der Bronzezeit: Wir erleben die Vertreibung der ersten Menschen aus dem Garten Eden, den ersten Mord und die erste Naturkatastrophe. Wir hören von der Geschichte Abrahams, dem Gott ungezählte Nachkommen verspricht – und den er auffordert, seinen einzigen Sohn zu opfern. Da ist Jakob, der sich vom Vater das Erstgeburtsrecht erschwindelt und am Jabbok mit Gott ringt, während Josef, sein Sohn, später von den Brüdern verstossen und als Sklave nach Ägypten verkauft wird, wo er Karriere am Hof des Pharaos macht … Die Hälfte aller Menschen erkennt in den Geschichten von Abraham, Jakob und Josef nicht nur die Offenbarung Gottes, sondern auch die Wurzeln ihrer Kultur. In der GENESIS ist noch vieles offen: Es wird probiert und wieder verworfen, doch mit der Zeit verdeutlichen sich die Regeln, nach denen gelebt, geliebt und gebetet werden soll – und die grosse Halle im Schiffbau wird zum Schauplatz des grössten Epos der Weltgeschichte.

Stefan Bachmann, 1966 in Zürich geboren, war nach seinem Studium in Zürich und Berlin 1992 Mitbegründer des Berliner „Theater Affekt“. Bis 1998 inszenierte er u.a. an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, am Theater Neumarkt in Zürich und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 1996 wurde er als Nachwuchsregisseur des Jahres ausgezeichnet. 1998 bis 2003 war Stefan Bachmann Schauspieldirektor am Theater Basel, 1999 wurde das Haus in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Theater heute zum Theater des Jahres gewählt. Seit 2001 ist Stefan Bachmann auch als Opernregisseur tätig. Zuletzt arbeitete er u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater in Hamburg, an der Staatsoper Unter den Linden und am Berliner Maxim Gorki Theater. Seit 2009 ist er fester Regisseur am Wiener Burgtheater. Er war mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zuletzt 2011 mit der Inszenierung von Kathrin Rögglas „Die Beteiligten“ (Burgtheater Wien). Am Schauspielhaus Zürich waren von ihm zuletzt die Uraufführungen „Martin Salander“ nach Gottfried Keller (Theaterfassung von Thomas Jonigk) und „Geri“ – Ein Singspiel von Martin Suter & Stephan Eicher zu sehen. 2014 wird Stefan Bachmann Intendant des Schauspiels Köln.

GENESIS
Die Bibel, Teil 1
Regie: Stefan Bachmann
Premiere: Freitag, 14.9.2012, 19 Uhr, Schiffbau/Halle
Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Halle
18./ 21./ 24./ 26./ 27./ 28. September, jeweils 19 Uhr
16./ 23. September, jeweils 18 Uhr
1./ 3. Oktober, jeweils 19 Uhr
Weitere Vorstellungen im Oktober sind in Planung.

Schauspielhaus Zürich
www.schauspielhaus.ch

Montag, 27. August 2012

Above under inbetween

www.theaterfestival.ch
Basel.- Mittwoch startet das Theaterfestival Basel, das Festivalzentrum auf dem Kasernenareal hofft auf den Ansturm. Der Ticketcontainer ist täglich von 12 bis 21 Uhr geöffnet. Studierende des Instituts Innenarchitektur und Szenografie haben in den letzten Tagen eine riesige rote Steh-, Sitz- und Liegelandschaft aufgebaut. Die Partner für das leibliche Wohl: Sou’up, Flammekuche, Grilltheater, Glatscharia, Apecafé, Artists Kitchen und Cocktailbar Consum. Neben dem Festivalzentrum werden auf dem Kasernenareal auch überraschende künstlerische Aktionen geboten. Und für alle gilt: Eintritt frei!

Zum Programm auf dem Kasernenareal

above under inbetween
Cie. Willi Dorner aus Österreich
FR 31.08. um 17:00 Uhr / SA 01.09. um 14:00 & 17:00 Uhr /  SO 02.09. um 14:00 & 17:00 Uhr
Basierend auf seiner outdoor Performance "bodies in urban spaces", die die Zuschauer durch Stadtteile führt und den Blick auf ungewöhnliche Weise auf vertraute Architektur lenkt, fokussiert Willi Dorner in "above under inbetween" den Blick auf das Private, die Wohnung und deren Gestaltungselemente. Die PerformerInnen nutzen die einzelnen Wohnelemente und Möbel auf komplexe Weise, setzen die Körper und ihr Umfeld in unerwarteten Konstellationen und Strukturen immer wieder neu zusammen.


