Donnerstag, 7. November 2013
Jugendaktionswoche: Internetsicherheit, Cybermobbing und Medienkompetenz
Am Dienstag, 12. November, findet im Jugendhaus Rheinfelden (Tutti-Kiesi-Weg 1) von 17 bis 20 Uhr ein Workshop für Jugendliche zum Thema „Was weiß ich über dich?“ statt, der die Frage klärt, was über jemanden bei Facebook herausgefunden werden kann.
Weiter geht es am Mittwoch, 13. November, ab 19 Uhr mit der Veranstaltung „Lebst du noch – oder chattest du schon“ der Jugendagentur Schönau-Todtnau. Im Genossenschaftlichen Dorfgasthaus „dasrößle“ (Im Dürracker 3, 79674 Todtnau) werden Nutzen und Gefahren sozialer Netzwerke wie Facebook beleuchtet sowie Eltern, Jugendliche, Lehrende und alle Interessierten eingeladen über das Thema zu diskutieren.
Am Donnerstag, 14. November, veranstaltet die Jugendagentur Schopfheim unter dem Titel „Kids beherrschen die Technik – Eltern die Werte“ um 19 Uhr in der Friedrich-Ebert-Schule (Roggenbachstr.11) einen Informationsabend nicht nur für Eltern über die Möglichkeiten und Risiken von Smartphones.
Am Freitag, 15. November, finden in der Jugendagentur im Jugendzentrum Friedlingen (Riedlistraße 18, Weil am Rhein) drei Veranstaltungen statt: Von 9.30 bis 10:30 Uhr sowie von 11 bis 12:30 Uhr wird das „Mobile Eltern-Mediencafé“ in deutsch-türkischer Sprache dort Halt machen. Bei „Check dein Facebook Profil bevor es dein Chef tut!“ bekommen Jugendliche zwischen 14 und 19 Uhr Tipps, die Privatsphäre der eigenen Facebook-Seite zu gewährleisten. Von 15 bis 16:30 Uhr und von 17:00 bis 18:30 Uhr wird der Workshop „Dauer-ON – Voll normal“ thematisieren, was es heißt immer online zu sein.
Das Theater Tempus fugit begleitet die Aktionswoche mit dem Stück „Remember me“, das sich mit dem Thema Cybermobbing in der Schule beschäftigt. Öffentliche Vorführungen: Montag, 11. November im Nellie Nashorn in Lörrach sowie Donnerstag, 14.November im Jugendzentrum Rheinfelden jeweils um 20 Uhr.
Die Jugendagenturen bieten Jugendlichen unter anderem Hilfen bei der Berufsorientierung. Daneben ist die Medienpädagogik ein wichtiger Baustein. Unter www.jugendagenturen.de informieren sie auch über Freizeit- und Beratungsangebote im Landkreis.
Freitag, 13. September 2013
Zwei Jahre Philosophicum
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| Deckblatt des Flyers zum Jubliäum des Philosphicums Basel |
Hinter dem Philosophicum stecken in der Leitung: Stefan Brotbeck (Initiator), Nadine Reinert, sie werden unterstützt von Stefan Brotbeck, Peter Dellbrügger, Christian Graf, Georg Gusewski, Martina Jakobson, Philip Kovce, Andreas Laudert, Salvatore Lavecchia, Nadine Reinert, Judith Schifferle, Alexander Tschernek, Ursina Weishaupt, Rebecca Szediwy, Renatus Ziegler.
Vor rund zwei Jahren wurde das Philosophicum am 17. September 2011 im Ackermannshof Basel eröffnet und hat seither eine rege kulturelle Tätigkeit entfaltet, die sich an eine große Bandbreite von Interessenten richtet. Im Schnitt fanden in den Räumlichkeiten an der St. Johanns-Vorstadt bis zu zwei Veranstaltungen oder Seminare wöchentlich statt. Besondere Berücksichtigung fanden Fragen und Themen zur Dialogischen Philosophie, Existenzphilosophie, Spiritualität, aber auch zur Wirtschaft oder Kultur Mittel- und Osteuropas. Das Anliegen des Philosophicum ist, Kultur, Bildung und Wissenschaft unter einem Dach zu verbinden und zu einem fruchtbaren Austausch anzuregen. Von kleinen Gesprächskreisen bis zu gross angelegten Podiumsgesprächen in der benachbarten Druckereihalle belebten auch Ausstellungen, Lesungen und Forschungsgespräche die Räume. „Es freut uns sehr, dass uns von Anfang an nicht nur von Seiten der BesucherInnen und TeilnehmerInnen, sondern auch von anderen Institutionen aus Kultur, Wissenschaft und Bildung grosses Interesse entgegengebracht wurde und wir schon verschiedene Projekte auch in Kooperation durchführen konnten“ bemerkt der Philosoph Stefan Brotbeck, Initiatior und Leiter des Philosophicum.
Die Betriebskosten und die Basiskosten für die Programmtätigkeiten werden wie vorgesehen bis ins Frühjahr 2014 von einer Initiativschenkung aus privater Hand finanziert, die auch den Aufbau seit 2010 getragen hat. Mit dem Eintritt in das dritte Programmjahr erhält die Frage nach der Weiterfinanzierung eine existenzielle Bedeutung. Dazu konstatiert Co-Leiterin Nadine Reinert: „Auch das zweite Programmjahr konnten wir mit erfreulichen Resultaten abschliessen. Es hat sich gezeigt, dass das Philosophicum auf dem besten Weg zu einem gesunden Kultur- und Bildungsbetrieb ist, wo Einnahmen und Ausgaben in einem guten Verhältnis stehen. Für die Finanzierung der fixen Betriebskosten sind wir allerdings auf spezielle Zuwendungen angewiesen.“
Eine gute Voraussetzung zur Klärung der Finanzierungsfrage wurde in diesem Jahr mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins Philosophicum gegeben. Unter dem Motto „Geld für Geist“ wird am Jubiläum eine Spendenaktion gestartet, die Personen und Institutionen die Gelegenheit gibt, den Grundbetrieb des Philosophicum mit zu tragen. Beträge in jeder Höhe sind willkommen. Nähere Informationen werden am Jubiläumsfest gegeben.
Jubiläums-Programm am 21. September 2013:
16.15 Uhr > Lichtblicke: Das zweite Jahr / Geld für Geist: Das Philosophicum und seine finanziellen Ermöglichungsquellen. Mit Stefan Brotbeck und Nadine Reinert
17.30 Uhr > Pause
18.00 Uhr > Konzert mit dem Faust Quartett
Johann Sebastian Bach: Contrapunctus I aus «Die Kunst der Fuge», BWV 1080
Witold Lutoslawski: Streichquartett (1964) Introductory Movement /
Main Movement.