Carry-in-Project #9
Noriyuki Kiguchi / Akumanushirushi aus Japan
SO 02.09. um 13 Uhr
 Der japanische Künstler Noriyuki Kiguchi ist Architekt, Bauarbeiter und Künstler. Seine Werke sind gewaltige, kaum zu bändigende, alles verschlingende Schlangengebilde aus Holz, Stoff und Plüsch. Eine riesige Skulptur wird gemeinsam mit Besuchern und Passanten in den Kopfbau der Kaserne getragen, durch komplizierte Drehungen und Wendungen durch das Gebäude manövriert, bis es den Weg hinaus zur Rheinseite findet. Das kann durchaus einen ganzen Tag dauern und ist ein Zügelunternehmen der ganz besonderen Art ... Wir brauchen Ihre Hilfe!


Nowhere and Everywhere at the Same Time
The Forsythe Company aus Deutschland
Choreografische Arbeit von William Forsythe
DO 06.09. / FR 07.09. / SA 08.09. / SO 09.09. jeweils von 17:30 - 20:30 Uhr
«Nowhere and Everywhere at the Same Time» — so beschrieb der blinde französische Widerstandskämpfer Jacques Lusseyran den internen mentalen Raum, in welchem er Formen und Ideen visualisierte. In gleichem Masse lässt sich diese Formulierung auch auf die Allgegenwärtigkeit von Schwerkraft beziehen. Im weiten Raum der leeren Turnhalle Klingental orientiert sich der Performer Brock Labrenz zwischen einer Unzahl von Pendeln und erforscht so das kinetische und metaphorische Potenzial jener beiden vielwertigen Landschaften. Die beständige Befragung führt zu Interpretationen, die sowohl persönlich als auch wissenschaftlich, sowohl verwirrt als auch kategorisch sind.

THEATERFESTIVAL BASEL
29. August - 9. September 2012
Kaserne Basel
Klybeckstrasse 1b
CH-4005 Basel

+41 61 6666 019
+41 76 446 62 06

www.theaterfestival.ch
www.kaserne-basel.ch

Montag, 13. August 2012

Getanztes Theater

Basel.- Das Theaterfestival Basel vom 29. August - 9. September ist auch ein Tanzfestival: ChoreografInnen, TänzerInnen und Tanzcompagnien bereichern das Programm mit Performances, Tanztheater und Installationen.

Die Balance zwischen Körperlichkeit und Schwerelosigkeit im Werk von Auguste Rodin inspirierte den britischen Choreografen Russell Maliphant zu seinem aktuellen Stück „The Rodin Project“, das im Grossen Haus des Theaters Basel gezeigt wird. Maliphant bedient sich dabei klassischer Tanzstile, wie auch zeitgenössischer Formen von Hip-Hop, Body-Popping, Locking und anderen
(Theater Basel, Grosses Haus, Sonntag, 2. September um 19 Uhr).

Daniel Linehan zeigt zwei seiner aussergewöhnlichen Performancearbeiten: «Montage for Three» ist eine Choreografie der Bilder für zwei Tänzer und einen Projektor, in der alltägliche und berühmte Fotos zu lebendigen Tableaus der Erinnerung entwickelt werden. In «Not About Everything» dreht sich Daniel Linehan 30 Minuten im Kreis und kreiert damit einen ebenso unterhaltsamen wie komplexen Tanz (Donnerstag, 30. August um 19 Uhr und Freitag, 31. August um 20:30 Uhr im jungen theater basel).

«revolver besorgen» von Helena Waldmann (Dienstag, 4. September und Mittwoch, 5. September um 19 Uhr im Theater Roxy Birsfelden) schafft ein überwältigendes Porträt der Demenz-Krankheit in all ihren Erscheinungsformen. Die grandiose Tänzerin und ehemalige Primaballerina Brit Rodemund, Tänzerin des Jahres 2011, zeigt darin den Balanceakt zwischen dem Glück des Hier und Jetzt und irren Abgründen.

In «It’s going to get worse and worse and worse, my friend» tanzt Lisbeth Gruwez (Samstag, 8. September und Sonntag, 9. September um 19 Uhr im Theater Roxy Birsfelden) die Trance von ekstatischen Reden und Ansprachen. Dabei benutzt sie Fragmente aus einer Rede des ultrakonservativen Fernsehpredigers Jimmy Swaggart und entfaltet in einem 50minütigen Tanzsolo ihr beeindruckendes, explosives Bewegungsvokabular.