Johann Sebastian Bach: Contrapunctus I aus «Die Kunst der Fuge», BWV 1080
Kleine Pause
Franz Schubert: Streichquartett No. 14 d-moll op. post. D 810 «Der Tod und das Mädchen» Allegro / Andante con moto / Scherzo. Allegro molto / Presto
Faust Quartett: Simone Roggen (1. Violine), Anna Rebekka Ritter (2. Violine), Ada Meinich (Viola), Birgit Böhme (Violoncello)
ab 19.30 Uhr > Philosteria: Offenes Haus / Kulinarisches / Gespräche / Musik
Die Mitwirkenden des Philosophicum sind anwesend:
Stefan Brotbeck, Peter Dellbrügger, Christian Graf, Georg Gusewski, Martina Jakobson, Philip Kovce, Andreas Laudert, Salvatore Lavecchia, Nadine Reinert, Judith Schifferle, Rebecca Szediwy, Alexander Tschernek, Ursina Weishaupt und Renatus Ziegler.
ab 21.00 Uhr > Musik von und mit Trio Tripoint
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Philosophicum Basel
St. Johanns-Vorstadt 19-21
Postfach 1854
CH-4001 Basel
www.philosophiucm.ch
Mittwoch, 10. Juli 2013
Die Ausstellung «Archäologie. Schätze aus dem Schweizerischen Nationalmuseum» präsentiert über 400 kostbare Fundstücke wie etwa ein Lochstab, auf dem Pferde eingeritzt sind. Es handelt sich um die älteste bildliche Darstellung im Gebiet der heutigen Schweiz (um 13 000 v. Chr.). Die Schale von Zürich-Altstetten ist das grösste und schwerste Goldgefäss aus der Bronzezeit (zw. 1500 und 1000 v. Chr.) in Westeuropa. Weitere Glanzstücke sind die Hals- und Armringe des Goldschatzes von Erstfeld, die zu den wichtigsten Zeugnissen der keltischen Goldschmiedekunst (4. Jh. v.Chr.) gehören.
Im Frühling 2006 wurde auf dem Mormont, einem Hügel zwischen Jura und Genfersee, eine bisher unbekannte keltische Fundstelle in einem Kalksteinbruch entdeckt. Die über 200, mehrere Meter tiefen Gruben bergen eine Vielzahl von übereinanderliegenden Fundensembles: Eisenwerkzeuge, Schmuck, Mahlsteine, Bronzegeschirr, Hunderte von Keramikgefässen und Knochen, davon etwa 50 menschliche. Der Fundort ist weder eine Siedlung noch ein Gräberfeld. Er wurde nur für eine kurze Zeit aufgesucht, höchstens einige Jahrzehnte, und zeugt von einer unglaublichen «Materialverschwendung». Möglicherweise war es ein Kultplatz der Helvetier um 100 v. Chr.: Er zeugt von rituellen Handlungen, von Opferritualen und -gaben.
Bei der Gründung des Schweizerischen Nationalmuseums spielte die archäologische Sammlung eine besondere Rolle, gehörte sie doch zu den wichtigsten Sammlungsbeständen, welche 1898 die Eröffnung des Museums ermöglichten. Im Rahmen der Sanierungs- und Bauarbeiten musste die archäologische Dauerausstellung im Jahr 2009 geräumt werden, und die Objekte kamen aus Mangel an Ausstellungsflächen zur Aufbewahrung ins Sammlungszentrum in Affoltern am Albis. Die Highlights kehren nun bis Dezember 2014 ins Landesmuseum Zürich zurück. Liebhaber der Archäologie dürfen sich auf die Zukunft freuen: Ab 2016 wird eine neue Dauerausstellung Archäologie im Erweiterungsbau eröffnet werden.
Öffnungszeiten: Di bis So 10.00 - 17.00 Uhr, Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr, feiertags geöffnet
Archäologie – Schätze aus dem Schweizerischen Nationalmuseum
Spektakuläre neue Funde und archäologische Highlights
21. Juni 2013 bis 21. Dezember 2014
Museumstrasse 2
CH-8021 Zürich
0041 (0)44 218 65 11
kanzlei@slm.admin.ch
www.landesmuseum.ch
Montag, 22. April 2013
Vom Mann, der Amerika taufte und seiner Zeit
Buchtrailer zu "Der Kartograph"
Freiburg.- Amerika und die Rheinregion verbindet mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Was genau, zeigt die neue Ausstellung „Oberrheinischer Humanismus und Geographie. Martin Waldseemüller und die Entdeckung der Neuen Welt“, die von Samstag, 20. April, bis Sonntag, 2. Juni, im Freiburger Museum für Stadtgeschichte zu sehen ist. Das 15. und 16. Jahrhundert war eine Epoche des Aufbruchs. Die Rückbesinnung auf die Antike führte zu einer kulturellen Blüte, die sich nicht nur in den Geisteswissenschaften spiegelte: Die transatlantischen Entdeckungen brachten auch spannende Entwicklungen in Geographie und Kartographie mit sich. Befeuert wurde diese Entwicklung noch durch die junge Buchdruckerkunst.
Die Laufenburger Autorin Petra Gabriel hat in ihrem Roman "Der Kartograph", der 2007 im Freiburger Verlag Josef Knecht erschienen ist, ein lebendiges Bild des Mannes gezeichnet, der zusammen mit seinem Freund Matthias Ringmann zum Taufpaten Amerikas geworden ist. Martin Waldseemüller bewegte sich in den Kreisen der Freiburger, Straßburger und Basler Humanisten und hatte engen Kontakt zu großen Druckerfamilien, wie dem Basler Geschlecht der Amerbach. Der "Kartograph" ist in einer überarbeiteten Fassung unter dem Titel "Der Kosmograph oder die Karte des Martin Waldseemüller" inzwischen als eBook im Kindlestore zu haben.
Die Freiburger Präsentation zeigt zahlreiche Original-Dokumente aus der Zeit dieser bahnbrechenden Aufbrüche. Zu sehen ist unter anderem Martin Waldseemüllers berühmter Faltglobus (1507) aus der Historischen Bibliothek Offenburg, auf dem die „Neue Welt“ erstmals als „America“ bezeichnet wird. Weltweit sind nur fünf Exemplare bekannt. Ausgestellt ist auch eine originalgetreue Nachbildung der Weltkarte des wohl aus Wolfenweiler stammenden Kartografen, die als „Taufschein Amerikas“ gilt. Zusammen mit dem ergänzenden Begleitband „Cosmographiae introductio“ von Matthias Ringmann bilden diese Exponate den Kern der Ausstellung.
Das spektakuläre Kartenwerk wird durch weitere Objekte mit internationaler aber auch regionaler Bedeutung ergänzt. Die Reaktionen, die die transatlantischen Entdeckungen in der Gelehrtenwelt Europas hervorriefen, werden ebenfalls thematisiert.
Die Ausstellung findet im Rahmen des Projekts „Humanismus am Oberrhein“ statt, bei dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Basel, Freiburg, Mulhouse und Straßburg zusammenarbeiten. Das Projekt wird durch Interreg IV finanziert, ein EU-Förderprogramm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Die Sonderausstellung ist zweisprachig (deutsch/französisch) aufgebaut. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, unter 18 Jahren und mit Museums-Pass ist er frei.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Internetseite www.humanismus-am-oberrhein.eu.
Rahmenprogramm
Führungen
Freitag, 26.4. / 10.5. / 17.5. / 24.5., jeweils 12.30 Uhr
Sonntag, 28.4. / 19.5. / 26.5., jeweils 11 Uhr
„Oberrheinischer Humanismus und Geographie“
Kosten: 2 Euro zzgl. Eintritt
Führungen mit Vortrag
Dienstag, 30.4., 17 Uhr
„Wissenskultur und Medialität im Umbruch. Gregor Reischs
Margarita Philosophica (1503)“, Führung mit Prof. Wolfgang
Kofler, anschl. Vortrag von Prof. Felix Heinzer in der
Universität. Treffpunkt: Museum für Stadtgeschichte
Kosten: 6 Euro
Montag, 13.5., 17 Uhr
„Die Geographie des Ptolemaios – ein modernes Bild der
antiken Welt“, Führung mit Prof. Wolfgang Kofler, anschl.
Vortrag von Dr. Florian Mittenhuber in der Universität
Treffpunkt: Museum für Stadtgeschichte
Kosten: 6 Euro
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Humanismus und Geographie am Oberrhein
Werke von Waldseemüller
20. April, bis Sonntag, 2. Juni zu sehen.
Museum für Stadtgeschichte
79098 Freiburg
Münsterplatz 30
Tel: 0049-761 201 ext. 2515
www.museen.freiburg.de
Mittwoch, 2. Mai 2012
Die Wissenschaft vom Leben
"Life Sciences" – der Begriff allein ist schon schillernd: Oft ist er zu lesen, die Medien lieben ihn, vieles verspricht er und seine Verwendungen sind vielfältig.Aber was überhaupt sind Life Sciences? Die Münchner "Süddeutsche Zeitung" gibt dazu folgende Worterklärung: "Es gibt anscheinend zwei Wege, um eine Definition des Begriffs 'Life Science' zu erhalten: Die einen schwören darauf, dass es überhaupt keine Definition gibt und geben kann, die anderen führen ellenlange Listen von biologischen, biomedizinischen, biotechnologischen und bio-sonstwas Spezialgebieten und behaupten, das sei alles 'Life Science'."
Thema der Vertanstalungen ist die Frage, was der Beitrag der Life Sciences zu unserem Verständnis von Leben ist und haben einen Wissenschaftshistoriker und Molekularbiologen, eine Philosophin, einen Kenner Adolf Portmanns und einen Evolutionsbiologen eingeladen.
Flying Science ist ein Verein, der sich dem Vergnügen am Wissen und an der Wissenschaft verschrieben hat. Hinter Flying Science stecken konkret zwei Köpfe: Carmen Bregy und Matthias Buschle. Sie laden immer wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, ihre Forschung, ihre Gedanken und Anregungen vorzustellen. Flying Science kümmert sich um dem passenden Rahmen.
Ort und Zeit
Vier Kurzvorträge im Vesalianum, Vesalgasse 1, Ecke Spalenvorstadt/Schützenmattstrasse, Basel
8. Mai bis 29. Mai 2012, dienstags um 18.30 Uhr. Die Vorträge dauern ca. 30 Minuten, anschliessend Apéro und Gespräch. Eintritt frei.
Das Programm
Dienstag, 8. Mai, 18.30 Uhr
Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, Honorarprofessor für Wissenschaftsgeschichte an der TU Berlin, Dr. h.c. ETH Zürich
Life Sciences, Lebenswissenschaften, Biologie – ein historisches Apercu
Dienstag, 15. Mai, 18.30 Uhr
Dr. Susanne Brauer, Paulus-Akademie Zürich, Leitung Studienbereich Bioethik, Medizin und Life Sciences. Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin
Was macht die Lebenswissenschaften für die Ethik interessant?
Dienstag, 22. Mai, 18.30 Uhr
Prof. em. Dr. Roger Alfred Stamm, Universität Lüneburg, Institut für Ökologie und Umweltchemie und Universitätsbibliothek Basel, Nachlassverwalter Adolf Portmann
Adolf Portmann: sein Blick auf die Gestalten des Lebens
Dienstag, 29. Mai, 18.30 Uhr
Prof. Dr. Walter Salzburger, Universität Basel, Zoologisches Institut, Evolutionsbiologie
Die Tiergestalt - von der DNA zur organismischen Vielfalt
Flying Science
Elsässerstrasse 248
4056 Basel
www.flyingscience.ch
servus@flyingscience.ch
Freitag, 13. April 2012
Funde in der Burg Rötteln führen zu einer Neudatierung der Unterburg
Den Abbruch der Ringmauer der Vorburg begleitete der Archäologe Dr. Heiko Wagner, welcher mit seinem Fachwissen die Fundstücke den entsprechenden Epochen zuordnete. So deuten beispielsweise zwei Keramikscherben aus dem 12. oder eher frühen 13. Jahrhundert auf einen neuen Bauzeitpunkt. Die Scherben sind als „frischer Abfall“ zu interpretieren, der damals während oder kurz vor dem Bau der Ringmauer der Unterburg angefallen ist. Damit wurden nachweislich Teile der Ringmauer bereits im frühen oder mittleren 13. Jahrhundert erbaut und die Gründung der Vorburg erfolgte etwa 100 bis 150 Jahre früher.
Bei den Erdarbeiten kamen die Umfassungswände eines großen Kellerraums im Innern der Unterburg zutage. Das zugehörige Gebäude wurde jedoch bereits im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit wieder abgebrochen und der Keller verfüllt. Darüber lagen die Fundamente späterer Bebbauung ohne Keller. Die bisherige Bauphase der Unterburg datierten Experten in das 14. oder 15. Jahrhundert, gemäß der Ersterwähnung der Unterburg im Jahre 1409. Nun fällt der Bau in den Herrschaftszeitraum der Herren von Rötteln, die bis 1316 die Geschicke bestimmten. Die Geschichtsschreiber gingen bisher davon aus, die nachfolgenden Markgrafen von Hachberg-Sausenberg seien die Bauherren der Unterburg.