Auch das Kaserenareal wird während des Festivals zu einem Aktionszentrum: In der Arbeit «above under inbetween» des österreichischen Ausnahmechoreographen und Stadtinterventionisten Willi Dorner fallen die Möbelstücke und Menschen einen Weg entlang – da purzeln Körper über Stühle, Tische und Schrankwände, als seien sie Dominosteine (Freitag, 31. August um 17 Uhr, Samstag, 1. September und Sonntag 2. September um 14 & 17 Uhr).

In der choreografischen Arbeit von William Forsythe «Nowhere and Everywhere at the Same Time» orientiert sich der Performer Brock Labrenz im weiten Raum der leeren Turnhalle Klingental zwischen einer Unzahl von Pendeln und erforscht so das kinetische und metaphorische Potenzial jener beiden vielwertigen Landschaften (Donnerstag, 6. September bis Sonntag, 9. September von 17 – 21 Uhr).

Links:
www.theaterfestival.ch
www.kaserne-basel.ch

Montag, 30. Juli 2012

Die Welt mit anderen Augen sehen

Basel.- Basel hat in diesem Sommer vom 29. August bis 9. September 2012 wieder ein
internationales Theaterfestival. Mit dabei sind grossartige
KünstlerInnen der zeitgenössischen Theater- und Tanzwelt, wie der polnische Regisseur Jan
Klata, William Forsythe aus Deutschland, Brett Bailey aus Südafrika, der lettische Regisseur
Alvis Hermanis, Russell Maliphant aus Grossbritannien und die zum diesjährigen Berliner
Theatertreffen eingeladene deutsche-englische Live Art Gruppe Gob Squad. Das Theaterfestival
Basel lockt mit einem vielseitigen Programm aus Tanztheater, Nouveau Cirque, grossen
Theatererzählungen sowie neuen Formen und Experimenten. Die Festivalproduktionen sind auf
verschiedenen Basler Bühnen zu sehen: in der Kaserne Basel, im jungen theater basel, Theater
Basel und Theater Roxy Birsfelden. Ausgefallene Stadtaktionen für jung und alt beleben das
Festivalzentrum auf dem Kasernenareal und sind damit Teil des grössten Theatersommerfestes der
Stadt Basel.

Das Motto des Theaterfestivals lautet: Die Welt mit anderen Augen sehen – ein geflügeltes Wort,
das ebenso den eigenen «anderen» Blick meint wie auch den Blick der «Anderen» auf die Welt. Das
Theaterfestival bietet viele verschiedene Perspektiven auf die Welt, in der wir leben.
Präsentiert werden 18 Produktionen aus zwölf Ländern, 46 Vorstellungen an zwölf Tagen, 288
Stunden wahres Leben! Die künstlerische Leitung liegt bei Carena Schlewitt, Direktorin der
Kaserne Basel. Getragen wird das Festival vom Verein „Theaterfestival Basel“ und finanziert
wird es aus den beiden Swisslos-Fonds Basel Stadt und Basel-Landschaft, Stiftungsgeldern, den
Einnahmen und Eigenleistungen der Häuser.

Während des Theaterfestivals lädt das Festivalzentrum auf dem Kasernenareal, gestaltet von
Studierenden des Instituts Innenarchitektur und Szenografie der FHNW, zum Verweilen, Geniessen
und Diskutieren ein. Neben Workshops und Einführungen für Schulklassen sowie Publikumsgesprächen bietet das Theaterfestival Basel gemeinsam mit dem Migros-Kulturprozent das Residenzprogramm «watch & talk» an, ein Austauschforum für einen ausgewählten Kreis von nationalen und internationalen KritikerInnen.

Der Vorverkauf bietet allen Theaterfans ein spezielles Angebot: Tickets für alle Vorstellungen können bis zum 30. Juni für nur CHF 25,- (ermässigt CHF 15,- ) erworben werden.

Detailliertes Programm:


Theater

Das Festival eröffnet mit Frankreichs enfant terrible des Theaters, Aurélien Bory und seiner
Compagnie 111, deren Arbeiten sich gegen jede Einordnung sperren. In ihrer spektakulären
Performance «Sans objet» tanzt ein zwei Tonnen schwerer Schweissroboter – in den 70er Jahren
Modellarbeiter der Automobilindustrie – einen unerhörten pas de trois mit den Artisten Olivier
Alenda und Olivier Boyer.