Die Neudatierung der Unterburg bietet neue Deutungsansätze rund um die Geschichte der Burg Rötteln, denn der Bau der Unterburg überschneidet sich mit der größten Machtentfaltung der Herren von Rötteln. Schließlich stellten die Herren von Rötteln in Person von Liutold I. zwischen 1238 und 1248 den Bischof von Basel. Mit ihm könnte jener Bauherr der Unterburg gefunden sein, der seine Stammburg vor der Bischofswahl oder danach ausbaute und sich ein für das Amt angemessenes Bauwerk schuf. Die zweite Möglichkeit bezieht Konrad I. von Rötteln ein, der vielleicht in den Jahren seiner Burgherrschaft zwischen 1229 und 1259 den Ausbau verantwortete, um langfristig den Aufstieg seiner Familie zu unterstreichen.
Dienstag, 1. November 2011
100 Jahre Kelten-Forschung

Basel.- In Basel-Nord liegt eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten der spätkeltischen Epoche Mitteleuropas. Vor 100 Jahren wurden dort eine Siedlung und dazugehörige Gräber entdeckt. Die Archäologen untersuchen bei den aktuellen Rettungsgrabungen im Rheinhafen St. Johann einen Teil der Keltensiedlung. Zwischen Häusern und Handwerkseinrichtungen kam auch ein menschlicher Schädel zum Vorschein.
Die Ausgrabungen erlauben Einblicke in das keltische Alltagsleben und in geheimnisvolle Totenrituale der Zeit um 100 v. Chr. Die Kelten bestatteten ihre Toten nicht nur in zwei Nekropolen ausserhalb der Siedlung, sondern auch innerhalb der Wohnzone. Momentan sind im ehemaligen Rheinhafen, dem Südteil der Siedlung Ausgrabungen im Gange. In einer mit Schutt aufgefüllten Grube, direkt neben Häusern und Werkstätten, entdeckten die Archäologen einen menschlichen Schädel. Mit Abfällen gelangten immer wieder Schädel und menschliche Knochen, manchmal mit Schnittspuren, in die Erde. Der Umgang mit Leichen zeugt von komplexen Totenritualen, denen die Basler Archäologen mit einem vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Forschungsprojekt auf die Spur kommen wollen.
Die spätkeltische Siedlung Basel-Gasfabrik ist vor 100 Jahren von Karl Stehlin entdeckt worden. Damals wie heute befindet sich die Fundstelle in einer der am intensivsten genutzten Zonen Basels. Heute entstehen dort der Novartis-Campus und eine Rheinuferpromenade. Während der letzten 20 Jahre musste die Archäologische Bodenforschung eine Rettungsgrabung nach der anderen durchführen. Die „alte Gasfabrik“ ist mittlerweile eine der am besten untersuchten spätkeltischen Fundstellen Mitteleuropas. Bisher wurden weit mehr als eine Million Objekte aus keltischer Zeit gefunden. Kurz vor dem Abschluss stehen die Freilegungsarbeiten eines spektakulären Opferfundes, bestehend aus Metall- und Keramikgefässen, Zaumzeug und Schmuck.
Eine zum 100-jährigen Jubiläum im Christoph Merian Verlag erschienene Publikation bietet nun einen ersten umfassenden Überblick über die Erkenntnisse dieser Forschungstätigkeit. Sie beschreibt das Wohnen und Arbeiten in der Siedlung sowie stellt die Totenrituale vor. Das Nebeneinander von Wohn-, Handels- und Wirtschaftsplatz zusammen mit den Nekropolen gewährt einen einzigartigen, wissenschaftlich fundierten Einblick in eine längst untergegangene Welt. Nebst den faszinierenden Erkenntnissen der Archäologen stellt die Publikation aber auch anhand bisher unpublizierter Fotografien wissenschaftsgeschichtliche Entwicklungen im Bereich der Bodenforschung dar. Ein Katalogteil präsentiert zudem spannende Fundgegenstände, die kleine, lustige, traurige und überraschende Geschichten erzählen.
Publikation:
Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt (Hg.)
Yolanda Hecht, Andreas Niederhäuser
ALLTAGSKULTUR UND TOTENRITUALE DER KELTEN
Ein Siedlungszentrum am Oberrhein um 100 v. Chr.
116 Seiten, 100 meist farbige Abbildungen
gebunden, mit Schutzumschlag, 21 x 27 cm
Deutsch/Englisch
CHF 35.– / € 28,–
ISBN 978-3-85616-540-6
© 2011 Christoph Merian Verlag, Basel
Mittwoch, 10. November 2010
Einzigartige Opferfunde aus der Keltenzeit

Basel.- Bei den archäologischen Ausgrabungen im Rheinhafen St. Johann haben Archäologen in einer Grube eine Deponierung von zahlreichen wertvollen Objekten entdeckt. Der einzigartige Fund stammt aus der Zeit um 100 v. Chr. Er wurde als 9 t schwerer Erdblock mit einem Pneukran gehoben. Die Freilegungsarbeiten erfolgen während der kommenden Monate in einem Gebäude auf dem Grabungsareal.
Schon jetzt sind über zwanzig feinste Keramikgefässe, mehrere grosse Bronzegefässe, ein Mörser aus Stein, mehrere Messer, eine Lanzenspitze, Schmuckgegenstände und Teile eines Pferdezaums freigelegt. Dabei handelt es sich aber erst um einen Bruchteil der Objekte, da die Untersuchungsarbeiten noch am Anfang stehen. An den Metallgegenständen gibt es Reste organischer Stoffe, z.B. von Holz, Leder oder Textilien.
Die wissenschaftliche Auswertung wird neue Einblicke in die Lebenswelt vor über 2100 Jahren ermöglichen. Die Kelten haben die wertvollen Objekte während einer rituellen Handlung in einem grossen zylindrischen Behälter aus organischem Material im Boden deponiert. Ob es sich dabei um ein Versteck von Wertgegenständen, um ein Opfer an Götter oder um Beigaben einer Bestattung handelt, ist noch offen.
Der sensationelle Fund ist für die keltische Siedlung von "Basel-Gasfabrik" bisher einzigartig. Ähnliche, jedoch weniger reichhaltige Deponierungen kennen wir von keltischen Kultplätzen in Mitteleuropa.
Von 150 bis 80 vor Christus bestand auf dem Areal des ehemaligen Rheinhafens St. Johann und auf dem angrenzenden Campus der Novartis die 150.000 m² grosse keltische Siedlung "Basel-Gasfabrik", zu der auch zwei Gräberfelder gehörten. Im Zusammenhang mit dem Rückbau des Rheinhafens führt die Archäologische Bodenforschung hier nun auf einer Fläche von 14.000 m² Rettungsgrabungen durch. Aus Termin- und Sicherheitsgründen liess sich das dabei entdeckte aussergewöhnliche Fund-Ensemble nicht vor Ort ausgraben. Unter Einbeziehungg von Restauratorinnen und Baufachleuten wurde es zusammen mit dem umgebenden Erdmaterial geborgen.
Dazu wurde der die Funde enthaltende Erdblock auf allen vier Seiten abgegraben und mit Holzdielen und einem Stahlrahmen gesichert. Der Untergrund aus lockerem Rheinschotter wurde mittels hydraulischer Bohrungen abgetrennt und anschliessend der Boden des Blocks mit Epoxidharz verfestigt. Ein Pneukran hob den ca. 9 t schweren Block am 5. August 2010 aus der Baugrube und ein Schwerlaststapler transportierte ihn in das Gebäude, wo er weiter untersucht wird.
Montag, 11. Oktober 2010
Die Kunst der Nachhaltigkeit
Energie ist für unsere Kultur, unseren Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise der zentraler Begriff, um den sich alles dreht. Es herrscht ein Kult des Energieumsatzes, der Versorgung und der Verausgabung, ob Kilowattstunden aus Kraftwerken für unsere leistungsstarken Geräte oder energiespendende Nahrung (natürlich fett- und kalorienarm) für unsere Fitness.
Im Hauptvortrag „Sauberer Wohlstand“ stellt Dr. Andreas Hofmann-Dally aus Genf das Prinzip „Cradle to Cradle“ vor, einen innovativen, für Freiburg vielleicht provozierenden Ansatz, der das Nachhaltigkeitsdenken auf neue Bahnen lenkt und dabei insbesondere die Wirtschaft anspricht. Hofmann-Dally ist Mitarbeiter der EPEA Internationale Umweltforschung in Hamburg, wo das Konzept „Cradle to Cradle“ (von der Wiege zur Wiege, und nicht wie üblich: zur Bahre) erarbeitet wird.
Der Vortrag findet am Dienstag, 19. Oktober, um 20 Uhr in der Waldorfschule in der Schwimmbadstraße statt. Zuvor geht es am Samstag, 16. Oktober, ab 9.15 Uhr um die Ästhetik der Zukunft. Auch umweltfreundliche Energietechniken sind Teil der kulturellen Gestaltung der Landschaft. Zu erleben und zu diskutieren bei einem Ausflug auf den Schauinsland.
Am Donnerstag, 21. Oktober, steht um 16 Uhr Nachhaltigkeit um Unternehmen im Fokus. Bei einer Betriebsbesichtigung erfahren Interessierte, wie Betriebsabläufe bei Micronas gemanagt werden. Am Sonntag, 24. Oktober, findet um 18.30 Uhr eine Meditation auf dem Alten Friedhof statt. In der „blauen Stunde“ in der Kapelle des Alten Friedhofs können Interessierte meditativ erleben, welche Energie Stille und Musik geben können.
Am Montag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr findet im Planetarium eine Vorführung „Energie in Sternen und Menschen“ statt. Eine Reise in die Begriffsgeschichte der Energie und ein energetischer Versuch, besser zu verstehen, warum sich alles darum dreht.
Am Mittwoch, 27. Oktober, um 16 Uhr schließt der sechste Zyklus „Energie“ mit einer Exkursion zu Klimaschutz und Solarenergie. Warum ist Solarenergie die Energiequelle der Zukunft, und was wird geforscht, um sie noch besser zu erschließen? Zu erfahren beim größten Solarforschungsinstitut Europas Fraunhofer ISE – hier in Freiburg.
Die Initiatoren der Reihe "Nachhaltigkeit als Lebenskunst" bestehen aus einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Evangelischen Akademie Baden, der Evangelischen Erwachsenenbildung Freiburg, der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg sowie der Stadt Freiburg, die zusammen das Konzept der Reihe und das Veranstaltungsprogramm entwickelten. Der sechste Zyklus „Energie“ bietet nicht wie die vorherigen Zyklen Themenwochen mit jeweils rund 20 Veranstaltungen an, sondern führt in etwas kleinerem Rahmen den besonderen Charakter der Reihe fort. Das ausführliche Programm der Veranstaltungsreihe ist bei unter www.nachhaltigkeit-als-lebenskunst.de zu finden.
Dienstag, 13. April 2010
Reise durch die Nacht

Freiburg.- immer wieder mittwochs um 15 Uhr, zeigt das Freiburger Planetarium seit Mitte März sein neues Familienprogramm „Eine Reise durch die Nacht.“ Der Frühling ist Galaxienzeit: am Abendhimmel leuchten die Sternbilder Löwe, Jungfrau und Haar der Berenike. Und in diesen Sternbildern kann man mit Fernrohren zahlreiche Sternwolken außerhalb der Milchstraße entdecken, so genannte Galaxien mit jeweils vielen Milliarden von Sternen.
Doch auch ohne Fernrohr kann man am Frühlingshimmel 2010 einiges beobachten: unter anderem die drei hellen Planeten Venus, Mars und Saturn und ihren Lauf vor den Sternbildern des Tierkreises, oder die Sterne Arktur und Spika mit ihren völlig unterschiedlichen Farben.
Das neue Familienprogramm des Planetariums nimmt Besucherinnen und Besucher ab etwa acht Jahren mit auf eine Zeit-Reise durch die Frühlingsnächte 2010. Ungetrübt durch irdische Lichtquellen leuchtet der Sternhimmel in der Planetariumskuppel und in Zeitraffung zeigt der Planetariumsprojektor, was die obere Hälfte der Natur in den kommenden Monaten dem bloßen Auge oder schon in einem kleinen Amateur-Fernrohr alles zu bieten hat.
Die Vorführungen finden jeden Mittwoch um 15 Uhr statt. Sie sind ab etwa acht Jahren geeignet. Kartenreservierungen werden unter der Telefonnummer: 3890630 (vormittags) oder im Internet unter www.planetarium.freiburg.de empfohlen.
Dienstag, 23. März 2010
Scan für Tutenchamun

Freiburg.- Tutenchamun im «Körperscanner»? «Warum nicht», haben sich Wissenschaftler aus Freiburg gedacht - und einen vergleichbaren Apparat für Mumien entwickelt. Erstmals sei es nun möglich, die einbalsamierten Leichname mit Terahertz-Strahlung zu durchleuchten, teilte die Universität Freiburg mit. Da bei Flugreisenden verborgene Gegenstände wie Waffen oder Sprengstoff entdeckt werden, erhofft sich das Team um die Wissenschaftler Markus Walther und Andreas Bitzer mit seinem Scanner einen guten Blick auf Knochen und vor allem Gewebe der Altägypter. «Zugegeben, mit der Strahlung sieht man nicht ganz so gut wie mit Röntgen zum Beispiel in einem Computertomographen», sagte Walther am Montag. «Aber es hat weniger schädliche Folgen für die Mumie.»