Die internationale Theaterwelt ist weiterhin vertreten mit der Erfolgsproduktion von Gob Squad
und CAMPO „Before your very eyes“, in der sieben Kids im Alter von 11 bis 17 Jahren ihr Leben
im Schnelldurchlauf durchspielen.

Der polnische Regisseur Jan Klata zeigt seine Aufsehen erregende Inszenierung «Ein Stück über
Mutter und Vaterland» von Bozena Keff. Erzählt wird die Geschichte einer Mutter, Überlebende
des Holocaust, die ihr Kriegstrauma auf ihre Tochter überträgt und sie zur Sklavin ihrer Sicht
auf die Welt macht.

Laila Soliman, Autorin und Regisseurin aus Kairo und Willy-Brandt-Preisträgerin 2011,
verarbeitet in „No Time for Art“ Berichte über Morde und Folterungen während der ägyptischen
Revolution und dokumentiert die Ungerechtigkeit und Brutalität der Polizei und des Militärs vor
und seit der Ägyptischen Revolution.

Ein europäisches Gipfeltreffen der besonderen Art inszeniert Sanja Mitrovic in ihrem Stück
„Crash Course Chit Chat“, in dem fünf PerformerInnen der Gründerländer der EU miteinander
abrechnen: mit ihrer eigenen Geschichte, mit ihren Konflikten und mit dem ganzen verspotteten
Rest um sie herum.

Ein Missionar, der seit mehr als fünfzig Jahren im Kongo tätig ist und nun auf Heimaturlaub in
Europa ist, berichtet in dem Stück „Mission“ von den Stationen seines Lebens in Afrika. Der
eindrückliche Monolog mit dem überragenden Schauspieler Bruno Vanden Broecke nach einem Text
von David Van Reybrouck wirft Fragen nach Moral und den Verstrickungen des Einzelnen in einer
widersprüchlichen Welt auf.

Die Schweizer Gruppe Far A Day Cage hat mehrere Wochen am ursprünglichsten Ort der Schweiz
gelebt und geprobt – im Bödmerenwald, dem grössten «Urwald» der Alpen. In ihrer gleichnamigen
Produktion nimmt FADC die Zuschauer mit auf eine Reise zu den Ursprüngen der Zukunft unserer
Zivilisation – und dies an einen urbanen Ort der Stadt Basel.

Brett Bailey, einer der ideenreichsten Theaterschaffenden aus Südafrika, der sich mit seinen
Theaterstücken immer wieder aufs Neue mit der postkolonialen afrikanischen Kultur
auseinandersetzt, kommt mit seiner aktuellen Arbeit «medEia» (nach Oscar van Woensel) nach
Basel. Diese Inszenierung, mit rasantem Pop und Underground Music unterlegt, verweist
nachdrücklich auf die postkoloniale Gegenwart und belebt das antike Drama mit Themen wie
Immigration, Vertreibung und Fremdenfeindlichkeit.

Ein Stück intelligentes, bissiges und gekonntes Puppenspiel bietet das Blind Summit Theatre aus
London mit „The Table“. Eine Puppe, ausgestattet mit einem charismatischen und eigenwilligen
Kopf, lebt seit 40 Jahren auf einem Tisch und entfaltet dort ihr ganz eigenes Universum.

Alvis Hermanis, wundersamer Regiekünstler aus Riga, sowie das aussergewöhnliche Schauspiel-
Ensemble des Neuen Rigaer Theaters, drehen die Zeit um vierzig Jahre zurück und zeigen ein
Stück über die Utopien der 68er – Woodstock, Simon & Garfunkel, Träume von Frieden, Liebe und
einer besseren Welt - ohne Worte und mit viel Musik von Simon & Garfunkel.

Tanz / Performance

Die eingeladenen ChoreografInnen, TänzerInnen und Tanzcompagnien bereichern das Festival mit
Performances, Tanztheater und Installationen. Der junge Tänzer und Choreograf Daniel Linehan
zeigt zwei seiner aussergewöhnlichen Performancearbeiten. «Montage for Three» ist eine
Choreografie der Bilder für zwei Tänzer und einen Projektor, in der alltägliche und berühmte
Fotos zu lebendigen Tableaus der Erinnerung entwickelt werden. In «Not About Everything» dreht
sich Daniel Linehan 30 Minuten im Kreis und kreiert damit einen ebenso unterhaltsamen wie
komplexen Tanz.