Die Terahertz-Strahlen können kein Wasser durchdringen, deshalb werde eine Strahlung beim lebenden Menschen fast vollständig vom wasserhaltigen Körper reflektiert, erklären die Freiburger Experten in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift «American Journal for Physical Anthropology». Somit kann ein gängiger «Körperscanner» nur abbilden, was sich auf der Hautoberfläche befindet. Anders bei einer Mumie: «Mumien sind nahezu wasserfrei», sagte Walther. «Das Terahertz-Licht kann somit, ähnlich wie Röntgenstrahlen, weit unter die Haut und sogar durch den Körper hindurchstrahlen.»
Zuletzt war es Wissenschaftlern unter anderem in Mannheim gelungen, mit Hilfe eines seltenen und besonders leistungsfähigen Computertomographen (CT) Mumien aus aller Welt zu analysieren.
http://www.fmf.uni-freiburg.de/
Dienstag, 12. Januar 2010
Magnetische Erfahrungen
Zürich.- Die neue Ausstellung im Katalogsaal der Zentralbibliothek Zürich beschäftigt sich vom 13. Januar bis 16. Juni 2010 mit einem spannenden Thema.Sie trägt den Titel "Magnetische Erfahrungen - Kunst begegnet Naturwissenschaft". Zu sehen sind Dokumente aus der Wissenschaftsgeschichte des Magnetismus im Dialog mit Gegenwartskunst. Kurator der Ausstellung ist Prof. Dr. Nils Röller, Institut für Gegenwartskünste ZHdK. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Zentralbibliothek Zürich und des Instituts für Gegenwartskünste ZHdK. Es ist dies die erste Zusammenarbeit der ZB mit der ZHdK.
Ein Hirte namens Magnes soll die magnetische Anziehungskraft entdeckt haben, als er sich in Schuhen mit Eisennägeln und seinem eisenbeschlagenen Stock plötzlich nicht mehr von der Stelle rühren konnte. Von ihm, so berichtet Plinius, hat der Magnet seinen Namen erhalten. «Magnetismus» ist zunächst die Beschäftigung mit einem Stein, der besondere Eigenschaften besitzt, die sich auf Nadeln aus Eisen und Stahl übertragen lassen. Sie führt allmählich zu Vorstellungen einer magnetischen Kraft. Damit rücken Neigung und Abweichung als Begriffe bei Naturforschern wie bei Künstlern und Dichtern ins Zentrum des Interesses. Die Ausstellung dokumentiert Etappen der Erforschung der physikalischen Kraft. Sie erzählt Magnes' Geschichte in Gedichten und zeigt in Text und Bild, wie sich das Wissen über den Magnetismus geformt hat. Vier Zürcher Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart setzen sich in eigens für die Ausstellung entwickelten Werken mit den historischen Bilddokumenten auseinander.
Die Ausstellung beginnt mit Renaissancedrucken antiker Texte, die den Magnetstein mit einer Muse vergleichen, welche Dichter begeistert. Seit der Erforschung des Magnetismus in der frühen Neuzeit vermehren sich auch die Instrumente der Forscher und ihre Darstellungsmittel. Drucke von William Gilbert und Athanasius Kircher zeigen, dass mit der Verfeinerung der Kompassnadeln eine Vielzahl magnetischer Theorien und ihrer Illustrationen einsetzt. René Descartes nimmt sie auf, dessen Wirbeltheorie, wonach Partikel im Kosmos Planeten wie die Erde durchströmen, das 18. Jahrhundert beschäftigt. Diese Theorie wird von Emanuel Swedenborg experimentell geprüft und zeigt, wie durchlässig die Grenze zwischen naturwissenschaftlicher Erforschung nicht wahrnehmbarer Kräfte und Okkultismus sein kann. So war der Schritt zum «Mesmerismus» klein, der an künstliche Magnete, magnetische Wannen und kosmische Ströme zur Heilung glaubt. Neben der Medizin und der Wissenschaft setzen sich wiederum Dichter mit dem Thema auseinander: Jonathan Swift erfindet eine magnetische Insel, Jean Paul denkt über einen Planeten im Erdinnern nach.
Die Ausstellung dokumentiert, dass der Magnetismus auch eine visuelle Geschichte besitzt. Sie setzt mit dem Brief des Petrus Peregrinus ein, führt über Diagramme und frühe Darstellungen phantasievoller Maschinen bis in die Gegenwartskunst. In den Vitrinen und online kann der Besucher verfolgen, wie sich Judith Albert, Ian Anüll, Barbara Ellmerer und Yves Netzhammer anhand einzelner Dokumente mit Darstellungen magnetischer Kräfte beschäftigen. Unterstützt wird die künstlerische Produktion durch das Institut für Gegenwartskünste der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
Rahmenprogramm:
13. Januar 2010:
Eröffnung und Begrüssung, Prof. Dr. Susanna Bliggenstorfer und Prof. Dr. Nils Röller, Kurator
17. Februar 2010:
Prof. Dr. Peter Bexte, «Magnetische Experimente in Bildern»
17. März 2010:
Prof. Dr. Siegfried Zielinski, Universität der Künste, Berlin, «Theologie des Magnetismus und der Elektrizität von der frühen Neuzeit bis zur Aufklärung»
14. April 2010:
Olaf Räderer, Koblach, «Der Mesmerimus: System der Wechselwirkungen - Ideen-geschichtliche Betrachtungen»
16. Juni 2010:
Diskussionsveranstaltung. Thema, Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden separat bekannt gegeben
Die Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt jeweils um 18.15 Uhr im Vortragssaal der Zentralbibliothek statt. Weitere Angaben unter www.zb.uzh.ch.
13. Januar bis 16. Juni 2010 im Katalogsaal der Zentralbibliothek Zürich
"Magnetische Erfahrungen - Kunst begegnet Naturwissenschaft"
Zentralbibliothek Zürich,
Zähringerplatz 6,
www.zb.uzh.ch
Weitere Infos:
Zürcher Hochschule der Künste
Institut für Gegenwartskünste
Hafnerstrasse 39 / Postfach
CH-8031 Zürich
Freitag, 21. August 2009
Die Dame mit den Goldohrringen

Bild 1: Goldohrringe der 2. Hälfte des 17. Jh. Bild 2: Das freigelegte Grab im Leitungsgraben; Quelle: KantonsärchäologieBasel.- Archäologen haben bei Bauarbeiten vor dem Kreuzgang des Basler Münsters das Grab einer vornehmen Dame aus dem 17. Jh. freigelegt. Die Dame trug besonders wertvolle Goldohrringe. Dies meldet die Kantonarchäologie
Die Dame mit den Goldohrringen wurde vor der Maria Magdalena-Kapelle unter der heutigen Rittergasse in einem Leitungsgraben von Mitarbeitenden der Archäologischen Bodenforschung entdeckt. Neben dem Schädel lagen zwei Goldohrringe in Tropfenform mit einem linsenförmigen Verschluss. Auf der Vorderseite zeigen die aus filigranen Golddrähten und Goldkügelchen gearbeiteten Ohrringe Blütenmotive mit blauen Emaileinlagen. Die Ohrringe sind wahre Meisterwerke der Goldschmiedekunst. Stilistisch lassen sie sich mit einer prächtigen Goldkette der 2. Hälfte des 17. Jh. vergleichen, die im Historischen Museum Basel aufbewahrt wird. Diese Arbeit stammt vom Basler Goldschmied Gedeon Bavier.