Die Balance zwischen Körperlichkeit und Schwerelosigkeit im Werk von Auguste Rodin inspirierte
den britischen Choreografen Russell Maliphant zu seinem aktuellen Stück „The Rodin Project“,
das im Grossen Haus des Theaters Basel gezeigt wird. Maliphant bedient sich dabei klassischer
Tanzstile, wie auch zeitgenössischer Formen von Hip-Hop, Body-Popping, Locking und anderen.

«revolver besorgen» von Helena Waldmann schafft ein überwältigendes Porträt der Demenz-
Krankheit in all ihren Erscheinungsformen. Die grandiose Tänzerin und ehemalige Primaballerina
Brit Rodemund, Tänzerin des Jahres 2011, zeigt darin den Balanceakt zwischen dem Glück des Hier
und Jetzt und irren Abgründen.

In einer choreografischen Arbeit von William Forsythe, einem der führenden Choreografen
weltweit, orientiert sich der Performer Brock Labrenz im weiten Raum der leeren Turnhalle
Klingental zwischen einer Unzahl von Pendeln und erforscht so das kinetische und metaphorische
Potenzial jener beiden vielwertigen Landschaften.

In «It’s going to get worse and worse and worse, my friend» tanzt Lisbeth Gruwez die Trance von
ekstatischen Reden und Ansprachen. Dabei benutzt sie Fragmente aus einer Rede des
ultrakonservativen Fernsehpredigers Jimmy Swaggart und entfaltet in einem 50minütigen Tanzsolo
ihr beeindruckendes, explosives Bewegungsvokabular.

Stadtaktionen

Das Kaserenareal wird während des Festivals zu einem Aktionszentrum für internationale
Künstler. Der österreichische Ausnahmechoreograf und Stadtinterventionist Willi Dorner
entwickelt Bewegungsszenarien für urbane Räume und hat damit schon ganze Städte auf den Kopf
gestellt. In seiner Arbeit «above under inbetween» fallen die Möbelstücke und Menschen einen
Weg entlang – da purzeln Körper über Stühle, Tische und Schrankwände, als seien sie
Dominosteine.

Ebenfalls auf dem Kasernenareal findet eine aussergewöhnliche Aktion des japanischen
Architekten und Künstlers Noriyuki Kiguchi statt. Seine Werke sind gewaltige, kaum zu
bändigende, alles verschlingende Schlangengebilde aus Holz, Stoff und Plüsch. Bei seinem für
das Theaterfestival Basel gestalteten «Carry-in- Project #9» wird eine riesige Skulptur
gemeinsam mit Besuchern und Passanten in den Kopfbau der Kaserne getragen, durch komplizierte
Drehungen und Wendungen durch das Gebäude manövriert, bis es den Weg hinaus zur Rheinseite
findet.

Der ägyptische Streetartist Ganzeer wird sich in Basel während des gesamten Festivalzeitraums
dem Kasernenplatz widmen – mit einem riesigen, 1200qm grossen, kollektiv erarbeiteten Bild, das
nur mit der Hilfe des Publikums entstehen kann.

Begleitprogramm

Das Theaterfestival Basel präsentiert den gerade erschienenen Dokumentarfilm „Knistern der
Zeit“ von Sibylle Dahrendorf über Christoph Schlingensief und sein Operndorfprojekt in Burkina
Faso.

Der Film „Kolka Cool“ von Juris Poškus entstand mit einigen der hervorragenden
SchauspielerInnen des Rigaer Ensembles von Alvis Hermanis, die mit ihren Dialogen zum
wunderbaren lettischen schwarzen Humor beitragen.

Die Videoarbeit „Sindbad“ des Schweizer Künstlers Christoph Oertli verbindet die Musik des
ägyptischen Oudspielers Ahmad El-Sawy mit Videobildern aus Ägypten.

Ebenfalls aus Ägypten kommt der Oudspieler Mustafa Saïd, der den zweiten Doppelabend von Laila
Soliman mit einem Konzert bereichern wird. Fabian Chiquet und Victor Moser werden in „Warhol &
Assange: Die Wikileaks Fuge“ die Akten von Julian Assange musikalisieren.

www.theaterfestival.ch

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