Laut einer ersten anthropologischen Untersuchung war die Tote mit einer Körpergrösse von ca. 155 cm eher klein gewachsen. Es waren nur noch die Knochen des Oberkörpers erhalten, der untere Teil des Skeletts war bei früheren Bauarbeiten zerstört worden. Der gute Zustand der Gelenke und nur minimale Abnützungsspuren an der Wirbelsäule weisen darauf hin, dass die Verstorbene keine physisch belastenden Arbeiten zu verrichten hatte. Die Frau litt unter starkem Kariesbefall und starb in einem Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Die Todesursache liess sich nicht eruieren. Die Tote war in einem Sarg bestattet worden, bekleidet mit einem einfachen Gewand, worauf zwei bronzene Gewandhaften hindeuten. Entgegen den damals strengen protestantischen Bestattungssitten trug sie noch ihre wertvollen Ohrringe.
Der wertvolle Goldschmuck macht deutlich, dass die Dame der Basler Oberschicht angehörte, welche in dieser Zeit ihre Familiengräber im Kreuzgang des Münsters hatte. Aus dem Jahr 1761 stammt ein Gräberplan des Kreuzgangs, auf dem auch die Gräber in der Maria Magdalena-Kapelle verzeichnet sind. 1859/60 wurden wegen einer Strassenverbreiterung fünf Grabstätten aufgehoben und der Westteil der Kapelle abgebrochen. An der Stelle, wo die Dame mit den Goldohrringen lag, befand sich die Familiengrabstätte des Abel Socin (1632–1695), Gerichtsherr und Gesandter am französischen Hof. Der Angehörige einer der damals mächtigsten Basler Familien hatte 1654 geheiratet. Etliche Indizien sprechen dafür, dass es sich bei der Dame mit den Goldohrringen um seine Frau Maria Hummel, geb. 1635, handelt, deren Familie aus Memmingen stammte. Maria Hummel, Mutter von 12 Kindern, ist 1681 im Alter von 46 Jahren verstorben und in der Maria Magdalena-Kapelle bestattet worden.
Die Dame mit den Goldohrringen kann am Samstag, 22. August 2009, von 10:00 bis 16:00 Uhr im Info-Container der Archäologischen Bodenforschung auf dem Münsterplatz besichtigt werden.
Weitere Infos und Bilder in hoher Auflösung unter: www.archaeobasel.ch
Sonntag, 14. September 2008
Besuch beim Dino

von Petra GabrielFrick.- Als der viereinhalb Meter lange Dinosaurier vor rund 210 Millionen Jahren in der Gegend um das heutige Frick (Kanton Aargau) auf der Suche nach Schachelthalmen durch die trockene Tiefebene stapfte, über sanfte Hügel und durch flache Senken, konnte er sich einige Dinge noch nicht einmal vorstellen. Erstens, dass eine fast unvorstellbar lange Zeit später ein Mann namens Friedrich Engelhardt als erster ein Skelett eines seiner Artgenossen finden würde - worauf die Wissenschaft seine Gattung Plateosaurus (flache Echse) engelhardti nannte. Und, dass seine Knochen einmal unter Glas im Dinosauriermuseum von Frick zu bestaunen sein würden - weshalb dort der Plateosaurus natürlich Fricki heißt. Ein Mann namens Erich Wälchli hat das Dinosaurierfieber in Frick und Umgebung ausgelöst. 1961, als er Laborchef der Tonwerke Keller war, fand er einen versteinerten Knochen - und der Stein kam ins Rollen. Ein erklärter Dino-Fan ist zum Beispiel Monica Rümbeli. Seit Jahren - am 22. September 2005 übrigens zum 1000. Mal - führt sie mit Charme, Temperament und Fachwissen durch die Welt der Dinos und der Ammoniten, genauer, zurück durch die Zeit ins Erdmittelalter.
Ein Mann namens Erich Wälchli hat das Dinosaurierfieber in Frick und Umgebung ausgelöst. 1961, als er Laborchef der Tonwerke Keller war, fand er einen versteinerten Knochen - und der Stein kam ins Rollen. Ein erklärter Dino-Fan ist zum Beispiel Monica Rümbeli. Seit rund sieben Jahren - am 22. September übrigens zum 1000. Mal - führt sie mit Charme, Temperament und Fachwissen durch die Welt der Dinos und der Ammoniten, genauer, zurück durch die Zeit ins Erdmittelalter.
Die Besucher können aber auch allein spazieren, nämlich auf dem neuen Dino-Pfad (einfach den gelben Pfeilen nach). Acht Säulen erzählen vom Leben und der Zeit der Dinosaurier, eine - die am Grillplatz - auch von Ernst Wälchli. Was ein richtiger Forscher ist, der geht den Weg bis zu Ende, bis zur Tongrube, der großen "Schatzkammer" der Vergangenheit: Finden ist erlaubt, Fossilien von Meerestieren dürfen sogar mit heimgenommen werden. Denn auch uralte Versteinerungen von Meeresbewohnern, Ammoniten und Belemniten, sind dort gefunden worden. Manche der Ammoniten haben einen Durchmesser von fast einem Meter. Funde von Saurierknochen müssen jedoch gemeldet werden. Sie sind der Wissenschaft vorbehalten.
Frick ist eine Gemeinde, in der der Boden immer wieder Fenster in die Vergangenheit freigibt (derzeit werden dort auch die Reste einer Keltensiedlung erforscht). Zur Zeit des Tr
ias (vor etwa 210/220 Millionen Jahren) breitete sich in der Region eine wüstenähnliche Landschaft aus. Der Ort, auf dem einmal die Gemeinde Frick entstehen sollte, lag auf einem riesigen, von den Wassern des Ur-Pazifik und des Tethys-Meeres umspülten Kontinent namens Pangaea und zwar an der Nordostgrenze des heutigen Nordamerika - nicht weit vom heutigen Afrika entfernt. Es gab nur eine einzige, große Landmasse. Dort fraßen Dinos andere Dinos (wenn es Raubsaurier waren) oder eben Schachtelhalme und Farne wie Fricki. Dann kam das Meer und überschwemmte immer wieder das Land, Sümpfe entstanden. In der Jurazeit, vor etwa 200 Millionen Jahren, lag Frick auf dem Grund eines flachen Ozeans, wie die Funde beweisen.
Doch zurück zu den Anfängen des Sauriermuseums. Zunächst folgten dem ersten Fund private Grabungen, später rückten die Geologen und Paläontologen an. Die Einwohner von Frick feierten ihren Dino-Fund mit einem großen Fest. Das legte den Grundstock für eine Begeisterung, die in der Gründung des Dinosaurier-Museums mündete. Der größte Schatz des Museums ist das komplette Skelett eines Plateosaurus von viereinhalb Metern Länge. Das Museum selbst wurde im "Im Schulhaus 1912" in der Schulstraße 22 eingerichtet. Der Weg dorthin ist ausgeschildert.
Am einfachsten ist die Anreise mit dem Zug - aussteigen und dann einfach den Dino-Fußstapfen auf dem Straßenbelag folgen. Die Tongrube "Gruhalde", von der vorhin die Rede war, liegt unmittelbar westlich des Bahnhofes Frick. Falls Sie dort etwas finden: Gemeinderschreiber Heinz Schmid kennt einen Trick, mit dem man erkennen kann, ob es sich um einen alten Knochen handelt: "Man muss daran lecken. Wenn die Zunge kleben bleibt, dann ist es ein versteinerter Knochen."
Das Sauriermuseum in Frick ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen gibt es nach Vereinbarung (Anmeldung: +0041/62 871 53 83).
Links:zum Plateosaurus
zu Dinosauriern
...für Kinder
über Frick
Fotos: Plateosaurus (flache Echse) engelhardti, alias Fricki, in Originalgröße zusammengesetzt aus den Knochenfunden mehrerer Dinosaurier.
Monica Rübleli bei ihrer 1000. Führung druch das Sauriermuseum Frick mit der Klasse 3 der Schule Weiach.
Gemeindeschreiber Heinz Schmid an der ersten Säule des Dino-Lehrpfades in Frick. Fotos: peg
Dienstag, 21. Juni 2005
Die Waldseemüller-Karte: Aufnahme ins "Gedächtnis der Welt"


St. Dié/Freiburg.- Als die Weltkarte des Freiburgers Martin Waldseemüller im April 1507 erschien, erschütterte diese deutsch-französische Koproduktion die Welt. Denn sie vereinigte zum ersten Mal die Ergebnisse der Entdeckungen der Portugiesen und Spanier und das geografische Wissen des Mittelalters, es tauchte ein neuer Kontinent auf. Er trug den Namen "America". Das Internationale Advisory-Komitee für das UNESCO-Programm "Memory of the World" (MOW) hat auf seiner Tagung in Lijang/China nun 29 neue Einträge aus 24 Ländern offiziell in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen - darunter aus Deutschland die Hausmärchen der Brüder Grimm und als gemeinsamer amerikanisch-deutscher Antrag auch die Waldseemüller-Karte von 1507.
Die Weltkarte "Universalis cosmographica secundum Ptholomaeie traditionem et Americi Vespucii aliorumque Lustrationes" wurde am Gymnasium Vosagense in St. Dié, Lothringen, unter der Leitung von Martin Waldseemüller erarbeitet. Und der Name "America" war eigentlich die Folge eines Irrtums. Er entstand auf der Grundlage von angeblich vier Reisen des Florentiners Amerigo Vespucci, veröffentlicht in den so genannten Soderini-Briefen. Der 22-jährige Dichter Matthias Ringmann, ein Elsässer, der die Einführung zur Waldseemüller-Karte schrieb, hielt Vespucci für den Entdecker der neuen Welt. Der Florentiner war zwischen 1499 und 1503 mehrmals an die Küsten Mittel- und Südamerikas gereist und hatte dabei die Mündung des Amazonas gefunden.
Aus späteren Karten verschwand der Name "America" wieder. Doch er hatte sich in den Köpfen festgekrallt. So ist die Taufe der neuen Welt auf den Namen "America" eigentlich dem Irrtum von genialen Männern zu verdanken, die als erste den Mut und das Wissen hatten, diese "Terra Incognita" als eigenen Kontinent in eine Weltkarte aufzunehmen und damit das bisherige Weltbild zu korrigieren. Die endgültige Trennlinie zwischen antiker und moderner Kartografie vollzog Waldseemüller dann später mit der Straßburger Ptolemäusausgabe (1513).
Die ersten Editionen der Waldseemüller-Karte wurden wahrscheinlich in der Druckerei von Gaultier Lud hegestellt, dem großen Förderer einer Gruppe von Humanisten und Wissenschaftlern, die sich im Elsass unter dem Schutz von René II., Herzog von Lothringen, zusammengefunden hatten. Es gab allerdings mehrere Versionen und auch Raubdrucke. Doch sie verschwanden im Dunkel der Geschichte. Zusammen mit der Karte hatte Waldseemüller übrigens noch eine Neuentwicklung vorgestellt: Es kamen auch Globensegmente heraus, die man auf eine Kugel kleben und so die Welt plastisch erleben konnte.
In St. Dié wird zu Ehren des Erscheinens der Waldseemüllerkarte übrigens jedes Jahr ein internationales Festival der Geografie organisiert, in diesem Jahr zum 16. Mal. Partnerland vom 29. September bis 2. Oktober ist Italien.
Ein Exemplar der Begleitschrift, der "Introductio", liegt in der Universitätsbibliothek der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die Kartenblätter und die Globusstreifen wurden Ende des 19. Jahrhunderts wieder entdeckt. Die Globusstreifen sind heute in der James-Ford-Bell-Sammlung in den USA und auch die Karte, die jahrelang auf Schloss Wolfegg in Leutkirch/Baden-Württemberg aufbewahrt worden war, ist inzwischen an die US-Kongressbibliothek verkauft worden. Der Titel der Karten lautet in deutscher Übersetzung: "Der ganzen Welt Beschreibung sowohl auf einem Globus als auch auf einer Plankarte einschließlich der Länder, die dem Ptolemäus unbekannt waren und die jüngst entdeckt worden sind."
Das Weltregister des "Memory of the World" wurde 1997 eingerichtet und umfasst derzeit 120 Einträge.
Quelle: "America" von Rudolf-Werner Dreier, Universität FreiburgRepro der Karten: 3land.info
Allerlei Zweifel in der Eifel
Wer noch immer glaubt, Liebe und Mordlust haben nichts miteinander zu tun, wird vom Leben manchmal eines Besseren belehrt. Und wenn dann auc...
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Robert Schneider, 100 Frauen, 2008. Quelle: Kulturamt Waldshut B onndorf.- „Die Ausstellung „Robert Schneider: Mit einem schwarzen Pinsel...
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Bildlegende:Emil Nolde, Herbstmeer XI, 1910 Öl auf Leinwand, 70 x 89,5 cm Kunsthaus Zürich © 2009 Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde Zürich...
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Wer noch immer glaubt, Liebe und Mordlust haben nichts miteinander zu tun, wird vom Leben manchmal eines Besseren belehrt. Und wenn dann auc...


